von 1791 - 1815: Das Heilige Römische Reich "Deutscher Nation"  ... und Napoleon

04.10.2025

Mit der Kriegserklärung Frankreichs 1792 an Preußen und Österreich und den folgenden Koalitionskriegen gegen Napoleon und seine "Grande Armée" sollte Das Heilige Römische Reich "Deutscher Nation" schon bald schwer erschüttert werden.

Das Heilige Römische Reich "Deutscher Nation": ...der Anfang vom Ende

1803 - Der Reichsdeputationshauptschluss: 

...als Folge der Koalitionskriege gegen das "napoleonische" Frankreich war der Reichsdeputationshauptschluss letzte bedeutende Gesetz des Heiligen Römischen Reiches und markierte einen entscheidenden Schritt zu dessen Auflösung im Jahr 1806.


Die Koalitionskriege gegen Frankreich:

In der Folge der Französischen Revolution kam es 1791 zum Bündnis von Preußen und Österreich gegen das revolutionäre Frankreich ...

Als Koalitionskriege (unter Ausschluss des ersten Koalitionskrieges auch Napoleonische Kriege genannt) werden die von 1792 bis 1815 dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen bezeichnet. Sie bilden eine Serie von Konflikten, die ursprünglich durch die Französische Revolution hervorgerufen wurden. Wechselnde Bündnisse (Koalitionen) europäischer Mächte führten auf verschiedenen Schauplätzen mehrere (teils ineinander übergehende) Kriege gegen die Französische Republik beziehungsweise das Kaiserreich Napoleon Bonapartes und dessen Verbündete. Französische Truppen hielten in dieser Zeit einige Gegenden dauerhaft besetzt (Napoleonische Besetzung).

Mit den Koalitionskriegen war die Zeit der Kabinettskriege beendet.

Einteilung:

Die Kriege lassen sich begrifflich in folgender Weise einteilen:

  • die Revolutionskriege (1792–1802): erste und zweite Koalition;
  • die Napoleonischen Kriege (1800–1814), zu denen der Russlandfeldzug 1812 und die Befreiungskriege (1813–1815) gezählt werden können: zweite bis sechste Koalition;
  • die Kriegsereignisse um die Herrschaft der Hundert Tage nach Napoleons Rückkehr aus der Verbannung (1815): siebte Koalition.

Preußen und Österreich gegen das revolutionäre Frankreich

In der Folge der Französischen Revolution kam es 1791 zum Bündnis von Preußen und Österreich gegen das revolutionäre Frankreich, worauf dieses im April mit der Kriegserklärung an die beiden deutschen Staaten antwortete.

Nach anfänglichen Erfolgen geriet die Koalition nach der Niederlage von Valmy im September 1792 in die Defensive.

1799 übernimmt Napoleon Bonaparte in Frankreich

1799 übernahm Napoleon Bonaparte in Frankreich durch einen Staatsstreich die Macht.

Napoleon I. - Kaiser der Franzosen

1804 - Napoleon I. krönte sich selbst zum Kaiser der Franzosen.

Napoleon siegt: Koalitionskriege gegen Frankreich

Einteilung

Die Kriege lassen sich begrifflich in folgender Weise einteilen:

  • die Revolutionskriege (1792–1802): erste und zweite Koalition;
  • die Napoleonischen Kriege (1800–1814), zu denen der Russlandfeldzug 1812 und die Befreiungskriege (1813–1815) gezählt werden können: zweite bis sechste Koalition;
  • die Kriegsereignisse um die Herrschaft der Hundert Tage nach Napoleons Rückkehr aus der Verbannung (1815): siebte Koalition.

Die Kriege der 1ten Koalition (1792–1797)

Kriegserklärung an Preußen und Österreich

Die erste Koalition (1792–1797) europäischer Mächte wollte versuchen, die Französische Revolution und ihre Auswirkungen einzudämmen oder gar ganz rückgängig zu machen. Allerdings begann Frankreich den Krieg mit der Kriegserklärung vom 20. April 1792.

1791 mit der Pillnitzer Deklaration: Koalition von Österreich und Preußen

Die Koalition begann 1791 mit der Pillnitzer Deklaration, in der sich Österreich und Preußen zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen das revolutionäre Frankreich entschlossen. 

Levée en masse 

Frankreich beantwortete die Bedrohungen von außen mit den Mitteln der Levée en masse, Terror im Inneren und neuen, durch die Umwälzungen in der Armee entstandenen Techniken und Taktiken. 

1795 - Napoleon siegt gegen Preußen und Spanien: Frieden von von Basel

Die Kriegsführung der Franzosen war größtenteils erfolgreich. Es gelang ihnen, ihre Gegner nach und nach mittels Friedensverträgen aus dem Krieg auszuschließen: Im Mai 1795 ging die aus den inzwischen französisch besetzten Niederlanden entstandene Batavische Republik ein Bündnis mit Frankreich ein; im Frühjahr 1795 schlossen Preußen und Spanien mit Frankreich den Frieden von Basel. 

