
von 1933 - 1945: "Das III. Reich" ... und Adolf Hitler - 2ter Weltkrieg
Drittes Reich ist eine Bezeichnung für das Deutsche Reich zur Zeit des Nationalsozialismus. Seit den 1920er Jahren wurde der Begriff von der völkischen Bewegung und den Nationalsozialisten propagandistisch eingesetzt, um die von ihnen angestrebte Diktatur in eine Traditionslinie mit dem 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reich (I. Reich) und dem 1871 gegründeten Kaiserreich (II. Reich) zu stellen. ...
Das Deutsche Reich: ...in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
KURZFASSUNG:
Als NS-Staat (kurz für nationalsozialistischer Staat) oder NS-Deutschland (auch Nazi-Deutschland) wird das Deutsche Reich in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) bezeichnet.
Zum Staatsnamen Deutsches Reich kam im Sommer 1943 Großdeutsches Reich als offizielle Selbstbezeichnung hinzu.
Bevölkerung
Einer Volkszählung zufolge lebten 1939 auf dem deutschen Reichsgebiet 79.375.281 Menschen, einschließlich der Mitarbeiter von Reichsarbeitsdienst (RAD) und Militär. Darunter fielen 38.761.645 (48,83 %) Männer und 40.613.636 (51,17 %) Frauen.
Davon lebten in Großstädten 24.187.422 (30,47 %), in Gemeinden von 2.000 bis unter 100.000 Einwohnern 29.875.968 (37,64 %) und in Gemeinden von unter 2.000 Einwohnern 25.311.877 (31,89 %) Menschen.
Das ehemalige Gebiet Preußens mit seinen zahlreichen Provinzen machte dabei den bei Weitem größten Bevölkerungsraum aus (40.941.155 Einwohner bzw. 51,58 %).
Auf das zu diesem Zeitpunkt bereits "angeschlossene" Österreich entfielen 6.881.457 Personen (8,67 %).
Diktatur Adolf Hitlers
In diesem Staat war die Diktatur Adolf Hitlers, die von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gestützt wurde, an die Stelle der demokratisch verfassten Weimarer Republik getreten.
Sein Verwaltungs- und Einflussgebiet erstreckte sich mit den von ihm besetzten und annektierten Regionen in Mitteleuropa weit über die eigentlichen Grenzen Deutschlands hinaus.
Das umgangssprachlich auch Drittes Reich genannte NS-Deutschland war geprägt von einem absoluten Herrschaftsanspruch über das Individuum, einem radikalen Antisemitismus, einem ausgreifenden Führerkult und zunehmendem Staatsterror.
Die Errichtung der Diktatur begann unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933: Mit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 und dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 wurden wesentliche Teile der Weimarer Reichsverfassung dauerhaft suspendiert, darunter die Gewaltenteilung, die parlamentarische Kontrolle der Regierung sowie grundlegende Bürgerrechte.
Der Ausnahmezustand blieb bis zum Ende des NS-Staates bestehen.
Innerhalb weniger Monate schuf das NS-Regime durch die Gleichschaltung von Politik und Gesellschaft einen zentralistischen Staat nach der Ideologie des Nationalsozialismus.
Die Gewerkschaften und alle politischen Parteien außer der NSDAP wurden verboten.
Polykratie im Nationalsozialismus?
Man spricht von einer Polykratie (anstatt Monokaratie) im Nationalsozialismus, weil neben dem NS-Staat: ...auch anderen mächtigen Gruppen um Einfluss konkurrierten. ...
Andere mächtigen Gruppen:
- die Partei (NSDAP) mit ihren verschiedenen Institutionen wie SS, Gestapo und SA
- dei Großwirtschaft
- die Reichswehr
Diese verschiedenen, teils rivalisierenden Machtzentren hatten ähnliche Zuständigkeiten, was zu einem Kampf um Macht und Einfluss führte.
Praktische "Monokaratie":
Letztlich hatte jedoch Hitler stets die letzte Entscheidungsgewalt, was die den Begriff "Polykratie" theoretisch erscheinen lässt, und wohl praktisch von einer Monokratie zu reden ist.
Unterschied zum "totalitären Staat"?
Die Polykratie-Theorie widerspricht der Vorstellung eines monolithischen, zentralistischen Staates, der alle Machtbereiche streng kontrolliert.
Der NS-Staat war sowohl totalitär als auch polykratisch: Die totale Kontrolle wurde durch ein komplexes System konkurrierender Machtzentren ausgeübt, an deren Spitze Hitler stand.
1934 - Hitler übernimmt das Amt des Reichspräsidenten
Als Hitler 1934 zusätzlich das Amt des Reichspräsidenten übernahm, fiel ihm auch das Beamtenernennungsrecht zu, das er sich für das höhere Beamtentum persönlich vorbehielt. Bereits unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung hatte sich das Regime vom Prinzip des nur dem Gemeinwohl verpflichteten, unpolitischen Beamten abgewandt. Neben der fachlichen Qualifikation mussten Anwärter auf ein Amt nun auch ihre politische Zuverlässigkeit im Sinne des Nationalsozialismus nachweisen. In Feldern, die ihm besonders wichtig waren, setzte der Diktator Staatskommissare ein, die allen Regierungs- und Verwaltungsstellen übergeordnet waren.
Mit der Übernahme der Befehlsgewalt über die Wehrmacht 1938 sicherte Hitler sich auch die unmittelbare Führung des Militärs.
2ter Weltkrieg:
Der NS-Staat ging in dem von ihm in Europa ausgelösten Zweiten Weltkrieg unter. Die Anti-Hitler-Koalition zwang die deutsche Wehrmacht am 8. Mai 1945 zur bedingungslosen Kapitulation. Am 5. Juni 1945 übernahmen die Siegermächte USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich auch formell die Regierungsgewalt in Deutschland.
In der politikwissenschaftlichen und historischen Forschung wurde und wird der NS-Staat unter anderem als faschistisch, totalitär, polykratisch, absolutistisch, modernisierend, als charismatische Herrschaft und als Gefälligkeitsdiktatur beschrieben.
Holocaust und Porajmos
- Als Holocaust wird der Völkermord bezeichnet, den das deutsche NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs an rund zwei Dritteln aller damals lebenden europäischen Juden.
- Das Romanes-Wort Porajmos [pʰoɽajˈmos] (auch Porrajmos, deutsch: "das Verschlingen") bezeichnet den Völkermord durch das deutsche NS-Regime an den europäischen Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus.
Mit Hilfe der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Parteiorganisationen wie SA und SS verwandelte das Regime den Rechtsstaat in einen Polizeistaat mit Konzentrations- und später auch Vernichtungslagern. Holocaust und Porajmos – die systematischen Genozide an Juden sowie Sinti und Roma –, die Verfolgung und Ermordung Oppositioneller, Andersdenkender, Behinderter und Homosexueller wie auch die NS-Krankenmorde forderten mehrere Millionen Menschenleben.
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Das Deutsche Reich: ...in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
Nochmal von vorn...
Die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur erfolgte in einer Geschwindigkeit, die Gegner und selbst Anhänger der NSDAP überraschte.
Prozess der Gleichschaltung: ...alles auf Linie der NSDAP
Bereits am 1. Februar 1933 erwirkte Hitler von Reichspräsident Hindenburg die Auflösung des Reichstags und die Anberaumung von Neuwahlen für den 5. März.
Ebenfalls schon im Februar leitete die Regierung Hitler Maßnahmen ein, um Demokratie und Pluralismus zu beseitigen. Sie zielten darauf ab, konkurrierende Machtzentren in Reich, Ländern und Kommunen auszuschalten und das gesamte staatliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Ideologie des Nationalsozialismus unterzuordnen. Dieser Prozess der Gleichschaltung betraf neben staatlichen Institutionen alle bedeutenden Organisationen, Verbände und politischen Parteien. Diese wurden entweder verboten oder ideologisch und organisatorisch auf die Linie der NSDAP gebracht.
Auflösung des Reichstags:
Durch Auflösung des Reichstags wurde das Parlament für die Zeit bis zu den am 5. März bevorstehenden Wahlen als Machtzentrum ausgeschaltet.
4. Februar 1933 - Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes:
Die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes vom 4. Februar 1933 (RGBl. 1933 I, S. 35–40) war eine strafbewehrte Notverordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg aufgrund Art. 48 Abs. 2 der Weimarer Verfassung (WRV), mit der die verfassungsmäßigen Grundrechte der Versammlungs- und Pressefreiheit weitgehend außer Kraft gesetzt und öffentliche politische Versammlungen, Druckschriften und Spendensammlungen verboten wurden.
Die oppositionelle Parteien wurden damit im Wahlkampf gegen Hitlers Minderheitsregierung praktisch mundtot gemacht.
28. Februar 1933 - "Reichstagsbrandverordnung":
Die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGBl. I, S. 83) war eine strafbewehrte Notverordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, mit der im Deutschen Reich insbesondere die in den Artikeln 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 festgelegten Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt wurden.
Die Verordnung wurde von Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsminister des Innern Wilhelm Frick und Reichsminister der Justiz Franz Gürtner gegengezeichnet und trat am selben Tag in Kraft.
Die am 30. Januar 1933 gebildete Hitlerregierung hatte behauptet, die Kommunisten seien für den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 verantwortlich und hätten damit zur Revolution aufrufen wollen.
Mit dieser Begründung wurde die "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat" erlassen, die kurz "Reichstagsbrandverordnung" genannt wird. Tausende von Gegnern der neuen NS-Reichsregierung wurden daraufhin verhaftet.
Die linken Oppositionsparteien wurden gewaltsam unterdrückt, wobei Einheiten von Sturmabteilung (SA) und SS in Preußen als "freiwillige Hilfspolizei" (Erlass vom 22. Februar 1933) eingesetzt wurden. Bis Herbst 1933 wurden auf Grundlage der Reichstagsbrandverordnung mehr als 100.000 politische Gegner in "Schutzhaft" genommen.
Reichstagswahl März 1933
Die Reichstagswahl am 5. März 1933 war die (aufgrund der "Reichstagsbrandverordnung" vom 28. Februar 1933) unfreie Wahl zum achten Deutschen Reichstag in der Weimarer Republik.
Sie wurde vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg angesetzt, um der Regierung Hitler eine parlamentarische Mehrheit zu ermöglichen.
In der beginnenden Zeit des Nationalsozialismus wurden diktatorische Mittel angewandt.
"Wahlkampf" 1933:
Im Wahlkampf verübten Mitglieder der NSDAP in sehr verstärktem Maße Übergriffe auf politische Gegner aus der KPD und SPD. Gegendemonstrationen wurden verboten, kommunistische und sozialdemokratische Zeitungen durften tagelang nicht erscheinen, zudem wurden Wahlplakate überklebt und praktisch jegliche politische Opposition zunehmend unterdrückt.
Daneben setzte bereits die staatliche Verfolgung ein, und die Strukturen der KPD wurden praktisch zerschlagen.
Parlamentarische Mehrheit: ...NSDAP, DNVP und Kampffront Schwarz-Weiß-Rot
Bei der Wahl selbst konnte die NSDAP zwar stark zulegen, erhielt aber nicht die erhoffte absolute Mehrheit. Zusammen mit der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, einem von der DNVP dominierten Wahlbündnis, hatte die Regierung nach der Wahl eine parlamentarische Mehrheit und konnte darauf gestützt den Weg in die Diktatur ebnen.
In Preußen war gleichzeitig Landtagswahl. Die Wahl war die letzte Reichs- und Landtagswahl, an der mehr als eine Partei teilnahm.
23. März 1933 - Änderung der Geschäftsordnung des Reichstags:
Weil es absehbar war, dass die Abgeordneten der SPD dem dem Ermächtigungsgesetz nicht zustimmen würden und die Abgeordneten der KPD wegen Flucht oder Verhaftung nicht erscheinen konnten, war die für ein verfassungsänderndes Gesetz nötige Zweidrittelmehrheit gefährdet.
Daher änderten zunächst die Abgeordneten aller Parteien außer der SPD unter den Augen illegal anwesender bewaffneter und uniformierter SA- und SS-Angehöriger die Geschäftsordnung des Reichstags, wonach unentschuldigt fehlende Abgeordnete formal als "anwesend" galten, bevor sie im Reichstag zur Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz schritten.
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Die Geschäftsordnung des Reichstags wurde am 23. März 1933 geändert, um unentschuldigt fehlende Abgeordnete als anwesend zu zählen, was die Beschlussfähigkeit sicherstellte. Diese Änderung ermöglichte es der Regierung, auch ohne eine vollständige Anwesenheit und mit einer überwältigenden Mehrheit Gesetze zu verabschieden, was der erste Schritt zur Machtergreifung der Nationalsozialisten war.
- Beschlussfähigkeit sicherstellen: Die Änderung wurde am 23. März 1933 angenommen, damit der Reichstag auch dann handlungsfähig war, wenn Abgeordnete fehlten, beispielsweise weil sie verhaftet oder geflohen waren.
- Ermächtigungsgesetz: Diese Änderung der Geschäftsordnung war entscheidend für die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes, das der Regierung die Gesetzgebung ohne Zustimmung des Parlaments ermöglichte.
- Politische Hintergründe: Die SPD hatte Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs, aber die Nationalsozialisten konnten mit Unterstützung der DNVP und der Drohkulisse der SA die notwendigen Mehrheiten für die Änderung und das Ermächtigungsgesetz erreichen.
- Folgen: Die Änderung und das darauf folgende Ermächtigungsgesetz ebneten den Weg zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.
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24. März 1933 - Ermächtigungsgesetz: ...Legislative geht an Hitler und Co.
Für das Erreichen der Zweidrittelmehrheit zur Annahme des Gesetzes waren wegen der Gegenstimmen der SPD die Stimmen der Zentrumspartei ausschlaggebend.
Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 (offiziell: Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, RGBl. I S. 141) übertrug der Deutsche Reichstag die gesetzgebende Gewalt de facto vollständig auf die neue Reichsregierung unter Adolf Hitler.
Das Ermächtigungsgesetz hob damit die für eine demokratische Staatsordnung konstituierende Gewaltenteilung auf.
Hitlers Absicht war es, den Reichstag auszuschalten und die Verfassung außer Kraft zu setzen.
Dieses Ermächtigungsgesetz bildete zusammen mit der Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. Februar und der Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 die Grundlage für die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur. Das Gesetz wurde am 23. März beschlossen und tags darauf verkündet.
Von früheren Ermächtigungsgesetzen in der Weimarer Republik unterschied sich das Gesetz von 1933 in entscheidenden Punkten:
- Hitlers Regierung sollte nach seinem Ermächtigungsgesetz nicht nur Verordnungen, sondern auch Gesetze verabschieden und Verträge mit dem Ausland schließen können.
- So beschlossene Gesetze konnten von der Verfassung abweichen.
- Die Regelung war inhaltlich nicht beschränkt und sollte vier Jahre gültig sein.
- Weder ein Reichstagsausschuss noch der Reichsrat konnten Kontrolle ausüben, zum Beispiel wenigstens nachträglich eine Aufhebung fordern.
Folgen des Ermächtigungsgesetzes: ...Weimarer Verfassung praktisch außer Kraft!
Mit dem Ermächtigungsgesetz wurde schließlich der staatsorganisatorische Teil der Weimarer Verfassung beiseite geschoben, indem die Gewaltenteilung aufgehoben und die Reichsregierung als vollwertiger Gesetzgeber mit der Autorität zu Verfassungsänderungen installiert wurde. Zwar waren die einschlägigen Bestimmungen zur Gesetzgebungskompetenz von Reichstag und Reichsrat in Kraft gelassen worden. Aber der Reichstag existierte lediglich als "Akklamationsinstanz" Hitlers und seiner Regierung weiter.
- Eine Akklamationsinstanz ist ein Begriff, der sich auf eine Instanz oder ein Gremium bezieht, das Entscheidungen durch Akklamation trifft. Bei der Akklamation handelt es sich um eine Form der Zustimmung durch Zuruf, Beifall oder ein einfaches Handzeichen, anstatt durch eine formelle Wahl.
Das Ermächtigungsgesetz setzte neues Verfassungsrecht ohne Rücksicht auf geltendes Recht, zwar in den Formen der Verfassungsänderung nach der Reichsverfassung, aber ohne von deren Befugnis gedeckt zu sein. Es brach nicht nur mit der Verfassung, ohne sie außer Kraft zu setzen, sondern verabschiedete Form und Gestalt rechtsstaatlicher Verfassung gleich prinzipiell.
Die Weimarer Verfassung galt hiernach nicht mehr, auch nicht in den Teilen, die, formal gesehen, vom Ermächtigungsgesetz und der Reichstagsbrandverordnung nicht berührt worden waren. Wenn dennoch einzelne Verfassungsnormen nach 1933 angewendet wurden, dann ohne Begründung oder unter Berufung darauf, dass sie dem Willen des "Führers", der auch oberster Gesetzgeber war, nicht widersprachen. Die Weimarer Reichsverfassung war damit in ihrer rechtlichen Substanz faktisch ausgehöhlt. Auf der Grundlage des Ermächtigungsgesetzes konnte auch der Föderalismus in Deutschland aufgehoben werden.
Fazit:
Mit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes (4. Februar 1933), der "Reichstagsbrandverordnung" (28. Februar 1933) und dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, verlor die Weimarer Republik ihre wichtigsten Grundlagen und der Weg von zur totalitären Diktatur war geebnet.
Regierung Hitler:
Im Gegensatz zum Minderheitskabinett Marx hatte die Koalition aus NSDAP und DNVP seit den Wahlen vom 5. März 1933 eine absolute Mehrheit im Reichstag.
Zerstörung föderalen Strukturen der Weimarer Republik:
Zunächst wurden die föderalen Strukturen der Weimarer Republik aufgehoben.
Die beiden dazu erlassenen Gesetze schalteten sämtliche bis dahin gewählten Minister, Abgeordneten und höheren Staatsbeamten der Länder – vor allem Süddeutschlands – und die Senate der Hansestädte aus.
31. März 1933 - 1tes Gleichschaltungsgesetz:
Das erste Gleichschaltungsgesetz vom 31. März 1933 löste die Landtage, Bürgerschaften, Kreistage und Gemeinderäte auf und ermächtigte die Landesregierungen, Gesetze auch gegen die Landesverfassungen zu erlassen.
Die Selbstverwaltungskörperschaften mussten nach den Stimmverhältnissen der Reichstagswahl vom 5. März 1933 neu zusammengesetzt werden.
Vor 1933 gehörten zu den Selbstverwaltungskörperschaften in Deutschland vor allem die kommunale Selbstverwaltung (Gemeinden, Städte), die sich um kommunale Aufgaben wie Wasser-, Gas- und Stromversorgung, Abwasserkanalisation und Armenfürsorge kümmerten, sowie frühe Formen der sozialen Selbstverwaltung, wie beispielsweise die gesetzlichen Krankenkassen. Diese Körperschaften wurden durch die Nationalsozialisten im Rahmen der Gleichschaltung ab 1933 systematisch zentralisiert und entmachtet.
Dadurch rückten Tausende NSDAP-Mitglieder auf freigewordene Posten nach.
7. April 1933 - 2tes Gleichschaltungsgesetz:
Das zweite Gleichschaltungsgesetz vom 7. April 1933 schuf in allen Ländern außer Preußen, in dem dies schon durch den "Preußenschlag" 1932 geschehen war, Reichsstatthalter mit diktatorischen Vollmachten, die vom Reichspräsidenten ernannt werden durften, direkt dem Reichskanzler unterstellt und den Landesregierungen übergeordnet waren.
Reichsstatthalter durften Mitglieder der Landesregierungen, sonstige Staatsbeamte und Richter ernennen und entlassen. Auch das Recht, Gesetze zu erlassen, wurde ihnen übertragen. Das Amt eines Staatspräsidenten, das einige Landesverfassungen verankerten, wurde für beendet erklärt. In der Praxis folgte Reichspräsident Paul von Hindenburg bei der Besetzung der Reichsstatthalter fast überall Hitlers Vorschlägen aus alten Gefolgsleuten und NSDAP-Gauleitern.
NSDAP als einzige und alleinherrschenden Partei des Reiches
Mit der Verfolgung der KPD ab dem 28. Februar infolge des Reichstagsbrands, dem Verbot der SPD am 22. Juni und der Selbstauflösung der übrigen Parteien bis zum Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde die NSDAP zur einzigen und alleinherrschenden Partei des Reiches, was im Dezember 1933 mit dem Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat noch bekräftigt wurde.
Damit war ein Einparteiensystem errichtet und der als Kennzeichen des verhassten "Systems" betrachtete Parlamentarismus beseitigt.
Deutschen Arbeitsfront (DAF):
Um jede mögliche Opposition auszuschalten, zerschlug das NS-Regime unmittelbar nach dem Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai 1933 alle Gewerkschaften, beschlagnahmte ihr Vermögen und schaffte das Streikrecht ab. Alle Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände wurden am 10. Mai 1933 zwangsweise in der Deutschen Arbeitsfront (DAF) zusammengeschlossen, die ab 1934 der NSDAP unterstand.
Der Reichstag - 1933:
Der Reichstag hatte seine legislative und die Exekutive kontrollierende Funktion bereits mit der Zustimmung einer Zweidrittelmehrheit zum Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933 aufgegeben.
Er blieb als Institution formal bestehen, um für Hitlers Regierungserklärungen eine Staffage zu liefern und auch gegenüber dem Ausland einen demokratischen Schein zu bewahren. Er bestand nun zur Hälfte aus Parteimitgliedern, zur anderen Hälfte aus Vertretern von SA, SS und der Partei angeschlossenen Verbänden.
Bis 1939 erließ er noch neun Gesetze, während die übrigen an die 5.000 Gesetze und Verordnungen von den Spitzen des NS-Regimes direkt erlassen wurden.
30. Januar 1934 - Gesetz über den Neuaufbau des Reichs
Mit dem Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 verloren die Länder ihre staatliche Souveränität, so dass in den bis 1935 anhaltenden Gleichschaltungsverordnungen die Justiz- und Verwaltungshoheit der Länder vollständig ausgehebelt wurde, bis diese den zuständigen Reichsministerien direkt unterstellt war.
Der Reichsrat, der als Ländervertretung in der Weimarer Verfassung ein Einspruchsrecht gegen alle Gesetzesvorlagen der Reichsregierung hatte, wurde am 14. Februar 1934 aufgelöst.
Aufgehoben oder durch eine nationalsozialistische Verfassung ersetzt wurde die Weimarer Reichsverfassung gleichwohl nicht. Nachdem sie in wesentlichen Punkten materiell dauerhaft außer Kraft gesetzt war, musste sie das aber auch nicht mehr.
Nationalsozialistische Staatsrechtslehrer wie Carl Schmitt erklärten schon 1933, ...
...die Weimarer Verfassung habe zu gelten aufgehört.
Für Ernst Forsthoff war...
...die Verfassungsfrage 1935 "erledigt",
und Ernst Rudolf Huber beschrieb die nationalsozialistische Machteroberung 1939 als...
..."wirkliche Revolution", welche "die Weimarer Verfassung als Gesamtsystem beseitigt" und "zugleich die völkische Verfassung aufgerichtet" habe.
Reichstagswahl November 1933
Die Reichstagswahl vom 12. November 1933 fand zugleich mit der Volksabstimmung über denAustritt Deutschlands aus dem Völkerbund statt.
Vorangegangen war die Ausschaltung der politischen Gegner des nationalsozialistischen Systems. Zur Reichstagswahl zugelassen war nur eine nationalsozialistisch dominierte Einheitsliste, auf der auch einige als Gäste bezeichnete Parteilose kandidierten.
Bei der Volksabstimmung war eine Ablehnung der Maßnahme zwar technisch möglich, allerdings war der Austritt aus dem Völkerbund von der Reichsregierung zum Zeitpunkt der Abstimmung längst vollzogen worden.
Wahl und Abstimmung fanden unter undemokratischen Bedingungen statt und erbrachten, wie von den Nationalsozialisten beabsichtigt, eine deutliche Zustimmung. So entfielen bei der Reichstagswahl 92,11 % der abgegebenen Stimmen auf die Einheitsliste der NSDAP, und 95,08 % der gültigen Stimmen in der Volksabstimmung bejahten den Austritt aus dem Völkerbund.
Aufhebung der Gewaltenteilung: ...legislative, exekutive und judikative in einer Hand
Die in der NS-Ideologie proklamierte "Einheit von Volk und Staat" führte zur Aufhebung der Gewaltenteilung; die obersten Regierungsämter erhielten sowohl legislative wie exekutive und judikative Kompetenzen.
1. August 1934 - Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs
Staatsoberhaupt: war bis zu seinem Tod am 2. August 1934 Reichspräsident von Hindenburg.
Hitlers Reichskanzlei:
Hitlers Amtssitz: ...Reichskanzlei Berlin
Hitlers 1te Reichskanzlei befand sich in der Wilhelmstraße 77 in Berlin-Mitte.
Am 12. Januar 1939 verlegte Hitler seinen Amtssitz in die von Albert Speer konzipierte Neue Reichskanzlei an der Voßstraße in Berlin. Diese fungierte als Behörde zur Abwicklung der laufenden Regierungsgeschäfte und zugleich als Parteizentrale der NSDAP.
In unmittelbarer Nähe zu Hitlers privatem, zum Sperrgebiet erklärten Wohnsitz auf dem Obersalzberg wurde 1937 zudem die Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden, die sogenannte Kleine Reichskanzlei, errichtet.
