von 1945 - 1949: Nachkriegszeit in Deutschland

03.11.2025

Als Nachkriegszeit bezeichnet man in Deutschland die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. 

IN KÜRZE:

In Deutschland war die Nachkriegszeit gekennzeichnet durch:

  • die alliierte Besatzung
  • Verlust der Souveränität
  • Verlust der Ostgebiete des Deutschen Reiches mit Flucht und Vertreibung

Jahre der Armut...

Diese Jahre waren für die meisten Menschen in Deutschland von Hunger und Knappheit an Gütern aller Art geprägt. Obdachlosigkeit, Schwarzhandel und rationierte Lebensmittel prägten den Alltag.

Kriegsgefangenschaft:

Rund 7 Mio. ehemaliger Soldaten der Wehrmacht, darunter auch 58.600 Österreicher waren in Kriegsgefangenschaft.

Vergangenheitsbewältigung:

In der Nachkriegszeit setzte die Vergangenheitsbewältigung ein mit der Phase der Entnazifizierung und NS-Prozessen.

Ein Land im Neuaufbau...

Die Zeit war außerdem geprägt von dem Bemühen, staatliche Ordnung, Wirtschaft und Infrastruktur wiederherzustellen und die durch den Krieg entstandenen Schäden zu beheben.

"Wirtschaftswunder"...

Ab 1947 begann der Nachkriegsboom ("Wirtschaftswunder") auch in Deutschland, der ab 1948 durch den Marshallplan zusätzlich befeuert wurde.

Der Marshallplan war ein US-amerikanisches Hilfsprogramm für Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg, das auch Westdeutschland und West-Berlin umfasste. Er lief von 1948 bis 1952 und stellte Kredite, Rohstoffe, Waren und Lebensmittel zur Verfügung, die maßgeblich zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft beitrugen.

späte Souveränität...

Seine Souveränität erhielt die Bundesrepublik Deutschland erst mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 zurück.

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 ist eine Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich). Er machte die deutsche Wiedervereinigung möglich, indem er Deutschland die volle Souveränität verlieh und den Weg für ein vereintes Europa ebnete. Im Vertrag verpflichtete sich das vereinte Deutschland zur Akzeptanz der Grenzen, zur Reduzierung seiner Streitkräfte auf 370.000 Mann und zum Verzicht auf Atom-, Bio- und chemische Waffen; es durfte aber Mitglied der NATO bleiben.

Kernpunkte des Vertrags:

  • Souveränität: Der Vertrag stellte die volle Souveränität des vereinten Deutschlands her und schloss damit die Rechte der Siegermächte ab.
  • Grenzen: Deutschland akzeptierte die Oder-Neiße-Grenze zu Polen und verzichtete auf Gebietsansprüche gegenüber anderen Ländern.
  • Militärische Beschränkungen:
    • Die Stärke der Bundeswehr wurde auf 370.000 Soldaten begrenzt.
    • Deutschland verzichtete auf den Besitz von Atom-, Bio- und chemischen Waffen.
    • Es wurde vereinbart, dass keine fremden Streitkräfte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR stationiert werden durften.
  • Bündniswahl: Deutschland behielt das Recht, seine Bündnisse frei zu wählen, und blieb damit Mitglied der NATO.
  • Sowjetische Truppen: Der Abzug der sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland wurde bis 1994 beschlossen. 

Deutschland zwischen 1945 und 1949

nochmal etwas ausführlicher...

Die Besatzungszeit in Deutschland zwischen 1945 und 1949 war eine Phase zwischen dem Zusammenbruch des NS-Staats am Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der zwei deutschen Staaten, der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. 

Im Kalten Krieg gehörten sie zwei konkurrierenden Machtblöcken an.

Situation vor der Besetzung: ...soziales Elend

Die Staatsorganisation des Deutschen Reiches war schon vor dem Zusammenbruch nicht mehr voll funktionsfähig

Nachdem die Hauptsiegermächte die Obersten Reichsbehörden und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) aufgelöst hatten, waren Bevölkerung und nachgeordnete Verwaltung weitgehend auf Selbstorganisation zurückgeworfen.

Die Westwanderung von 12 bis 14 Millionen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen...

,,,und der Zerfall der deutschen Wirtschaftsräume

...verschärften das soziale Elend.

1/3 Deutschlands geht verloren:

Ausgehend von seinem Gebietsstand von 1937 wurde das besetzte Deutschland aufgeteilt. Dies geschah auf Beschluss der Alliierten auf der Konferenz von Jalta (2. bis 11. Februar 1945).

Konferenz von Jalta - Ergebnis:

...Siegermächte übernehmen 1/3 Deutschlands in den Grenzen von 1937

Oder-Neiße-Gebiete:

Die Ostgebiete (Oder-Neiße-Gebiete), die rund ein Viertel des Staatsgebietes ausmachten, waren von der sowjetischen Roten Armee direkt an die Volksrepublik Polen beziehungsweise an die Russische SFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) als eine der Unionsrepubliken der Sowjetunion zur Verwaltung übergeben worden. 

Die Oder-Neiße-Gebiete, heute hauptsächlich polnische Gebiete, waren nach dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland abgetreten und an Polen übergegangen. Dies umfasste die vormals deutschen Gebiete östlich der Flüsse Oder und Lausitzer Neiße, wie Pommern, Schlesien, Ostpreußen und die Neumark, was zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung führte. Die Oder-Neiße-Grenze ist seit 1990 die offizielle Grenze zwischen Deutschland und Polen.

Nördliches Ostpreußen:

Die Russische SFSR verwaltete den heute zu Russland gehörenden, nördlichen Teil Ostpreußens.

Ostgebiete:

Die restlichen Ostgebiete wurden seit 1945 von Polen verwaltet und gehören heute zu Polen.

- Die restlichen deutschen Ostgebiete wurden seit 1945 von Polen verwaltet und beansprucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Gebiete wie Pommern, Schlesien, die Neumark und der südliche Teil Ostpreußens an Polen übergeben, während die deutsche Bevölkerung vertrieben wurde.

2/3 Deutschlands wird Besatzungszone:

5. Juni 1945 - Berliner Erklärung 

Die verbliebenen zwei Drittel des Reichsgebiets wurden – mit Ausnahme Berlins und einiger kleiner Gebiete an der Westgrenze – in vier Besatzungszonen aufgeteilt:

  • Amerikanische Besatzungszone
  • Britische Besatzungszone
  • Französische Besatzungszone
  • Sowjetische Besatzungszone

Die Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945, auch bekannt als "Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands", war ein viermächte-Dokument, in dem die Oberbefehlshaber der Siegermächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich) die oberste Regierungsgewalt in Deutschland übernahmen. Sie wurde nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht verkündet und legte die Grundlagen für die alliierte Besatzungspolitik fest, einschließlich der Teilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und der Gründung des Alliierten Kontrollrats für die gemeinsame Ausübung der Macht. Der Alliierten Kontrollrat hatte seinen Sitz in Berlin.

Viersektorenstadt Berlin...