1797 - Napoleon siegt auch gegen Österreich: Frieden von Campo Formio

Am 17. Oktober 1797 beendete der Frieden von Campo Formio zwischen Frankreich und dem militärisch geschlagenen Österreich den Ersten Koalitionskrieg. 

Das linke Rheinufer wurde von Frankreich annektiert. 

Großbritannien verblieb als einzige europäische Macht mit Frankreich im Kriegszustand. 

Zu dem für den Rastatter Kongress vorgesehenen Friedensschluss mit dem römisch-deutschen Reich kam es aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Koalitionskriegs nicht mehr.

Die Kriege der 2ten Koalition (1799–1802)

Die zweite Koalition (1799–1802) aus Großbritannien, Österreich, Russland, dem Osmanischen Reich, Portugal, Neapel und dem Kirchenstaat gegen Frankreich scheiterte ebenso. 

1799 übernimmt Napoleon Bonaparte in Frankreich

1799 übernahm Napoleon Bonaparte in Frankreich durch einen Staatsstreich die Macht.

Preußen bleibt neutral

Preußen unter seinem neuen König Friedrich Wilhelm III. blieb in diesem Konflikt neutral

Siege der 2ten Koalition in der Schweiz und Italien

Napoleon beherrschte Frankreich seit seiner Rückkehr von der Ägyptischen Expedition 1799. Während Napoleon in Ägypten gegen Briten und Osmanen gekämpft hatte, waren mehrere Schlachten in der Schweiz (Besetzung Zürichs) und in Italien von der Koalition gewonnen worden, die französischen Tochterrepubliken in Italien und der Schweiz standen vor dem Zusammenbruch.

Russland "steigt aus"... 

Russland zog sich jedoch bald darauf aus der Koalition zurück und kehrte zur bewaffneten Neutralität zurück.

Großbritannien kämpft in Ägypten

Die britischen Handlungsmöglichkeiten waren aufgebraucht oder noch in Ägypten gebunden. 

Österreich steht allein gegen Napoleon 

Die Österreicher standen dem zurückgekehrten Napoleon bei der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800 und Moreau bei der Schlacht von Hohenlinden am 3. Dezember allein gegenüber und unterlagen empfindlich.

1801 - Friede von Lunéville 

Am 9. Februar 1801 wurde der Friede von Lunéville zwischen Frankreich und Österreich sowie dem Reich geschlossen.

1802 - Friede von Amiens

Der Friede von Amiens (1802) brachte auch für die Briten das Ende der zweiten Koalition.

Derweil die Kampfhandlungen zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich bereits am 18. Mai 1803 wieder aufgenommen wurden.

1804 - Napoleon I. - "nun" Kaiser der Franzosen

Der französische Senat verkündete die Verfassung für das von Napoleon Bonaparte angestrebte Kaiserreich Frankreich am 18. Mai 1804. 

Der neue Monarch Napoleon krönte sich selbst am 2. Dezember 1804 in der Kirche Notre-Dame de Paris zum Kaiser der Franzosen.

Die Kriege der 3ten Koalition (1805)

Statt die Wiederherstellung der französischen Monarchie nach der Revolution herbeizuführen, stand für Napoleon der Kampf gegen die europäischen Koalitionsmächte im Vordergrund. 

Die dritte Koalition gegen Frankreich (aus Österreich, dem erweiterten Großbritannien, Russland und Schweden) bestand ab 1805

Frankreich plant den Einmarsch in England

Auf französischer Seite wurde der Plan entwickelt, in England einzumarschieren. Invasionstruppen von 150.000 Mann wurden bei Boulogne versammelt. 

Unter Napoleon diente Boulogne-sur-Mer von 1803 bis 1805 als strategisches Zentrum und Stützpunkt für das geplante britische Invasionsprojekt der "Armée de la Côte d'Opale", einer 120.000 Mann starken Armee. Die Stadt wurde mit Forts und Verteidigungsanlagen geschützt, und die Soldaten errichteten dort zur Feier der Grande Armée ein Denkmal, die Säule der Grande-Armée. Diese Säule steht in Wimille und ist noch heute ein bekanntes Wahrzeichen.

1805 - Koalition: Großbritannien, Russland, Schweden und Österreich

Am 11. April 1805 hatten Großbritannien und Russland einen Vertrag unterzeichnet, um die Niederlande und die Schweiz zu befreien.

Schweden schloss sich dem Bündnis an.

Österreich trat am 9. August dieser Allianz bei, nachdem Genua annektiert worden und Napoleon zum König Italiens ausgerufen worden war. Das Königreich Neapel unterstützte das antinapoleonische Bündnis

Preußen bleibt neutral.

1805 - Napoleons Bündnis

Napoleon Bonaparte ging Bündnisse mit Spanien und süddeutschen Herrschern ein (mit Bayern den Vertrag von Bogenhausen am 25. August, mit Baden am 5. September den Vertrag von Baden-Baden, mit Württemberg den Vertrag von Ludwigsburg am 5. Oktober).

1805 - Frankreich erklärt Österreich den Krieg

Im August verlangte Frankreich von Österreich, seine Garnisonen aus Tirol und Venetien abzuziehen, was der Kaiser in Wien am 27. August ablehnte.