Als Schnittstelle zwischen Hitler und den Reichsverwaltungsbehörden war die von Hans Heinrich Lammers geleitete Reichskanzlei für die Organisierung der Regierungsgeschäfte zuständig.
Ihr gegenüber vertrat die Dienststelle (Stab des StdF bzw. ab 1941 "Partei-Kanzlei"; siehe unten) von Heß und Martin Bormann die Interessen der NSDAP.
Zentrales Führungsorgan der NSDAP: ... Stab des StdF bzw. "Partei-Kanzlei"
Der Stab des Stellvertreters des Führers (Stab des StdF), oft als Stab Heß bezeichnet, war als zentrales Führungsorgan der NSDAP an allen wesentlichen innenpolitischen Entscheidungen im Partei- und im Staatsapparat beteiligt.
Die Dienststelle mit Sitz in München unterstand Rudolf Heß.
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Exkurs: Flug nach Großbritannien:
Seit Mitte September 1940 unternahm Heß, anfänglich mit dem dortigen Chefpiloten Willi Stör, Übungsflüge vom Werksflugplatz der Messerschmitt AG in Haunstetten mit einer Messerschmitt Bf 110 E-1/N (Werk-Nr.: 3869).
Am 10. Mai 1941 gegen 18 Uhr flog Heß allein von diesem Werksflugplatz nach Schottland, um in Dungavel Castle (South Lanarkshire) mit Douglas Douglas-Hamilton, 14. Duke of Hamilton, den er für den Anführer der britischen Friedensbewegung und Gegner von Premierminister Winston Churchill hielt, über einen Frieden zu verhandeln.
Gegen 23 Uhr sprang er mit dem Fallschirm ab, da die dortige Rasenpiste für die Messerschmitt mit ihrer hohen Landegeschwindigkeit zu kurz war, und geriet in britische Kriegsgefangenschaft.
Sein Flug wurde von der nationalsozialistischen Regierung in der Öffentlichkeit als Verrat gewertet und Heß für geisteskrank erklärt. Am 13. Mai sprach Hitler zu den Reichs- und Gauleitern über Heß' Flug. Dabei versuchte er, das ursprünglich vermittelte Bild vom "verrückten Heß" zu korrigieren, indem er dessen Motive erläuterte.
In Bezug auf die Versuche der Regierung, Heß als geisteskrank darzustellen, wurde der Witz erzählt, wonach Heß Churchill auf dessen Frage...
"Sie sind also der Verrückte?" geantwortet habe: "Oh nein, nur der Stellvertreter."
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Nach Heß´ s Flug nach Großbritannien wurde der Stab des StdF am 12. Mai 1941 Adolf Hitler persönlich unterstellt und mit neuer Bezeichnung als Partei-Kanzlei vom Reichsminister und langjährigem Stabsleiter Martin Bormann weitergeführt.
Außerdem gab es eine 1934 als "Privatkanzlei Adolf Hitlers" geschaffene Kanzlei des Führers der NSDAP, welche von Philipp Bouhler geleitet wurde und in der auch Martin Bormanns Bruder, Albert Bormann, tätig war. Sie beschränkte sich bei Parteiangelegenheiten auf Gnadengesuche und Petitionen. Die Kanzlei des Führers der NSDAP steuerte später auch die sogenannte "Aktion T4".
Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für den systematischen Massenmord mittels Giftgas an mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen innerhalb des Deutschen Reiches. Die Mordaktion dauerte von 1940 bis 1941 und stand unter Leitung der Zentraldienststelle T4, sie war Teil der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus, denen bis 1945 über 200.000 Menschen zum Opfer fielen.
Als Schnittstelle zwischen Hitler und den Reichsverwaltungsbehörden war die von Hans Heinrich Lammers geleitete Reichskanzlei (s.o.) für die Organisierung der Regierungsgeschäfte zuständig. Ihr gegenüber vertrat die Dienststelle von Heß und Martin Bormann die Interessen der NSDAP.
Hitler: "Führer und Reichskanzler"
Die Abschaffung des selbständigen Reichspräsidentenamtes hatte Hitler schon lange vorher beschlossen.
Am 30. Januar 1933 wurde der Vorsitzende der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Adolf Hitler, zum neuen Reichskanzler ernannt.
Mit dem am 1. August 1934 ausgefertigten Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs ließ Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers vereinigen und für sich den neuen Titel Führer und Reichskanzler einführen.
In pseudo-demokratischer Manier wies er eine Volksabstimmung über das Gesetz an, die am 19. August abgehalten wurde. Das Gesetz markiert mit der Errichtung des Führerstaats den Abschluss der nationalsozialistischen Machtübernahme. Die unkontrollierte Vereinigung aller Staatsgewalt in der Person Hitlers war vollendet. Den Titel "Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches" trug Hitler nach außen bis 1938, ab Januar 1939 ließ er sich nur noch "Führer" nennen.
Der Sicherheitsapparat des NS-Staates:
Hitler hatte Hermann Göring im Januar 1933 zum Reichskommissar für das preußische Innenministerium ernannt.
Görings Repressionsapparat:
- Polizei
- Sturmabteilung (SA)
- Schutzstaffel (SS)
- Gestapo
Göring nutzte dies umgehend, um die preußische Polizei zur Machtsäule des NS-Regimes umzubauen: neben SA und SS gehörte auch die Polizei zu den Stützen des NS-Regimes. Sie war nicht nur Teil des Repressionsapparats gegen innere Gegner, sondern nahm auch aktiv am Völkermord teil.
Im Februar 1933 stellte er aus SA- und SS-Truppen eine 50.000 Mann starke Hilfspolizei auf, die dann auch in den Ländern eingeführt wurde.
- Die Sturmabteilung (SA) war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP während der Weimarer Republik und spielte als Ordnertruppe eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten.
Die Schutzstaffel (SS, Eigenschreibweise ᛋᛋ) war eine nationalsozialistische Organisation in der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus, die der NSDAP und Adolf Hitler als Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument diente.
Ende April 1933 gründete er zudem ein Geheimes Staatspolizeiamt für Preußen mit der Aufgabe, "alle staatsgefährlichen politischen Bestrebungen im gesamten Staatsgebiet zu erforschen". Daraus entstand die Geheime Staatspolizei (Gestapo).
NS-Propaganda befeuert Denunziation: ...Bürger gegen Bürger
Geheime Staatspolizei (Gestapo). blieb wegen einer relativ geringen Personaldecke jedoch auf "Mithilfe" der Bevölkerung angewiesen.
Die NS-Propaganda rief die Deutschen zur Denunziation missliebiger Nachbarn, Kollegen o. ä. auf, was vielfach auf fruchtbaren Boden fiel. Die breite Denunziationsbereitschaft der Bevölkerung stellte daher die wichtigste Quelle von Informationen der Gestapo dar, die dann durch sogenannte "verschärfte Verhöre", also Folter von Verdächtigen, erweitert wurden. Weil die Bevölkerung des NS-Staates mehrheitlich die Ziele Hitlers teilte, spricht man in der Forschung von einer "Selbstüberwachung".
17. Juni 1936 - Heinrich Himmler: ...Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei
Heinrich Himmler führte ab 1929 die SS.
Die SS war bis zum sogenannten Röhm-Putsch von Ende Juni/Anfang Juli 1934 der SA unterstellt war.
- Als Röhm-Putsch bezeichnete die nationalsozialistische Führung die Ereignisse Ende Juni/Anfang Juli 1934, bei denen auf Befehl Adolf Hitlers Führungskräfte der Sturmabteilung (kurz SA) einschließlich des Stabschefs Ernst Röhm und mehrere Gegner des NS-Regimes ermordet wurden. Die Ereignisse wurden später auch als Röhm-Aktion oder Röhm-Morde bezeichnet. Die nationalsozialistische Propaganda rechtfertigte die Morde mit der unwahren Behauptung, dass die SA unter Röhm einen baldigen Putsch oder überhaupt irgendeine Aktion geplant habe.
Himmler brachte bis 1934 die Politische Polizei und die Konzentrationslager im gesamten Reich unter die Kontrolle der SS.
Per Erlass vom 17. Juni 1936 wurde er als Reichsführer SS auch zum Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern ernannt und leitete somit beide Organisationen in Personalunion.
Himmler baute die SS fortan systematisch und erfolgreich zur Schaltzentrale und zum "Gehirn" des NS-Systems aus.
1939 das Reichssicherheitshauptamt (RSHA):
Als zentrale Leitungsbehörde zur Lenkung der bisher staatlichen Polizei und des parteieigenen Sicherheitsapparats wurde 1939 das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter Reinhard Heydrich, später unter Ernst Kaltenbrunner gegründet.
Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) war eines von zwölf SS-Hauptämtern in der Zeit des Nationalsozialismus und während des Zweiten Weltkrieges die zentrale Behörde im Repressionsapparat der NS-Diktatur. Es wurde am 27. September 1939 von Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, durch die Zusammenlegung von Sicherheitspolizei (Sipo) und Sicherheitsdienst (SD) gegründet und hatte ca. 3000 Mitarbeiter.
Das RSHA war zentral an der Planung und Durchführung der Judenverfolgung und des Holocaust sowie an der nationalsozialistischen Umvolkungs- und Rassenpolitik beteiligt.
Militär:
...geheimgehaltene Aufrüstung
Seit seinem Machtantritt setzte Hitler die unter seinen Vorgängern begonnene, zunächst noch geheimgehaltene Aufrüstung der durch den Versailler Vertrag begrenzten Reichswehr energisch fort, die er als zweite Säule des nationalsozialistischen Staates neben der Partei betrachtete.
Die Reichswehr: ...alleiniger Waffenträger der Nation
Die immer deutlicher werdende Rivalität zwischen Reichswehr und SA ließ er im Juni 1934 durch die als Niederschlagung des Röhm-Putschs getarnte Entmachtung der SA-Führung beenden, die Reichswehr wurde zum alleinigen Waffenträger der Nation erklärt.
Hitler - Oberbefehl über die Reichswehr:
Nachdem Hitler sich mit Hilfe des am 1. August 1934 erlassenen "Gesetzes über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches" zum Nachfolger des einen Tag später verstorbenen Reichspräsidenten Hindenburg hatte erklären lassen, übernahm er Kraft der Weimarer Verfassung den politischen Oberbefehl über die Reichswehr. Der Reichswehrminister und militärische Oberbefehlshaber Werner von Blomberg ließ in der Folge die Streitkräfte persönlich auf Hitler vereidigen.
Ebenfalls 1934 begann der Aufbau der SS-Verfügungstruppe, aus der später die Waffen-SS hervorgehen sollte.
16. März 1935 - "Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht"
Bereits im Oktober 1933 hatte Hitler den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund unter gleichzeitigem Rückzug von der Genfer Abrüstungskonferenz verkündet, auf der Deutschland von den anderen europäischen Mächten noch eine Rüstungsparität angeboten worden war.
Am 16. März 1935 verkündete das Deutsche Reich mit dem "Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht":
- die Wiedererlangung der Wehrhoheit,
- die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht
- das Ziel des Aufbaus eines Heeres von 550.000 Mann.
Von nun ab wurde die Armee nur noch als "Wehrmacht" bezeichnet, die Reichsmarine wurde wenig später in "Kriegsmarine" umbenannt.
Bereits am 11. März hatte Reichsluftfahrtminister Göring die Existenz einer deutschen Luftwaffe bekanntgegeben.
Verletzungen des Versailler Vertrags: ...die Welt schaut zu
Von den anderen Mächten wurden diese eklatanten Verletzungen des Versailler Vertrags weitgehend hingenommen, so schloss Großbritannien im Juni 1935 das deutsch-britische Flottenabkommen ab, das Deutschland eine Aufrüstung der Kriegsmarine auf 35 % der Royal Navy erlaubte.
Im März 1936 führten deutsche Truppen unter Bruch der Verträge von Locarno die Wiederbesetzung des Rheinlands durch.
- Das "entmilitarisierte Rheinland" bezeichnet eine Zone im Westen Deutschlands, die im Zuge des Versailler Vertrages von 1919 entmilitarisiert wurde und in der Deutschland keine Truppen stationieren durfte. Am 7. März 1936 wurde diese Zone von der deutschen Wehrmacht unter Adolf Hitler besetzt, was als die Rheinlandbesetzung bzw. Remilitarisierung des Rheinlandes bekannt ist. Dies war ein Bruch des Versailler Vertrages und der Verträge von Locarno und gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum Zweiten Weltkrieg, da die westlichen Mächte nicht militärisch reagierten.
Kurz darauf wurde mit der Einführung des Vierjahresplanes die Herstellung der Kriegsfähigkeit des Landes und der Wehrmacht binnen vier Jahren beschlossen.
Im gleichen Jahr griffen deutsche Freiwillige der Legion Condor erstmals auf Seiten der spanischen Nationalisten in den Spanischen Bürgerkrieg ein.
4. Februar 1938 - Hitler übernimmt Oberbefehl über die Wehrmacht (OKW)
Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Krise setzte Hitler am 4. Februar 1938 Reichswehrminister Blomberg und den Oberbefehlshaber des Heeres Fritsch ab, löste das Kriegsministerium auf und übernahm auch den operativen Oberbefehl über das neugebildete Oberkommando der Wehrmacht (OKW), das sein persönlicher Generalstab wurde. Es war in der Spitzengliederung wie folgt besetzt:
- OKW – Chef: Wilhelm Keitel (1938–1945)
- Wehrmachtführungsamt (ab 1940 Wehrmachtführungsstab) – Chef: Alfred Jodl (1938–1945)
- Amtsgruppe Allgemeines Wehrmachtamt – Chef: Hermann Reinecke (1939–1945)
OKW befehligt: ... Heer, Marine und Luftwaffe
Die bereits zuvor bestehenden Oberkommandos der Teilstreitkräfte waren dem OKW weisungsgebunden, wahrten aber mit ihren angeschlossenen Stäben eine teilweise Selbständigkeit. Die Oberbefehlshaber und deren Stabschefs waren:
HEER:
Oberbefehlshaber des Heeres:
Werner von Fritsch (1934–1938)
Walther von Brauchitsch (1938–1941)
Adolf Hitler (1941–1945)
Chef des Generalstabs des Heeres:
- Ludwig Beck (1935–1938)
- Franz Halder (1938–1942)
- Kurt Zeitzler (1942–1944)
- Heinz Guderian (1944–1945)
- Hans Krebs (1945)
- Alfred Jodl (1945)
MARINE:
Oberbefehlshaber der Kriegsmarine:
- Erich Raeder (1935–1943)
- Karl Dönitz (1943–1945)
- Hans-Georg von Friedeburg (1945)
Chef des Stabes der Seekriegsleitung:
- Günther Guse (1937–1938)
- Otto Schniewind (1938–1941)
- Kurt Fricke (1941–1943)
- Wilhelm Meisel (1943–1945)
LUFTWAFFE:
Oberbefehlshaber der Luftwaffe:
- Hermann Göring (1935–1945)
- Robert Ritter von Greim (1945)
Chef des Generalstabs der Luftwaffe:
- Walther Wever (1935–1936)
- Albert Kesselring (1936–1937)
- Hans-Jürgen Stumpff (1937–1939)
- Hans Jeschonnek (1939–1943)
- Günther Korten (1943–1944)
- Werner Kreipe (1944)
- Karl Koller (1944–1945)
Vergrößerung des Reichsgebiets
Bereits vor 1939 erweiterte das NS-Regime das Reichsgebiet schrittweise durch die Eingliederung:
- des Saargebiets (1935)
- Österreichs (1938)
- und des Sudetenlandes (1938)
- Sudetenland ist eine vorwiegend nach 1918 gebrauchte Hilfsbezeichnung für ein heterogenes, nicht zusammenhängendes Gebiet entlang der Grenzen der Tschechoslowakei zum Deutschen Reich sowie zu Österreich, in dem überwiegend Deutsche nach Sprache, Kultur und Eigenidentifikation lebten (siehe Deutschböhmen und Deutschmährer).
Dort wurden im Folgejahr Reichsgaue unter einem oder mehreren Reichsstatthaltern gebildet, die später auch im übrigen Reich eingerichtet werden sollten. Bis auf die Angliederung des Saargebiets erfolgten alle territorialen Zugewinne unter Gewaltandrohung.
März 1939 - Zerschlagung der Tschechoslowakei:
Mit der Zerschlagung der Tschechoslowakei im März 1939 dehnte sich das Reich erstmals auf Territorien aus, die mehrheitlich nicht von Deutschen besiedelt waren.
Damit verlor es seinen Charakter als Nationalstaat.
Das Reichsgebiet umfasste seit 1939 das Protektorat Böhmen und Mähren.
Das Protektorat Böhmen und Mähren war eine formal autonome Verwaltungseinheit auf tschechoslowakischem Gebiet unter nationalsozialistischer deutscher Herrschaft, die von 1939 bis 1945 bestand. Sie umfasste das Territorium der Tschecho-Slowakischen Republik.
Der Zweite Weltkrieg: 1939 - 1945
Der Zweite Weltkrieg dauerte von 1939 bis 1945 und war der bisher größte und verlustreichste Konflikt der Menschheitsgeschichte. Auslöser des Krieges war der völkerrechtswidrige Angriff von Hitler-Deutschland auf Polen am 1. September 1939. Der Kriegsbeginn
März 1939 - Zerschlagung der "Rest-Tschechei"
Die "Sudetenkrise" in den 1930er Jahren führte letztendlich zur widerstandslosen Besetzung der restlichen Tschechoslowakei durch Deutschland. Auf der Münchener Konferenz einigten sich die europäischen Staatsmänner, Deutschland die Eingliederung des Sudetenlandes zu gewähren. Schließlich wollten die Briten einem erneuten Weltkrieg aus dem Weg gehen ("Appeasement-Politik"). Als mit der Zerschlagung der "Rest-Tschechei" im März 1939 auch die letzte Voraussetzung Hitlers für den Kriegsbeginn erfüllt war, garantierten England und Frankreich die Unabhängigkeit Polens. Davon unbeeindruckt, wies Hitler die Wehrmacht Anfang April an, einen Feldzug gegen Polen vorzubereiten.
Der Hitler-Stalin-Pakt:
Hitlers Außenpolitik hatte zum Ziel, neuen "Lebensraum" zu schaffen - notfalls auch mit Kriegen. Am 23. August 1939 unterzeichnete Joachim von Ribbentrop, Reichsminister des Auswärtigen, in Moskau einen deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Dessen geheimes Zusatzabkommen sah die Aufteilung Polens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion vor. Das Abkommen sollte die Wehrmacht davor schützen, dass bei einem Überfall auf Polen die Sowjetunion eingreifen würde und Deutschland in einen Zweifrontenkrieg geraten könnte. Zu einem gemeinsamen Krieg gegen die Westmächte war der sowjetische Diktator Josef Stalin jedoch nicht bereit..
Seinen ersten Angriffsbefehl auf Polen widerrief Hitler...
Seinen ersten Angriffsbefehl auf Polen widerrief Hitler als der englische Premier mitteilte, dass auch der deutsch-sowjetische Pakt England nicht von der Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber Polen abhalten werde.
Doch am 1. September 1939 eröffnete er den Krieg gegen Polen.
1. September 1939 - Überfall auf Polen:
Am 1. September 1939 um 4.45 Uhr eröffnete das Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor der Freien Stadt Danzig.
Etwa zur selben Zeit brachten deutsche Bomber hunderten schlafenden Einwohnern der zentralpolnischen Kleinstadt Wielun den Tod. Sie sind die ersten Opfer des bevorstehenden II. Weltkrieges Krieges.
Mit dem Angriff des Linienschiffes Schleswig-Holstein auf die Danziger Westerplatte begann der deutsche Überfall auf Polen. Noch am selben Tag erklärte die deutsche Führung den Anschluss Danzigs an das Deutsche Reich.
Deutschen Propaganda:
..."Reaktion auf polnischen Angriff" "Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!"
...verkündete Adolf Hitler am Vormittag im Berliner Reichstag.
Der Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen wurde von der deutschen Propaganda alsReaktion auf einen angeblichen polnischen Angriffumgedeutet. Eine glatte Lüge: Der angebliche Angriff auf den Rundfunksender der Grenzstadt Gleiwitz wurde von SS-Leuten in polnischen Uniformen verübt.
Kriegsjahr: ...1939
Großbritannien und Frankreich: ...erklären dem Deutschen Reich den Krieg!
Nachdem Hitler das von Großbritannien und Frankreich gestellte Ultimatum für einen Rückzug aus Polen nicht befolgte, erklärten die beiden Großmächte am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg
. Allerdings folgten darauf nur minimale militärische Handlungen, so dass Polen nicht sonderlich entlastet wurde.
"Blitzkrieg" gegen Polen: ...Die Wehrmacht zerschlägt den polnischen Widerstand
Bereits am 17. September zerschlug die Wehrmacht den polnischen Widerstand und der polnische Staat brach zusammen.
"Hitler-Stalin-Pakt": Im Zuge des geheimen Zusatzprotokolls im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939 ("Hitler-Stalin-Pakt") besetzte die Rote Armee ohne Gegenwehr Teile Ostpolens.Einen Tag später schlossen deutsche Truppen auch die Hauptstadt Warschau ein. Am 27. und 28. September wurde die Stadt bombardiert und schließlich eingenommen, weitere Besatzungen folgten.
Die letzten polnischen Truppen kapitulierten am 6. Oktober 1939:Dieses Datum gilt als Ende des Polenfeldzugs. Die polnische Armee hatte den Tod von 120.000 Soldaten zu beklagen. 917.000 mussten den Weg in die Kriegsgefangenschaft antreten. Deutschland verlor im "Blitzkrieg" gegen Polen rund 10.600 Soldaten.
Hitler und Stalin teilen Polen unter sich auf...Hitler und Stalin teilten wie verabredet Polen unter sich auf.
Im Abkommen von Brest-Litowsk wurden die nach dem Ersten Weltkrieg abgetretenen polnischen Gebiete und weitere Gebiete Zentralpolens an das Deutsche Reich angegliedert. Das als Generalgouvernement zusammengefasste "Restpolen" hatte in den folgenden Jahren in verheerendem Ausmaß unter Plünderungen und Terror des deutschen Besatzungsregimes zu leiden. Ostpolen fiel an die Sowjetunion.
Hitlers "Traum" vom "Großdeutsche Reich"
Adolf Hitler hatte schon lange vor dem 1.9.1939 Pläne gefasst, einen Krieg zu entfachen, um Deutschland als Weltmacht zu etablieren.
"Neuer Lebensraum" im Osten...Das angestrebte "Großdeutsche Reich"sollte sich über Polen bis weit nach Russland erstrecken. Schon am 3. Februar 1933 forderte Hitler in einer Geheimrede vor den ranghöchsten Offizieren der Reichswehr, das
Deutsche Reich müsse neuen "Lebensraum im Osten" erobern und diesen "rücksichtslos germanisieren"."Rassische Neuordnung"...
Die nationalsozialistische Politik sah außerdem eine rassische Neuordnung innerhalb Europas vor. Die Nationalsozialisten wollten Minderheiten wie jüdische Mitmenschen oder Sinti und Roma auslöschen, um die sogenannte "arische Rasse"aufzuwerten.
Hitlers Außenpolitik:
Hitlers Außenpolitik zielte zunächst darauf ab, die politische Isolation Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu überwinden.
Vor den Augen der anderen europäischen Mächte betrieb das Deutsche Reich vordergründig Friedenspropaganda, tatsächlich jedoch sollte Deutschland gezielt für den geplanten Krieg militärisch aufrüsten und wirtschaftlich autark gemacht werden.
Der Überfall auf Polen war ein erster gewalttätiger Schritt der expansiven deutschen Außenpolitik.Den Staaten, die durch die NS-Machtübernahme aufgeschreckt waren, hielt Hitler das Selbstbestimmungsrecht für Deutschland entgegen.
Um einer drohenden Isolation zu entgehen, schloss Hitler außerdem Verträge (z.B. das Konkordat zwischen dem deutschen Reich und dem Vatikan), die vertrauensbildend wirken sollten.
Zusammenfassung - Kriegsjahr 1939:
...in Stichworten
- Deutscher Überfall auf Polen
- Die deutsche Luftwaffe fliegt bis zur polnischen Kapitulation schwere Bombenangriffe, die Tausende Ziviltote fordern und schwere Zerstörungen bewirken.
- Frankreich und Großbritannien forderten ultimativ den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen.
- Wiedereingliederung Danzigs in das Deutsche Reich; das betreffende Gesetz war bereits vorher vorbereitet worden.
- Ausgangssperre für Juden im Deutschen Reich.
- Generalmobilmachung in Frankreich.
- Kriegserklärungen:
- Die Botschafter Frankreichs und Großbritanniens übergeben in Berlin die Kriegserklärungen ihrer Regierungen an das Deutsche Reich.
- Die Regierungen von Australien und Neuseeland erklären, es sei ihre Pflicht, dem britischen Mutterland zu folgen und in den Krieg gegen das Deutsche Reich einzutreten.
- Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt die Weisung Nr. 2 für die Kriegführung. Ziel bleibt der schnelle Sieg über Polen. Gegenüber Großbritannien wird der Seekrieg nach Prisenordnung freigegeben, ansonsten soll die Initiative dem Gegner überlassen werden.
- Großbritanniens Premierminister Arthur Neville Chamberlain bildet ein Kriegskabinett.
- In Bromberg (Polen) werden mehrere tausend Volksdeutsche ermordet.