Für Groß-Berlin erfolgte eine gemeinsame Besetzung der Alliierten und die Einrichtung der Alliierten Kommandantur für die Verwaltung des Stadtgebietes, wobei die Stadt selbst ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt wurde, welche jeweils einem alliierten Besatzungsregime unterworfen waren.

Strategien der Besatzer:

Sowjetischen Besatzungsmacht:

Vereinbarungsgemäß räumten bis Anfang Juli 1945 die Briten und die US-Amerikaner Thüringen und Anhalt sowie den Westen Sachsens, Mecklenburgs und der Provinz Sachsen, um sie der sowjetischen Besatzungsmacht zu überlassen, ...

...während sich die Rote Armee aus den drei Westsektoren Berlins zurückzog.

Die ersten Länder wurden im Juli 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet; allerdings verfolgte die Sowjetunion dabei einen Einheitsstaat, in dem die Länder lediglich Verwaltungseinheiten sein sollten.  

Französische Besatzungsmacht:

Am 10. Juli  französische Besatzungstruppen in das Saarland ein, das von den US-Truppen verlassen wurde.

Britische Besatzungsmacht:

Auch die Briten organisierten ihre Zone in Nordwestdeutschland eher zentralistisch. 

US Besatzungsmacht:

Die Amerikaner hingegen verfolgten in Süddeutschland ein föderalistisches Konzept, nach dem die Länder auch eine wichtige politische Rolle spielen sollten.

In der Atlantik-Charta, der Casablanca-Konferenz, der Konferenz von Teheran und der Erklärung von Jalta hatten die Alliierten die verschiedenen Strategien teilweise schon ab 1943 ausgearbeitet, als man von einem absehbaren Sieg über das nationalsozialistische Deutschland ausging. 

Provisorium Besatzungszonen:

Trotzdem wurden die wechselhaften Ergebnisse der Besatzungspolitik sowohl von den Besatzungsmächten als auch von den Deutschen über lange Zeit als Provisorien betrachtet. 

Endgültig: ...die deutsche Teilung

Erst mit der Blockbildung im Kalten Krieg wurde aus Vorläufigem – vor allem aus der deutschen Teilung – scheinbar Endgültiges.

Potsdamer Konferenz

Mitte Juli waren Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin in Deutschland, um in einer Dreimächtekonferenz der Hauptalliierten auf höchster Ebene über das weitere Vorgehen zu beraten. Als wichtigste Ergebnisse wurden am 2. August 1945 beschlossen:

  • die Demokratisierung Deutschlands
  • die Dezentralisierung seiner Wirtschaft
  • die Einrichtung eines gemeinsamen Kontrollrates für Deutschland als Organ gemeinsamer Besatzung der Siegermächte, das u. a. die Einheit Deutschlands als Wirtschaftsgebiet bewahren sollte
  • die Demilitarisierung des Landes
  • die Denazifizierung (Entnazifizierung) der Deutschen
  • die Einrichtung eines Internationalen Militärtribunals (→ Nürnberger Prozesse)
  • die faktische Abtrennung der Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie, indem sie unter einstweilige polnische Verwaltung gestellt wurden

Auseinanderentwicklung der Wirtschaftsverhältnisse...

Die Forderung nach einem "ausgeglichenen Wirtschaftsleben in ganz Deutschland" wurde schon bald durch die Auseinanderentwicklung der Wirtschaftsverhältnisse in den besetzten Zonen (auch eine Folge der zunehmenden Konfrontation der politischen Blöcke im Kalten Krieg) Makulatur.

Reparationsforderungen...

Über die sowjetischen Reparationsforderungen kam es bei der Konferenz bereits zu einem ersten Eklat mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Feierlichkeiten zum Sieg über Japan begingen die Alliierten aber noch gemeinsam vor dem Brandenburger Tor. Im September 1945 wurde mit dem Wanfrieder Abkommen ein geringfügiger Gebietstausch zwischen amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone vereinbart.

Kriegsgefangene...

Insgesamt befanden sich 1945 elf Millionen deutsche Soldaten in Gefangenschaft, fünf Millionen von ihnen kamen recht schnell wieder in Freiheit.

US:

In den letzten Wochen vor dem Kriegsende ergaben sich allein den Amerikanern vier Millionen deutsche Soldaten. Die Amerikaner hatten schwerwiegende logistische Probleme, diese riesige Zahl an Kriegsgefangenen ausreichend mit Lebensmitteln, Medikamenten und Unterkünften zu versorgen. Im Frühjahr 1946 wurde dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz schließlich erlaubt, Besuche abzuhalten und den Kriegsgefangenen in der amerikanischen Zone begrenzte Mengen an Nahrungsmitteln zukommen zu lassen.

Frankreich:

Über 700.000 Kriegsgefangene stellten die USA den Franzosen zum Wiederaufbau ihres Landes zur Verfügung. Frankreich zwang etwa 50.000 zur hochriskanten Zwangsarbeit als Minenräumer. Einige mussten unter harten Bedingungen im Bergbau arbeiten. 

Viele konnten erst 1948 in die Heimat zurückkehren. 

Sowjetunion:

Für solche in sowjetischer Kriegsgefangenschaft war die Aussicht zu überleben schlecht – etwa 30 Prozent starben

Die letzten kamen erst 1956 nach Deutschland zurück, die so genannte "Heimkehr der Zehntausend".

"Displaced Persons"

- Vertriebene sind Personen, die aufgrund von Konflikten, Gewalt, Verfolgung oder Katastrophen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Dazu gehören:

  • Binnenvertriebene (IDPs): Menschen, die zur Flucht gezwungen wurden, aber im eigenen Land bleiben und keine internationale Grenze überschritten haben.
  • Flüchtlinge: Menschen, die eine internationale Grenze überschritten haben, um Verfolgung oder Gefahr zu entgehen.  
Rechtsstellung: Im Gegensatz zu Flüchtlingen haben Binnenvertriebene nach internationalem Recht keinen spezifischen Rechtsstatus, obwohl sie nach dem humanitären Völkerrecht immer noch Anspruch auf die gleichen Rechte haben wie andere Zivilisten.
Langfristige Lösungen: Binnenvertriebene benötigen Hilfe sowohl für unmittelbare Bedürfnisse als auch für langfristige Lösungen, die Unterstützung bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat oder bei der Wiedereingliederung in neue Gemeinschaften umfassen können.

DPs in Westlichen Besatzungszonen: 

Nach dem Krieg gab es in den westlichen Besatzungszonen 6,5 bis 7 Millionen so genannte displaced persons (DP), also ehemalige Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und osteuropäische Arbeiter. 

Jüdische Überlebende waren eine relativ kleine Gruppe von etwa 50 bis 75 Tausend Menschen. Nach Pogromen in Osteuropa im Sommer 1946 flüchteten nochmals 150 bis 200 Tausend Juden in die westlichen Besatzungszonen. 