Am 8. September 1805 waren unterdessen österreichische Truppen unter Karl Mack von Leiberich in Bayern eingedrungen, die den Auftrag hatten, an die Iller vorzustoßen und Ulm zu befestigen.

Frankreich erklärte am 23. September Österreich den Krieg. Bei mehreren Gefechten (z. B. Schlacht von Elchingen) im Großraum von Ulm (8.–20. Oktober) besiegten die Franzosen 70.000 Österreicher

Die französische Armee rückte auf Wien vor. Die Schlacht von Austerlitz (die sogenannte Dreikaiserschlacht) am 2. Dezember brachte erneut eine schwere Niederlage für die vereinigte russische und österreichische Armee

Den Verlierern wurde der Pressburger Frieden auferlegt.

1805 - Napoleons Bündnis marschiert nach "Deutschland"

Die französische Armee zog im späten August von Boulogne nach Deutschland und überquerte mit der Hauptarmee am 25. September den Rhein.

1805 - Englands Flotte unter Horatio Nelson siegt: Schlacht von Trafalgar

Pierre de Villeneuve führte die vereinigte französisch-spanische Flotte nach Cádiz und verließ den Ort mit seiner Flotte dann Richtung Neapel am 19. Oktober. Bei der Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805 wurde er von Horatio Nelson vernichtend geschlagen und gefangen genommen. 

Großbritannien sicherte sich damit die nahezu uneingeschränkte Seeherrschaft, die es bis zum Ende der Koalitionskriege auch nicht mehr verlor.

Die Kriege der 4ten Koalition (1806 - 1807)

Die vierte Koalition aus Preußen und Russland, später um Großbritannien und Schweden erweitert, bestand von 1806 bis 1807

Großbritannien und Russland weiter gegen Frankreich 

Nach dem Ende des Dritten Koalitionskrieges befand sich Frankreich weiterhin im Krieg mit Großbritannien und Russland

Friedensangebot an Großbritannien

Um die Briten für einen Frieden zu gewinnen, bot Napoleon ihnen die Rückkehr des erst kurz zuvor im Vertrag von Schönbrunn an Preußen abgetretenen Kurhannover an. 

- Das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (auch Chur-Braunschweig-Lüneburg), inoffiziell auch Kurfürstentum Hannover (auch Chur-Hannover oder Kurhannover) genannt, war ab 1692 das neunte Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches. 

1806  - Napoleons gründet den Rheinbund  

Zudem hatten im Juli 1806 sechzehn deutsche Staaten auf Initiative Napoleons den Rheinbund gegründet, der den Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich und eine Konföderation mit Frankreich beinhaltete. 

6. August 1806: Auflösung des Heiligen Römischen Reiches!

Das Heilige Römische Reich wurde nach einem französischen Ultimatum formell am 6. August 1806 durch die Verzichtserklärung von Kaiser Franz II. aufgelöst.

9. Oktober 1806 - Preußen kämpft um die Rückeroberung des Heiligen Römischen Reiches

Preußen fühlte sich durch diese Entwicklungen brüskiert und beschloss, auch ohne greifbare Unterstützung – das verbündete Russland war noch nicht wieder kriegsbereit – gegen Frankreich Krieg zu führen

Dem Ultimatum an Frankreich, seine Truppen hinter den Rhein zurückzuziehen, folgte am 9. Oktober 1806 die Kriegserklärung. Napoleon hatte dies vorausgesehen und eine starke Armee an der Grenze Bayerns zu Thüringen versammelt.

Die norddeutschen Staaten und die Hansestädte verhielten sich neutral. 

Nur das Kurfürstentum Sachsen und das Herzogtum Sachsen-Weimar schlossen sich Preußen an

Preußen erklärte allein den Krieg. 

Das führte in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 zu einer schweren Niederlage Preußens

Am 27. Oktober hielt Napoleon Einzug in Berlin, während der preußische König Friedrich Wilhelm III. samt Hof und Familie nach Ostpreußen unterwegs war. 

Sachsen löste im Dezember sein Bündnis mit Preußen und trat, bei gleichzeitiger Erhebung zum Königreich, dem Rheinbund bei. 

Seine Truppen, wie auch die Sachsen-Weimars, kämpften im Frühjahr 1807 gegen Preußen.

"Die Russen kommen"... - Hilfe für Preußen gegen Napoleon

Zum Jahresende 1806 griffen russische Truppen in den Krieg ein. 

Nach einigen unbedeutenden Gefechten (Schlacht von Pultusk) und dem überaus harten Wintereinbruch standen die Truppen sich im südlichen Ostpreußen gegenüber. 

"Polen" gegen Preußen...

Die vom preußischen Staat bei der Zweiten und Dritten Teilung Polens gewonnenen Gebiete waren nach dem Großpolnischen Aufstand im November 1806 abgefallen. Dort konstituierte sich, von Napoleon angestoßen, ein neues Staatsgebilde mit eigenen Militärverbänden, die 1807 unter französischem Kommando in die Kämpfe gegen Preußen eingriffen.