- Das deutsche Unterseeboot U 30 torpediert den britischen Passagierdampfer "Athenia".
- Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS, veröffentlicht einen Runderlass über "Grundsätze der inneren Staatssicherung während des Krieges":
Es ist u.a. gegen jedermann einzuschreiten, der öffentlich am deutschen Sieg zweifelt.
3ter - 4ter September:
- Erste Flugblattabwürfe durch britische Maschinen auf das Rheinland und Ruhrgebiet. Die "Nickel raids" werden im Frühjahr 1940 bis nach Mittel- und Süddeutschland ausgedehnt.
Die "Nickel-Raids" waren eine britische psychologische Kriegsführungsaktion im Zweiten Weltkrieg, bei der die Royal Air Force Millionen von Flugblättern über Deutschland abwarf, um die deutsche Zivilbevölkerung zu demoralisieren und die Kriegsanstrengungen zu untergraben. Die Flugblätter enthielten Botschaften, die die Menschen aufforderten, ihre Regierung und ihre Vorgesetzten zu boykottieren, um den Krieg zu beenden.
17ter September:
- Die sowjetische Armee überschreitet die polnische Grenze; einen Tag später treffen sich in Brest deutsche und sowjetische Truppen.
24ter - 25ter September:
- Bei der Belagerung der polnischen Hauptstadt Warschau durch Wehrmachtstruppen fliegt die Luftwaffe mit 1.200 Maschinen schwere Bombenangriffe auf das Stadtgebiet und besonders auch gegen Wohnviertel.
27ter September:
- Kapitulation Warschaus: die polnischen Verteidiger unter General Juliusz Rómmel kapitulierten angesichts der rund 26.000 von deutschen Bomben und Artillerie getöteten Zivilisten.
6ter Oktober:
- Kapitulation der letzten polnischen Truppenverbände. Hitler macht den Westmächten ein Friedensangebot, das diese ablehnen.
In seiner Ansprache vor dem Deutschen Reichstag verkündete Hitler seine lang erwarteten Friedensvorschläge, die eine Konferenz zur Regelung der europäischen Angelegenheiten, die Rückgabe der deutschen Kolonien und einen Anteil Deutschlands an den Weltmärkten vorsahen.
12ter Oktober:
- Bildung eines sogenannten Generalgouvernements aus den besetzten polnischen Gebieten, die nicht dem Deutschen Reich angegliedert wurden.
18ter Oktober:
- Bei einem Luftangriff auf Wilhelmshaven verliert das britische Bomber Command fünf von 12 eingesetzten Maschinen. Bis Sommer 1944 bleiben Angriffsoperationen des Bomber Command bei Tageslicht auf Ziele in Deutschland eine Ausnahme, da zu hohe Verluste befürchtet werden.
https://www.lpb-bw.de/beginn-zweiter-weltkrieg
Kriegsjahr: ...1940
Nach dem bereits geschilderten Angriff auf Polen 1939 besetze die Wehrmacht in den folgenden zwei Jahren weitere Länder.
Besetzung Dänemarks und Norwegens
Um die Versorgung mit schwedischem Erz sicherzustellen, begann am 9. April 1940 der "Wettlauf" mit England um die Besetzung Dänemarks und Norwegens. Während Dänemark kampflos kapitulierte, leistete Norwegen vor der Kapitulation vom 10. Juni heftigen Widerstand.
Besetzung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs
Der deutsche Angriff auf die Niederlande, auf Belgien, Luxemburg hatte bereits am 10. Mai 1940 begonnen.
Nach der Bombardierung Rotterdams kapitulierten die Niederlande am 15. Mai.
Belgien kapitulierte am 28. Mai.
Besetzung Frankreichs
Entscheidend für den Sieg über Frankreich war der schnelle Panzervorstoß durch die Ardennen. Schon nach zehn Tagen standen deutsche Verbände an der Kanalküste. Am 14. Juni wurde Paris nahezu kampflos besetzt. Mit dem "Blitzkrieg" gegen Frankreich hatte Hitler den Höhepunkt seiner Popularität erreicht.
Neue Verbündete für Hitler: ...Italien, Spanien und Japan
Italien beendete im Juni den Zustand der "Nichtkriegführung", Spanien bot seinen Kriegseintritt auf deutscher Seite an, und auch Japan knüpfte in der Außenpolitik engere Beziehungen zum Reich.
"Luftschlacht um England"
Am 16. Juli 1940 befahl Hitler Vorbereitungen zur Invasion Englands, am 13. August eröffnete er die "Luftschlacht um England".
Flugzeugtypen:
Die wichtigsten eingesetzten Flugzeugtypen werden im Folgenden aufgelistet.
LUFTWAFFE:
- Bomber: Junkers Ju 87, Dornier Do 17, Heinkel He 111, Junkers Ju 88
- Jäger: Messerschmitt Bf 109 E, Messerschmitt Bf 110
ROYAL AIR FORCE:
- Bomber: Bristol Blenheim, Bristol Beaufighter
- Jäger: Hawker Hurricane, Supermarine Spitfire, Boulton-Paul Defiant
Nach dem Verlust von über 2.200 deutschen Maschinen wurde der Luftkrieg gegen England im Frühjahr 1941 eingestellt, der Invasionsplan war bereits Ende 1940 aufgegeben worden.
ERGEBNIS:
Opfer unter der englischen Zivilbevölkerung bis April 1941:
- 27.450 Tote, 32.138 Verletzte
Verluste der RAF zwischen 1. Juli und 31. Oktober 1940:
544 Piloten (nur Fighter Command) gefallen,
1693 Flugzeuge (Fighter, Bomber, Coastal Command) im Kampf zerstört
Verluste der deutschen Luftwaffe:
- 2000 Luftwaffenangehörige gefallen
- 2600 Luftwaffenangehörige vermisst oder in Gefangenschaft
- 1791 Flugzeuge im Kampf zerstört, davon durch Feindeinwirkung 1386
Niederlage der deutschen Luftwaffe:
Die Luftschlacht um England führte zu einer deutlichen Niederlage der deutschen Luftwaffe.
Die Ursachen lagen unter anderem in verfehlten deutschen Vorstellungen über die Möglichkeiten eines strategischen Luftkrieges:
- schlechte Einsatztaktik des deutschen Oberkommandos
- Fehlen strategischer Bomber und Langstreckenbegleitjäger
- mangelhafter Geheimdienstarbeit
- leistungsfähiges, radargestützten britischen Jägerleitsystem.
- leistungsfähigere britische Jagdflugzeuge: "Die Spitfire"
Die Spitfire war ein britisches Jagdflugzeug, das während der Luftschlacht um England (1940) eine entscheidende Rolle spielte. Sie war ein Symbol der britischen Verteidigung und wurde zusammen mit der Hawker Hurricane gegen die deutsche Luftwaffe eingesetzt. Die Spitfire zeichnete sich durch ihre Wendigkeit und hohe Geschwindigkeit aus und wurde zum legendären Flugzeug der Royal Air Force (RAF). Ihre exzellente Wendigkeit war in den Kurvenkämpfen, den sogenannten "Dogfights", von großer Bedeutung. Die Spitfire konnte enger kurven als ihre deutschen Gegenstücke, wie die Messerschmitt Bf 109. Obwohl die RAF 326 Spitfires verlor, wurden durch sie 529 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Größere Verluste der deutsche Luftwaffe:
Außerdem erlitt die deutsche Luftwaffe in der als Abnutzungskrieg geführten Luftschlacht größere Verluste, während die Briten ihre Verluste durch eine gesteigerte Produktion von Jagdflugzeugen, eine beschleunigte Pilotenausbildung und das Anwerben von Piloten aus fremden Nationen wettmachen konnten.
Winston Churchill bemerkte über die Bedeutung der Schlacht:
"Nie zuvor in der Geschichte des kriegerischen Konflikts verdankten so viele so wenigen so viel".
Damit war der legendäre Ausdruck The Few (Deutsch: die Wenigen) als Synonym für die Piloten der Royal Air Force geprägt. Er spielte damit auch auf die zu Beginn der Operation wahrgenommene Unterlegenheit in Hinsicht auf die Anzahl der einsatzbereiten Kampfflugzeuge an.
"Feige" deutsche Jägerpiloten:
Die deutschen Jägerpiloten wurden in der Folge von ihrem Oberkommandeur Hermann Göring der Feigheit bezichtigt. Göring erneuerte diesen Vorwurf im weiteren Verlauf des Krieges verschiedene Male, um Niederlagen der Luftwaffe zu erklären und von seinem eigenen Versagen als Befehlshaber abzulenken.
Die britische Öffentlichkeit spürt keinen Sieg:
Die britische Öffentlichkeit hatte über den Zeitraum von Herbst 1940 bis Frühjahr 1941 keine klare Wahrnehmung über das Ende der Schlacht und über ihren eigenen Sieg.
Die Bedrohung aus der Luft war aufrechterhalten durch die Nachtangriffe, und die Bedrohung durch deutsche U-Boote, die verstärkt gegen Versorgungskonvois vorgingen, war alarmierend.
Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Sieg in der (Luft)Schlacht um England bei einer großen Zeremonie in London gefeiert.
Hilter sucht nach Anti-England-Koalition:
Hitler versuchte noch im Oktober 1940, mit Franco (Spanien) und Pétain (Vichy-Frankreich) neue Verbündete im Kampf gegen Großbritannien zu gewinnen, scheiterte aber auch in diesem Ansinnen.
Sogar mit der Sowjetunion wurden Verhandlungen über eine Anti-England-Koalition begonnen, die aber ebenfalls scheiterten.
Bilanz:
In rückblickendem Befund – aber noch vor Ausgang des Krieges – konnte die deutsche Niederlage gegen England als Vorwegnahme der Gesamtniederlage gedeutet werden.
Nach den erfolgreichen "Blitzkriegen" war dies die erste Niederlage Hitlers. Die Bombardierung britischer Städte - Coventry war nahezu vollständig zerstört - diente den Engländern und Amerikanern später auch zur Rechtfertigung für ihren Bombenkrieg gegen deutsche Städte.
NS-Vernichtungspolitik ab 1941
Im Sommer 1941 beschloss die NS-Führung die Ermordung aller im deutschen Machtbereich lebender Juden.
Hunderttausende Juden aus fast ganz Europa wurden nun in die Ghettos im Osten deportiert.
Zentrum der NS-Vernichtungspolitik war das 1940 errichtete Konzentrationslager (KZ) Auschwitz, wo die SS auf Anweisung des Lagerkommandanten Rudolf Höß bereits im September 1941 das Giftgas Zyklon B an sowjetischen Kriegsgefangenen "erprobt" hatte.
Seit Anfang 1942 fuhren die Deportationszüge aus fast ganz Europa in das größte Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, aber auch in andere Lager. Insgesamt wurden in Auschwitz von Anfang 1942 bis Ende 1944 schätzungsweise über eine Million Menschen umgebracht, darunter hauptsächlich Juden sowie viele tausend Sinti, Roma, Polen und Kriegsgefangene, grausam und fabrikmäßig vernichtet durch Arbeit, Hunger, Menschenversuche und vor allem durch das Giftgas Zyklon B. Der verachtenswerte systematische Massenmord war Höhepunkt des NS-Rassenwahns.
Zwangsarbeit:
Millionen von Menschen wurden in den Kriegsjahren zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich gebracht.
Im Spätsommer 1944 waren etwa ein Viertel der Arbeitskräfte in der gesamten deutschen Wirtschaft Zwangsarbeiter.
Kriegsjahr: ...1941
Das Kriegsjahr 1941 war geprägt vom deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ("Unternehmen Barbarossa"), dem Beginn des Vernichtungskriegs im Osten.
Ein weiterer entscheidender Wendepunkt war der japanische Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941, der die USA in den Krieg eintreten ließ, gefolgt von der deutschen Kriegserklärung an die USA am 11. Dezember.
Zudem wurde im Sommer 1941 die politische Entscheidung zur systematischen Ermordung der europäischen Juden getroffen, was die Vorbereitung des Holocausts beschleunigte und die Deportationen in die Vernichtungslager begann.
Hauptmerkmale des Kriegsjahres 1941:
- Unternehmen Barbarossa: Die Invasion der Sowjetunion startete am 22. Juni 1941 und war ein gigantischer Vernichtungsfeldzug, der das Ziel hatte, "Lebensraum im Osten" zu erobern.
- Schlacht um Moskau: Im Oktober versuchte die deutsche Wehrmacht, Moskau einzunehmen, scheiterte aber letztendlich am sowjetischen Widerstand und dem beginnenden Winter. Dies markierte das Ende des deutschen Nimbus der Unbesiegbarkeit.
- Pazifikkrieg und Kriegseintritt der USA: Mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 trat Japan in den Krieg ein und erklärte den Vereinigten Staaten und Großbritannien den Krieg. Deutschland folgte mit einer Kriegserklärung an die USA am 11. Dezember.
- Vorbereitung des Holocausts: Im Sommer 1941 wurde die Entscheidung zur "Endlösung der Judenfrage" getroffen, die Deportationen begannen. Ab September 1941 mussten Juden den gelben Stern tragen, und im Oktober rollten die ersten Transporte in die Vernichtungslager.
Vom Entstehen der Ostfront: ...der Plan "Barbarossa"
Die Absicht, die Sowjetunion zu überfallen, erörterte Hitler am 31. Juli 1940 – parallel zu den Invasionsplänen gegen Großbritannien – in einem Kreis der höchsten Generale.
Zu dieser Zeit hoffte Hitler noch, dass Großbritannien über kurz oder lang aufgeben würde und er auf der Basis einer "Verständigung mit England" alle Kraft nach Osten werfen könne, um sein großes Ziel anzugehen, "Lebensraum im Osten" zu erobern.
Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand erst am 22. Juni 1941 statt.
- Der Balkanfeldzug war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands gegen Jugoslawien und Griechenland während des Zweiten Weltkrieges im April 1941 und endete innerhalb weniger Wochen mit der Besetzung beider Länder.
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Exkurs: ...Militärische Kooperation mit NS-Deutschland
Die militärische Kooperation mit NS-Deutschland war immens:
Bereits in der ersten Phase von Hitlers Ostfeldzug machten die Verbündeten der Wehrmacht und die Freiwilligen aus allen Teilen Europas knapp eine Million Mann aus: 476.000 Finnen, 325.685 Rumänen, 41.000 Slowaken, 45.000 Ungarn und 43.000 ausländische Freiwillige standen neben drei Millionen deutschen Soldaten.
Während die durchschnittliche Stärke der Wehrmacht in den folgenden Jahren auf rund 2,5 Millionen Mann sank, erhöhte sich der Einsatz von Ausländern um eine weitere Million. Dabei handelte es sich in der Masse um ehemalige Sowjetbürger, die sich bereitfanden, auf deutscher Seite gegen den Bolschewismus zu kämpfen. So gab es beispielsweise die Russische Befreiungsarmee, die Ukrainische Befreiungsarmee, die Ukrainische Aufständische Armee, die 1. Kosakendivision, das Kalmückische Kavalleriekorps sowie viele weitere Ostlegionen. Allein auf der Krim stellten sich etwa 20.000 Krimtataren, also etwa 7 Prozent der gesamten krimtatarischen Bevölkerung, der Wehrmacht zur Verfügung, praktisch alle wehrfähigen Männer.
Mittelfristig verspielten die deutschen Besatzer mit ihrem gnadenlosen Regime in Osteuropa aber oft die Sympathie derer, die ihre natürlichen Verbündeten gegen die Sowjets gewesen wären.
Nach dem Krieg:
Nach dem Krieg wurden Kollaborateure wegen der Zusammenarbeit mit dem Feind oft gnadenlos verfolgt.
So wurden in den ersten Jahren nach Kriegsende beispielsweise in Belgien insgesamt 70.000, in den Niederlanden 100.000 und in Frankreich 90.000 Personen verurteilt, in Polen waren es etwa 25.000, in Ungarn 27.000 und in der Tschechoslowakei 43.000 Personen.
Viele wurden auch in Racheaktionen misshandelt oder getötet.
In der Sowjetunion wurden ab 1944 hunderttausende (echter und angeblicher) Kollaborateure deportiert oder ermordet, oft wurden auch ganze Volksgruppen ihrer Heimat beraubt und zwangsweise nach Sibirien oder Zentralasien verbracht, so z. B. Kalmücken, Karatschaier, Wolgadeutsche, Krimtataren und weitere.
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22. Juni 1941 - Angriff auf die Sowjetunion:
Am frühen Morgen des 22. Juni 1941, zwischen 3:00 und 3:30 Uhr, begann der Angriff gegen die Sowjetunion.
Der Angriff wurde von 153 deutschen Divisionen, darunter 19 Panzer- und 12 motorisierte Divisionen, auf einer Frontlänge von 1600 km zwischen der Ostsee und den Karpaten geführt.
Diese bisher größte militärische Offensive der Weltgeschichte zähle etwas über drei Millionen Heeressoldaten, die innerhalb einer Woche während des Angriffs noch von Soldaten aus den verbündeten Staaten Rumänien, Italien, Slowakei und Ungarn sowie Finnland verstärkt wurden.
"Die überraschte Rote Armee":
Die militärischen Befehlshaber der Roten Armee waren nicht auf diese bisher größte militärische Offensive der Weltgeschichte mit etwas über drei Millionen Heeressoldaten eingestellt.
Die Rote Armee:
Die Rote Armee hatte an der Westgrenze annähernd drei Millionen Soldaten stationiert, die mit Panzern, Artillerie und Flugzeugen den Angreifern zwar weit überlegen, jedoch nicht kampfbereit waren.
Viele der sowjetischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand.
Am 22. Juni mittags - Verlesung des Ausbruch des Krieges an das sowjetische Volk:
Am 22. Juni mittags verlas der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow im Rundfunk eine Rede, in der er den Ausbruch des Krieges bekannt gab.
Erst elf Tage später richtete sich Josef Stalin am 3. Juli mit einer Rundfunkansprache an das Volk.
VERLAUF DES ANGRIFFS auf die Sowjetunion:
Zwei deutsche Divisionen operierten von Finnland aus.
Die Heeresgruppe Nord besetzte die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland, Estland und erreichte Anfang September Nowgorod (Stadt in Russland).
- Als baltische Staaten werden die drei in Nordosteuropa liegenden und an die Ostsee grenzenden Staaten Estland, Lettland und Litauen im Sinne eines politischen Oberbegriffs bezeichnet, während im Unterschied dazu der Begriff Baltikum für die entsprechende geografische Region steht.
Die Heeresgruppe Mitte erreichte in derselben Zeit Smolensk (Stadt in Russland), das auf dem direkten Weg nach Moskau liegt.
Die Heeresgruppe Süd hatte die Aufgabe, die "Ukraine" (1941 war die Ukraine Teil der Sowjetunion) zu erobern, und stand zur selben Zeit kurz vor Saporischschja im Südosten der Ukraine.
- Die Ukrainische Nationalregierung war eine kurze selbsternannte ukrainische Regierung während der Deutscher Überfall auf die Sowjetunion.
HAUPTZIEL:
Hitler beharrte gegenüber dem OKH lange Zeit auf dem Vorrang der Eroberung der Ukraine anstelle Moskaus.
Das Hauptziel der NS-Führung bestand darin, sich die Ölvorräte des Kaukasus und das Getreide in der Ukraine zu sichern.
Dies würde Deutschland nach Hitlers Überzeugung unbesiegbar machen.
Angriff auf Moskau:
Erst nach der Einnahme Kiews und Charkows nahm die deutsche Wehrmacht am 2. Oktober den Vorstoß auf Moskau wieder auf und rückte bis auf 70 Kilometer an Moskau heran.
Aufgrund unrealistischer Einschätzungen über die Verfassung der eigenen Truppen und den Umfang der sowjetischen Boden- und Luftstreitkräfte "träumte" die deutsche Heeresleitung bereits vom Endsieg.
Plan Barbarossa: ...erste Anzeichen des Scheiterns
große Teile des Gegners entkamen aus den Schlachten und formierten sich neu
der Überraschungseffekt des Überfalls flaute ab
deutschen Verluste nahmen zu
Hitlers "Zickzack der Anordnungen" zur Schwerpunktbildung bei der Heeresgruppe Mitte oder der Heeresgruppe Süd.
Sowjetische Gegenoffensive: ...der "russische Winter" als stärkster Verbündeter
Anfang Dezember setzte die sowjetische Gegenoffensive mit gut für den Winterkrieg ausgerüsteten Einheiten aus Fernost unter dem Befehl von Schukow ein.
Mit ihrer strategisch gut vorbereiteten Winteroffensive traf die Rote Armee die Wehrmacht ebenso überraschend wie der deutsche Überfall am 22. Juni 1941 die sowjetische Führung.
Stalin hatte bis Ende November 11 neue Armeen für diese Winteroffensive bereitgestellt, wobei die Verbände der sibirischen Fernost-Armee sein größter Trumpf waren.
Zwar gelang es nicht, in einer Art Kopie der Blitzkriegtaktik der Wehrmacht die deutschen Hauptverbände nicht nur vor Moskau, sondern auch im Norden und Süden einzukesseln, doch wurden bis zu 150 km tiefe Einbrüche vorwiegend an der Nahtstelle der deutschen Heeresgruppen Mitte und Nord erzielt, welche die Wehrmacht empfindlich trafen.
"Plan Barbarossa" gescheitert: ...die Bilanz
Hilter "spricht" von Niederlage gegen den russischen Winter:
Für das Scheitern der "Barbarossa Offensive" wurden von Hitler und nach dem Krieg in apologetischen Generalsmemoiren Schlamm, Schnee und niedere Temperaturen verantwortlich gemacht.
"Barbarossa" gescheitert:
Die Flucht der Heeresgruppe konnte zwar durch einen unbedingten Haltebefehl Hitlers gestoppt werden; aber sein Ziel, "die Sowjetunion in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen", war nicht erreicht, "Barbarossa" gescheitert.
Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges
Die verlorene Schlacht um Moskau war der geopolitische Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges, "die eigentliche Zäsur", weil die Serie der deutschen Blitzsiege abriss.
Blutige Bilanz:
- Die Wehrmacht: Die Wehrmacht verlor bis Ende Januar 1942 rund ein Drittel ihrer Soldaten. Eine Million Gefallene, Vermisste oder Verwundete konnten nur zur Hälfte ersetzt werden.
Die Rote Armee; Noch weit stärkere Verluste hatte die Rote Armee mit bis zu diesem Zeitpunkt rund 3,3 Millionen Gefangenen, einer nicht näher bekannten Zahl von Toten (Schätzungen gehen von mehreren Millionen sowjetischer Soldaten aus) sowie 2,2 Millionen Verwundeten und Kranken.
Im 2ten Weltkrieg kamen in der Sowjetunion insgesamt über 27 Millionen Menschen ums Leben.
USA reagiert zunächst vorsichtig...
Als Hitlers Armeen im Juni 1941 in die Sowjetunion einfielen, waren die Vereinigten Staaten weder militärisch, psychologisch noch politisch vorbereitet, in den Krieg einzutreten.
Das Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen und das Leih- und Pachtgesetz hatten die transatlantischen Beziehungen gefestigt. Präsident Roosevelt verfolgte einen vorsichtigen Kurs.
Der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten wurde schließlich durch feindliche Aggression unvermeidlich.
- Das als "Destroyer Deal" bekannte Destroyers for Bases Agreement (deutsch: "Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen") vom 2. September 1940 war ein Abkommen im Zweiten Weltkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Für die Überlassung von Stützpunkten für den Zeitraum von 99 Jahren auf den Bahamas, Bermudas, Jamaika, St. Lucia, Trinidad, Antigua sowie auf Neufundland und in Britisch-Guyana übergaben die USA der Royal Navy Großbritanniens 43 und der Royal Canadian Navy sieben Schiffe aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.
- Das Leih- und Pachtgesetz mit der patriotischen Nr. 1776 (englisch Lend-Lease Act, offiziell An Act to Promote the Defense of the United States 'Ein Gesetz, um die Verteidigung der Vereinigten Staaten zu fördern') wurde vom US-Kongress am 18. Februar 1941 verabschiedet. Es ermöglichte den Vereinigten Staaten, kriegswichtiges Material wie Waffen, Munition, Fahrzeuge, Treibstoffe, Nahrungsmittel, Flugzeuge etc. an jede Nation zu liefern, wenn der Präsident diese als lebenswichtig für die Sicherheit der Vereinigten Staaten einstufte.
Japan: ...besetzt den nördlichen Teil Französisch-Indochinas und Burma
Japan nutzte den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa zur Besetzung des nördlichen Teils von Französisch-Indochina, ...
- Französisch-Indochina war die Bezeichnung für die französische Kolonie, die von 1887 bis 1954 die heutigen Staaten Vietnam, Kambodscha und Laos umfasste.
...und zwang Großbritannien zur Schließung der Burmastraße.
- Die Burmastraße (Autobahn) war 1154 km lang und verband Burma (damals britische Kolonie; heute Myanmar) mit Südwestchina. Während des Zweiten Weltkriegs nutzten die Alliierten die Burmastraße, um Material für Chinas Kriegsanstrengungen zu transportieren. China war während des Zweiten Weltkriegs ein Verbündeter der Alliierten und kämpfte über ein Jahrzehnt lang gegen Japan, was den Beginn des Pazifikkriegs markierte. Im Juli 1940 gab Großbritannien dem japanischen diplomatischen Druck nach und schloss die Burmastraße für drei Monate.