Die Betreuung (Unterbringung, Verpflegung und Kleiderzuteilung) erfolgte unter Militäradministration zunächst in DP-Lagern die teilweise umfunktionierte Gefangenen- und Konzentrationslager waren. Die Insassen hatten Anspruch auf Essensrationen mit mindestens 2000 Kilokalorien (kcal) pro Tag, während der örtlichen Bevölkerung nur 1200 kcal zugestanden wurden. 

Als durch den Harrison-Report vom August 1945 die Missstände in den Lagern offenbart wurden, kamen die Lager unter die Verwaltung der internationalen Hilfsorganisation UNRRA und private Hilfsorganisationen wie das Joint Distribution Committee (JDC), die Quäker, YMCA und YWCA und kirchliche Organisationen halfen.

DPs im Ostblock: 

Die Rückführung der Displaced Persons in die Ostblockstaaten war aus ideologischen Gründen und weil viele Gefangene und Zwangsarbeiter als Kollaborateure angesehen wurden schwierig. 

In den jüdischen Lagern wuchs der Zionismus und die meisten dieser Lager konnten in den Jahren 1949 bis 1951 nach dem Palästinakrieg und der Lockerung der amerikanischen Einwanderungspolitik aufgelöst werden. 

Der Zionismus ist eine politische und religiöse Bewegung, die in Europa im 19. Jahrhundert als Reaktion auf den Antisemitismus entstand und das Ziel verfolgte, einen jüdischen Nationalstaat in Palästina zu errichten. Er wird als Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes verstanden, das einen sicheren Zufluchtsort schaffen und eine jüdische Souveränität wiederherstellen wollte. Mit der Gründung Israels im Jahr 1948 wurde dieses ursprüngliche Ziel erreicht. Heute existieren verschiedene Strömungen des Zionismus, und die Begriffe Jude, Israeli und Zionist werden oft fälschlicherweise gleichgesetzt.

Das letzte DP Lager:

Das letzte DP-Lager in der Bundesrepublik konnte erst 1957 aufgelöst werden.

Trümmer- und Kulturfrauen

Am 29. Mai 1945 wurde die Meldepflicht für alle Frauen zwischen 15 und 65 Jahren in Berlin eingeführt. 

"Trümmerfrauen"  

Die Arbeit als "Trümmerfrau" brachte bessere Lebensmittelkarten ein. 

Frauen, die in den ersten Nachkriegsjahren die Hauptlast des Wiederaufbaus in deutschen Städten trugen, entwickelten in dieser Zeit ein neues Selbstverständnis und -bewusstsein. 

"Kulturfrauen" 

Auf dem Land gab es die sogenannten Kulturfrauen, Baumpflanzerinnen, die die von Bomben zerstörten oder wegen Brennholz gerodeten Wälder wieder aufforsteten. 

Auf der alten 50-Pfennig-Münze wurde ihnen ein Denkmal gesetzt.

Emanzipative Ansätze gehen in Westdeutschland verloren... 

Das konservativere Klima der späteren Jahre unter Bundeskanzler Konrad Adenauer sollte die emanzipativen Ansätze aber weitgehend wieder zurückdrängen – zumindest in Westdeutschland. 

Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs in Westdeutschland ging die Anzahl der Waldarbeiterinnen drastisch zurück. Viele wanderten in die neu entstandenen Fabrikhallen ab. Waren beispielsweise im Bereich des Forstamts Crailsheim 1953 noch über 200 Frauen beschäftigt, betrug ihre Zahl 1963 weniger als die Hälfte, und 1987 gab es nur noch Arbeit für drei Waldarbeiterinnen.

Schon im ersten Deutschen Bundestag von 1949 waren Frauen anteilsmäßig spärlicher vertreten als noch im Reichstag der Weimarer Republik.

Wirtschaft

Lebensmittelversorgung

Die allgemeine Lebensmittelversorgung war schlecht und man bekam nicht genug zu essen. 

Viele Menschen starben in den ersten Nachkriegswochen an Hunger oder Durst – insbesondere Säuglinge und Kleinkinder, weil keine Milch vorhanden war. Die Durchschnittsversorgung pro Tag erreichte z. B. in Bayern gerade 1000 kcal. Die "Cooperative for American Remittances for Europe" (CARE) schickte Versorgungs-Pakete, aber bis zum 5. Juni 1946 war es verboten, CARE-Pakete nach Deutschland zu schicken.

Bestrafung für CARE-Pakete...

Als Teil der Bestrafungsphilosophie wurde US-Truppen die Bereitstellung von Hilfe, insbesondere von Nahrungsmitteln an hungrige Deutsche verboten.

Amerikanische Haushalte im besetzten Deutschland wurden angewiesen, deutschen Hausangestellten keine Speisereste zu überlassen; alle überschüssigen Lebensmittel mussten vernichtet oder ungenießbar gemacht werden.

Lebensmittelmarken: ...entsprechend der Schwere der Arbeit!

Die alliierten Besatzungsmächte gaben in ihren jeweiligen Sektoren neue Lebensmittelmarken aus, die entsprechend der Schwere der Arbeit in Verbrauchergruppen (Kategorien) von I bis V eingestuft wurden. Die dafür ausgegebenen Rationen wurden wöchentlich neu entsprechend den Möglichkeiten festgelegt.

Demontagen

Sowjetischen Besatzungszone (SBZ):

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) standen als Reparationsmaßnahmen intensive Industriedemontagen im Vordergrund, da die Sowjetunion die Hauptlast beim Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland tragen musste. 

Es starben rund 27 Millionen sowjetische Zivilisten und Soldaten während des Krieges, und die Wehrmacht hatte über ARLZ-Maßnahmen der Wirtschaftsorganisation Ost beim Rückzug das Land verwüstet und die Industrieanlagen demontiert.

ARLZ-Maßnahmen waren Befehle der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, die die Auflockerung, Räumung, Lähmung und Zerstörung besetzter Gebiete vor dem Abzug vorsahen. Sie umfassten die systematische Zerstörung von Industrie, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Gütern sowie den Abtransport von Menschen, wie zum Beispiel wehrfähige Männer.

..."Sabotage bei der Demontage"

Die Demontagen in den Fabriken wurden durch die Arbeiter durchgeführt, die an den Maschinen oft jahrelang gearbeitet hatten. 

Aus natürlicher Abneigung gegen diese Maßnahmen wurde immer wieder "vergessen", für den Betrieb notwendige Einzelteile auch zu verpacken. Damit war bei einem Wiederaufbau in der Sowjetunion eine weitere Nutzung meist ausgeschlossen. Daher beendete man schon frühzeitig die Demontagen vor Ort, überführte die geeigneten Betriebe in Sowjetische Aktiengesellschaften und transportierte dann die "überprüften" Fertigprodukte als Reparationsleistung ab.

..."Entnazifizierung" dient der Enteignung:

Allein von 1945 bis Ende 1946 wurden 1000 Betriebe abgebaut, bis März 1947 fast 12.000 Kilometer Schienen als Reparation demontiert. Mit der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) wurde ab Frühjahr 1948 die Umwandlung zur Planwirtschaft begonnen. Im Gegensatz zur Praxis in den drei westlichen Besatzungszonen (→ Trizone) diente die "Entnazifizierung" in der SBZ auch zu massiven Enteignungen und gesellschaftlichen Umverteilungen und Umstrukturierungen (Bodenreform ab September 1945 u. a.). 