Unentschiedenen: Schlacht bei Preußisch Eylau - 26. April 1807 Vertrag von Bartenstein: 

Nach der unentschiedenen Schlacht bei Preußisch Eylau (7. und 8. Februar 1807) kam es am 26. April 1807 zum Vertrag von Bartenstein, in dem sich Preußen und Russland verpflichteten, auf Gedeih und Verderb bis zum Sieg über Napoleon zusammenzuhalten

Das Vereinigte Königreich und Schweden stoßen zu Preußen und Russland...

Kurz darauf traten das Vereinigte Königreich und Schweden dem Vertrag bei. 

Napoleon gewinnt die Schlacht

Napoleon gewinnt am 14. Juni die Schlacht bei Friedland gegen die 3te Koalition.

Friedensvertrag zwischen Russland und Frankreich: 

Russland hintergeht Preußen:

Nach der verlorenen Schlacht bei Friedland, begann die russische Seite am 19. Juni ohne Einbeziehung Preußens mit Waffenstillstandsverhandlungen. 

Am 7. Juli 1807 schlossen Zar Alexander I. und Napoleon den Frieden von Tilsit, in dem sich ein Bündnis gegen Großbritannien abzeichnete. 

Diktatfrieden zwischen Preußen und Frankreich

Der am 9. Juli 1807 zwischen Frankreich und Preußen geschlossene Friedensvertrag war ein Diktatfrieden. 

Preußen verlor die Hälfte seines Territoriums, musste die daraus hervorgehenden französischen Satellitenstaaten, darunter das Herzogtum Warschau, anerkennen und blieb zunächst größtenteils französisch besetzt. Die Niederlage hatte in Preußen grundlegende Modernisierungen zur Folge, die Preußischen Reformen.

Russland beteiligt sich an Napoleons Kontinentalsperre über Großbritannien

Im Frieden von Tilsit war Russland der Kontinentalsperre beigetreten, die Napoleon im Berliner Dekret vom 21. November 1806 über Großbritannien verhängt hatte. 

Großbritannien sah seine Seeherrschaft durch ein mögliches französisch-russisch-dänisches Bündnis gefährdet.

Großbritannien erzwingt die Auslieferung der dänischen Flotte

Großbritannien entsandte eine Armee nach Seeland (Insel in Dänemark) und erzwang Anfang September 1807 durch ein Bombardement Kopenhagens die Auslieferung der dänischen Flotte

1808 - 1809 - Russisch-Schwedischer Krieg

Der Erfurter Kongress 1808 führte zu der Einigung zwischen Napoleon und Zar Alexander I. dahingehend, dass Russland Druck auf Schweden ausübte, sich dem Kontinentalsystem anzuschließen. 

Dies führte zum Russisch-Schwedischen Krieg von 1808 bis 1809 und der Teilung Schwedens am Bottnischen Meerbusen. 

Der östliche Teil wurde das russische Großfürstentum Finnland.

Der Krieg auf der Iberischen Halbinsel (1808 - 1813)

Kampfhandlungen der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel 1808–1813

Napoleon will Portugal zur Kontinentalsperre gegen Großbritannien zwingen

Mit der französischen Expedition nach Portugal Ende 1807, mit der das Land zur Beteiligung an der Handelsblockade gegen Großbritannien gezwungen werden sollte, begannen die kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem iberischen Kriegsschauplatz. 

Im Mai 1808 brach in Spanien ein Volksaufstand gegen die Franzosen aus. Die Erhebung von Joseph Bonaparte zum König von Spanien im Juli 1808 durch Napoleon löste einen Guerillakrieg aus.

Großbritannien schreitet ein...

Ab August 1808 operierte ein britisches Expeditionskorps unter der Führung von Wellington in Portugal und Spanien und unterstützte die portugiesischen und spanischen Kräfte im Kampf gegen die französischen Besatzungstruppen und ihre Verbündeten. 

Sowohl auf französischer wie auch auf britischer Seite (King's German Legion) waren deutsche Kontingente vertreten. 

Die Auseinandersetzungen dauerten bis 1813/14 an.

Briten, Spanier und Portugiesen siegen gegen Napoleon 

Der Halbinselkrieg endete 1813/1814 mit einem Sieg der Briten, Spanier und Portugiesen, was die Vertreibung der französischen Truppen von der Iberischen Halbinsel und einen wichtigen Beitrag zum Niedergang Napoleons bedeutete. Die siegreichen Alliierten erlangten die Unabhängigkeit Spaniens und Portugals zurück.  

Der Spanienkrieg, der auch als Spanischer Unabhängigkeitskrieg bezeichnet wird, gilt als der erste "Befreiungskrieg" gegen Napoleons Vorherrschaft in Europa. 

Er übte eine nicht zu unterschätzende psychologische Wirkung auf die Bevölkerungen der übrigen Gebiete aus, die bei seinem Ausbruch zum französischen Machtbereich gehörten.

Die Kriege der 5ten Koalition (1809)

Die fünfte Koalition gegen Frankreich bestand 1809 zwischen Großbritannien und Österreich

Während Frankreich mit den Truppen seiner Satellitenstaaten sich der Niederschlagung des Volkskrieges in Spanien (s. o.) widmete, eröffnete Österreich den Krieg am 9. April 1809. 