Die Japaner überrannten Burma 1942 und schlossen die Burmastraße.
Japanische Truppen besiegten die britischen und indischen Streitkräfte und eroberten große Teile des Landes, einschließlich der Hauptstadt Rangun im März 1942.
Die Alliierten versorgen China aus der Luft...
Die Alliierten versorgten China daraufhin auf dem Luftweg, indem sie von Indien aus "über den Hump " flogen.
Dies erwies sich zunächst als fatal gefährlich und völlig unzureichend, was den US-General Joseph Stilwell dazu veranlasste, das Ziel der Wiedereröffnung der Burmastraße obsessiv zu verfolgen.
"Dreimächtepakt" - Deutschland, Japan und Italien: ...USA vor Kriegseintritt abschrecken
im September 1940 in Berlin den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien, der dazu dienen sollte, die USA von einem Kriegseintritt abzuhalten.
Embargo gegen Japan:
Am 31. Juli 1941 froren die USA, Großbritannien und die Niederlande die finanziellen Mittel Japans ein, was praktisch einem Embargo gleichkam, sodass die Führung des japanischen Kaiserreichs in einem Krieg gegen die USA, Großbritannien und die Niederlande die einzige Möglichkeit sah, ihre imperialistischen Ambitionen in Südostasien abzusichern.
Kriegseintritt der USA, Dezember 1941
Kriegserklärungen:
- 7. Dezember 1941: Japan an die USA und Großbritannien
- 11. Dezember 1941: Deutschland und Italien an die USA
"Pearl Harbor": ...Japan zwingt die USA in den Krieg
Nach dem Überraschungsangriff Angriff Japans auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor mit nachfolgender Kriegserklärung Japans an die USA und Großbritannien am 7. Dezember 1941 und den am 11. Dezember erfolgten Kriegserklärungen Deutschlands und Italiens befanden sich die USA im Kriegszustand mit den Achsenmächten.
- Der Angriff auf Pearl Harbor, auch als Überfall auf Pearl Harbor oder Operation AI bekannt, war ein Überraschungsangriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte in Friedenszeiten auf die in Pearl Harbor im Hawaii-Territorium vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941. Am darauf folgenden Tag erklärten die USA dem Kaiserreich Japan den Krieg.
"Pearl Harbor": ...blutige Bilanz der überraschten US-Pazifikflotte
Bilanz des Überraschungsangriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte in Friedenszeiten auf die in Pearl Harbor im Hawaii-Territorium vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941:
Verluste USA:
- 5 gesunkene Schlachtschiffe und 3 beschädigte Schlachtschiffe
- 3 Kreuzer und 3 Zerstörer beschädigt
- 188 zerstörte Kampfflugzeuge und 159 beschädigte Kampfflugzeuge
- 2.403 Tote
- 1.178 Verwundete
Verluste Japan:
- 29 zerstörte Kampfflugzeuge
- 5 gesunkene U-Boote
- 1 Gefangener
- 65 Tote
US Präsident Roosevelt: ..."Germany first"
Trotz des japanischen Angriffs und unmittelbar nach der Beantragung der Kriegserklärung an Japan im Kongress erinnerte Roosevelt seine Berater daran, dass Deutschland das Hauptziel bleibe.
Die militärische Weisung "Germany first" wurde während der Arcadia-Konferenz (siehe oben) mit dem Entschluss, Deutschland als den gefährlichsten und von Großbritannien und der UdSSR einzigen direkt erreichbaren Gegner zuerst zu besiegen, bestätigt. Außerdem würde die Niederringung Deutschlands den Zusammenbruch Japans über kurz oder lang herbeiführen.
Dezember 1941 zum Wendepunkt der Weltpolitik:
... Deutschland nicht mehr in der Lage, den Zweiten Weltkrieg eindeutig zu gewinnen
Nach Hitlers Kriegserklärung an die USA und dem Rückschlag vor Moskau wurde der Dezember 1941 zum Wendepunkt der Weltpolitik.
Von nun an war Deutschland nicht mehr in der Lage, den Zweiten Weltkrieg eindeutig zu gewinnen.
In dem vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt herausgegebenen Serienwerk zum Zweiten Weltkrieg urteilt Horst Boog, dass...
"mit der durch Japan und das 'Dritte Reich' vom 7. und 11. Dezember 1941 vollzogenen Einbeziehung der Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg sich dieser zum Weltkrieg ausgeweitet" hatte.
Von nun stand die mächtigere Anti-Hitler-Koalition als Zusammenschluss der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion (SU) den von Deutschland geführten Dreimächtepaktstaaten gegenüber.
Kriegsjahr: ...1942
Hitlers "Weisung Nr. 41" vom 5. April 1942: ..."Fall Blau"
Hitlers "Weisung Nr. 41" vom 5. April 1942 ("Fall Blau") legte für die Sommeroffensive fest:
- dass zunächst Stalingrad an der Wolga,
- danach der Kaukasusraum bis zur türkischen und iranischen Grenze erobert werden sollte, um die dortigen Erdölzentren in die Hand zu bekommen.
- Kaukasien ist ein vielfach gegliedertes Gebirgsland auf dem Territorium Russlands, Georgiens, Aserbaidschans, Armeniens und der Türkei.
NS-Propaganda wittert "Morgenluft" nach "Winterniederlage": ... Rote Armee Offensive scheitert
Zunächst trat im Südabschnitt der Front die Rote Armee zum Gegenangriff an.
Schlacht bei Charkow:
In der Schlacht bei Charkow (Stadt in der Ukraine) wurden im Mai 1942 die angreifenden sowjetischen Verbände vollständig eingeschlossen. Erneut gerieten fast 250.000 sowjetische Soldaten in Gefangenschaft.
Schlacht um Sewastopol: ... "Unternehmen Trappenjagd"
Von Mai bis Juli wurden mit der Schlacht um Sewastopol und dem Unternehmen Trappenjagd Gebiete auf der Krim erobert, die als Sprungbrett für eine Offensive bis zum Kaukasus dienen sollten. Dabei gerieten 150.000 Rotarmisten in Gefangenschaft.
- Sewastopol ist die größte Stadt auf der Halbinsel Krim.
Unternehmen Theseus:
Weil im Juni 1942 Tobruk in Nordafrika fiel, weckte die NS-Propaganda nach der Krise im Winter wieder große Hoffnungen auf einen baldigen Gesamtsieg.
Sowjetunion will "Zweite Front":
Zur selben Zeit wuchs in der Sowjetunion die Enttäuschung über die ausbleibende Eröffnung einer "zweiten Front" durch die Alliierten in Westeuropa.
Gleichwohl trugen die auf der Basis des Leih- und Pachtgesetzes erfolgten Hilfslieferungen der Amerikaner wesentlich dazu bei, dass die Rote Armee die Kriegsführung durchhalten konnte. Dabei waren neben den gelieferten Militärgütern die Nahrungsmittel von Bedeutung. Bei den sowjetischen Soldaten hießen die Konservenbüchsen mit festem, rosa Pressfleisch "Zweite Front". Mehr als die Hälfte der in die UdSSR gelieferten Güter waren, an Gewicht gemessen, Lebensmittel: "Sie reichten aus, um jeden sowjetischen Soldaten während des gesamten Krieges täglich mit schätzungsweise einem halben Pfund Nahrungskonzentrat zu versorgen.
Hitlers Sommeroffensive - 1942:
- Kursk ist Hauptstadt der Oblast Kursk und liegt rund 500 km südlich von Moskau nahe der Grenze zur Ukraine. Die Stadt, die vom Seim durchflossen wird, hat 415.159 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).
- Taganrog ist eine Hafenstadt in Südrussland an der Küste des Asowschen Meeres an der Mündungsbucht des Don.
Ende Juni 1942 begann die Sommeroffensive im Süden der Ostfront zwischen Kursk und Taganrog am Asowschen Meer, deren Bedeutung Hitler noch einmal am 1. Juni 1942 auf einer Oberbefehlshaber-Besprechung in Poltawa (Ukraine) der Heeresgruppe Süd herausgestellt hatte:
"Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren."
Stalin sah ähnliche Folgen für die Sowjetunion voraus, falls:
"unsere wichtigste Wasserstraße und bald auch unser Erdöl verloren gehen".
Am 3. Juli überschritten deutsche Kräfte den Don bei Woronesch.
Zwanzig Tage später konnte Rostow am unteren Don erobert werden, doch blieb die Gefangenenzahl gering, da die Rote Armee – im Gegensatz zu 1941 – einen strategischen Rückzug hinter den Don, die Wolga bei Stalingrad und zum westlichen und mittleren Kaukasus einleitete.
Hitlers taktischer Fehler:
Am selben Tag, dem 23. Juli, wurde die "Weisung Nr. 41" (s. o.) so abgeändert, dass statt des vorgesehenen Nacheinanders nunmehr zwei gleichzeitige Vorstöße ins Kaukasusgebiet und gegen Stalingrad vorgesehen waren. Im Unterschied zur Weisung vom April, bei der Halders Handschrift zu erkennen war, ging diese Weisung direkt auf eine Entscheidung Hitlers zurück.
Die Heeresgruppe Süd wurde in die Heeresgruppe A (→ Kaukasus) und Heeresgruppe B (→ Stalingrad) geteilt.
Der Generalstab hatte sie verhindern wollen.
"Von da an war eine Niederlage voraussehbar."
Hitler weigerte sich auch, realistische Schätzungen der sowjetischen Panzerproduktion zur Kenntnis zu nehmen, die tatsächlich mehr als das Vierfache der deutschen erreicht hatte.
"Vom Scheitern" der Heeresgruppe A: ...Ziel → Kaukasus
Die Heeresgruppe A sollte die Ostküste des Schwarzen Meeres besetzen, die Ölquellen von Maikop und Grosny im westlichen Kaukasus in Besitz nehmen und schließlich, weit südlich am Kaspischen Meer, Baku und dessen Ölquellen erobern.
Diese Strategie lässt sich "nur als glatter Wahnsinn bezeichnen".
Tatsächlich wurde jedoch ein Großteil des Kaukasus in Besitz genommen und Gebirgsjäger hissten die Reichskriegsflagge auf dem höchsten Berg des Kaukasus, dem 5642 Meter hohen Elbrus.
Zudem eroberte man das im Bergvorland des Kaukasus gelegene Maikop, dessen Ölanlagen von den Sowjets aber systematisch zerstört worden waren.
Motorisierte Fernspähtrupps erreichten die Vororte von Astrachan am Kaspischen Meer.
Fernaufklärer der Luftwaffe flogen über Teheran sowie entlang des Persischen Korridors und dokumentierten die Lage.
In der Kalmückischen Steppe wurde die (bereits buddhistisch geprägte) Stadt Elista von der Wehrmacht besetzt.
Das wichtige Erdölgebiet von Grosny, dessen Besitz Hitler als wesentlich für die Weiterführung des Krieges ansah, wurde aber nicht erreicht.
Damit wurde schon Mitte August deutlich, dass das operative Ziel der Heeresgruppe A nicht erreicht werden würde; die Offensive musste Ende August 1942 eingestellt werden.
"Vom Scheitern" der Heeresgruppe B: ...Ziel → Stalingrad
Die schwächere Heeresgruppe B bekam den Auftrag, Stalingrad zu erobern und danach die Wolga hinunter bis Astrachan, 75 km nördlich vom Kaspischen Meer entfernt, vorzudringen, um so die Fortsetzung des sogenannten Persischen Korridors zu sperren.
Die Heeresgruppe B konnte ihr strategisches Ziel nicht erreichen.
Hitler hatte am 8. November 1942 im Münchener Löwenbräukeller noch von einem Erfolg gesprochen hatte:
"Ich wollte zur Wolga kommen, und zwar an einer bestimmten Stelle, an einer bestimmten Stadt. […] Dort schneidet man nämlich 30 Millionen Tonnen Verkehr ab. […] Es kommt kein Schiff mehr die Wolga hoch. Das ist das Entscheidende."
Zwar eroberte sie fast ganz Stalingrad, wurde dort aber Ende November 1942 von sowjetischen Truppen eingekesselt und musste am 31. Januar 1943 kapitulieren.
"Die Schlacht von Stalingrad":
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/schlacht-um-stalingrad-194243
Im Verlauf der deutschen Sommeroffensive von 1942 erreichte die 6. Armee unter General Friedrich Paulus Ende August Stalingrad (heute: Wolgograd).
Bis Mitte November eroberte sie rund 90 Prozent der Stadt.
Während sich deutsche Stoßtrupps in erbittert geführten Häuser- und Straßenkämpfen verschlissen, führte die sowjetische Südwest-Front frische Kräfte um Stalingrad heran. Am 19. November 1942 begann sie im Nordwesten und im Süden eine zangenförmige Großoffensive. Bereits drei Tage später führte der Angriff zur Einschließung der gesamten 6. Armee sowie von Teilen der 4. Panzerarmee und Überresten der rumänischen 3. und 4. Armee, zusammen rund 250.000 Deutsche und über 30.000 rumänische und russische Hilfssoldaten.
Adolf Hitler erklärte Stalingrad daraufhin zum.
Symbol von deutschem Siegeswillen
Zugleich verband er mit der Eroberung des strategisch bedeutenden Rüstungs- und Verkehrszentrums an der Wolga einen persönlichen Prestigeerfolg über seinen schärfsten Gegner Josef W. Stalin, dessen Namen die Stadt trug.
Ein Gesuch von Paulus, im Westen aus dem rund 40 mal 50 Kilometer großen Kessel ausbrechen zu dürfen, lehnte Hitler daher strikt ab.
Vielmehr vertraute er den inhaltslosen Ankündigungen des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Hermann Göring, die Eingeschlossenen bis zum geplanten Entsatz hinreichend aus der Luft versorgen zu können. Für Entsatz und Luftversorgung fehlten der Wehrmacht jedoch im Winter 1942/43 die erforderlichen Kapazitäten. Die von der 6. Armee täglich benötigten 300-400 Tonnen Nachschub konnten zu keinem Zeitpunkt geliefert werden. Die tägliche Lebensmittelration der ausgehungerten Eingeschlossenen betrug zu diesem Zeitpunkt zwei Schnitten Brot und ein wenig Tee, gelegentlich eine dünne Suppe. Erste Todesfälle wegen Erschöpfung und Unterernährung traten ab Mitte Dezember auf.
Der russische Winter mit unter minus 40 Grad forderte ebenfalls Tausende Opfer unter den nur unzulänglich gegen die eisigen Temperaturen ausgerüsteten Wehrmachtssoldaten. Bis zum 18. Januar 1943 mussten die deutschen Truppen sämtliche Verteidigungslinien aufgeben und sich vollständig in das Stadtgebiet von Stalingrad zurückziehen, wo sie in zwei Teilkessel gespalten wurden. Am 30. Januar ernannte Adolf Hitler Paulus demonstrativ zum Generalfeldmarschall.
Da noch nie zuvor ein deutscher Feldmarschall kapituliert hatte, sollte die Beförderung Paulus motivieren, mit der 6. Armee bis zum "Heldentod" weiterzukämpfen.
Paulus kapitulierte allerdings am 31. Januar 1943 mit seinen ihm verbliebenen Einheiten im südlichen Kessel.
Zwei Tage später ergaben sich auch die ausgezehrten Truppen im Nordkessel der Stadt, das einem Trümmerfeld glich.
Fazit: ...Hitlers Sommeroffensive
Eine am 12. Dezember begonnene Offensive der eilig unter dem Befehl von Erich von Manstein zusammengestellten Heeresgruppe Don - bei dem sich Panzerverbände von Generaloberst Hermann Hoth Stalingrad auf 48 Kilometer näherten - wurde aufgrund des sowjetischen Widerstands nach neun Tagen abgebrochen.
Mit seinem am 23. Dezember erneuerten Durchhaltebefehl überließ Hitler die 6. Armee schließlich ihrem Schicksal.
Etwa 150.000 deutsche Soldaten waren im Kessel den Kämpfen, der Kälte oder dem Hunger zum Opfer gefallen. Rund 91.000 Mann gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der vielleicht 6.000 Überlebende bis 1956 nach Deutschland zurückkehrten. Auf sowjetischer Seite waren vermutlich mehr als 400.000 Soldaten ums Leben gekommen.
Die erste für die Wehrmacht vernichtende Niederlage im Krieg gegen die Sowjetunion veränderte die Kriegssituation nachhaltig. Das Gesetz des Handelns ging nunmehr auf die Rote Armee über.
Weitreichender als die militärischen Folgen waren die Auswirkungen auf die Moral der deutschen Bevölkerung. Ein Großteil der von der Dimension dieser Niederlage erschütterten Deutschen erkannte den Wendepunkt des Krieges an der Ostfront. Auch der Versuch der deutschen Führung, den Untergang der 6. Armee als grandioses Heldenepos darzustellen sowie die Ausrufung des "Totalen Krieges" durch Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 beseitigten die aufkommenden Zweifel am deutschen Endsieg nicht. Vielmehr war unmittelbar nach Ende der Kämpfe in Stalingrad in deutschen Großstädten die Jahreszahl "1918" zu lesen - unter Lebensgefahr auf Hauswände gepinselt, als Mahnung an die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg.
Schauplatz U-Boot-Krieg: ... 1941 bis 1942
Durch die Eroberung von Enigma-Maschinen und Codebüchern von deutschen U-Booten wie U110 und U559 konnten die Briten die deutschen Marine-Funksprüche lesen, was die Geleitzüge der Alliierten vor U-Boot-Angriffen schützte und die Versenkungszahlen drastisch reduzierte.
Wie Enigma den U-Boot-Krieg beeinflusste:
- Anfängliche Überlegenheit der U-Boote: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren deutsche U-Boote sehr erfolgreich, da sie durch verschlüsselte Kommunikation ihre Angriffe und Positionen geheim halten konnten.
- Das Enigma-System der Kriegsmarine: Die Kriegsmarine nutzte die Enigma-Maschine zur Verschlüsselung ihrer Funksprüche, die von den alliierten Codeknackern in Bletchley Park entschlüsselt wurden.
- Die entscheidende Wende durch Bergungen:
- Im Mai 1941 wurde bei der Kaperung des U-Bootes U110 eine Enigma-Maschine und wichtige Codebücher erbeutet.
- Später, im Jahr 1942, war die Entschlüsselung der neuen Enigma-M4 der Marine-Einheiten durch die Bergung von Maschinen und Codebüchern von U559 entscheidend.
- Auswirkungen der Entschlüsselung:
- Durch die Entschlüsselung der Nachrichten konnten die Alliierten die Pläne der deutschen U-Boote voraussehen.
- Die Alliierten konnten ihre Konvois umleiten oder schützen, wodurch die U-Boot-Erfolge stark zurückgingen.
- Der U-Boot-Krieg wurde quasi entschieden, da die deutsche Marine-Kommunikation nicht mehr geheim war.
Kriegsschauplatz Nordafrika: ... 1940 bis 1943
Die italienische Offensive...
Ähnlich wie auf dem europäischen Kriegsschauplatz mussten die Italiener in Nordafrika schwere Rückschläge gegen die Briten hinnehmen.
Die italienische Offensive gegen Ägypten im September 1940 kam bereits nach 100 Kilometern infolge der Zerstörung der Nachschubbasen in Libyen und Ägypten zum Erliegen. In der folgenden britischen Gegenoffensive gerieten gegen Ende des Jahres 1940 130.000 Italiener in britische Gefangenschaft.
Das Deutschen Afrikakorp:
Der deutsche Generalleutnant Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Auftrag, mit zwei Infanteriedivisionen und einer Panzerdivision des neu aufgestellten Deutschen Afrikakorps den erfolglosen Bündnispartner (Italien) bei dessen Verteidigung zu unterstützen.
Er hielt eine defensive Haltung für unangebracht, stattdessen wollte er angreifen.
Am 31. März befahl er den Vormarsch. Schon am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlibyschen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und beinahe kampflos geräumt worden war.
Nach drei erfolglosen Angriffen musste Rommel vorerst die Eroberung Tobruks zurückstellen. Auch weitere Vorstöße konnten auf Grund von Versorgungsengpässen nicht durchgeführt werden, sodass beide Seiten zu einem Stellungskrieg übergingen.
Im November 1941 griffen die Briten wieder an, wobei es der Besatzung der Stadt endlich gelang, den Belagerungsring zu sprengen. Am 7. Dezember zog sich das Afrikakorps zur Gazala-Linie (60 km weiter westlich) zurück.
Nachdem Tobruk einer Eroberung durch das Afrikakorps zweimal widerstanden hatte, griff Rommel erst im Mai des nächsten Jahres wieder an (s. Unternehmen Theseus).
Nach schweren Panzergefechten gelang es den Achsenmächten, am 10. Juni 1942 Bir Hacheim einzunehmen. Danach wurden Stadt und Festung Tobruk am 20. Juni besetzt, wofür Rommel als jüngster Offizier der Wehrmacht die Beförderung zum Generalfeldmarschall erhielt.
Die deutschen und italienischen Erfolge wurden durch die Verlegung großer Teile der britischen Mittelmeerflotte in den Indischen Ozean für den Krieg gegen Japan begünstigt. Ziele des weiteren Vormarsches durch die Libysche Wüste waren Alexandria und der Suezkanal. Kurz vor der ägyptischen Bahnstation von El-Alamein hatten die Briten einen 7 Kilometer breiten Verteidigungsgürtel zwischen Mittelmeer und Qattara-Senke aufgebaut, in dem bei der ersten Schlacht von El-Alamein die Offensive der Achsenmächte steckenblieb (Juli 1942).
Am 23. Oktober 1942 befahl der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery den Gegenangriff zur zweiten Schlacht von El-Alamein.
Das zahlenmäßig unterlegene Afrikakorps musste den Rückzug antreten.
Die Lage der deutschen und italienischen Truppen in Nordafrika wurde aussichtslos, nachdem am 8. November 1942 in der Operation Torch alliierte Truppen in Casablanca und Algier gelandet und somit die Truppen der Achsenmächte in Nordafrika von zwei Seiten in die Zange genommen waren. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand, am 23. Januar 1943 Tripolis.
Deutsche und italienische Truppen waren bereits im November 1942 in das französische Protektorat Tunesien eingerückt, um die in Marokko und Algerien angelandeten Briten und US-Amerikaner aufzuhalten. Im Februar 1943 konnte Rommel den US-Amerikanern in der Schlacht am Kasserinpass nahe der tunesisch-algerischen Grenze noch eine schwere Niederlage zufügen, deren weiteres Vordringen dennoch nicht aufhalten.
Im März und April wurden die Truppen der Achsenmächte im Tunesienfeldzug eingekesselt. Lediglich an der Mareth-Linie in Südtunesien wurde noch erbitterter Widerstand geleistet.
Kapitualtion:
Am 12. Mai 1943 – Rommel war inzwischen aus Nordafrika abberufen worden – kapitulierte dessen Nachfolger, General Hans-Jürgen von Arnim, in Hammamet auf der Halbinsel Kap Bon.
Am 13. Mai ergab sich auch die italienische 1. Armee.
Etwa 100.000 deutsche und 150.000 italienische Soldaten gerieten in Gefangenschaft.
Die deutsche Bevölkerung: ... "zweites Stalingrad"
Die deutsche Bevölkerung reagierte entsetzt auf die hohen deutschen Verluste in Nordafrika, die als endgültige Kriegswende gedeutet wurden. Hinter vorgehaltener Hand wurde von einem "zweiten Stalingrad" oder von "Tunisgrad" gesprochen.
Bilanz:
Auch die Gesamtbilanz des Krieges in Nordafrika wies eindeutige Sieger aus: US-Amerikaner, Briten und Franzosen hatten insgesamt etwa 220.000 Mann an Gefallenen, Verwundeten und Vermissten einschließlich Gefangenen zu beklagen.
Bei Deutschen und Italienern summierten sich die Verluste auf 620.000 Mann.
Italien: 1943 und 1944
Nach dem Erfolg in Nordafrika entschieden sich Großbritannien und die USA zunächst für eine Landung auf Sizilien, um dadurch den Seeweg zwischen Ägypten und Gibraltar zu öffnen – was zu einer Verkürzung der bisherigen Schifffahrtsrouten um Afrika herum führen würde.
Die sowjetische Führung hätte bevorzugt, wenn Briten und Amerikaner die zweite Front in Frankreich eröffnet hätten, weil sie sich davon eine stärkere Entlastung für die eigene Front erhoffte.
Churchill lehnte ab, weil es für eine Invasion im Westen im Jahre 1943 aus seiner Sicht noch zu früh sei.
Aber auch nach einer Landung im Süden Europas wäre dem Deutschen Reich eine Verstärkung der Ostfront im Sommer 1943 nicht mehr möglich gewesen.
Amerikaner und Briten landen auf Sizilien:
Am 10. Juli 1943 landeten Amerikaner und Briten unter dem Oberbefehl Dwight D. Eisenhowers im Südosten Siziliens (Operation Husky).
Daraufhin brach Hitler am 13. Juli den Angriff auf Kursk (Unternehmen Zitadelle) ab und verlegte am 17. Juli gegen den Willen Mansteins das II. SS-Panzerkorps aus Russland nach Italien.
So zeigte die Landung auf Sizilien Wirkung, wenn sie auch nicht die von Stalin gewünschte zweite Front war.
Mussolini wird verhaftet...