Die Bodenreform im Herbst 1945 gilt in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) als politisches Signal, als rigoroser Strich unter die deutsche Vergangenheit. Enteignet werden Gutsbesitzer, die Anhänger des Nazi-Regimes waren oder sich an Kriegsverbrechen beteiligt hatten, sowie sämtliche Großgrundbesitzer mit Landwirtschaftsbetrieben über 100 Hektar - unabhängig von ihrer politischen Gesinnung. Die Reform trifft damit auch Unschuldige.

Trotzdem sollte sich die aus der Sowjetzone hervorgegangene DDR zu einem der wohlhabenderen Länder des Ostblocks entwickeln, welches allerdings stets dem ökonomischen Niveau der Bundesrepublik Deutschland hinterherhinkte.

Westliche Besatzungszonen:

Auch in den westlichen Besatzungszonen fanden Demontagen statt. 

Sie wurden nach einem im März 1946 aufgestellten Industrieplan begonnen, nach dem 1500 Betriebe demontiert werden sollten, um das Produktionsniveau auf rund 50 Prozent von 1938 zurückzuschrauben.

Noch am 13. Juni 1949 gingen belgische Soldaten gegen deutsche Arbeiter vor, die mit Barrikaden die Demontage eines Hydrierwerks verhindern wollten.

"Ruhrfrage" 

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Ruhrfrage erneut auf der politischen Tagesordnung. Durch das Ruhrstatut wurde am 28. April 1949 eine Internationale Ruhrbehörde in Düsseldorf errichtet. 

Das Ziel war die Kontrolle der westdeutschen Schwerindustrie durch eine Begrenzung der Produktion sowie die Entscheidung, wie viel Kohle und Stahl Deutschland selbst erhalten durfte und wie viel davon zu exportieren war. 

ENDE der Demontagen...

Die Demontagepläne wurden zuletzt im Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 revidiert. 

Im Januar 1951 waren die Demontagen schließlich beendet.

Gesamtwert:

Der Gesamtwert der demontierten Anlagen wird für Westdeutschland auf bis zu 5,4 Mrd. DM geschätzt, für die Sowjetische Besatzungszone beziehungsweise die DDR auf bis zu 5 Mrd. DM.

WIEDERAUFBAU:

Westzonen...

Eine eigentliche "Stunde Null" gab es für die deutsche Wirtschaft nicht: Deutschland lag keineswegs zur Gänze in Trümmern. 

Der Historiker Niethammer formuliert es kühl:

"[…] in der Bilanz hatten die Bomber die deutsche Industrie nicht ausgelöscht, sondern ihre Expansion im Krieg abrasiert, die Menschen- und Qualifikationsverluste des Krieges wurden durch den Zuzug aus dem Osten und die Leistungsbereitschaft der auf ein elementares Existenzniveau herabgedrückten Bevölkerung mehr als ausgewogen."

"Rede der Hoffnung"

Am 6. September 1946 hielt der US-amerikanische Außenminister James F. Byrnes in Stuttgart die Rede der Hoffnung und kündigte damit die Bizone an.

- Die sogenannte Hoffnungsrede für Deutschland, Rede der Hoffnung oder Stuttgarter Rede, Offizieller Name Restatement of Policy on Germany, wurde am 6. September 1946 vom amerikanischen Außenminister James F. Byrnes in Stuttgart gehalten. Sie wurde von vielen Deutschen als Wendepunkt der Nachkriegsgeschichte empfunden, der ihnen Mut machte. Trotz vorsichtiger Kritik an der sowjetischen Deutschlandpolitik eröffnete sie eine gesamtdeutsche Perspektive. Deutschland sollte sich künftig nach Abschluss eines Friedensvertrages wieder selbst regieren. Es war die erste offizielle Verkündung alliierter Regierungspolitik, bei der auch Deutsche, die Ministerpräsidenten der deutschen Länder, anwesend waren.

Bizone: ...Teilung statt Gesamtdeutschland

Bizone ist die Bezeichnung für den Teil Deutschlands, der nach dem Zweiten Weltkrieg der US-amerikanischen und der britischen Besatzungsmacht unterstellt war.

Der Kurswechsel im Sinne der "Rede der Hoffnung" in der alliierten Besatzungspolitik fand aber nicht statt. 

Statt der Vereinigung der vier Besatzungszonen unter einer gesamtdeutschen Regierung, die Byrnes als politisches Ziel verkündet hatte, konnte mit der Bizone nur eine Westlösung realisiert werden. 

Truman-Doktrin: 

Sechs Monate nach der Rede änderte die Außenpolitik der USA ihre Orientierung und richtete sich mit der Truman-Doktrin gegen ihren früheren Kriegsalliierten Sowjetunion.

Die Truman-Doktrin war eine 1947 von Präsident Harry S. Truman angekündigte US-Außenpolitik, die den Nationen, die sich dem Kommunismus widersetzten, amerikanische Unterstützung zusagte. Es war eine Reaktion auf die wahrgenommene sowjetische Bedrohung und markierte eine Abkehr von der US-Tradition des Isolationismus, indem es die USA zu einer globalen Eindämmungspolitik verpflichtete. Diese Politik leistete politische, militärische und wirtschaftliche Hilfe für Länder, die von autoritären Kräften bedroht waren, und legte den Grundstein für zukünftige Konflikte und Allianzen während des Kalten Krieges.

Truman verwirft den Morgenthau-Plan:

Auch verwarf er die Friedensmöglichkeiten des Morgenthau-Plans von 1944.

- Der Morgenthau-Plan war ein im August 1944 vom damaligen US-amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau entworfener Plan, das Deutsche Reich nach dem absehbaren Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg in einen Agrarstaat ohne militärisches Potential umzuwandeln. Das sollte langfristig verhindern, dass Deutschland je wieder einen Angriffskrieg führen könne.

US-Politik ändert sich weiter:

Die seit April 1945 gültige Direktive JCS 1067 sagte aus, dass die Militärgouverneure keine Schritte unternehmen durften, "die:

  • (a) zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands führen könnten
  • (b) geeignet sind, die deutsche Wirtschaft zu erhalten oder zu stärken."

Sie wurde ab 1946 nur abgeschwächt angewandt. 

A Report on Germany:

Auf Initiative Lucius D. Clays erstellte Lewis H. Brown das Gutachten A Report on Germany mit Sanierungsempfehlungen, das auch die Ablösung der Direktive JCS 1067 mit Resten des Morgenthauschen Gedankenguts forderte. 

Dies geschah im Juli 1947

Wirtschaftsförderungsprogramm für Europa:  

Mitte 1947 stellte US-Außenminister George C. Marshall in Harvard sein Wirtschaftsförderungsprogramm für Europa vor. Nun hieß es: 

"Für ein geordnetes und blühendes Europa sind die wirtschaftlichen Beiträge eines stabilen und produktiven Deutschlands ebenso notwendig wie die Beschränkungen, die die Garantie geben sollen, dass der destruktive Militarismus in Deutschland nicht wieder aufleben kann."