Ziel war die Beseitigung der Vorherrschaft Napoleons in Europa. 

Österreich will Frankreich zum Rückzug aus Deutschland zwingen

Österreich wollte seinen Krieg als Befreiungsaktion nach spanischem Vorbild verstanden wissen und hoffte auf die Entstehung einer Volksbewegung, die Napoleon zum Rückzug aus Deutschland zwingen sollte. 

Hauptkriegsschauplatz war daher zunächst Süddeutschland

Zeitgleich fanden Offensiven gegen das Königreich Italien und gegen das Herzogtum Warschau statt. 

Nebenkriegsschauplätze waren die dalmatinische Küste (Kroatien), Franken und Sachsen.

Neben dem Tiroler Volksaufstand, bei dem Tirol vom Frühjahr bis zum Herbst 1809 gegen die bayerisch-französische Besatzung verteidigt wurde, kam es in Norddeutschland zu vereinzelten Aufständen sowie zu Freischarenzügen Schills und des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. Einen Einfluss auf den Kriegsverlauf hatten letztere Ereignisse jedoch nicht.

Österreich verliert die Schlachten von Abensberg, Eggmühl und Regensburg

Nach der verlorenen Schlacht von Abensberg und der Schlacht bei Eggmühl und den unglücklichen Kämpfen bei Regensburg hatte sich die Armee des Erzherzogs Karl (Erzherzog Karl von Österreich-Teschen, 1771–1847), nach Böhmen zurückgezogen und die Franzosen rückten am 13. Mai in Wien ein

- "Teschen" ist der deutsche Name für die heutige polnische Stadt Cieszyn und den tschechischen Teil Český Těšín, die zusammen eine Doppelstadt an der Grenze zwischen Polen und Tschechien bilden.

Österreich siegt in der Schlacht von Aspern

Die Franzosen standen mit etwa 90.000 Mann auf dem rechten Ufer der Donau. Am linken Ufer stand, nach seinem Rückzug nach Böhmen an die Donau zurückgekehrt, Erzherzog Karl mit seiner Armee

In der folgenden Schlacht bei Aspern konnte dieser die Franzosen am weiteren Vormarsch hindern

Der österreichische Sieg bei Aspern wurde auch durch den Widerstand der österreichischen Verteidiger in Malborgeth und am Predil-Pass ermöglicht, die ein schnelles Vorrücken der Truppen von Vizekönig Eugen Beauharnais verhinderten. 

Frankreich erringt den endgültigen Sieg: Schlacht bei Wagram

Die nachfolgende Schlacht bei Raab (Győr) und die endgültige Niederlage der Österreicher in der Schlacht bei Wagram führten im Juli zum Znaimer Waffenstillstand. 

Zwei Wochen später begann eine britische Armee ohne Kenntnis vom Waffenstillstand die Walcheren-Expedition, die wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit nach Anfangserfolgen im Spätherbst beendet wurde. 

1809 - Österreich und Frankreich schließen Frieden

Am 14. Oktober 1809 schlossen Österreich und Frankreich den Frieden von Schönbrunn.

Großbritannien: der letzte Gegner Napoleons 

Großbritannien war mit seiner Armee auf der iberischen Halbinsel der letzte Gegner Napoleons auf dem europäischen Kontinent

Die Seewege Europas sowie derjenige nach Indien (Mauritiusfeldzug) wurden von der britischen Flotte beherrscht, während Frankreich versuchte, die Wirtschaftsblockade gegen England durch die Kontrolle aller europäischen Festlandshäfen durchzusetzen.

Die Kriege der 6ten Koalition (1812–1814)

Als Sechster Koalitionskrieg (1812–1814) lassen sich der Russlandfeldzug Napoleons und die Befreiungskriege zusammenfassen.

Zu Beginn des Russlandfeldzuges waren noch nicht alle Koalitionspartner beteiligt.

Die 6te Koaltion: Großbritannien, Russland, Preußen, Schweden, Österreich und zahlreiche deutsche Kleinstaaten als Gegner Frankreichs.

1812 - Napoleons Russlandfeldzug

Die Grande Armée überschritt am 23. Juni 1812 mit rund 600.000 Mann (darunter 150.000 Soldaten aus Preußen, Österreich, Bayern und dem Rheinbund) die Memel

Die russischen Truppen zogen sich tief ins Landesinnere zurück und hinterließen "verbrannte Erde", während Napoleons Nachschubwege immer länger und anfälliger für Partisanen wurden. 

Die Schlacht bei Borodino am 7. September brachte hohe Verluste auf beiden Seiten, aber keine Entscheidung. 

Auch nach der Einnahme "des brennenden" Moskaus am 14. September verweigerte Alexander I. einen Friedensschluss.

Napoleons Rückzug aus Russland

Mitte Oktober befahl Napoleon den Rückzug seiner stark geschrumpften Armee, die bis dahin bereits 275.000 Tote und 200.000 Gefangene zu verzeichnen hatte. 

Die verbliebenen französischen Soldaten, die von den Russen wieder auf die verwüstete Smolensk-Route gezwungen wurden ("Taktik der verbrannten Erde"), sahen sich ständigen Angriffen ausgesetzt, was ihre Zahl weiter dezimierte.