Der Große Faschistische Rat (Italien) beschloss auf einer Sitzung am 24. Juli 1943 mit 28:19 Stimmen die Rückkehr Italiens zu verfassungsmäßigen Zuständen. Die Mehrheit versprach sich davon bessere Bedingungen der Alliierten im Falle einer Kapitulation Italiens.
Am folgenden Tag ließ König Viktor Emanuel III., in Absprache mit Dino Grandi und dessen Verbündeten, Mussolini nach einem Besuch im Königspalast von Carabinieri verhaften.
Als neuer Ministerpräsident wurde Pietro Badoglio ernannt.
Waffenstillstand von Cassibile:
Im Unternehmen "Lehrgang" verließen am 17. August 39.000 deutsche und 62.000 italienische Soldaten Sizilien und setzten über die Straße von Messina auf das italienische Festland über.
Dort landeten am 3. September bei Reggio Calabria zwei britische Divisionen gegen nur geringen Widerstand der Verteidiger.
Am selben Tag schloss die neue italienische Regierung mit den Alliierten den Waffenstillstand von Cassibile, der fünf Tage später von Eisenhower über "Radio Algier" bekanntgegeben wurde.
Deutsche Fallschirmjäger befreien Mussolini:
Daraufhin wurde der Fall Achse ausgelöst, in dem 20 deutsche Divisionen die Hälfte des italienischen Heeres entwaffneten und internierten.
Am 12. September gelang es 72 deutschen Fallschirmjägern in einer Kommandoaktion, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien.
Er proklamierte die Repubblica Sociale Italiana, die er von der kleinen Stadt Salò am Gardasee aus führte, und ließ den Kampf gegen die Alliierten an deutscher Seite fortsetzen.
Als sich die auf der griechischen Insel Kefalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September etwa 5000 Italiener gefangen genommen und von deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen.
Italiens Badoglio-Regierung erklärt dem Deutschen Reich den Krieg:
Am 13. Oktober erklärte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg. An der Seite der offiziellen italienischen Verbände operierte eine Partisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern.
Vormarsch der Alliierten in Süditalien:
Der Vormarsch der Alliierten in Süditalien erfolgte nur sehr langsam.
Deutsche Soldaten verteidigten ihre Stellungen bis zum Äußersten, während im Hinterland schon die nächsten Verteidigungsstellungen ausgehoben wurden.
An der Gustav-Linie zwischen Ortona an der Adria und dem Golf von Gaeta am Tyrrhenischen Meer blieben im Winter 1943/44 die alliierten Angriffe erfolglos.
Auch eine US-amerikanische Landung (Ende Januar 1944), nördlich im Rücken der Gustav-Linie, führte nicht zum Ziel.
Zusätzliche deutsche Divisionen wurden nach Italien verlegt.
Drei Monate später, am 18. Mai, eroberten alliierte Truppen das Gebiet um Monte Cassino. Nachdem dieses Hindernis überwunden war, vereinten die Alliierten am 25. Mai ihre beiden Fronten nördlich und südlich der Gustav-Linie und begannen, weiter nach Norden vorzurücken.
Die Hoffnung der Alliierten, die Wehrmacht danach bis in die Alpen zurückdrängen zu können, wurde an der Verteidigungslinie im nördlichen Apennin zwischen La Spezia am Mittelmeer und Rimini an der Adria vorerst zerschlagen, sodass...
1944 der Krieg in Italien "noch längst nicht zu Ende war,
...aber...
....am Ausgang dieses Kampfes konnte es im Frühsommer 1944 keine ernsthaften Zweifel mehr geben."
Beteiligung Brasiliens am Krieg in Italien
Seit dem 2. Juli 1944 beteiligten sich auch brasilianische Truppen nach deren Landung in Neapel an der Campanha da Italia, in deren Verlauf sie bis Susa (Piemont) in Norditalien am 2. Mai 1945 gelangten.
Anlass für die Beteiligung Brasiliens am Zweiten Weltkrieg waren die Versenkungen von 13 brasilianischen Frachtern und fünf Handelsschiffen im Südatlantik durch deutsche U-Boote im Jahre 1942, durch die 607 Brasilianer ums Leben kamen.
Von Stalingrad bis Leningrad: ... Oktober 1942 bis März 1944
Die Schlacht von Stalingrad war, nach der Niederlage gegen die Briten in der zweiten Schlacht von El Alamein Anfang November 1942, die zweite, noch größere Katastrophe der deutschen Wehrmacht.
"Unternehmen Zitadelle" – Kursk 1943
Im Juli 1943 wollen Adolf Hitler und seine Generale bei Kursk noch einmal einen großen Sieg gegen die Rote Armee erzwingen. "Die besten Verbände, die besten Waffen" sollen den Erfolg der am 5. Juli beginnenden Operation garantieren. Knapp 800.000 Soldaten mit 2.500 Panzern und Sturmgeschützen bietet die Wehrmacht noch einmal auf. Doch die letzte deutsche Großoffensive des Zweiten Weltkriegs im Osten scheitert.
Panzer an Panzer bei Prochorowka:
Zwar können die Deutschen die nominelle Überlegenheit der Sowjets zum Teil durch bessere Waffen und bessere taktische Fähigkeiten ausgleichen, doch die tief gestaffelten sowjetischen Verteidigungsstellungen und Minenfelder im Kursker Bogen verhindern ein zügiges Vorankommen der deutschen Soldaten.
Lediglich im Süden gelingt es, die sowjetische Front 50 Kilometer tief einzudrücken.
Bei dem Ort Prochorowka kommt es am 11. und 12. Juli zur größten Panzerschlacht der gesamten Operation, bei der sich die gegnerischen Panzer auf nächste Distanz umkurven, gegenseitig abschießen und sogar rammen. Trotz ihrer Überlegenheit bei Prochorowka gelingt es den deutschen Verbänden aber nicht, den Kursker Frontbogen abzuschneiden.
Abbruch nach starken Gegenoffensiven:
Als die Sowjetarmee am 12. Juli nördlich des Bogens bei Orel die deutsche Front durchbricht und wenige Tage später südlich davon eine Großoffensive in Richtung Donezk beginnt, bricht das Oberkommando des Heeres das "Unternehmen Zitadelle" am 16. Juli ab.
Über 54.000 Mann an Gefallenen, Verwundeten und Vermissten haben die Deutschen bis dahin zu beklagen. Bis zum 23. August steigen die deutschen Gesamtverluste an der Ostfront sogar auf über 200.000 Mann. Die sowjetische Seite verliert bis zum 16. Juli sogar fast 178.000 und bis zum 23. August rund 863.000 Soldaten in der Kursker Schlacht sowie bei den anschließenden Operationen.
Der Krieg erreicht erstmals deutschen Boden...
Während die Sowjetarmee ihre Verluste jedoch auch weiterhin ersetzen kann, ist die Offensivkraft des deutschen Heeres im Osten endgültig gebrochen.
Von nun an geht es nur noch zurück.
Ende 1944 erreicht der Krieg gegen die Sowjetunion, der am 22. Juni 1941 begann, erstmals deutschen Boden.
Von der Invasion bis zum Kriegsende: ... Juni 1944 bis Mai 1945
Westfront, 1944/45
Am Jahresbeginn 1944 übernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire.
Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden.
Während die Alliierten damit beschäftigt waren, riesige Mengen Versorgungsmaterials anzuhäufen, verstärkten die Deutschen ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall.
Operation Overlord:
Der Plan für die Operation Overlord ging auf schon 1941 erarbeitete Invasionspläne (Roundup, Sledgehammer und andere) zurück und war ab 1943 vom COSSAC-Stab unter dem britischen Lieutenant General Sir Frederick E. Morgan für die endgültige Fassung überarbeitet worden.
Am 19. August 1942 hatten rund 6000 Infanteristen der kanadischen 2. Division testweise den Hafen der Stadt Dieppe angegriffen, deren Küste von deutschen Truppen als Teil des Atlantikwalls befestigt worden war.
- Dieppe ist eine französische Stadt im Département Seine-Maritime in der Region Normandie.
Operation Jubilee:
Die Unternehmung (Operation Jubilee) wurde ein Desaster und vorzeitig abgebrochen. Mehr als 900 Kanadier fielen und fast 2000 gerieten in Kriegsgefangenschaft.
Die unterstützende Royal Air Force verlor 106 Flugzeuge – doppelt so viele wie die Luftwaffe. Die Royal Navy verlor 33 amphibische Landungsfahrzeuge. Der Test lieferte wichtige Erkenntnisse für die Operation Overlord im Juni 1944.
Der alliierte Plan sah vor, mit zunächst zwei Armeen (eine amerikanische und eine britisch-kanadische) zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen.
Hitler wird in Sachen Landungspunkt getäuscht...
Hitler und der deutsche Planungsstab waren unzureichend auf die Invasion eingestellt.
Sie erwarteten die Landung am Pas-de-Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Die Küste des Département Calvados, wo die Alliierten schließlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und wenigen MG-Nestern verteidigt. Andere Abschnitte waren trotz der falschen Erwartungen des OKW über den Ort der Invasion schwer befestigt.
Im Invasionsgebiet wurden fünf Landungsabschnitte mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte) sowie Utah und Omaha (US-amerikanische Landungsabschnitte) ausgewählt. Die Bombardierungen der Küste aus der Luft und Beschießungen von See verliefen planmäßig, verfehlten bei Omaha Beach jedoch die erste deutsche Linie. Das führte, zusammen mit der Tatsache, dass die Deutschen dort zwei Divisionen statt der nur einen vermuteten Division platziert hatten, zu sehr schweren Verlusten (etwa 70 Prozent) der ersten Welle der anlandenden Soldaten.
6. Juni 1944: ...D-Day
Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, und danach waren an der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, etwa 6700 Schiffe beteiligt, darunter mehr als 4000 Landungsboote, die insgesamt 175.000 alliierte Soldaten aus den USA, Kanada und Großbritannien sowie rund 200 Franzosen an Land setzten.
Mehr als 11.000 Flugzeuge unterstützten das Unternehmen Overlord mit Luftlandeoperationen. Am frühen Morgen des 6. Juni starteten zwei US-Luftlandedivisionen zu ihren Einsätzen in das Hinterland der französischen Küste am Ärmelkanal.
Wegen des überraschend starken deutschen Flakfeuers und wegen Navigationsfehlern erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, sodass die Fallschirmspringer über weiten Teilen der Halbinsel Cotentin abgesetzt wurden.
Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur sehr langsam voran. Andererseits gelang es der deutschen Seite aufgrund der alliierten Luftüberlegenheit und des großflächig zerstörten Schienennetzes nicht, schnell zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen.
2te Invasion an der Côte d'Azur...
Am 15. August begann eine zweite Invasion in Südfrankreich an der Côte d'Azur zwischen Toulon und Cannes (Operation Dragoon).
An der Landung waren 880 alliierte Seeschiffe beteiligt, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1370 Landungsboote sowie ungefähr 5000 Flugzeuge. Drei US-amerikanische Divisionen bildeten die Angriffstruppen.
Die US-amerikanischen und französischen Truppen stießen kaum auf Widerstand und rückten zügig durch das Rhône-Tal nach Norden vor. Im September hatten sie bereits die Vogesen und das Elsass erreicht.
Weiterer Verlauf der Kämpfe an der Westfront...
In der Normandie unternahmen die US-Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopf-Abschnitt (→ Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zur Abschnürung der Cotentin-Halbinsel bis nach Avranches führte.
- Der Cotentin ist eine französische Halbinsel am Ärmelkanal. Sie liegt im Département Manche in der Region Normandie.
Im Osten konnten US-amerikanische Einheiten bei Saint-Lô nach anfänglicher Verzögerung schnell die deutsche Front durchbrechen.
- Saint-Lô ist eine französische Stadt und Präfektur des Départements Manche in der Region Normandie.
Am 6. August starteten die Deutschen zwar unter dem leitenden Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, einen Gegenangriff bei Mortain (→ Unternehmen Lüttich). Dieser wurde schon nach zwei Tagen gestoppt, was mit Hilfe der nördlich kämpfenden Briten und Kanadier zum Kessel von Falaise führte.
- Mortain ist eine Ortschaft in der Region Normandie.
Paris wird kampflos zurückgegeben...
Der deutsche Stadtkommandant von Paris, General Dietrich von Choltitz, ignorierte mehrere Befehle Hitlers, Paris bis zum letzten Mann zu verteidigen und dann zu zerstören.
Er ergab sich mit seinen Truppen aus Mangel an Waffen kampflos.
Materialfülle und Luftüberlegenheit der Alliierten: ...Durchbruch an der Westfront
Wegen der enormen Materialfülle und absoluten Luftüberlegenheit konnten deutsche Truppenansammlungen zu jeder Zeit zerschlagen werden und die Alliierten kamen in der Folgezeit recht zügig voran.
Letzte deutsche Widerstände...
Während der Luftlandeoperation Market Garden bei und in Arnheim konnte das II. SS-Panzerkorps US-amerikanischen, britischen und polnischen Soldaten noch einmal eine schwere Niederlage beibringen.
Zwar überdehnten die allierten Soldaten bei ihrem schnellen Vorstoß zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien; aber nach dem Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (→ Red Ball Express) gelang es ihnen, den in großen Mengen benötigten Treibstoff bereitzustellen.
Bereits am 3. September fiel Brüssel und am Tag Antwerpen an die Allierten.
U-Boot-Krieg:
Nach dem Verlust der Häfen am Ärmelkanal setzte die deutsche Marine ihren U-Boot-Krieg von Norwegen aus fort.
"Wunderwaffen" V1 und V2 auf London:
Bis zum 1. September griffen die Deutschen von Abschussrampen in Nordfrankreich aus mit Marschflugkörpern (V1) und Raketen (V2) London an. Beide Typen, von denen rund 7500 bzw. 3200 gestartet wurden, waren für die Bekämpfung von Einzelzielen zu ungenau und konnten daher nur gegen große Städte eingesetzt werden. In London kamen durch Angriffe mit der V1 über 6000 Menschen ums Leben.
Die 1te deutsche Großstadt fällt...
Am 21. Oktober eroberten US-Soldaten nach heftigen Kämpfen Aachen als erste deutsche Großstadt.
Sie stießen von dort später bis zur Rur vor.
Die Schlacht im Hürtgenwald:
- Hürtgenwald ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, die zum Kreis Düren gehört.
Die Schlacht im Hürtgenwald von Oktober 1944 bis Februar 1945 wurde die längste Schlacht, die je auf deutschem Boden stattfand. Insgesamt fielen 35.000 deutsche und US-amerikanische Soldaten. Das stark bewaldete, hügelige Gebiet und das nasskalte Wetter begünstigten die deutschen Verteidiger, sodass die US-Soldaten ihre materielle Überlegenheit nicht ausspielen konnten.
Erst im Februar 1945 gelang es der US-Armee, weiter zum Rhein vorzurücken.
Auch im Süden, in Lothringen und im Elsass, blieb es bei Teilerfolgen für die Alliierten: die Festung Metz und Straßburg wurden besetzt.
Ardennenoffensive:
Am 16. Dezember eröffneten die Deutschen die Ardennenoffensive, um die Oberhand im Westen zurückzugewinnen.
Die Alliierten verloren dabei 76.000, die Deutschen 90.000 Mann.
Die Operationsziele der deutschen Angreifer, die Fronten der Alliierten zu spalten, in breiter Front nach Belgien vorzustoßen und den alliierten Nachschubhafen Antwerpen zu besetzen, konnten nach Anfangserfolgen nicht erreicht werden.
Walter Model sagte am 23. Dezember zu Albert Speer, die Offensive sei gescheitert. Guderian, Generalstabschef des Heeres, schrieb rückblickend, am 24. Dezember 1944:
....sei "jedem Soldaten [mit] Augen im Kopf" das Scheitern klar gewesen.
Weiteres von der Westfront...
Ende Dezember 1944 erreichten US-Truppen ihre in Bastogne eingekesselten Kameraden.
Am 1. Januar 1945 scheiterte das Unternehmen Bodenplatte (ein Überraschungsangriff deutscher Jagdflugzeuge auf 17 Frontflugplätze der Alliierten).
Am 3. Januar starteten die Alliierten trotz extremer Kälte eine Offensive, am 8. Januar genehmigte Hitler Feldmarschall Walter Model schließlich den Rückzug.
Da in der Ardennenoffensive und beim Unternehmen Nordwind (Januar 1945) die letzten nennenswerten deutschen Treibstoffreserven verbraucht wurden, waren danach Heer und besonders die Luftwaffe an allen Kriegsschauplätzen weitgehend bewegungslos, weil ab der zweiten Jahreshälfte 1944 die deutschen Hydrierwerke zur Erzeugung von synthetischen Benzin immer wieder bombardiert wurden. Es nützte daher nichts, dass die deutsche Kriegswirtschaft noch Panzer und Flugzeuge in großen Stückzahlen ausliefern konnte.
US- und kanadische Soldaten überqueren den Rhein:
Am 7. März 1945 erreichten US-Soldaten südlich des Ruhrgebiets die nicht vollständig zerstörte Brücke bei Remagen, sodass sie einen Brückenkopf auf dem rechtsrheinischen Ufer einrichten konnten.
Am 23. März begann die Operation Plunder zur Rheinüberquerung nördlich des Ruhrgebiets bei Wesel mit britischen, US-amerikanischen und kanadischen Soldaten.
Die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Walter Model mit über 320.000 Soldaten – mehr als in Stalingrad – wurde am 1. April im Ruhrkessel eingeschlossen. Damit war der Krieg im Westen, militärisch gesehen, endgültig verloren. Die Heeresgruppe kapitulierte am 18. April, weil zwei Drittel der Soldaten ohne Waffen waren und in hellen Scharen desertierten.
Am selben Tag nahmen US-Truppen Magdeburg ein, einen Tag später Leipzig.
Französische Soldaten in Südwestdeutschland:
Während der Besetzung deutscher Städte in Südwestdeutschland durch französische Soldaten kam es, ...
"insbesondere durch eine Minderheit der gefürchteten Kolonialsoldaten aus Nordafrika, zu ausgiebigen Plünderungen und zahlreichen Vergewaltigungen deutscher Frauen. […]
In Freudenstadt, dem schlimmsten Fall, zogen sich die Plünderungen und Vergewaltigungen über drei Tage hin."
Die französischen Truppen zogen weiter in Richtung Rottweil und Stuttgart.
Britische Armee: ...rückt zügig nach Norddeutschland vor
Zugleich rückte die britische Armee vom Niederrhein aus zügig nach Norddeutschland vor.
US-amerikanische und sowjetische Truppen treffen sich...
Am 25. April trafen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen südlich von Torgau an der Elbe.
Damit waren die auf ihrem Heimatboden und in angrenzenden Gebieten kämpfenden deutschen Truppen in zwei voneinander getrennte Kampfräume gespalten.
Weiteres Vorrücken der Alliierten...
Deutsches Reich:
Am 26. April fiel Bremen an die Briten. In rascher Folge nahmen sie Lübeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai) ein, während britisch-kanadische Truppen in Wismar einmarschierten.
Während die britischen Einheiten Norddeutschland eroberten, drangen US-Truppen rasch nach Süddeutschland und weiter nach Tirol-Vorarlberg vor, "oft als Befreier begrüßt […]. Viele Soldaten ließen sich einfach überrollen und gefangen nehmen." Die Amerikaner besetzten am 30. April München. Stuttgart fiel am 22. April an die französische Armee, die nach Süden bis Vorarlberg vordrang.
Holland:
Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Johannes Blaskowitz, dessen Truppen in Holland eingekesselt waren.
Italien:
Die 7. US-Armee traf am 3. Mai am Brennerpass mit Einheiten der 5. US-Armee zusammen, die von Süden her Oberitalien besetzt hatten.
In Italien wurde Bologna im Rahmen der am 9. April begonnenen alliierten Frühjahrsoffensive am 21. April von polnischen Truppen besetzt und damit der Zugang in die Po-Ebene erkämpft.
Benito Mussolini flüchtete am 25. April vor den Alliierten, die am 27. April Genua besetzten, von Salò aus in Richtung Schweiz.
Einen Tag später ergriffen italienische Partisanen Mussolini in Dongo und erschossen ihn.
Am 29. April wurde in Caserta die Teilkapitulation der deutschen Einheiten in Italien unterzeichnet (Operation Sunrise), die am 2. Mai mittags in Kraft trat.
Am selben Tag marschierten britische Truppen in Triest ein.
Ostfront: ... 1944/45
Operation Bagration:
In zeitlicher Abstimmung mit der Invasion im Westen gelang der Sowjetunion im Juni, Juli und August 1944 mit der Operation Bagration die vollständige Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte. Sie gilt mit einem Verlust von 28 Divisionen der Wehrmacht als verlustreichste Niederlage in der deutschen Militärgeschichte.
Die Rote Armee konnte von Weißrussland bis kurz vor Warschau und zur Grenze Ostpreußens vorstoßen.
Am 3. Juli eroberten sowjetische Truppen Minsk zurück,
- Minsk ist die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt in Belarus.
...weiter südlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere sowjetische Offensive bis Lemberg (Ukraine) und an die Weichsel vor.
- "Galizien": eine historische Region im heutigen Polen und der Ukraine
Ab diesem Zeitpunkt war die Wehrmacht nur noch zu hinhaltendem Widerstand gegen die Rote Armee fähig.
Konzentrationslager Majdanek:
Am 23. Juli 1944 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Majdanek als erstes der großen deutschen Vernichtungslager. Dadurch konnten im August auch erstmals westliche Journalisten von einem SS-Vernichtungslager mit Fotografien in der internationalen Presse berichten.
Warschauer Aufstand:
Am 1. August begann der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee, der nach zweimonatigen Kämpfen niedergeschlagen wurde. Obwohl die Rote Armee bereits in unmittelbarer Nähe vor Warschau stand, griff sie nicht in die Kämpfe ein.
Operation Jassy-Kischinew:
Am 20. August begann am Dnister die Operation Jassy-Kischinew der Roten Armee, der ein durchschlagender Erfolg gegen die deutsch-rumänische Heeresgruppe Südukraine gelang.
- Der Dnister ist ein 1352 km langer Zufluss des Schwarzen Meeres. Er durchfließt die Ukraine und die Republik Moldau.
Nach der raschen Einkesselung eines Großteils der rumänischen Armee stürzte am 23. August König Michael durch einen Staatsstreich den Diktator Ion Antonescu und ließ am 24. August die rumänische Armee den Kampf an Deutschlands Seite einstellen.
Slowakische Nationalaufstand:
Als die Wehrmacht am 29. August aufgrund zunehmender Partisanenaktivitäten mit der militärischen Besetzung der Slowakei begann, brach dort der Slowakische Nationalaufstand aus, der von Teilen der slowakischen Armee getragen wurde.
Finnland: ...Waffenstillstand mit der Sowjetunion
Die finnische Regierung schloss am 19. September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion.
Rückzug im Baltikum:
Im Baltikum zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurück.
Sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen erobern Belgrad:
Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad.
OSTPREUSSEN:
In Ostpreußen kam die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfänglichen Erfolgen zum Erliegen.
Die Rote Armee stieß zu Jahresbeginn 1945 in der Schlacht um Ostpreußen in Richtung Ostseeküste vor und erreichte am 27. Januar 1945 in der Nähe von Elbing die Küste, womit Ostpreußen abgeschnitten war.
Der Vormarsch löste eine Flüchtlingslawine aus.
Bei den Verwundeten- und Flüchtlingstransporten über die Ostsee gelangten mehrere Hunderttausend Menschen nach Westen.
Bei der vorrangigen Evakuierung von Militär wurde am 30. Januar das Marinetransportschiff Wilhelm Gustloff mit Tausenden von Flüchtlingen an Bord von dem U-Boot S-13 der Baltischen Flotte torpediert und ging auf Höhe von Stolpmünde unter, wo 11 Tage später die Steuben ebenfalls durch S-13 versenkt wurde.
Die Versenkungen der Gustloff, Steuben, Goya (16. April 1945) und Cap Arcona belegt mit KZ-Gefangenen (3. Mai 1945) mit zusammen mehr als 20.000 Opfern gelten als die größten Katastrophen der Schifffahrt.
- Die Baltische Flotte bzw. Baltische Rotbannerflotte ist eine von vier Hochsee-Flotten der russischen Marine. Sie ist in der Ostsee stationiert.
Befreiung des KZs Auschwitz-Birkenau:
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das von den SS-Wachmannschaften fluchtartig verlassene Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, wo seit 1941 mehr als 1,1 Millionen Juden und Tausende sowjetische Kriegsgefangene ermordet worden waren.
Das Konzentrationslager Auschwitz, war der größte deutsche Komplex aus Gefangenenlagern zur Zeit des Nationalsozialismus. Auschwitz hatte eine Doppelfunktion als Konzentrations- und Vernichtungslager. Der sukzessive ausgebaute Lagerkomplex bestand aus dem Konzentrationslager Auschwitz I (Stammlager), dem Vernichtungslager Birkenau – Konzentrationslager Auschwitz II, dem Konzentrationslager Monowitz und 47 weiteren Außenlagern. Er befand sich am Westrand der polnischen Stadt Oświęcim (deutsch: Auschwitz) im vom Deutschen Reich annektierten Teil von Polen und wurde von der SS von 1940 bis 1945 betrieben.
Sowjets erreichen die Oder:
Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten Küstrin und damit die Oder. In der Schlacht um Königsberg besetzten die sowjetischen Angreifer am 9. April endgültig die Stadt.