Der Marshallplan: ...Kredite und Rückzahlungen

Der Marshallplan, offiziell European Recovery Program, war ein US-amerikanisches Hilfsprogramm nach dem Zweiten Weltkrieg, das 1947 angekündigt und 1948 gestartet wurde, um den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Stabilität der kriegszerstörten westeuropäischen Staaten zu unterstützen. Die USA stellten Kredite und Hilfsgüter im Wert von rund $13,3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, was maßgeblich zum Wiederaufbau der Region beitrug und zur politischen Stabilisierung sowie zur Eindämmung des Kommunismus diente.

Die Maßnahmen des Marshallplans griffen auch in Deutschland, wobei diese Wirkung eher psychologische als rein materielle Gründe hatte. 

Die Kosten der Besatzung von über 2,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr wurden Westdeutschland übertragen.

Westdeutschland erhielt von 1948 bis 1952 ca. 1,4 Milliarden US-Dollar von den USA. 

1953 wurde beschlossen, dass die Bundesrepublik Deutschland ca. 1,1 Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen hatte.

ERP-Sonderprogramm: ...größtes Wohnungsbauprogramm

Zur Wiederbelebung des Wohnungsbaus und Schaffung notwendigen Wohnraums für Flüchtlinge und Heimatvertriebene wurde 1949 auf Initiative der Deutschen Gewerkschaften das erste systematische, bis heute größte einheitliche und zentral gelenkte Wohnungsbauprogramm in Westdeutschland, das ERP-Sonderprogramm "Bau von 10.000 Flüchtlingswohnungen" realisiert. Die dazu verwendeten 40 Millionen Mark stammten aus dem Marshallplan. Die Grundsteinlegung des Sonderprogramms fand am 5. März 1950 durch Hans Böckler in der später nach ihm benannten "Böcklersiedlung" in Neumünster als größtes Einzelbauvorhaben des Sonderprogramms statt. 

Dessen erstes Projekt gilt als baulicher Beginn des systematischen Sozialen Wohnungsbaus in der Bundesrepublik.

Bruttosozialprodukt:

Bis 1950 wurde im Westen bereits wieder das Niveau des Bruttosozialprodukts von 1936 erreicht. 

Sowjetische Besatzungszone...

In der Sowjetischen Besatzungszone koordinierte die Deutsche Wirtschaftskommission den wirtschaftlichen Wiederaufbau

Sie stellte die Reparationszahlungen an die Sowjetunion sicher und betrieb den Aufbau einer sozialistischen Zentralverwaltungswirtschaft. 

Ende der gesamtdeutschen Währung:

Als wenige Tage nach der westdeutschen Währungsreform in der SBZ ebenfalls eine Währungsreform stattfand, bedeutete dies das Ende einer gesamtdeutschen Währung.

Enteignungen:

Bis zum Frühjahr 1948 waren 9200 Firmen entschädigungslos enteignet worden, was 40 % der Bruttoproduktion der SBZ betraf.

Versorgung der Bevölkerung:  

Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln war zunächst besser als im Westen, verschlechterte sich aber infolge der Bodenreform, da viele der neu geschaffenen kleinbäuerlichen Stellen, auf denen häufig Flüchtlinge und Vertriebene angesiedelt wurden, keine befriedigende Produktion in Gang setzen konnten.

Reparationen: 

Den geringeren Schäden durch direkte Kriegseinwirkungen standen die ungleich höheren Reparationsschäden gegenüber. Wurden in den Westzonen nur ca. 5 Prozent des Anlagevermögens von 1944 demontiert, so lag dieser Anteil für die SBZ zwischen 30 und 50 Prozent. Inklusive der Kosten für die Besatzung beliefen sich die sowjetischen Reparationen auf ungefähr 12,2 Mrd. US-Dollar.

"Deutsches Geistesgut"...

USA: 

...Patente und Industriegeheimnisse

Über einen Zeitraum von zwei Jahren nahmen die USA alle deutschen Patente und Industriegeheimnisse an sich, nach Professor John Gimbel in "Science Technology and Reparations: Exploitation and Plunder in Postwar Germany" zu einem Wert von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Beschlagnahmte Technik:

Die beschlagnahmten Geräte enthielten Elektronenmikroskope, waren u. a. Kosmetik, Textilmaschinen, Tonbandgeräte, Insektizide, eine einzigartige Schokoladen-Verpackungsmaschine, ein Miststreuer, Schlittschuhschleifer, Papierservietten-Maschinen und andere Technologien, von denen fast alle entweder in die Industrie der Vereinigten Staaten übernommen wurden oder in ihrer Qualität amerikanischen Produkten überlegen waren.

Operation Overcast:

Projekt Safehaven war ein US-amerikanisches Programm, parallel zur Operation Overcast (inklusive Operation Paperclip), um die deutsche Forschung zu behindern und die deutschen Forscher von Emigration in Ländern wie Spanien oder Argentinien abzuhalten.

Die US-Streitkräfte konzentrierten sich auf Sachsen und Thüringen. Viele Berliner Forschungseinrichtungen waren dorthin evakuiert worden. Bis 1947 hatte Projekt Safehaven schätzungsweise 1800 Techniker und Wissenschaftler gefangen genommen, zusammen mit 3700 Familienmitgliedern. Sie wurden für drei Jahre in ländlichen Gebieten gefangen gehalten, in denen es weder Arbeit noch Forschungseinrichtungen gab.

Nach John Gimbel setzten die USA einige der besten Köpfe in Deutschland für drei Jahre auf Eis und beraubten auf diese Weise den deutschen Wiederaufbau seiner Kompetenz.

Großbritannien: 

...Wissenschaftler und Techniker

Auch die Briten bemächtigten sich Geschäftsgeheimnissen durch Entführung deutscher Wissenschaftler und Techniker sowie durch Internierung deutscher Geschäftsleute, wenn diese ihre Geschäftsgeheimnisse nicht offenbaren wollten.

...Volkswagenwerk Wolfsburg

Das für die Produktion des "KdF-Wagens" gebaute Volkswagenwerk Wolfsburg sollte demontiert und nach Großbritannien verschifft werden.

- Der als Volkswagen im Wortsinne geplante KdF-Wagen – war eines der wichtigsten Projekte der NS-Organisation "Kraft durch Freude" (KdF). Das Automobil sollte mit 990 Reichsmark (nach heutiger Kaufkraft ca. 5.200 Euro) für alle erschwinglich sein. Als Urheber des VW-Käfer-Vorläufers gilt Ferdinand Porsche. Seine Konstruktion basierte zum Teil auf Entwürfen des von Hans Ledwinka konstruierten Tatra V 570 sowie maßgeblich des österreichischen Autokonstrukteurs Béla Barényi.

Aber kein britischer Hersteller war an dem Werk und seinem Produkt interessiert:

"Das Fahrzeug entspricht nicht den grundlegenden technischen Anforderungen an ein Automobil […], es ist ziemlich unattraktiv für den durchschnittlichen Käufer […]".