Am Ende zählte die Armee nur noch rund 10.000 Mann

Im Dezember kehrte Napoleon nach Paris zurück. 

Der russische Sieg über die Franzosen wurde von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in der Ouvertüre 1812 künstlerisch verarbeitet.

Befreiungskriege in Mitteleuropa

Nach der Niederlage der Grande Armée in Russland begannen die Befreiungskriege. 

Preußen kämpft mit Russland und Schweden gegen Napoleons Rheinbund

Preußen löste sich Ende Dezember 1812 in der Konvention von Tauroggen aus dem Bündnis mit Frankreich.

Im Februar 1813 im Vertrag von Kalisch verbündet sich Preußen mit Russland und nahm im März offen den Kampf gegen Frankreich und den Rheinbund auf.

Wenig später trat Schweden unter Kronprinz Karl Johann der Allianz bei.

Rebellion in Ostpreußen gegen die französischen Besatzer:

Unterdessen hatte sich in Norddeutschland, ausgehend von Ostpreußen, seit Januar 1813 eine vehement antifranzösische Stimmung ausgebreitet, die in eine offene Rebellion umschlug, als russische Reiterverbände über die Oder ausschwärmten. 

Auch die "Hanse" rebelliert:

Ende Februar wurden davon auch die 1810 von Frankreich annektierten Hanseatischen Departements erfasst. Im März räumten die Franzosen Hamburg vor den anrückenden Russen. 

Napoleons Rheinbund siegt gegen die die russisch-preußischen Truppen

Im Mai schlug Napoleon in der Schlacht bei Großgörschen und in der Schlacht bei Bautzen die russisch-preußischen Truppen. 

Die Folge war Anfang Juni der Waffenstillstand von Pläswitz

Österreich versucht einen Frieden zu vermitteln 

Österreich versuchte im Friedenskongress von Prag einen Frieden zu vermitteln. Der Friedenskongress scheitert am Widerstand Napoleons. 

Österreich sich dem preußisch-russisch-schwedischen Bündnis an

Nachdem der Friedenskongress von Prag gescheitert war, schloss Österreich sich dem preußisch-russisch-schwedischen Bündnis an

Bereits im Juli hatten sich die vier Verbündeten im Trachenberg-Plan auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. 

Im Herbstfeldzug 1813 wurde Mitteldeutschland erneut zum Kriegsschauplatz.

1813 - die verbündeten russischen, österreichischen, preußischen und schwedischen Truppen siegen gegen Napoleons Rheinbund

In der kriegsentscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig fügten im Oktober 1813 die verbündeten russischen, österreichischen, preußischen und schwedischen Truppen Napoleon eine Niederlage zu. Während der Rheinbund zerfiel, zogen sich die Franzosen nach Frankreich zurück. 

Es kam zum Vertrag von Chaumont am 9. März 1814, in dem die Verbündeten gelobten, niemals mit Napoleon Frieden zu schließen und die französischen Bourbonen wieder auf den französischen Thron zu setzen.

1814 - Napoleons "ENDE"

Am 31. März nahmen die verbündeten Truppen Paris ein

Napoleon dankte am 6. April ab. 

Es folgte der Vertrag von Fontainebleau. Die Regentschaft der Bourbonen wurde wiederhergestellt und Napoleon nach Elba verbannt

1815 - Restauration

Nach Beendigung der napoleonischen Herrschaft wurde von den Siegermächten der Wiener Kongress einberufen, um die Ordnung Europas nach alten, vorrevolutionären Maßstäben wiederherzustellen (Restauration).

Rückkehr und endgültige Niederlage Napoleons

Napoleon kehrt zurück

Zu einem kurzen Nachspiel der Freiheitskriege kam es im Jahr 1815 (als der Kongress schon begonnen hatte), veranlasst durch Napoleons eigenmächtige Rückkehr aus der Verbannung ("Herrschaft der Hundert Tage"). 

Nach rascher Neuorganisation der Grande Armée und einem letzten Sieg in der Schlacht bei Ligny endet sein "Intermezzo"  

Die Schlacht bei Waterloo: DAS ENDE NAPOLEONS

Das Allierte Heer aus Briten, Niederländern, Deutschen unter (Arthur Wellesley, dem Duke of Wellington) und die verbündete Streitmacht Preußens (unter Gebhard Leberecht von Blücher) stellten sich Napoleons Armee entgegen.

In der Schlacht bei Waterloo besiegten die Allierten die französische Armee und beendeten damit Napoleons Herrschaft endgültig.  

Verbannung auf Lebenszeit

Napoleon wurde auf Lebenszeit auf die britische Insel St. Helena verbannt.

Das Heilige Römische Reich "Deutscher Nation": 

Napoleon und die Folgen...

1803 - Der Reichsdeputationshauptschluss:

Der Reichsdeputationshauptschluss war das letzte bedeutende Gesetz des Heiligen Römischen Reiches und markierte einen entscheidenden Schritt zu dessen Auflösung im Jahr 1806.