Die Rote Armee vor Berlin:
Die Rote Armee stand nach der Weichsel-Oder-Operation Ende Januar 1945 entlang der Oder und Neiße von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin.
Vom 16. bis 19. April wurde bei den Seelower Höhen eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges geschlagen. Einer Million deutscher Soldaten, viele davon junge, kaum kampferfahrene Rekruten, mit 1500 Panzern, 10.400 Geschützen und 3300 Kampfflugzeugen, von denen viele mangels Treibstoff am Boden bleiben mussten, standen 1 Million sowjetische Soldaten mit 3155 Panzern und 20.130 Geschützen gegenüber. Es war der gewaltigste Feuerschlag des gesamten Krieges: Am ersten Tag wurden 1,2 Millionen Granaten abgefeuert, deren Erschütterungen noch im 60 km entfernten Osten Berlins die Wände beben ließen.
Weiter nördlich, in Pommern, hatte Konstantin Konstantinowitsch Rokossowskis "Zweite weißrussische Front" 1,4 Millionen Soldaten, über 4000 Panzer und 23.000 schwere Geschütze.
- Pommern ist eine Region in den deutschen Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie in den polnischen Woiwodschaften Westpommern, Pommern und Kujawien-Pommern, die von der Ostseeküste und deren vorgelagerten Inseln von knapp 50 km bis zu fast 200 km weit ins Binnenland reicht. Der Name Pommern ist die eingedeutschte Form eines slawischen Landschaftsnamens, der von einer slawischen Phrase mit der Bedeutung "am Meer" abgeleitet ist – vgl. po morzu "am Meer, entlang des Meeres" oder po morze "bis zum Meer" im Polnischen.
Im Süden, an der Neiße, verfügte Iwan Stepanowitsch Konews Erste Ukrainische Front über weitere 1,1 Millionen Soldaten und 2150 Panzer. Aus der Luft wurden alle Fronten von zusammen 7500 Kampfflugzeugen unterstützt.
- "An der Neiße" bezieht sich oft auf Aktivitäten oder Orte in der Nähe des Flusses Neiße, der die Grenze zwischen Deutschland und Polen bildet.
Unterdessen wurde im Süden der sowjetische Belagerungsring um Breslau (Polen) am 15. Februar geschlossen, das erst am 6. Mai in die Hände der Roten Armee fiel.
Kampf um Berlin: ...
Fünf Tage nach dem Angriffsbeginn an der Oder erreichten am 21. April sowjetische Truppen die nordöstliche Stadtgrenze.
In der Schlacht um Berlin drangen in konzentrischen Angriffen Schukows und Konews Armeen in Richtung Zentrum vor und standen nach der Überwindung von Spree und Landwehrkanal vor der sogenannten "Zitadelle", dem innersten Machtbereich der "Nazi-Führung".
Am 28. April scheiterte der Versuch der 12. Armee unter General Walther Wenck, die Eingeschlossenen zu befreien. Die ihm 1945 unterstellte 12. Armee, die auch unter dem Namen Armee Wenck bekannt wurde, stellte die letzte Hoffnung Adolf Hitlers auf die erfolgreiche Verteidigung der Reichshauptstadt Berlin dar. Den ihm dazu persönlich von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel überbrachten Befehl Hitlers führte er jedoch angesichts der militärischen Lage nicht aus.
Hitlers Selbstmord:
Am 30. April tötete sich Adolf Hitler selbst im Führerbunker unter dem Garten der Reichskanzlei.
Roten Armee erobert das Reichstagsgebäude...
Am selben Tag eroberten Einheiten der Roten Armee das Reichstagsgebäude, für die Sowjetunion das Symbol Hitler-Deutschlands.
"Mehr Kämpfe":
Die Kämpfe, die an Intensität zum Ende hin immer mehr zunahmen, konzentrierten sich nun auf:
- die Flaktürme am Zoobunker
- das Tiergartenviertel
- den Bendlerblock (Gebäudekomplex der militärische Ämter im Tiergartenviertel beherbergte)
- die Gestapo-Zentrale
- das Reichsluftfahrtministerium
- sowie den Flakbunker Humboldthain.
Der Artilleriebeschuss hatte die Bevölkerung immer enger zusammendrängt, die im Bereich des Hochbunkers beim Anhalter Bahnhof und in den unterirdischen Bahnstationen Schutz gesucht hatte.
- Berlin Anhalter Bahnhof war nach dem Potsdamer Bahnhof der zweitälteste Bahnhof in Berlin und bis Mitte des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Fernbahnhöfe in der Stadt. Die Dachkonstruktion des imposanten Bahnhofsgebäudes wurde bei alliierten Luftangriffen stark beschädigt, während große Teile der Fassade die Bombardements gut überstanden hatten. Trotz starker Proteste in der Öffentlichkeit wurde das Bahnhofsgebäude in den Jahren 1959 bis 1961 abgerissen. Heute erinnert das Fragment des Portikus an den einst berühmten Fernbahnhof. Heute wird noch der gleichnamige Bahnhof der unterirdisch verkehrenden Nordsüd-S-Bahn betrieben.
Die U-Bahn wird geflutet...
In der Nacht zum 2. Mai scheiterten die meisten der zahlreichen Ausbruchsversuche der Verteidiger in Richtung Norden und Westen. Am Morgen des 2. Mai sprengten SS-Einheiten die Decke des Nord-Süd-S-Bahn-Tunnels unter dem Landwehrkanal und in der Folge wurden große Teile des U-Bahn-Netzes geflutet.
KAPITULATION:
Am selben Tag kapitulierte nach Verhandlungen mit General Wassili Tschuikow der deutsche Kampfkommandant Helmuth Weidling mit den letzten Verteidigern der Stadt.
Kurz vor Kriegsende: ... 1945
Norditalien
Am 29. April kapitulierten in Caserta die deutschen Streitkräfte in Norditalien.
Holland
Am 2. Mai 1945 wurde der Waffenstillstand von Achterveld wegen des Hongerwinters in Holland unterzeichnet.
Deutsches Reich:
Einen Tag bevor Hitler sich zusammen mit seiner (tags zuvor angetrauten) Ehefrau Eva Braun am 30. April das Leben nahm, hatte er in seinem politischen Testament Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Propagandaminister Joseph Goebbels zum Reichskanzler bestimmt.
Selbstmord Goebbels...
Reichskanzler Joseph Goebbels nimmt sich am 1. Mai ebenfalls das Leben.
Reichspräsident Dönitz: ...Fortsetzung des militärischen Kampfes
Nach Goebbels Tod am 1. Mai, erklärte Dönitz am selben Tag in einer Rundfunkansprache: ...
...die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen "den vordrängenden bolschewistischen Feind".
Dönitz wollte damit erreichen, dass möglichst viele deutsche Soldaten in amerikanisch-britische statt sowjetische Gefangenschaft gerieten.
2. Mai 1945: ...letzte deutsche Einheiten kapitulieren in Berlin
Nachdem die letzten Einheiten in Berlin am 2. Mai kapituliert hatten, schlug Dönitz sein Hauptquartier am 3. Mai in Flensburg-Mürwik auf und benannte eine Geschäftsführende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk.
Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg bei Lüneburg in Anwesenheit des britischen Feldmarschalls Bernard Montgomery die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande, die am 5. Mai um 8 Uhr in Kraft trat.
Die letzten einsatzfähigen und frei operierenden Einheiten der Wehrmacht streckten wie folgt die Waffen:
- U 234 (Mitte Mai 1945)
- U 530 (Juli 1945),
- U 977 (August 1945)
- sowie der Wettertrupp Haudegen (September 1945).
2ter Weltktieg - ENDE in Deutschland
8. Mai, 23:01 Uhr MEZ: ...bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen
Nachdem Eisenhower das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurückgewiesen hatte, unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in Reims am 7. Mai die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen.
Sie trat am 8. Mai, 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft.
Die Ratifizierung zog sich bis nach Mitternacht hin. Da die Kapitulation ebenfalls erst am 9. Mai in Moskau bekannt gegeben wurde, wurde/wird in der Sowjetunion beziehungsweise in den postsowjetischen Staaten der 9. Mai als Tag des Sieges begangen.
Deutsche Soldaten fürchten sowjetische Gefangenschaft...
Auch nach dem 8. und 9. Mai hörten die Kämpfe und die Gewalt in Europa nicht überall auf.
Es versuchten noch ungezählte deutsche Soldaten verzweifelt aus dem sowjetischen Machtbereich in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete zu gelangen, vor allem solche aus dem böhmisch-mährischen Raum. Der großen Mehrheit gelang dies nicht, zumal die US-Armee sich strikt an die Waffenstillstandsbedingungen hielt und in ihren Bereich gelangte deutsche Soldaten in Lagern festhielt und der Sowjetunion übergab. Im Zuge dessen kam es am 11. Mai 1945 zur Schlacht bei Sliwitz, 60 Kilometer südwestlich von Prag. Als weiteres Rückzugsgefecht ereignete sich am 14. und 15. Mai 1945 die Schlacht von Poljana an der slowenisch-österreichischen Grenze.
Keinerlei Aussicht, der Gefangenschaft zu entgehen, bestand für die eingeschlossene Heeresgruppe Kurland.
Vertreibung der Deutschen...
Auch die millionenfache Vertreibung der Deutschen aus Mittel- und Osteuropa steuerte erst jetzt auf ihren Höhepunkt zu, es geschahen dabei ungezählte Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morde.
Weitere Kämpfe...
Weitere Kämpfe gab es in Griechenland, wo der Zweite Weltkrieg de facto nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg überging.
In der westlichen Ukraine, wo die Ukrainische Aufständische Armee bis etwa 1954 weiter gegen die Rote Armee kämpfte.
Osteuropa ist "Stalin-Land":
Indes fiel ganz Osteuropa unter die Diktatur Stalins.
Stalin verkündete am 9. Mai den "Völkern der Sowjetunion", man feiere den Sieg, habe aber nicht die Absicht, "Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten".
Der Oberste Sowjet hob in einer einseitigen Erklärung den Kriegszustand mit Deutschland erst am 25. Januar 1955 auf.
Die drei Hauptsiegermächte feiern:
Die drei Hauptsiegermächte, die Sowjetunion, die USA und Großbritannien, feierten mit großen Militärparaden in Europa bzw. in den USA den Sieg über Deutschland und Japan:
- Parade des Sieges in Moskau am 24. Juni 1945
- New York City Victory Parade am 12. Januar 1946
- London Victory Celebrations am 8. Juni 1946
Japanische Kapitulation: ...2. September 1945
Die Kapitulation des japanischen Kaiserreichs am 2. September 1945 beendete die letzten zwischenstaatlichen Feindseligkeiten des Zweiten Weltkriegs, nachdem der Krieg in Europa bereits mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai vorüber war.
Die in China und Südost-Asien kämpfenden Streitkräfte des Kaiserreichs Japan mit ca. einer Million Mann kapitulierten erst am 9. bzw. 12. September 1945.
Spätestens seit Ende Juli 1945 war die Kaiserlich Japanische Marine nicht mehr zu größeren Operationen in der Lage und eine alliierte Invasion der japanischen Hauptinseln erschien wahrscheinlich. Trotz öffentlicher Bekundungen, bis zum Ende zu kämpfen, suchten Japans militärische Führer, der Oberste Kriegsrat, informell Kontakt zur noch neutralen Sowjetunion, damit diese einen Frieden verhandle, der für Japan vorteilhafter wäre als die von den USA und Großbritannien geforderte bedingungslose Kapitulation.
VORGESCHICHTE:
USA vs. Japan:
Ab 1944 begann die Erfolgszeit der US-amerikanischen Task Forces, die mit schnellen Trägerraids überraschend vor der Küste Japans auftauchten und fast nach Belieben Ziele aller Art angriffen. Die Japaner reagierten mit dem Einsatz von Kamikaze-Fliegern und bemannten Kaiten-Torpedos. Die von den Japanern erwarteten hohen Verluste US-amerikanischer Kriegsschiffe blieben aus.
Nach der Eroberung der Marianen-Inseln im Sommer 1944 lag Japan innerhalb des Aktionsradius der neuen Boeing B-29 der USAAF. Die US-Luftwaffe ging zu nächtlichen Flächenbombardements aus relativ geringer Höhe auf die überwiegend aus Holz gebauten japanischen Städte über, bei denen hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Beim größten Angriff dieser Art starben in Tokio in der Nacht zum 9. März 1945 etwa 85.000 Menschen, mehr als bei jedem anderen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg und fast so viele wie durch den Atombombenangriff auf Hiroshima. Weitere Luftangriffe zerstörten bis Kriegsende zahlreiche japanische Großstädte.
Bei der Operation Hailstone wurde am 17. Februar 1944 der wichtige japanische Flottenstützpunkt Truk auf den Karolinen angegriffen. Dabei konnten zwölf Torpedobomber des US-Trägers Enterprise beim ersten radargestützten Nachtangriff die in der Lagune liegenden japanischen Schiffe angreifen. Trotz heftigen Abwehrfeuers konnten diese nur ein US-Flugzeug abschießen. Mit Verlusten von über 200.000 BRT und schweren Schäden an den Einrichtungen wird dieser Angriff auch als Pearl Harbor der Japaner bezeichnet.
Die Rückeroberung der Philippinen erwies sich als langer und verlustreicher, sechs Monate dauernder Feldzug (Oktober 1944–März 1945). Den US-amerikanischen Verlusten, 8.000 Mann, standen disproportional höhere japanische Verluste wie meist im Pazifikkrieg gegenüber: Allein auf der Insel Luzon fielen 190.000 Japaner.
Bei den Kämpfen auf den japanischen Inseln Iwojima und Okinawa wurden US-Schiffe von einer großen Zahl Kamikaze-Fliegern angegriffen. Die US-Streitkräfte verloren fast 7.300 Marines und etwa 5.000 Seeleute und Piloten. 36 Schiffe der US Navy sanken, und fast 400 Flugzeuge wurden zerstört. Die Japaner verloren 113.000 Soldaten und mit den Kamikazemaschinen rund 7.800 Flugzeuge.
"Little Boy" und "Fat Man" demoralisieren Japan:
Die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 waren die bislang einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg.
Nach den Kämpfen auf Iwojima und Okinawa wurde mit einem B-29-Bomber, der von Tinian aus gestartet war, am 6. August 1945 die erste Atombombe "Little Boy" über Hiroshima abgeworfen. Kurz darauf, am 9. August, wurde die zweite "Fat Man" über Nagasaki gezündet.
In Hiroshima waren 70.000–80.000 Menschen sofort tot, in Nagasaki etwa 20.000.
Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt ca. 100.000 Menschen sofort – fast ausschließlich Zivilisten und von der japanischen Armee verschleppte Zwangsarbeiter. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den nächsten Jahren kamen etliche hinzu. Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer – einschließlich der an Strahlenkrankheiten und -verletzungen Verstorbenen – bisher mit 344.306 für Hiroshima und mit 198.785 für Nagasaki an (Stand: August 2024).
Sechs Tage nach dem zweiten Bombenabwurf gab Kaiser Hirohito mit der Rede vom 15. August die Beendigung des "Großostasiatischen Krieges" bekannt.
Mit der Kapitulation Japans endete am 2. September der Zweite Weltkrieg auch in Asien, nachdem er in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits seit dem 8. Mai 1945 vorüber war.
Der Einfluss der Atombombenabwürfe auf die Kapitulation und ihre ethische Vertretbarkeit werden auch heute noch kontrovers diskutiert.
Sowjetunion vs. Japan:
8. August 1945 - Sowjetunion erklärt Japan und seinen Verbündeten den Krieg
Zwischenzeitlich bereitete die Sowjetunion bereits den für spätestens drei Monate nach dem Kriegsende in Europa gemäß den Abkommen der Teheran-Konferenz (Ende November 1943) und der Konferenz von Jalta (Anfang Februar 1945) vereinbarten Kriegseintritt gegen Japan und seine Verbündeten vor. Am späten Abend des 8. August erklärte die Sowjetunion unter Verletzung ihres Neutralitätspakts mit Japan dem Kaiserreich und seinen Verbündeten den Krieg.
Nachdem am 6. August die Vereinigten Staaten den Atombombenabwurf auf Hiroshima durchgeführt hatten, begann am 9. August die sowjetische Invasion der Mandschurei, wobei die Rote Armee den japanischen Marionettenstaat Mandschukuo und japanische Positionen auf den Kurilen angriff, gleichzeitig mit dem Atombombenabwurf auf Nagasaki durch die Vereinigten Staaten.
ERGEBNIS: ...Kapitulation
Das Zusammenspiel all dieser für die japanischen Kriegsanstrengungen katastrophalen Ereignisse führte dazu, dass Tennō Hirohito dem Obersten Kriegsrat befahl, die Bedingungen der Potsdamer Erklärung zu akzeptieren und zu kapitulieren. Nach mehreren Tagen intensiver Debatten und im Geheimen geführter Diskussionen sowie einem versuchten Putsch hielt Hirohito am 15. August eine reichsweit ausgestrahlte Radioansprache, in der er die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs vor den Alliierten bekannt gab.
Am 28. August begann die Besatzungszeit in Japan durch die Truppen des Supreme Commander for the Allied Powers.
Die Kapitulationszeremonie fand am 2. September an Deck des amerikanischen Schlachtschiffes Missouri statt. Dabei unterzeichneten Vertreter der japanischen Regierung und der jeweiligen alliierten Streitkräfte die Kapitulationsurkunde, die die Feindseligkeiten offiziell beendete. In der Folge wurde in vielen Ländern auf der ganzen Welt der V-J Day gefeiert.
Einzelne japanische Soldaten wurden von der Nachricht nicht erreicht beziehungsweise glaubten ihr nicht und führten für weitere Monate oder Jahre, in einzelnen Fällen sogar Jahrzehnte, ihren Widerstand fort. Diese Soldaten wurden als so genannte Holdouts bekannt.
Der Kriegszustand zwischen Japan und den Alliierten endete offiziell am 28. April 1952 mit Inkrafttreten des am 8. September 1951 unterzeichneten Friedensvertrages von San Francisco.
Kriegsverbrechen
Rassenmorde...
Im Kriegsverlauf wurden nach entsprechenden Befehlen zahlreiche Kriegsverbrechen an Juden, Sinti und Roma und Osteuropäern von deutschen Truppen verübt.
Kriegsgefangene...
Während der Leningrader Blockade verhungerten mehr als eine Million Menschen. In deutschen Sammellagern starben über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene.
- Als Leningrader Blockade wird die Belagerung Leningrads (seit 1991 wieder Sankt Petersburg) durch die deutsche Heeresgruppe Nord und spanische Truppen (Blaue Division) während des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Im Norden riegelten Finnische Truppen die Stadt ab. Die Belagerung dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, also 872 Tage (ca. 28 Monate).
Es waren keine Vorbereitungen für deren existenzsichernde Unterkunft und Versorgung getroffen worden, obwohl das Oberkommando der Wehrmacht schon im März 1941 für die Wochen nach dem Überfall, den Sommer und Herbst 1941, mit zwei bis drei Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen gerechnet hatte. Die Wehrmacht ließ sie aus Gleichgültigkeit oder gezielt verhungern; sie starben an Krankheiten, Misshandlungen, bei der Zwangsarbeit oder wurden ermordet.
"Morale bombing"...
Das "Morale bombing" (auf den gegnerischen Durchhaltewillen abzielende Bombardierungen) auf die Zivilbevölkerung war zu jeder Zeit – auch während des Krieges – geächtet und diskutiert. Die Alliierten behaupteten (wahrheitswidrig) in ihrer Propaganda, dass sich die Luftangriffe ausschließlich gegen Industrien richtete.
"Von Essen abgesehen, haben wir niemals ein besonderes Industriewerk als Ziel gewählt. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt."
Die nationalsozialistische Propaganda wiederum erklärte, die deutschen Luftangriffe auf zivile Ziele seien "nur" Vergeltungsmaßnahmen; man hätte von sich aus den Kampf niemals auf kriegsunwichtige Gebiete ausgedehnt.
Vergewaltigungen...
Wehrmacht:
Truppen der Achsenmächte und der Alliierten verübten in den meisten vom Krieg betroffenen Ländern Vergewaltigungen. In der Wehrmacht wurden 5349 Soldaten wegen Sexualverbrechen verurteilt. Wie groß die Zahl der tatsächlich von Soldaten der Wehrmacht begangenen Vergewaltigungen war, lässt sich aufgrund des mangelnden Interesses der Wehrmachtführung an Strafverfolgungen und der "dürren Quellenlage" nicht seriös schätzen.
Rote Armee:
Auch über das Ausmaß der sexuellen Übergriffe durch Soldaten der Roten Armee während ihres Vormarsches auf deutschem Territorium lässt sich nur spekulieren, da keine nur annähernd gesicherten Befunde darüber vorliegen. Der Statistiker Gerhard Reichling schätzt, dass 1,9 Millionen deutsche Frauen und Mädchen während des Vormarsches bis Berlin von Männern der Roten Armee vergewaltigt worden seien, davon 1,4 Mio. in den ehemaligen Ostgebieten, während ihrer Flucht und Vertreibung und 500.000 in der sowjetischen Besatzungszone. Historiker wie Norman Naimark gehen von Zehntausenden, wahrscheinlicher von Hunderttausenden und möglicherweise von bis zu zwei Millionen Opfern aus.
Westlichen Alliierte:
Für Schätzungen der Zahl der deutschen Frauen, die durch Soldaten der westlichen Alliierten vergewaltigt wurden, gibt es bislang keine ausreichende Grundlage.
Japan:
Von 1932 bis 1945 kam es zu Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch japanische Soldaten in besetzten Gebieten. Die genaue Anzahl der Vergewaltigungen wurde nie ermittelt.
Nur in wenigen Fällen, wie die Massenvergewaltigungen während des Massakers von Nanking, liegen genauere Untersuchungen vor. Die vergewaltigten Frauen und Mädchen wurden nach der Vergewaltigung häufig getötet.
Eine Strafverfolgung durch die japanische Militärjustiz erfolgte nicht.
Die japanische Armee verschleppte zwischen 1932 und 1945 nach Schätzungen 100.000 bis 300.000 Mädchen und Frauen, meist im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, als "Trostfrauen" (ian-fu) in Militärbordelle. Etwa 100.000 davon stammten aus der japanischen Kolonie Korea. Dazu kamen Mädchen und Frauen aus China, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Australien und auch aus Japan. Die Frauen und Mädchen mussten Tag für Tag etwa 30 bis 40 Soldaten zu Diensten sein. Bis zum Kriegsende starben etwa 70 Prozent dieser Frauen an Krankheiten, Folter oder Hunger. Noch in den letzten Kriegswochen wurden Tausende der "Trostfrauen" ermordet.
Massenmorde im deutschen Machtbereich
"Judenfrage"
Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Minderheit war ein immanenter Bestandteil der nationalsozialistischen Politik.
In zeitlicher Übereinstimmung mit der Ausweitung des Krieges durch den Überfall auf die Sowjetunion radikalisierte sich die Haltung gegenüber der Minderheit zur Vernichtungspolitik.
In von der Wehrmacht besetzten Gebieten in Osteuropa ermordeten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Polizeireserveeinheiten und Wehrmachteinheiten unter dem Vorwand der Partisanenbekämpfung Tausende von Juden. Am 18. Dezember 1941 notierte Himmler in seinem Dienstkalender, Hitler habe auf sein Nachfragen das bisherige Vorgehen der Einsatzgruppen bestätigt und befohlen: "Judenfrage / als Partisanen auszurotten".
In einem Befehl Heydrichs an die Einsatzgruppen (17. Juli 1941) wurden Juden automatisch mit Politkommissaren gleichgesetzt. Bis Dezember 1941 wurden von Einsatzgruppen und Soldaten der Wehrmacht gemäß Partisanen- und Kommissarbefehl ungefähr eine halbe Million Menschen ermordet, fast 99 Prozent davon waren Juden.
An vielen Orten unterstützten Wehrmachteinheiten logistisch die Einsatzgruppen. Schon vor Beginn des Feldzuges im Osten gab es Anweisungen, in denen...
"rücksichtsloses und energisches Durchgreifen besonders gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure und Juden" gefordert wurde.
Die Wirklichkeit des Krieges ging noch darüber hinaus, als in den rückwärtigen Heeresgebieten oft ganze Dörfer niedergebrannt und alle Einwohner rücksichtslos erschossen wurden, wenn sie bloß im Verdacht standen, Partisanen Unterschlupf und Essen gewährt zu haben, während die Partisanen selbst rechtzeitig wieder in Wäldern verschwunden waren.
KZs:
Ende 1941/Anfang 1942 entstanden sechs Vernichtungslager im besetzten Polen (Auschwitz-Birkenau, Majdanek, Kulmhof und für die "Aktion Reinhardt" Belzec, Sobibor und Treblinka). In Birkenau (Auschwitz II) wurde ein neues Tötungsmittel verwendet, das von den Ärzten im Euthanasieprogramm bereits im kleineren Umfang erprobt worden war: kristallisierte Blausäure (Zyklon B).
Ende 1942 lebten von 2,3 Millionen Juden im Generalgouvernement keine 300.000 mehr.
Etwa 200.000 Deutsche, die meisten davon Angehörige der Einsatzgruppen und anderer SS-Formationen, waren an den Massenmorden beteiligt.