Es sei für das Unternehmen unwirtschaftlich, das Auto kommerziell zu bauen.

Der VW Käfer:

Unter britischer Verwaltung konnten 1945 in den Wolfsburg Motor Works trotz Versorgungsengpässen und zerstörter Verkehrsinfrastruktur fast 2.000 VW Käfer gebaut werden; im Jahr darauf waren es bereits rund 10.000 Fahrzeuge. Ungefähr ein Viertel der Wagen ging in den Export. 

VW löste bald darauf Opel als größten deutschen Automobilproduzenten ab.

- Der VW Käfer (VW Typ 1) ist ein Pkw-Modell in Kompaktklassengröße der Marke Volkswagen mit luftgekühltem Vierzylinder-Boxermotor und Heckantrieb, das von Ende 1938 bis Sommer 2003 gebaut wurde.

Der VW Käfer wurde in Deutschland bis zum 19. Januar 1978 gebaut, als der letzte in Deutschland produzierte Käfer im Werk Emden vom Band lief.

Der letzte Käfer rollte am 30. Juli 2003 im mexikanischen Werk Puebla vom Band.

Mit über 21,5 Millionen Fahrzeugen war der Käfer das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er im Juni 2002 vom VW Golf übertroffen wurde.

Adenauer:...

...dass der Schaden an der deutschen Wirtschaft sehr hoch war und sich kaum beziffern ließ.
...hatten die Patente von IG-Farben nach der Erklärung eines amerikanischen Sachverständigen der US-Chemieindustrie einen Vorsprung von mindestens zehn Jahren gegeben.

Wer regiert Deutschland - Siegermächte?

Bemühungen, in Deutschland wieder demokratische Parteien aufzubauen, setzten bereits 1945 ein. 

Siegermächte 

Den nachhaltigsten Einfluss übten die Siegermächte aus, weil sie die Regierungsgewalt innehatten. 

Diese hatten allerdings keine detaillierten verbindlichen Absprachen über eine gemeinsame Deutschlandpolitik getroffen. 

Daher orientierten sich die einzelnen Besatzungsmächte an den unterschiedlichen internationalen Interessen ihrer jeweiligen Regierungen. 

Wie bei der Wirtschaftspolitik verfolgten die Siegermächte auch bei der politischen Neuorganisation ganz verschiedene Strategien

Sowjetische Besatzungsmacht:

Die sowjetische Besatzungsmacht, die über die gezielte Installation aus dem Moskauer Exil eingeflogener Funktionäre der KPD, wie die Gruppe Ulbricht, in ihrer Zone den raschen Aufbau sowjetfreundlicher politischer Strukturen vorantrieb, ließ früh neue Parteigründungen zu. 

Alliierte  Besatzungsmacht:

Im August 1945 einigten sich die Alliierten auf der Potsdamer Konferenz, dass demokratische politische Parteien in ganz Deutschland zugelassen werden sollten. 

Die amerikanischen Besatzungsbehörden gaben ihre Erlaubnis noch im August, die britischen im September. Frankreich folgte im Dezember 1945.

Wer regiert Deutschland - Industrie?

Vorläufer der sozialen Marktwirtschaft...

Selbst in eher bürgerlichen Parteien setzte man anfangs noch auf gemäßigte Formen des Sozialismus, war vor allem skeptisch gegenüber der in den NS-Rüstungsapparat verstrickt gewesenen Großindustrie (vgl. Ahlener Programm der CDU von 1947).

- Das Ahlener Programm war ein von der CDU der britischen Zone am 3. Februar 1947 in Ahlen beschlossenes Wirtschafts- und Sozialprogramm, das Kapitalismus und Marxismus überwinden wollte. Es forderte eine Verstaatlichung von Schlüsselindustrien und strebte eine Wirtschaftsordnung an, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und Konzerne sowie Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Konflikte eingeschränkt werden. Das Programm wurde als "christlicher Sozialismus" bezeichnet, auch wenn dieser Begriff nicht wörtlich im Text vorkommt.

Ordoliberalismus:

Auch die Vertreter des sogenannten Ordoliberalismus, wichtige Anreger der späteren sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik, wandten sich vehement gegen Kartelle, Monopole und Oligopole.

- Der Ordoliberalismus ist eine deutsche Variante des Wirtschaftsliberalismus, die die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft bildet und betont, dass der Staat einen Ordnungsrahmen schaffen und erhalten muss, um einen funktionierenden freien Wettbewerb zu gewährleisten. Ziel ist es, die freie wirtschaftliche Betätigung zu sichern und zugleich große Marktmacht wie Monopole zu verhindern, indem staatliche Eingriffe notwendig sind, solange sie ordnungskonform sind. Die Theorie entstand als Reaktion auf die negativen Erfahrungen des ungebremsten Kapitalismus des 19. Jahrhunderts.

Rückkehr zur Macht der Industrie:

Die Rückkehr zur deutschen Tradition des Korporatismus der Wirtschaft und das schnelle Ende der alliierten Entflechtungspolitik wurde trotz dieser Lehre aber später effektiv nicht verhindert (vgl. auch Deutschland AG).

Korporatismus bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen Staat und mächtigen Interessenverbänden wie Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und Bauernverbänden. In diesem Modell werden diese Verbände in die Politikgestaltung und -umsetzung einbezogen, um gemeinsam mit der Regierung politische und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Im Unterschied zum Lobbyismus, bei dem viele einzelne Gruppen um Einfluss konkurrieren, stehen beim Korporatismus weniger, aber größere, organisierte Gruppen im Vordergrund, die sich an der Steuerung des Staates beteiligen.

____________________

Exkurs: "Deutschland AG"

"Deutschland AG". ...zuviel Einfluß auf Regierung

Die "Deutschland AG" bezeichnete bis Anfang der 1990er Jahre ein informelles Netzwerk aus gegenseitigen Kapitalbeteiligungen und Aufsichtsratssitzen zwischen großen deutschen Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen. Dieses Netzwerk hatte bis zu seiner Auflösung einen erheblichen Einfluss auf die Politik, da es durch die Verflechtung von Führungspersonal und Kapitalinteressen die Entscheidungen in Politik und Wirtschaft beeinflusste.

  • Wirtschaftlicher Einfluss: Durch die Kapitalbeteiligungen und die Vernetzung der Aufsichtsratssitze beeinflusste die "Deutschland AG" die wirtschaftliche Ausrichtung Deutschlands und konnte Entscheidungen in Schlüsselindustrien steuern.
  • Politischer Einfluss: Politiker der damaligen Zeit waren oft in den Aufsichtsräten vertreten, was eine enge Verflechtung von Wirtschaft und Politik schuf. Dies ermöglichte es der "Deutschland AG", politischen Druck auf die Regierung auszuüben und die Gesetzgebung zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
  • Auflösung und Wandel: Seit der Auflösung des Netzwerks in den 1990er Jahren ist der Einfluss der "Deutschland AG" auf die Politik der deutschen Regierung deutlich reduziert. 