Als Kompensation für die linksrheinische Gebietsverluste in den Kriegen gegen Napoleon erhielten die deutschen Fürsten rechtsrheinische Gebiete. Die neuen Staaten die diesen Gebiete entsprangen, wurden 1803 im sogenannten Reichsdeputationshauptschluss durch Säkularisation und Mediatisierung geschaffen.

  • Säkularisation: Kirchenbesitz und geistliche Territorien wurden aufgelöst und in weltliche Staaten integriert. Dies führte zur Enteignung und Schließung vieler Klöster.
  • Mediatisierung: Zahlreiche kleine, reichsunmittelbare weltliche Territorien und freie Reichsstädte verloren ihre Selbstständigkeit und wurden den größeren Staaten unterstellt.

Reichsfürsten und Reichsgrafen verlieren an Rechten - Eingliederung in die neuen Staaten

Reichsfürsten und Reichsgrafen im Heiligen Römischen Reich genossen weitreichende Rechte, darunter die Teilnahme an der Königswahl (für Fürsten), die Ausübung von Hoheitsrechten wie Zoll, Gerichtsbarkeit und Münzprägung, die Erhebung von Steuern sowie das Recht, eigene Hofämter einzurichten.

Rechte und Privilegien

  • Hoheitsrechte (Regalien): Reichsfürsten und ihre Gebiete beanspruchten und erhielten im Laufe der Zeit wichtige Hoheitsrechte, die ursprünglich dem König zustanden. Dazu gehörten:
    • Zoll- und Münzrecht: Das Recht, Zölle zu erheben und eigenes Geld zu prägen.
    • Gerichtsherrschaft (Hochgerichtsbarkeit): Das Recht, eigene Gerichte einzurichten und Recht zu sprechen.
    • Befestigungsrecht: Die Erlaubnis zum Bau von Befestigungsanlagen.
  • Teilnahme an der Königswahl: Reichsfürsten hatten das Recht, den König zu wählen, jedoch wurde dieses Recht auf die kleineren Kreis der sogenannten Kurfürsten beschränkt.
  • Steuererhebung: Sie hatten das Recht, Steuern von ihren Untertanen zu erheben.
  • Eigene Hofämter: Die Fürsten konnten ihre eigenen Höfe mit Ämtern organisieren.

Unterschiede zwischen Reichsfürsten und Reichsgrafen

  • Reichsfürsten: Waren die mächtigsten Herrscher im Reich und das wichtigste Herrschaftselement. Sie waren oft direkt vom König abhängig und grenzten sich nach unten von anderen Herrschaftsträgern ab.
  • Reichsgrafen: Waren ursprünglich königliche Amtsträger, die in den Grafschaften die königlichen Hoheitsrechte ausübten. Später entwickelten sich ihre Grafschaften zu eigenen, oft reichsunmittelbaren Grafschaften, also von Territorien, die direkt vom Kaiser belehnt wurden und über Sitz und Stimme im Reichstag verfügten. .

Reichsfürsten und Reichsgrafen verlieren ehemalige Rechte:

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 und der damit einhergehenden Gründung neuer, größerer deutscher Staaten, die von den großen deutschen Dynastien regiert wurden, verloren Reichsfürsten und Reichsgrafen die meisten Ihrer Rechte die sie noch im Heiligen römischen Reich inne hatten.

Dieser Rechte wurden den neuen Staaten (Territorien) ein- und untergeordnet. Allerdings oblagen diese ehemaligen Rechte weitgehend den "Standesherren" dieser Staaten, die weitgehend von ehemaligen Reichsfürsten und Reichsgrafen gebildet wurden.

Als "Standesherren"blieb den ehemaligen Reichsfürsten und Reichsgrafen die Ebenbürtigkeit mit dendie neuen Staaten regiereden souveränen großen deutschen Dynastien (Häusern) erhalten.

- Eine Dynastie ist ein Herrschergeschlecht oder eine mächtige Fürstenfamilie, die über mehrere Generationen hinweg die Macht in einem Land ausübt und den Landesherrn stellt.

Wichtige souveräne Dynastien nach 1806

Nach der Auflösung des Alten Reiches etablierten sich neue souveräne Staaten, die von verschiedenen Dynastien regiert wurden:

  • Wittelsbacher: Sie regierten das neu gegründete Königreich Bayern.
  • Haus Württemberg: Diese Dynastie führte das Königreich Württemberg an.
  • Haus Hessen: Sie herrschten über das Großherzogtum Hessen.
  • Haus Baden: Diese Dynastie war für das Großherzogtum Baden zuständig.
  • Weitere Staaten: Auch das Königreich Westfalen (unter Jérôme Bonaparte, dem Bruder Napoleons) und andere Großherzogtümer wie Sachsen schlossen sich dem Rheinbund an.

Die neugeschaffenen Kurfürstentümer Baden und Hessen-Darmstadt wurden zu Großherzogtümern erhoben.

1806 - Gründung des Rheinbundes durch Napoleon

Bayern, Sachsen und Württemberg traten 1806 dem von Napoleon gegründeten Rheinbund bei, der sie an Frankreich band und zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches führte. Die Aufnahme in den Rheinbund erfolgte im Rahmen einer Neuausrichtung der deutschen Staaten auf der Suche nach Verbündeten und Schutz durch Napoleon.