Deutsche Bevölkerung:
Spätestens im Sommer 1943 hat die große Mehrheit der Deutschen zumindest damit gerechnet, dass die im NS-Herrschaftsbereich lebenden Juden umgebracht werden sollten. Viele hatten Kenntnis von Massenmorden in Osteuropa.
Widerstand:
In einigen Ländern (beispielsweise in Dänemark, wo es zur Rettung der dänischen Juden kam), widersetzten sich die Regierung und/oder die Bevölkerung der Deportation und Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger.
Rotarmisten
Der "Kommissarbefehl" vom 6. Juni 1941 veranlasste Wehrmachteinheiten und Einsatzgruppen zur Tötung von etwa 5000 kriegsgefangenen Rotarmisten mit tatsächlicher oder angenommener politischer Funktion.
Zivilisten
Mindestens 13 Millionen (wahrscheinlich etwa 15 Millionen) Zivilisten wurden von Einsatzgruppen, SS-Angehörigen, Ordnungspolizei, Soldaten der Waffen-SS, Wehrmacht und verbündeten Truppen der Achsenmächte, wie zum Beispiel von der kroatischen Ustascha, ermordet.
Die meisten Massenmorde fanden im Rücken der Ostfront auf sowjetischem Gebiet und in Ostpolen statt (mindestens zwölf Millionen). Von den etwa 15 Millionen in Europa ermordeten Zivilisten waren mehr als 6,2 Millionen jüdischer Abstammung, ferner mindestens 220.000 Sinti und Roma, etwa 275.000 "Euthanasie"-Opfer sowie Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Freimaurer.
An der Ermordung von Geisteskranken waren auch Ärzte beteiligt. Im Generalgouvernement, in den besetzten sowjetischen Gebieten, in Jugoslawien und in Frankreich wurden ungezählte Partisanen nicht nach dem Kriegsvölkerrecht behandelt. In allen besetzten Ländern gab es darüber hinaus zahlreiche Geiselerschießungen.
Holocaust:
...der Rassenwahn des NS-Staates
Als Holocaust (deutsch 'vollständig verbrannt') oder Schoa (für "die Katastrophe", "das große Unglück/Unheil") wird der Völkermord bezeichnet, den das deutsche NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs an rund zwei Dritteln aller damals lebenden europäischen Juden, insgesamt 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen, beging.
Den endgültigen Entschluss zum Genozid fasste die nationalsozialistische Führung unter Adolf Hitler kurz nach Beginn des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion ab dem Sommer 1941.
Die SS, aber auch Teile der Wehrmacht und der deutschen Polizei sowie ihre Helfer aus den mit Hitler-Deutschland verbündeten Staaten verfolgten daraufhin bis 1945 das Ziel, alle Juden in ihrem Machtbereich systematisch zu ermorden, ab 1942 auch mit industriellen Methoden.
Das Menschheitsverbrechen gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und der entsprechenden rassistischen Gesetzgebung im Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus.
Anne Frank: ...Ein Einzelschicksal berührt mehr als große Zahlen
Anne Frank, eigentlich Annelies Marie Frank und geboren als Anneliese Marie Frank (* 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main;[1] † Februar oder Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen), war eine deutsche Jüdin, die 1934 mit ihren Eltern und ihrer Schwester Margot aus Deutschland in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, und kurz vor dem Kriegsende dem Holocaust zum Opfer fiel. Von Juli 1942 bis August 1944 lebte sie mit ihrer Familie versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam. Dort hielt sie ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg als Tagebuch der Anne Frank von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht wurde.
Das Tagebuch gilt als ein historisches Dokument aus der Zeit des Holocausts und die Autorin als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völkermordes in der Zeit des Nationalsozialismus.
Aus dem Tagebuch einer 14jährigen...
Ich bin nicht reich an Geld oder irdischen Gütern; Ich bin weder schön noch intelligent noch klug; Aber ich bin glücklich und werde es auch weiterhin sein! Ich bin von Natur aus glücklich, ich liebe Menschen, ich bin nicht misstrauisch und ich möchte sie glücklich mit mir sehen.
Ich sehne mich so…ich sehne mich so nach allem…Nach Reden, nach Freiheit, nach Freunden, nach guten Neuigkeiten!
Hier liegt zu einem großen Teil der Unterschied zwischen Mutter und mir. Ihr Rat für Schwermut ist: »Denk an all das Elend in der Welt und sei froh, dass Du das nicht erlebst.« Mein Rat ist: »Geh hinaus, in die Felder, die Natur und die Sonne, geh hinaus und versuche das Glück in Dir selbst zurückzufinden; denke an all das Schöne, was in Dir selbst und Dich herum wächst und sei glücklich!« Meiner Meinung nach kann Mutters Satz nicht aufgehen, denn was sollst Du tun, wenn du das Elend doch erlebst? Dann bist Du verloren.
Das ist das Schwierige in dieser Zeit: Ideale, Träume, schöne Erwartungen kommen nicht auf, oder sie werden von der grauenhaftesten Wirklichkeit getroffen und vollständig zerstört. Es ist ein Wunder, dass ich nicht alle Erwartungen aufgegeben habe, denn sie scheinen absurd und unausführbar. Trotzdem halte ich an ihnen fest, trotz allem, weil ich noch immer an das innere Gute im Menschen glaube.
Ich denke sehr viel, aber ich sage wenig.
Ich habe den Punkt erreicht, an dem es mir egal ist, ob ich lebe oder sterbe. Die Welt wird sich ohne mich weiter drehen, ich kann sowieso nichts ändern...
Anne Frank
Täter
Der Holocaust war kein Projekt einer Einzelbehörde und wurde nicht nur von bestimmten dazu beauftragten Tätern durchgeführt, sondern von vielen Institutionen aller deutschen Gesellschaftsbereiche ermöglicht, mitgetragen, geplant, organisiert und vollzogen.
Historiker gehen heute von...
bis zu 500.000 "an den Schreibtischen wie auf den Schauplätzen"
...an den Judenmorden beteiligten, meist männlichen, Deutschen und Österreichern sowie nochmals einigen Hunderttausend Kollaborateuren aus den von Deutschland besetzten oder mit ihm verbündeten Staaten aus.
Haupttäter waren Mitglieder aller Machtsäulen des NS-Staates:
- Hitler und der engere Führungszirkel des NS-Regimes, die die Leitlinien der Vernichtungspolitik bestimmten und in allgemeine Befehle und Verordnungen umsetzten,
- die Massenpartei NSDAP, die die Hetzpropaganda entfaltete, die den Holocaust vorbereitete und begleitete, deren Gauleiter und Ortsgruppenleiter die Entrechtung und Deportation der Juden und anderer Opfergruppen in ihrem Bereich vorantrieben, deren SA und Hitlerjugend direkt an Verfolgungs- und Mordaktionen in der Vorkriegszeit (zum Beispiel Judenboykotte 1933, Novemberpogrome 1938) und gegen Kriegsende (Endphaseverbrechen gegen KZ-Häftlinge auf Todesmärschen usw.) teilnahmen;
- Als Judenboykott bezeichneten die Nationalsozialisten den Boykott jüdischer Geschäfte, Warenhäuser, Banken, Arztpraxen, Rechtsanwalts- und Notarkanzleien, den das NS-Regime seit März 1933 plante und am Samstag, dem 1. April 1933, in ganz Deutschland durchführen ließ. Damit nahm die Regierung die seit dem 25-Punkte-Programm der NSDAP von 1920 geplante Verdrängung der deutschen Juden aus dem Wirtschaftsleben erstmals durch eine reichsweite, gezielt nur gegen sie gerichtete Maßnahme in Angriff. Am Abend des 1. April brach die NS-Führung den Boykott ab und ließ ihn auch wegen der Passivität der Bevölkerung nicht wie geplant nach drei Tagen fortsetzen, sondern erklärte ihn am 4. April offiziell für beendet.
- Der Begriff Novemberpogrome 1938 bezieht sich hauptsächlich auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die ursprünglich Reichskristallnacht oder Kristallnacht genannt wurde. Jahrzehnte später wird vorwiegend der Ausdruck Reichspogromnacht verwendet. Diese Pogrome waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im Deutschen Reich.
- die SS als dem "Führer" persönlich verpflichtete elitäre Terrororganisation, deren weitverzweigte Untergliederungen die rassistische Bevölkerungs- und Vernichtungspolitik in den eroberten und eingegliederten Gebieten durchführten und dort das entsprechende Lager- und Ghettosystem organisierten. Hier wird nicht nur den Einsatzgruppen, sondern auch den Polizeibataillonen und ihren jeweiligen Vorgesetzten, den Höheren SS- und Polizeiführern sowie den SS-Hauptämtern – besonders dem Reichssicherheitshauptamt – eine Hauptverantwortung an den Massenmorden zugewiesen.
- die Gestapo, Ordnungs-, Sicherheits- und Kriminalpolizei: Sie sollten möglichst alle "Reichs- und Volksfeinde" aufspüren, überwachen und "ausschalten" und wirkten dabei mit der SS zusammen.
- Oberkommandos und Generäle der Wehrmacht trugen die Vernichtungsziele des Krieges gegen die Sowjetunion mit, setzten sie in völkerrechtswidrige Befehle um und halfen auf vielfältige Weise bei der Judenvernichtung, etwa indem sie Soldaten für Massenerschießungen bereitstellten, die Judenkennzeichnung in besetzten Gebieten erzwangen, jüdische Kriegsgefangene aussonderten und Juden als Partisanen ermorden ließen oder selbst ermordeten.
- viele Wirtschafts- und Industrieverbände und Unternehmen die von der Arisierung, Zwangsarbeit und vom Aufbau der Vernichtungsindustrie in den Lagern profitierten und daran mitwirkten die zivilen und militärischen
- Besatzungsverwaltungen besonders in Osteuropa, die die wirtschaftliche Ausbeutung und rassistische Bevölkerungspolitik in ihren Gebieten organisierten, durchführten, zum Teil in einen Wettlauf bei deren "Entjudung" eintraten und dazu Druck auf die Berliner Zentralbehörden ausübten. Zuständig war das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete unter Alfred Rosenberg in Berlin, dem sog. Ostministerium, dem zum Beispiel auch das Reichskommissariat Ostland unterstand.
- Staats- und Verwaltungsbehörden, die mit Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsakten und konkreten Maßnahmen an der Judenverfolgung, -ausgrenzung, -deportation und -vernichtung mitwirkten:
"Es gab kaum eine Behörde, […], die nicht 'von Amts wegen' für die 'Lösung' einer 'Judenangelegenheit' zuständig war."
Als indirekte, aber deswegen nicht weniger verantwortliche Tätergruppen werden erachtet:
- Wissenschaftsinstitute, Universitäten und Fakultäten, die – z. B. in der Medizin, Völkerkunde und Raumplanung – mit interessegeleiteter Forschung ideologische Gründe lieferten, Pläne erstellten, Aufträge vergaben und sich – etwa durch die Abnahme von Leichen für "anatomische Rassestudien" oder von lebenden Häftlingen für Menschenversuche – an Mordaktionen beteiligten.
- die Kirchen, die ihre Tauf- und Eheregister zur Erfassung der "Nichtarier" zur Verfügung stellten, selbst "Ariernachweise" erstellten und die ausführenden Täter überwiegend moralisch entlasteten.
- Bevölkerungsteile im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten, die die Judenverfolgung unterstützten.
"Die Deutschen - Volk der Täter..."
Der Begriff "Tätervolk" ist eine umstrittene und propagandistische Bezeichnung, die dem deutschen Volk kollektive Schuld für die Taten einzelner Täter zuweist. Der Ausdruck wurde zum Unwort des Jahres 2003 gewählt.
Er hat historische Wurzeln in der Behauptung, ein Volk sei moralisch als Ganzes für Verbrechen verantwortlich.
- Bedeutung des Begriffs: Der Begriff "Tätervolk" beschreibt die These, dass ein ganzes Volk für die Handlungen seiner Einzelmitglieder moralisch verantwortlich ist.
- Kritische Einordnung: Kritiker sehen ihn als eine Form der Demagogie an, die die individuelle Verantwortung der Täter auf das gesamte Volk ausdehnt.
- Wahl zum Unwort des Jahres: Im Jahr 2003 wurde der Begriff "Tätervolk" zum Unwort des Jahres gewählt, um seine problematische Konnotation und den Versuch der Kollektivschuldzuweisung zu kritisieren.
- Kontext der deutschen Geschichte: Der Begriff wird in Diskussionen über die deutsche Geschichte verwendet, um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Frage der kollektiven Verantwortung zu thematisieren.
- Rechtliche und ethische Perspektive: Nach modernen rechtlichen und ethischen Maßstäben wird individuelle Schuld anerkannt, während die Zuschreibung von Kollektivschuld kritisch gesehen wird.
- Beispiel "Das Deutsche Volk": Ein Beispiel für die Verwendung des Wortes "Volk" in einem anderen Kontext ist der Filmtitel "Das Deutsche Volk", der die Perspektive von Opfern rassistischer Gewalt beleuchtet. Dieser Film konzentriert sich auf die individuellen Erfahrungen und den Kampf der Hinterbliebenen und nicht auf eine kollektive Täter-Opfer-Rolle.
persönlicher Kommentar:
"Wer im Brustton der Überzeugung von sich behaupten kann, er wäre ein Held gewesen und gegen einen NS-Staat aufgestanden der alle "Reichs- und Volksfeinde" verfolgen und ermorden ließ,
...wie eine Sophie Scholl die für Ihre Überzeugung aufgestanden und ermordet wurde,
...der werfe den ersten Stein."
Exkurs:
Palästina: ...Wem gehört das Land?
VORGESCHICHTE
Die historische Region Palästina liegt an der südöstlichen Küste des Mittelmeeres. Sie bezeichnet ein Gebiet, auf dem sich heute der Staat Israel, der Gazastreifen, das Westjordanland, Teile Syriens, des Libanon und Jordaniens (das Ostjordanland) befinden.
Die heutige palästinensische Nationalbewegung beruft sich gerne auf die Kanaaniter als vermeintlich direkte Vorfahren der heutigen Palästinenser. Hierbei handelt es sich jedoch um einen pseudo-historischen Mythos.
Erste Völker...
"Hebräer":...Volk Israel
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. ist erstmals von "Hebräern", einer frühen Bezeichnung für Angehörige des Volkes Israel, die Rede.
"Philister": ...ägäischen Seevölker
Im Verlauf des 12. Jahrhunderts v. Chr. tauchen die aus dem ägäischen Raum stammenden Philister auf, Angehörige der sogenannten Seevölker.
- Der Begriff "Ägäischer Raum" bezeichnet die Region rund um die Ägäis, ein Teilmeer des Mittelmeers, das westlich von Griechenland und östlich von der Türkei liegt. Geografisch umfasst er das Meer selbst mit zahlreichen Inseln wie Kreta, Kykladen und den Sporaden sowie die angrenzenden Küstenregionen beider Länder.
Juden: ...ca. 1000 v. Chr.
Juden leben seit der Zeit von König David um ca. 1000 v. Chr. in Jerusalem, als er die Stadt zur politischen Hauptstadt des vereinten Königreichs Israel machte.
Christen: ...ab dem 1. Jahrhundert n. Chr.
Die ersten Christen lebten ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. in Jerusalem, da das Christentum in dieser Stadt entstand, kurz nachdem der Tod Jesu in Jerusalem stattfand.
Ab 637 n. Chr.: ...Muslime in Palästina
Muslime: ...Eroberer Jerusalems
Muslime kamen im Jahr 637 nach Christus nach Jerusalem, als der islamische Kalif Umar die Stadt eroberte. Dies markierte den Beginn der islamischen Herrschaft und die Umwandlung Jerusalems in eine muslimische Stadt.
Ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. gab es neben einer jüdischen und einer christlichen somit auch eine muslimische Präsenz in Palästina.
Zündstoff: ...wem gehört "Der Tempelberg (Haram al-Scharif)"
Muslime...
Zwischen 687 und 717 errichten Muslime auf dem Tempelberg (Haram al-Scharif) in Jerusalem:
- Felsendom
- al-Aqsa-Moschee
...von dem aus später nach islamischer Auffassung der muslimische Prophet Mohammed zu seiner Himmelsreise aufgebrochen sein soll...
...Jerusalem gilt damit nach Mekka und Medina als drittwichtigste heilige Stätte des Islam.
Juden: ...
70 n. Chr. hatte sich auf dem Tempelberg (Haram al-Scharif) in Jerusalem einst der...
- Herodianische Tempel befunden...
...bis zu seiner Zerstörung durch die römische Armee.
Christen: ...
Obwohl die Hauptheiligtümer des Christentums nicht auf dem Tempelberg, sondern in der...
- Grabeskirche zu finden sind
...bleibt er für Christen ein Ort von großer religiöser Bedeutung aufgrund seiner historischen und geografischen Verknüpfung mit dem Leben Jesu.
Ab 1917/18; ...Briten in Palästina
Im Ersten Weltkrieg eroberten britische Truppen 1917/18 das Gebiet Palästina.
1916 - Versprechen: ..."Arabisches Königreich"
Allerdings hatten die Briten zu dem Zeitpunkt bereits widersprüchliche Zusagen über dessen Zukunft getroffen: In der sogenannten Hussein-McMahon-Korrespondenz versprach der britische Hochkommissar in Ägypten im Jahr 1916 dem Scherifen von Mekka, dessen Wunsch nach einem unabhängigen und geeinten arabischen Königreich auch in diesem Gebiet zu unterstützen.
1917 - Versprechen: ..."Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina"
1917 dagegen sicherte der britische Außenminister der zionistischen Bewegung in der sogenannten Balfour-Erklärung die Unterstützung für "eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" zu.
Dort war aber auch die Rede davon, dass...
"nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina (…) in Frage stellen könnte".
1916 - Festlegung: ..."Gebiet Palästina unter internationale Verwaltung"
Gleichzeitig hatten im Jahr 1916 der britische Diplomat Mark Sykes und der französische Diplomat François Georges-Picot im sogenannten Sykes-Picot-Abkommen die größten Teile Westasiens in ein britisches und in ein französisches Einflussgebiet aufgeteilt. Dabei wurde festgelegt, dass das Gebiet Palästina größtenteils unter internationale Verwaltung kommen, in anderen Teilen aber auch von Großbritannien beherrscht beziehungsweise kontrolliert werden solle.
Diese internationale Verwaltung kam allerdings nicht zustande.
1920 - Konferenz von San Remo: ...Großbritannien erhält Mandat für Palästina
Stattdessen erhielt Großbritannien auf der Konferenz von San Remo 1920 das Mandat für Palästina, was der Völkerbund 1922 bestätigte. Gleichzeitig erklärte der Völkerbund die Balfour-Deklaration zum Bestandteil des britischen Mandatsvertrags.
Judenverfolgung in Europa: ...Zionismus
... zunehmende jüdische Einwanderung:
Bewaffneten Kämpfe: ...jüdische vs. arabische Bevölkerung
Im Laufe der britischen Mandatsherrschaft über Palästina verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen Teilen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung immer mehr bis hin zu bewaffneten Kämpfen.
Ein Grund war das Erstarken des Zionismus und die zunehmende jüdische Einwanderung aus europäischen Ländern, in denen Juden verfolgt wurden...
...darunter maßgeblich das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts ließen mehrere Einwanderungswellen den jüdischen Bevölkerungsanteil in Palästina von etwa fünf Prozent bis 1945 auf rund 30 Prozent anwachsen.
Die Briten bekamen den Konflikt nicht mehr unter Kontrolle.
So kündigten sie 1947 unter dem Druck der Ereignisse an, das Mandat für Palästina an die Vereinten Nationen zurückzugeben.
UN-Teilungsbeschluss 1947
Im Mai 1947 gründeten die Vereinten Nationen den Sonderausschuss UNSCOP (United Nations Special Committee on Palestine), um eine Lösung für den schwelenden Konflikt zu finden.
Juden kooperieren...
Während die Vertreter der jüdischen Bevölkerung mit den Mitgliedern des UN-Komitees zusammenarbeiteten...
Araber boykotieren...
boykottierte die arabische Seite den Ausschuss. Konkret hatte dies zur Folge, dass die im britischen Mandatsgebiet lebende arabische Bevölkerung nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden wurde.
Teilung Palästinas:
In ihrem am 1. September 1947 veröffentlichten Bericht empfahlen die Mitglieder des UNSCOP die Beendigung des britischen Mandats und die Teilung des bisherigen Mandatsgebiets.
Plan - Zwei Staaten Lösung: ...Arabischer Staat + Jüdischer Staat
Die UN-Generalversammlung folgte der Empfehlung der Kommission und beschloss am 29. November 1947 die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat zwischen Jordan (Jordanien) und Mittelmeer.
- Das Land, das heute als "Jordan" (Jordanien) bekannt ist, ist seit jeher ein Teil von Israel/Palästina, zumindest in der westlichen Hälfte. Im Jahr 1922 trennten die britischen Behörden dieses Gebiet vom westlichen Palästina.
Jerusalem sollte unter internationaler Verwaltung stehen.
Teilung nach Siedlungsverhältnissen:
Der Teilungsplan orientierte sich grob an den bestehenden Siedlungsverhältnissen.
Die mehrheitlich arabisch besiedelten Landesteile wurden dem zu gründenden arabisch-palästinensischen Staat zugeschlagen.
Auf dem Gebiet des künftigen israelischen Staates war die jüdische Bevölkerung in der Mehrheit...
Arabisch-palästinensischen Bevölkerung lehnt Plan ab:
Allerdings lebte auf dem Gebiet des künftigen israelischen Staates auch ein großer arabischer Bevölkerungsanteil.
Die gesellschaftlichen Mehrheitsverhältnisse bildete der Teilungsplan aus Sicht der arabisch-palästinensischen Bevölkerung jedoch nicht adäquat ab.
Im britischen Mandatsgebiet lebten 1947 rund 1,41 Millionen arabische Palästinenser und etwa 650.000 Juden, denen zudem nur 5,7 Prozent des Landes gehörten. Dennoch sollte der arabische Staat gemäß Teilungsplan lediglich rund 43 Prozent der Gesamtfläche des britischen Mandatsgebiets umfassen, während für den jüdischen Staat rund 56 Prozent der Fläche vorgesehen waren.
Internationale Abstimmung: ..."Arabien" stimmt dagegen
33 Staaten stimmten für die Resolution (Teilungsplan), 13 stimmten dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedstaaten, zehn enthielten sich der Stimme.
Die arabische Bevölkerung Palästinas lehnte den Teilungsplan ab, ebenso wie die anderen arabischen Staaten. Diese erkannten zwar das Leid und Unrecht an, das Jüdinnen und Juden in Europa widerfahren war, wiesen jedoch zurück, dass der Staat Israel zulasten der arabischen Bewohner Palästinas verwirklicht werden und somit neues Unrecht begangen werden sollte.
Arabische Bevölkerung: Vereinten Nationen haben nicht das Recht...
...Ihrer Meinung nach hätten die Vereinten Nationen auch nicht das Recht, über Palästinas Zukunft gegen den Willen und auf Kosten der dort lebenden arabischen Mehrheit zu entscheiden.
Jüdische Bevölkerung nimmt Plan an:
Die jüdische Bevölkerung nahm den Plan an. Er stellte ihnen einen...
eigenen Staat mit breiter internationaler Anerkennung auf dem Boden des "Landes Israel" in Aussicht.
Arabische Hochkomitee verzichtet: ..."verpasste Chance" auf selbst bestimmten palästinensisch-arabischen Staat
Auf arabischer Seite ging die Ablehnung hingegen so weit, dass das Arabische Hochkomitee in Palästina auf die Gründung eines palästinensisch-arabischen Staates verzichtete und damit die Chance verpasste, das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser zu verwirklichen.
Bürgerkrieg...
Allen Beteiligten war klar, dass der UN-Teilungsplan nicht ohne weiteres umgesetzt werden würde.
Die Kämpfe vor Ort nahmen zu und hatten bald bürgerkriegsähnliche Ausmaße erreicht.
Auf beiden Seiten kam es zu Übergriffen und zur Tötung von Zivilisten.
Am 14. Mai 1948 proklamiert David Ben-Gurion: ...Israel
Mit Beschluss des Teilungsplans kündigten die Briten die Rückgabe des Mandates für den 15. Mai 1948 an.
Am 14. Mai verließen die letzten britischen Truppen Palästina.
An diesem Tag proklamierte David Ben-Gurion, Vorsitzender des Jüdischen Exekutivrats in Palästina, die Unabhängigkeitserklärung im Stadtmuseum von Tel Aviv und rief damit den Staat Israel aus.
Unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung erkannten die Weltmächte USA und Sowjetunion Israel diplomatisch an.
Die arabische Antwort...
Die arabische Antwort auf die Proklamation ließ nicht lange auf sich warten!
"Nun haben wir den Salat..."
Der internationale Konflikt in der Region dauert bis heute an
Deutscher Widerstand gegen den NS-Staat:
→ Hauptartikel: Widerstand gegen den NationalsozialismusKurt Huber, Mitglied der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", 1943 hingerichtet Julius Leber, Mitglied der Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis", 1944 vor dem Volksgerichtshof, 1945 hingerichtet
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stand dem Kriegsbeginn zunächst skeptisch gegenüber, ließ sich dann von den folgenden Siegesmeldungen blenden.
Aus Angst vor Strafen wagten nur wenige Menschen, sich aktiv gegen den Krieg auszusprechen.