"Deutschland AG". ... effektiv aber unfair 

Im Ausland  wurde die "Deutschland AG" kritisch betrachtet, da sie vor allem ein Konzept darstellt, welches die Koordinierung des deutschen Marktes ermöglichte, während es zugleich gegenüber dem internationalen Umfeld eine Einheit demonstrierte. Die Verflechtungen der Deutschland AG eine stellten eine potenzielle Wettbewerbseinschränkung dar, indem sie eine abgestimmte Wirtschaftsweise ermöglichten, die zu Lasten internationaler Märkte gehen könnte. Ursprünglich definierte der britische Journalist Andrew Shonfield die deutsche Wirtschaft als "organized private enterprise", wobei er hervorhob, dass:...

...die Konkurrenz innerhalb des Landes begrenzt sei und nach außen eine Geschlossenheit angestrebt werde.

"Deutschland AG". ... zu unsozial!?

Die Aussage, die "Deutschland AG" sei zu unsozial, ist eine Kritik an der deutschen Wirtschafts- und Sozialordnung, die als Ausdruck einer möglichen Schieflage zwischen wirtschaftlicher Konkurrenz und sozialem Ausgleich interpretiert wird. Kritiker bemängeln, dass die soziale Komponente nicht mehr ausreicht, um die negativen Auswirkungen des Marktes abzufedern, obwohl das: ...

... Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft von der Vereinbarkeit von Wettbewerb und sozialem Ausgleich ausgeht.

Die "Deutschland AG": ...Heute 

Die "Deutschland AG" ist nicht mehr wie früher ein geschlossenes Netzwerk. Heute gehören die deutschen Großunternehmen hauptsächlich institutionellen Investoren wie Pensionsfonds und Investmentfonds. Ein erheblicher Anteil der Aktien, insbesondere in den großen Indizes wie dem DAX, befindet sich im Besitz von ausländischen Investoren (mehr als 52 % der Aktien im DAX).

  • Institutionelle Investoren: Ein Großteil der Aktien deutscher DAX-Unternehmen gehört institutionellen Investoren. Dazu zählen Investmentfonds, Pensionsfonds und Versicherungen, die sich im Schnitt auf 56,8 % der Aktien der DAX-Unternehmen belaufen.
  • Ausländische Investoren: Der Anteil ausländischer Investoren ist hoch. Nordamerikanische Investoren halten über ein Drittel der Anteile an den 30 DAX-Unternehmen.
  • Konkrete Beispiele: Zwei der größten einzelnen Investoren in den DAX-Unternehmen sind die amerikanischen Asset Manager Vanguard und BlackRock.
  • Frühere Definition: Die heutige Situation unterscheidet sich von der ursprünglichen "Deutschland AG", die bis in die 1990er Jahre ein Netzwerk aus gegenseitigen Kapitalbeteiligungen und Aufsichtsratsmandaten zwischen großen deutschen Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen beschrieb, Wikipedia. 

________________________

Wer regiert Deutschland - Demokratie?

Wiederkehr des Weimarer Parteiensystems:

Der Wiederaufbau eines demokratischen Parteiensystems wurden in Deutschland mit nur wenigen Ausnahmen von Vertretern des ehemaligen Weimarer Parteiensystems getragen, die die Jahre des Nationalsozialismus teils im Exil, teils im Inland verbracht hatten.

Die deutschen Kommunisten waren durch Verfolgung und stalinistische Säuberung vorerst noch geschwächt.

Viele deutsche politische Kräfte versuchten eine Anknüpfung an die demokratischen Traditionen der Weimarer Republik, unter Umgehung der Schwächen dieses Systems.

Erste Parteien:

...in der US-Zone

Am 6. November 1945 kam es zur Konstituierung des Länderrats der US-Zone in Stuttgart. 

Parteien wurden im amerikanisch besetzten Bayern ab Januar 1946 wieder zugelassen, zuerst die KPD, dann die SPD, schließlich CSU und FDP.

Bei den ersten Nachkriegs-Wahlen in Bayern (zur Verfassunggebenden Versammlung) trat auch noch eine Königs- und Heimatpartei an, die KPD erhielt wenig mehr als fünf Prozent. 

Wirtschaftsminister in Bayern war 1945/46 Ludwig Erhard, später ein wichtiger Protagonist der Währungsreform und Marktwirtschaft in den Westzonen und in der jungen Bundesrepublik, deren zweiter Bundeskanzler er wurde. 

...in der Britischen-Zone

In der britischen Zone traten ausgesprochen rechtskonservative Parteien an. 

Die Parteienlandschaft nach 1945 war in der britischen Zone eine Mischung aus alten Strukturen und neuen Parteien, darunter die Deutsche Union (DU), die später zur Christlich-Demokratischen Union (CDU) wurde.

Die SPD 

...in den Westzonen

Die SPD der Westzonen unter Schumacher war zunächst noch gegen eine unumwundene Westintegration, gleichfalls aber antikommunistisch eingestellt, auch wenn sich die Partei immer noch als marxistisch verstand. 

Kurt (amtlich Curt) Ernst Carl Schumacher (* 13. Oktober 1895 in Culm, Westpreußen; † 20. August 1952 in Bonn) war ein deutscher Politiker, von 1946 bis 1952 Parteivorsitzender der SPD sowie von 1949 bis 1952 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Schumacher war von 1945 bis 1949 maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland beteiligt und der große Gegenspieler Konrad Adenauers. Auch wenn Schumacher sich in der Opposition langfristig mit seinen politischen Vorstellungen zum größten Teil nicht durchsetzen konnte, gehörte er zu den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland. Hervorzuheben ist seine strikte Ablehnung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), wodurch er das Profil der Sozialdemokratie in der Bundesrepublik entscheidend prägte.

Angestrebt wurde ein neutrales Deutschland zwischen den Blöcken des Kapitalismus und Kommunismus.

Die KPD 

Die KPD suchte zunächst noch ein antifaschistisches Bündnis mit bürgerlich-demokratischen Kräften. 

Nach dem schlechten Abschneiden der Kommunisten bei Wahlen in Österreich und Ungarn versuchte sie jedoch mit Unterstützung der sowjetischen Militärregierung, einen Zusammenschluss von SPD und KPD in ganz Deutschland zu erreichen. 

Kurt Schumacher lehnte dies für die SPD der drei westlichen Besatzungszonen eindeutig ab, bei einer parteiinternen Abstimmung waren 82 Prozent der West-Berliner Sozialdemokraten dagegen. Entsprechende Abstimmungen in ihrem Machtbereich ließ die Sowjetunion nicht zu. Im April 1946 wurde die Fusion im Ostsektor unter sowjetischem Druck trotzdem durchgeführt.

Erste freie Wahlen in Berlin 1946

Bei den ersten freien Wahlen in Berlin 1946 erhielt die SPD 49 Prozent der Stimmen.

Die als "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands" (SED) firmierende Fusionspartei erhielt lediglich 20 Prozent der Stimmen. 