  • 12. Juli 1806: Der Rheinbund wird gegründet, ein Bündnis von deutschen Fürsten unter der Führung Napoleons, die aus dem Heiligen Römischen Reich austreten.
  • Mitgliedschaft: Zu den Gründungsmitgliedern gehören Bayern, Sachsen und Württemberg, die Napoleon durch militärische Unterstützung und die Bereitstellung von Soldaten dienen.
  • Absicht: Napoleon strebt die Gründung eines Bündnisses an, das als Gegengewicht zu Österreich und Preußen dienen soll.
  • Folge: Die Gründung des Rheinbundes führt zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die der Kaiser Franz II. am 6. August 1806 vollzog.

1806 - Auflösung des Heiligen Römischen Reiches!

Als sich 1806 16 deutsche Fürstenhäuser zum Rheinbund unter Führung Napoleons zusammenschlossen, legte Kaiser Franz II. auf ein Ultimatum Napoleons hin die Kaiserkrone nieder und löste das Heilige Römische Reich auf.

Dies bedeutete das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Eine Erhebung 1809 in Tirol durch Andreas Hofer wurde durch Napoleon niedergeschlagen.

1807 und 1813 - Reformen in Preußen 

Um Preußen zu erneuern, kam es zwischen 1807 und 1813 zu einer Reformbewegung. 

Herausragende Persönlichkeiten waren dabei vom Stein und Hardenberg.

Neben der Abschaffung der Erbuntertänigkeit der Bauern (Bauernbefreiung) wurde 1810 der Zunftzwang abgeschafft und die Gewerbefreiheit eingeführt.

1812 wurde den Juden Rechtsgleichheit gewährt und alle Berufsbeschränkungen aufgehoben.

Das Heer wurde durch Scharnhorst und Gneisenau reformiert, das Adelsprivileg für die Offizierslaufbahn abgeschafft und die allgemeine Wehrpflicht nach französischem Vorbild eingeführt.

Weiter erhielten die Kommunen das Recht zur Selbstverwaltung.

Wilhelm von Humboldt reformiert das Bildungswesen.

1814 - 1815 - "Restauration"

1814 - Der Wiener Kongress

Der Wiener Kongress, der vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 stattfand, ordnete nach der Niederlage Napoleon Bonapartes in den Koalitionskriegen Europa neu.

Nachdem sich die politische Landkarte des Kontinentes als Nachwirkung der Französischen Revolution erheblich verändert hatte, legte der Kongress wiederum zahlreiche Grenzen neu fest und schuf neue Staaten.

Der Wiener Kongress:

Unter der Leitung des österreichischen Außenministers Fürst Klemens von Metternich berieten politisch bevollmächtigte Vertreter aus rund 200 europäischen Staaten, Herrschaften, Körperschaften und Städten, darunter alle bedeutenden Mächte Europas mit Ausnahme des Osmanischen Reiches. Die führende Rolle in den Friedensverhandlungen, die ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis anstrebten, spielten Russland, das Vereinigte Königreich, Österreich und Preußen sowie das wiederhergestellte Königreich Frankreich und der Kirchenstaat

Die deutschen Fragen wurden angesichts ihrer Komplexität und ihres Umfangs getrennt von den übrigen europäischen Angelegenheiten beraten.

Bei der territorialen Neuordnung erhielt Preußen das Rheinland, Westfalen und den nördlichen Teil Sachsens hinzu, Österreich verzichtete auf die österreichischen Niederlande und bekam dafür Venetien, die Lombardei und Gebiete auf dem Balkan. Frankreich konnte das Elsass behalten. 

Weiter wurde der Deutsche Bund ins Leben gerufen, dem 35 souveräne Fürsten, darunter wegen ihrer deutschen Besitzungen auch die Könige von Großbritannien, Dänemark und der Niederlande angehörten. Beschlussorgan des Deutschen Bundes war der Bundestag, der unter österreichischem Vorsitz in Frankfurt am Main als Gesandtenkongress tagte. 

Die Wünsche der Bevölkerung nach Schaffung eines einheitlichen deutschen Nationalstaates wurden von den Fürsten nicht berücksichtigt.

Die Deutsche Bundesakte:

Die Deutsche Bundesakte war ein völkerrechtlicher Vertrag und das erste Bundes-"Verfassungsgesetz" über die Gründung des Deutschen Bundes. Sie wurde am 8. Juni 1815 während des Wiener Kongresses verabschiedet und am 10. Juni 1815 von den Bevollmächtigten von 39 Staaten unterzeichnet. Gemäß der Präambel der Bundesakte beschlossen "die souverainen Fürsten und freien Städte Deutschlands, […] von den Vorteilen überzeugt, welche aus ihrer festen und dauerhaften Verbindung für die Sicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands, und die Ruhe und das Gleichgewicht Europas hervorgehen würden, […] sich zu einem beständigen Bunde zu vereinigen". In den Art. 53 bis 63 war sie ein offizieller Bestandteil der Wiener Kongress-Akte.