Zentren des zivilen Widerstands waren:
- die "Weiße Rose" (1942/43)
- der "Kreisauer Kreis" (1940/44)
- und die "Rote Kapelle" (1933/42).
Die "Weiße Rose"
In den Jahren 1942/43 verbreitete die Münchner Gruppe "Weiße Rose" sechs Flugblätter gegen das NS-Regime. Den Kern der Gruppe bildeten die Studenten Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell (1917-1943), Christoph Probst (1919-1943), Willi Graf (1918-1943) und der Professor Kurt Huber (1893-1943).
Weitere Studenten, Schüler, Lehrer, Professoren, Ärzte, Schriftsteller und Buchhändler hatten losen Kontakt zur "Weißen Rose".
In einer ersten Aktionsphase im Juni/Juli 1942 veröffentlichte die Gruppe vier "Flugblätter der Weißen Rose" in einer Auflage von jeweils etwa 100 Exemplaren. Verteilt wurden diese Flugblätter an einen kleinen Kreis ausgesuchter Adressaten, von denen die meisten Akademiker in München und Umgebung waren. Im Januar 1943 entstand ein fünftes Flugblatt. Es erschien in einer Auflage von 6.000 bis 9.000 und tauchte in mehreren Städten Süddeutschlands und in Österreich auf.
Ab Februar 1943 unternahm die Gruppe nächtliche Aktionen, bei denen sie verschiedene Gebäude in München mit Parolen wie "Nieder mit Hitler", "Hitler Massenmörder" und "Freiheit" beschrifteten.
Ebenfalls im Februar 1943 entstand das sechste Flugblatt der Gruppe. Es richtete sich an die Münchner Studentenschaft und forderte vor dem Hintergrund der Schlacht um Stalingrad dazu auf, sich vom nationalsozialistischen System zu befreien.
Am 22. Februar 1943 - die "Weiße Rose" wird hingerichtet: "...denn Sie verteilten Flugblätter..."
Bei der Verteilung dieses Flugblatts wurden die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 in der Münchner Universität beobachtet und verhaftet. Sie wurden am 22. Februar zusammen mit Christoph Probst vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.
In einem weiteren Prozess wurden Graf, Schmorell und Huber am 19. April 1943 ebenfalls zum Tode verurteilt; auch sie wurden hingerichtet.
Bis Mitte Oktober 1944 fanden noch fünf Prozesse statt, bei denen Freiheitsstrafen bis zu zwölf Jahren ausgesprochen wurden.
Der politisch motivierte Widerstand der "Weißen Rose" stellt im Bereich der Jugendopposition eine Ausnahme dar und unterscheidet sich von anderen eher unpolitischen Jugendgruppen wie den "Edelweißpiraten" und der "Swingjugend".
Der "Kreisauer Kreis": ...und von Stauffenberg
Ab 1940 fanden auf dem niederschlesischen Gut Kreisau von Helmuth James Graf von Moltke, aber auch in Berlin und München regelmäßige Treffen des später von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) so benannten "Kreisauer Kreises" statt.
Auf ihnen wurden Konzepte für eine grundlegende staatliche, wirtschaftliche und soziale Neugestaltung Deutschlands nach dem Sturz der NS-Diktatur erörtert.
Der "Kreisauer Kreis", der sich zum Zentrum des bürgerlich zivilen Widerstands entwickelte und zu dessen führenden Köpfen neben Moltke vor allem Peter Yorck Graf von Wartenburg und Adam von Trott zu Solz gehörten, war keine festgefügte politische Vereinigung.
Parallel zu den Gesprächen und Tagungen suchte der Kreisauer Kreis Kontakt zu anderen Widerstandsgruppen, so zum militärischen Widerstand um Ludwig Beck und zu Carl Friedrich Goerdeler, Ulrich von Hassell und Wilhelm Leuschner. Vor allem Moltke und Trott suchten darüber hinaus auch Kontakte zum Widerstand in den besetzten Ländern Norwegen, Dänemark und in den Niederlanden sowie zu den Alliierten.
Ab 1943 wuchs bei vielen Mitgliedern des "Kreisauer Kreises" die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an einem Staatsstreich.
Das Unternehmen Walküre:
Das Unternehmen Walküre war ursprünglich der Deckname einer deutschen Militäroperation und ein Plan der deutschen Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes gegen das nationalsozialistische Regime. Er wurde von den Widerstandskämpfern um Claus Schenk Graf von Stauffenberg für ihren Umsturzplan umfunktioniert.
Als der Kreis nach der Verhaftung Moltkes im Januar 1944 weitgehend zerfiel, schlossen sich einige der Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg an und waren an den Vorbereitungen zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt.
Am 20. Juli 1944 verübte Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier Wolfsschanze ein Attentat auf Adolf Hitler, indem er eine Bombe platzierte, die jedoch nur Hitler leicht verletzte, während andere Anwesende getötet wurden.
Hinrichtungen:
Gegen 22:30 Uhr verhafteten regimetreue Offiziere von Stauffenberg und die Mitverschwörer. Generaloberst Fromm gab unter Berufung auf ein Standgericht, das angeblich stattgefunden habe, noch am Abend des 20. Juli den Befehl, Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht zu erschießen.
Die Exekution fand noch in derselben Nacht im Hof des Bendlerblocks statt,
Die "Rote Kapelle"
Unter der Bezeichnung "Rote Kapelle" fasste die Geheime Staatspolizei (Gestapo) mehrere unterschiedliche Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime zusammen.
Der Begriff wurde im Zweiten Weltkrieg sowohl für ein Spionagenetz des sowjetischen militärischen Nachrichtendiensts im von Deutschland besetzten Westeuropa als auch für Widerstandskreise im Deutschen Reich verwendet.
Zu diesen Gruppen zählten die Organisation um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack sowie der Diplomat Rudolf von Scheliha mit seinem Umfeld.
Anfänge der Organisation reichten bis in das Jahr 1933 zurück, als in kleinen Freundeskreisen Kritik am Nationalsozialismus geäußert wurde. Aber erst 1939 begann die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen um Schulze-Boysen und um Harnack.
Die Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe war eher lose und informell organisiert. Innerhalb des Kreises agierten kleinere Gruppen der ungefähr 150 Mitglieder teils gemeinsam, teils unabhängig voneinander. Politische Diskussionen, Widerstandstätigkeiten und soziale Kontakte gingen Hand in Hand. Ministerialbeamte und Wehrmachtsbedienstete gehörten ebenso zur Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe wie Künstler und Arbeiter, gläubige Christen und Liberale genauso wie Jungkommunisten wie Hans Coppi und Hilde Coppi oder Walter Husemann (1909-1943).
Die meisten Mitglieder vertraten einen ethisch motivierten Sozialismus.
Am intensivsten war die Widerstandstätigkeit in den Jahren 1940 bis 1942. Mitglieder der Schulze-Boysen/Harnack-Organisation verfaßten mehrere illegale Schriften, verteilten Flugblätter, vervielfältigten und verbreiteten die regimekritischen Predigten des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen und führten aus Protest gegen die im Mai 1942 in Berlin eröffnete nationalsozialistische Hetzausstellung "Das Sowjetparadies" eine Plakatklebeaktion durch. Harro Schulze-Boysens Ehefrau Libertas Schulze-Boysen (1913-1942) dokumentierte - sofern sie davon erfuhr - nationalsozialistische Gewaltverbrechen an der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete, insbesondere in der Sowjetunion.
Die Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe unterhielt Kontakte zu anderen Widerstandskämpfern, insbesondere zum kommunistischen Widerstand um Bernhard Bästlein (1894-1944) in Hamburg und zum "Kreisauer Kreis".
Ihre Hauptziele waren eine schnelle Beendigung des Zweiten Weltkriegs und eine Verständigung mit der Sowjetunion, damit Deutschland nach Kriegsende als unabhängiger Nationalstaat erhalten bleibe und eine Vermittlerrolle zwischen Ost und West einnehmen könne.
Als Mitarbeiter der Nachrichtenabteilung des Reichsluftfahrtministeriums hatte Schulze-Boysen Kenntnis von den deutschen Angriffsplänen auf die Sowjetunion. Ab Herbst 1940 standen Harnack, Adam Kuckhoff (1887-1943) und Schulze-Boysen in Kontakt mit einem Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft in Berlin, den sie über die deutschen Pläne informierten und der sie mit zwei Funkgeräten ausstattete. Wenige Eingeweihte versuchten in den folgenden Monaten erfolglos, den Funkkontakt nach Moskau herzustellen. Über einen Agenten des nachrichtendienstlichen Netzes der Sowjetunion in Westeuropa gelangten erste Informationen schließlich Ende Oktober 1941 nach Moskau.
In einem vom Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) abgehörten verschlüsselten Funkspruch nach Westeuropa vom 26. April 1941 hatte die sowjetische Militäraufklärung Namen und Adressen von Schulze-Boysen und Kuckhoff genannt.
Hinrichtungen:
Die anschließenden Ermittlungen der Gestapo führten zur Dechiffrierung und zur Aufdeckung der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe. Zwischen August 1942 und März 1943 wurden ungefähr 130 Mitglieder verhaftet. Mindestens 57 der Verhafteten, darunter 19 Frauen, wurden vom Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet, ohne Gerichtsurteil ermordet oder begingen in der Haft Selbstmord.
Für die Gestapo waren die Mitglieder der Berliner Organisation von der Sowjetunion bezahlte Landesverräter.
Perspektiven in der Nachkriegszeit:
Während sie in der Bundesrepublik Deutschland zunächst als vermeintliche Sowjet-Spione diffamiert und von westdeutschen Historikern als "Rote Kapelle" bezeichnet wurden, die eine angebliche Nähe zur Sowjetunion hatten, änderte sich die Sichtweise im Laufe der Zeit. Später wurden die Mitglieder, die im Dritten Reich hingerichtet worden waren, als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus anerkannt.
- Frühe Diskreditierung: In der Bundesrepublik wurden die Überlebenden des Widerstandsnetzwerks wegen ihrer angeblichen Nähe zur Sowjetunion von der CIA überwacht. Westdeutsche Historiker wie Gerhard Ritter diffamierten sie in ihren Schriften als Sowjet-Spione.
- Anerkennung des Widerstands: Diese Sichtweise änderte sich, als Ende der 1960er Jahre die Sowjetunion einigen Mitgliedern posthum militärische Orden verlieh und die DDR sie als "Kundschafter" und Paradebeispiel kommunistischen Widerstands feierte.
- Spätere historische Aufarbeitung: Die historische Forschung hat das Bild der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe verändert und betont nun ihren Widerstand gegen das NS-Regime. Diese Anerkennung basiert auf der Untersuchung von Dokumenten und Zeitzeugenberichten, die in den Archiven der Bundesrepublik, der ehemaligen DDR, Russlands und der USA gefunden wurden.
- Rehabilitierung: Die Bundesrepublik hat die Gruppe posthum als eine Gruppe von Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime anerkannt und die historische Diffamierung als Spione widerlegt.
Soldaten Helden:
Einige Soldaten lehnten den Krieg aus ideologischen Gründen ab und versuchten, ihn durch Sabotagemaßnahmen zu verkürzen.
Nürnberger Prozesse
Erstmals in der Geschichte mussten sich Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 24 Deutsche im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angeklagt, davon zwölf zum Tod durch den Strang verurteilt, zwei wurden freigesprochen. In zwölf Nachfolgeprozessen wurden 185 Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und Offiziere aus dem Oberkommando der Wehrmacht angeklagt, davon 24 zum Tod durch den Strang verurteilt (wovon zwölf in Haftstrafen gemildert wurden), 35 wurden freigesprochen.
In der Nachkriegszeit wurden die Prozesse von vielen deutschen Politikern als Siegerjustiz kritisiert.
Heute gelten diese Prozesse heute als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht. In weiteren 745 Kriegsverbrecherprozessen, unter anderen in Hamburg, Dachau und Rastatt, wurden mindestens 677 Todesurteile ausgesprochen, von denen 212 in Haftstrafen umgewandelt wurden.
Die Mehrheit der Kriegsverbrecher in SS und Wehrmacht wurde nie vor Gericht gestellt.
Tokioter Prozesse
Japanische Hauptkriegsverbrecher wurden in den Tokioter Prozessen vom International Military Tribunal for the Far East abgeurteilt. Diese Prozesse endeten mit sieben Todesurteilen, 16 lebenslangen und zwei langjährigen Haftstrafen. In weiteren Prozessen wurden 984 Todesurteile gefällt und in 920 Fällen vollstreckt, 3716 Personen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1000 für nicht schuldig befunden.
Nachwirkungen
Infolge des Zweiten Weltkriegs schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der militärischen Großmächte aus.
Die westeuropäischen Staaten Frankreich, Niederlande und Großbritannien wurden so weit geschwächt, dass sie in den auf das Kriegsende folgenden Jahrzehnten ihre Kolonialreiche aufgeben mussten.
Die USA und die Sowjetunion traten als neue Weltmächte und aufgrund der atomaren Rüstung als sogenannte Supermächte auf.
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Trauriger Anblick für die deutschen Nachkriegsgenerationen... (auch wenn es nur Häuser waren...)
Deutsche Städte verlieren ihr Gesicht: ...Zerstörungen
- Aachen: 65 % des Wohnraums zerstört
- Anklam: Altstadt zu 80 % zerstört
- Augsburg: 24 % des Wohnungsbestands total zerstört, große Teile der historischen Innenstadt zerstört
- Bayreuth: Zerstörungsgrad der Stadt betrug 38 %
- Berlin: Schwerpunkt - Innenstadt innerhalb der Berliner Ringbahn - 11,3 % der Gebäude total zerstört und 8,3 % schwer beschädigt.
- Bielefeld: größter Teil der Altstadt zerstört
- Bingen am Rhein: rund 96 % des Stadtgebietes zerstört
- Bochum: Stadt zu 38 % zerstört, im Innenstadtbereich über 90 %
- Böblingen: 90 % schwere und leichte Schäden
- Bonn Zerstörungsgrad der Gebäude bei 30 %
- Brandenburg an der Havel: ges. Stadtgebiet zu 15 % zerstört
- Braunschweig: Innenstadt zu 90 %, Gesamtstadt zu 42 % zerstört
- Bremen: ges. Stadtgebiet zu 62 % zerstört, das Stephaniviertel im Zentrum zu über 95 %
- Bremerhaven: ges. Stadtgebiet zu 57 % zerstört
- Bruchsal: rund 96 % der Innenstadt zerstört
- Chemnitz: Altstadt zu 95 % zerstört, ges. Stadtgebiet zu 75 % zerstört
- Cottbus: südöstl. Zentrum
- Darmstadt: Altstadt zu 99 % zerstört, ges. Stadtgebiet zu 78 %
- Dessau: ges. Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Dorsten: Innenstadt zu 95 % zerstört
- Dortmund: Innenstadt zu 98 % zerstört
- Dresden: 90 % der Innenstadt zerstört
- Düren: 99,2 % des Stadtgebiets zerstört, nur vier Wohnhäuser blieben verschont
- Düsseldorf: Innenstadt zu 94 % zerstört
- Duisburg: Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Eberswalde: Innenstadt ca. 50 % zerstört
- Eisenach: Stadt 6 % zerstört, über 50 % beschädigt
- Emden: Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Emmerich am Rhein: ges. Stadtgebiet zu 97 % zerstört
- Erbach (Odw.): 39 Gebäude zerstört, 138 Gebäude teilbeschädigt
- Erfurt: Innenstadt, 17 % der Wohnungen total zerstört
- Essen: Innenstadt zu 90 % zerstört
- Frankfurt am Main: Altstadt zu 98 % zerstört, im gesamten Stadtgebiet über 50 %
- Frankfurt (Oder) Innenstadt zu 93 % zerstört
- Freiburg im Breisgau: Innenstadt, Bahnanlagen; 30 % aller Wohnungen zerstört oder schwer beschädigt
- Freital: 2000 zerstörte und beschädigte Wohnungen
- Friedrichroda: 74 zerstörte und 350 beschädigte Häuser
- Friedrichshafen: Stadtgebiet zu 75 % zerstört
- Fürth: Fehlabwürfe bei Angriffen auf Nürnberg; 6 % Totalschäden, 30 % schwere u. mittlere Schäden am Gebäudebestand
- Gelsenkirchen: Zerstörung von 52 % der Häuser, 42 % beschädigt, 6 % konnten weiterbewohnt werden
- Gera: Innenstadt Zerstörungen
- Gießen: Stadt wurde zu 67 % zerstört, die Innenstadt zu 90 %
- Gotha: Innenstadt Zerstörungen
- Göttingen: Stadt insgesamt zu 2,1 % (235 Wohnungen, 59 Wohnhäuser) zerstört
- Groß-Gerau: Innenstadt, 230 Häuser zerstört, 300 weitere beschädigt; Stadtkirche brannte aus
- Halberstadt 82 % der Innenstadt wurden zerstört
- Hamburg: Innenstadt zu 80 %, Stadtgebiet zu 60 % zerstört
- Hamm: Zerstörung Stadtgebiet 60–80 %
- Hanau: Altstadt zu 90 %, Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Hannover: 52 % aller Gebäude zerstört, in der Innenstadt 90 %
- Heilbronn Innenstadt bis auf 3 Häuser vollständig, insgesamt 5100 von 14.500 Gebäuden zerstört
- Hildesheim: Altstadt zu 90 % zerstört
- Jena: Innenstadt schwer betroffen
- Jülich: ges. Stadtgebiet zu 97 % zerstört
- Kaiserslautern: Innenstadt zu fast zwei Dritteln zerstört. Beim Wiederaufbau wurde viel noch erhaltene Bausubstanz abgerissen.
- Karlsruhe: je nach Berechnungsgrundlage zu 24–38 % zerstört
- Kassel: Stadtgebiet zu 80 %, Altstadt zu 97 % zerstört
- Kiel: 35 % der Gebäude (40 % der Wohnungen) zerstört
- Koblenz: ges. Stadtgebiet zu 87 % zerstört
- Köln RAF 18. Juni 1940 2. März 1945 zum Kriegsende waren 95 % der Altstadt zerstört 48.041 ≈20.000[59] ►
- Königsberg (Preußen): historische Innenstadt (Altstadt, Kneiphof, Löbenicht) fast vollständig zerstört
- Leipzig bis zu 60 % der Bausubstanz zerstört, 40 % der Wohnungen
- Leverkusen: große Zerstörungen
- Ludwigshafen am Rhein: ges. Stadtgebiet zu über 80 % zerstört
- Lübeck: Altstadt zu 30 % zerstört
- Magdeburg: Altstadt zu 90 % zerstört
- Mainz: ges. Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Mannheim: Stadtgebiet fast völlig zerstört
- Merseburg: 80 % der Gebäude zerstört oder beschädigt; Merseburger Dom beschädigt, Schloss Merseburg: Ostflügel zerstört, später rekonstruiert
- Mülheim: 29 % des Gesamtbestandes zerstört
- München: gesamte Stadt zu 50 %, Altstadt zu 90 % zerstört
- Mönchengladbach: zu etwa 65 % zerstört
- Münster: 91 % der Altstadt und 63 % der gesamten Stadt zerstört
- Neuss: große Teile der historischen Altstadt zerstört
- Nordhausen: ges. Stadtgebiet zu ca. 74 % zerstört
- Nürnberg: Altstadt fast völlig zerstört
- Oberhausen: 31 % des Gesamtbestandes zerstört
- Oldenburg: insgesamt zu 1,4 % (130 Häuser) zerstört
- Offenbach: gesamt 36 % zerstört, vorrangig Alt- und Weststadt
- Offenburg: ges. Stadtgebiet zu 5 % zerstört
- Oranienburg: Stadtgebiet zu 70 % zerstört
- Osnabrück: Altstadt zu 94 % zerstört, gesamtes Stadtgebiet zu 65 %
- Paderborn: ges. Stadtgebiet zu 85 % zerstört
- Pforzheim: ges. Stadtgebiet zu 83 % zerstört
- Pirmasens: Stadtgebiet zu zwei Dritteln zerstört, Innenstadt zu 90 %
- Plauen: über 75 % des Stadtgebiets zerstört
- Potsdam: Wohnhäuser in der Innenstadt und der Berliner Vorstadt wurden bis zu 97 % zerstört
- Rees: ges. Stadtgebiet zu 76 % zerstört
- Remscheid: ges. Stadtgebiet zu 82 % zerstört
- Rostock: Innenstadt zur Hälfte zerstört
- Rothenburg ob der Tauber: 40 % der Innenstadt zerstört.
- Saarbrücken: Alt-Saarbrücken nahezu vollständig zerstört
- Schweinfurt: 40 % der Stadt zerstört
- Solingen: Innenstadt vollständig zerstört
- Stettin: Innenstadt und nördliche Vororte schwer zerstört
- Stralsund: 19 % aller Häuser zerstört; u. a. Kleine Johanniskirche und Kreuzgang des Klosters, Semlower Tor stark beschädigt, später abgerissen
- Stuttgart: im gesamten Stadtgebiet 68 % aller Gebäude zerstört
- Trier: Stadtgebiet zu 41 % zerstört, Schwerpunkt Altstadt
- Ulm: Altstadt zu 81 % zerstört
- Weimar: Innenstadt stark beschädigt
- Wese: ges. Stadtgebiet zu 97 % zerstört
- Wiesbaden: 22,3 % der Wohnungen zerstört
- Wilhelmshaven: bei Kriegsende 60 % der Wohnfläche zerstört
- Wismar RAF 1942 14. April 1945
- Worms: "historische Gesicht" der Stadt zerstört
- Würzburg: gesamtes Stadtgebiet zu 82 %, Altstadt zu über 90 % zerstört
- Wuppertal gesamtes Stadtgebiet zu 38 % zerstört
- Zerbst: ges. Stadtgebiet zu 80 % zerstört
- Zweibrücken: Stadtgebiet zu 80 % zerstört, Altstadt fast gänzlich zerstört
Der Kalte Krieg: ... 1947 bis 1989
Als der "Kalte Krieg" wird der Konflikt zwischen den Westmächten unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem sogenannten Ostblock unter Führung der Sowjetunion bezeichnet, den diese von 1947 bis 1989 mit nahezu allen Mitteln austrugen.
Zu einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Supermächten USA, der Sowjetunion und ihren jeweiligen Militärblöcken kam es nie.
Es gab allerdings Stellvertreterkriege:
- Koreakrieg (25. Juni 1950 und dem 27. Juli 1953)
- Vietnamkrieg (1955 bis 1975)
- Krieg in Afghanistan (1978 - 2021)
Systemkonfrontation zwischen Kapitalismus und Kommunismus...
Der Kalte Krieg trat als Systemkonfrontation zwischen Kapitalismus und Kommunismus in Erscheinung und bestimmte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei wurden jahrzehntelang auf beiden Seiten politische, wirtschaftliche, technische und militärische Anstrengungen unternommen, um den Einfluss des anderen Lagers weltweit einzudämmen oder zurückzudrängen. Als Synonym für diese Ära des 20. Jahrhunderts wird auch die Bezeichnung Ost-West-Konflikt verwendet, in der die unterschiedlichen Phasen der sich ständig wandelnden Beziehungen (Gegenstand der Ost-West-Politik) zwischen den Blöcken besser berücksichtigt sind.
Der Konflikt nahm mehrmals äußerst bedrohlichen Charakter an, sodass die Möglichkeit eines "heißen" Krieges zwischen den Supermächten näher rückte:
- Berlin-Blockade 1948/49
- Berlin-Krise 1961
- Kubakrise 1962
- Streit um die Mittelstreckenraketen von 1979 bis 1982/83.
Zwischen diesen Phasen kam es zu Perioden mit geringerer Konfliktintensität oder auch der Entspannung.
USA:
Wo sie das Überwechseln eines Staates in das gegnerische Lager befürchteten, mischten sich die USA und ihre Verbündeten mit verdeckten Operationen ihrer Geheimdienste durch Organisation oder Absicherung von Militärputschen ein, wie die Operation Ajax im Iran, die US-Intervention in Chile, in Guatemala oder in anderen Staaten Süd- und Mittelamerikas.
Sowjetunion:
Die Sowjetunion setzte ihre Streitkräfte bei der Niederschlagung eines Volksaufstands in der DDR (17. Juni 1953) ein sowie zur Besetzung Ungarns (1956) und der CSSR (1968), um in diesen beiden Ländern die amtierenden Regierungen zu beseitigen. Mit Bezug auf die von den USA seit dem 19. Jahrhundert praktizierte Monroe-Doktrin sollte die 1968 entwickelte Breschnew-Doktrin ein derartiges Vorgehen der Sowjetunion innerhalb des "sozialistischen Lagers" auch für die Zukunft rechtfertigen.
Konkurrenzkampf der Systeme...
Der Konkurrenzkampf beider Systeme zeigte sich in der Verbreitung ideologischer Propaganda der Supermächte und ihrer Verbündeten, an ihrem Wettrüsten, in der Wirtschaftsentwicklung und an Entwicklungen in den Bereichen Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie, etwa bei den aufwändigen Raumfahrtprogrammen beider Seiten.
ENDE des Kalten Krieges:
Als Dauer des Kalten Krieges gilt im Allgemeinen die Nachkriegszeit von 1945 bis zum Zerfall der Sowjetunion 1991.
Michail Gorbatschow bezeichnet in seinen Erinnerungen das Gipfeltreffen mit dem Ronald Reagan ablösenden US-Präsidenten George Bush auf Malta im Dezember 1989 als
"Anfang vom Ende des Kalten Krieges".