SED wird Kaderpartei der Sowjetunion...

Danach mied die SED wirklich freie Wahlen, die anderen in der SBZ zugelassenen Parteien (LDPD u. a.) wurden nach und nach gleichgeschaltet und zu Blockparteien. Die SED wurde dann um 1948 endgültig zur Kaderpartei.

Der Weg zur Gründung zweier deutscher Staaten... 

Gründung der "Trizone"

Gründung der Bizone

Die Länder der amerikanischen und britischen Zone beschlossen im September 1946 die Koordination ihrer Verwaltungen. 

Der US-amerikanische Außenminister James F. Byrnes wies auf die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands hin. Am 1. Januar 1947 wurden die beiden Zonen wirtschaftlich zur Bizone vereinigt. 

Später folgte auch die administrative Annäherung, der Weg zu einem "westdeutschen Teilstaat" war vorgezeichnet. 

Am 29. Mai 1947 wurde ein Abkommen zwischen der amerikanischen und britischen Militärregierung über die Einrichtung eines gemeinsamen Wirtschaftsrates unterzeichnet.

Münchener Ministerpräsidentenkonferenz: ...zur Überwindung der schlechten Versorgungslage Deutschlands

Auf der Münchener Ministerpräsidentenkonferenz erörterten Vertreter aller deutschen Länder vom 6. bis 8. Juni 1947 die wirtschaftliche Notlage Deutschlands. 

Es sollte vor allem eine Regelung zur Überwindung der schlechten Versorgungslage gefunden werden. 

Die Konferenz scheiterte mit der Abreise des Ministerpräsidenten der sowjetischen Besatzungszone bereits am Vorabend der Konferenz, da die Erörterung einer deutschen Zentralregierung den Vertretern der französischen Zone von der dortigen Besatzungsmacht verboten worden war. 

Walter Ulbricht fordert: ...gesamtdeutsche Einführung des sozialistischen Systems

Um diese Zeit sprach auch der spätere Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, vor der Münchener Feldherrnhalle und forderte nochmals zur gesamtdeutschen Einführung des sozialistischen Systems auf.

Gründung der Trizone

Frankreich schloss sich mit seiner Besatzungszone im Südwesten Deutschlands erst 1948 und nur zögerlich der Bizone an, dadurch entstand die Trizone.

Sowjetunion verlässt den Alliierten Kontrollrat...

Im März 1948 verließen die sowjetischen Vertreter aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz den Alliierten Kontrollrat, der damit endgültig seine Funktion verlor. 

Am 16. Juni 1948 verließ die sowjetische Delegation auch die Alliierte Kommandantur in Berlin.

Währungsreformen...

Währungsreform in der "Bizone"

Durch die Währungsreform von 1948 wurde am 21. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands die Deutsche Mark eingeführt. Jede Person erhielt am 20. Juni – ein "Kopfgeld" von 40 DM und einen Monat später 20 DM bar ausgezahlt.

Währungsreform in der SBZ

Um nicht von den Restbeständen an Reichsmark aus den Westzonen überflutet zu werden, wurde in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zwei Tage später, am 23. Juni 1948, ebenfalls eine Währungsreform durchgeführt. Das sowjetische Regime verbot die Benutzung der neuen Westwährung und wollte die neu eingeführte Währung auf ganz Berlin ausweiten. Die Westmächte erklärten diese Anordnung in West-Berlin für ungültig und führten am 24. Juni auch dort die D-Mark ein.

Berlin-Blockade und Luftbrücke...

Aus Protest gegen die Einführung der DM in Westberlin unterbrach die Sowjetunion am 24. Juni 1948 alle Land- und Wasserverbindungen zwischen den westalliierten Besatzungszonen und West-Berlin für den Güterverkehr.

Offen blieben lediglich die Luftkorridore. 

Der Personenverkehr war nicht betroffen. 

Daraufhin versorgten Amerikaner und Briten die Stadt aus der Luft, bald landete alle zwei Minuten ein Transportflugzeug im Westsektor, die meisten auf dem Flughafen Tempelhof. Moderne Radartechnik ermöglichte die enge Taktung. Trotzdem stürzten im Verlauf der Aktion insgesamt mehr als 70 Maschinen ab.

In dieser Situation empfanden die West-Berliner und auch die Westdeutschen den "Ami" (Amerikaner) und den "Tommy" (Briten) immer weniger als Besatzer denn als befreundete Mächte.

Am 9. September 1948 hielt Ernst Reuter (SPD) seine berühmte Berlin-Rede am Brandenburger Tor vor 250.000 bis 300.000 Menschen:

"Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!"

Am 30. November erklärte die sowjetische Administration den Berliner Magistrat für abgesetzt.

Freie Wahlen gab es daher am 5. Dezember nur in den Berliner Westsektoren. Ernst Reuter (SPD) wurde zum Oberbürgermeister gewählt, nachdem die sowjetische Administration seinen Amtsantritt 1½ Jahre lang verzögert hatte.

Am 12. Mai 1949 wurde die Blockade Berlins nach elf Monaten aufgehoben.

Gründung der Bundesrepublik Deutschland

Am 1. Juli 1948 übergaben die Westmächte den Ministerpräsidenten der Westzonen die Frankfurter Dokumente, eine Aufforderung zur Bildung einer verfassunggebenden Versammlung.

Rittersturz-Konferenz im Juli 1948

Auf der Rittersturz-Konferenz im Juli 1948 beschlossen die Regierungschefs der zwölf westdeutschen Länder die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Auf dem Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee beriet ein Sachverständigenausschuss für Verfassungsfragen die Grundlage für die Arbeit des Parlamentarischen Rates.

Dieser trat am 1. September 1948 in Bonn zusammen und erarbeitete dort das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, das mit Ablauf des 23. Mai 1949 in Kraft trat.

Eine neue Staatsform der Bundesrepublik als streitbare Demokratie auf dem Fundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung wurde errichtet.

1te Bundestagswahl 1949

Am 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl statt:


Am 7. September 1949
konstituierten sich der Bundesrat und der Bundestag.

Es entstand eine parlamentarische Demokratie. Für die neue Verfassung und die politischen Rahmenbedingungen galt:

"Inhaltlich […] zeigt das Grundgesetz durch seinen offenen Charakter und vor allem durch die Tatsache, dass es von allen relevanten Gruppen – anders als die Weimarer Verfassung – politisch wirklich akzeptiert wurde, ein wesentliches Stück Neuordnung, durch die jede pauschale zeitgenössische und spätere Restaurationskritik nachdrücklich in Frage gestellt wird."

– Christoph Kleßmann

Noch nicht souverän...

Ein vollkommen souveräner deutscher (Teil-)Staat war damit noch nicht gegeben: Außenpolitik, Außenhandel und andere Ressorts unterstanden vorerst noch alliierter Kontrolle. 

Gründung der DDR

Am 7. Oktober 1949 fand ein Fackelzug anlässlich der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik statt.

Wilhelm Pieck wurde Präsident des neuen Staates.

Es entstand eine "sogenannte Volksdemokratie".