Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

10.08.2025

Schnittlauch (Allium schoenoprasum), auch Graslauch, Binsenlauch, Brislauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze. Für viele Tiere ist er dagegen giftig. ... 

Beschreibung

Vegetative Merkmale und Herkunft

Schnittlauch stammt aus Eurasien und kommt mit fast allen Bedingungen des Wetters zurecht. 

Er ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreicht. 

Er bildet eine dünnhäutige, eiförmige bis zylindrische Zwiebel aus mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 Zentimetern. 

Daraus treiben ein bis zwei grüne oder graugrüne, im Querschnitt runde, röhrenförmige Laubblätter mit einem Durchmesser von 2 bis 6 Millimetern. Infolge unterirdischer vegetativer Vermehrung durch Tochterzwiebeln erscheint Schnittlauch oft in Gestalt vielblättriger Horste.

- Als Horst wird in der Botanik eine Pflanzenwuchsform bezeichnet, bei der viele Triebe einer Pflanze eng aneinander stehen. Solche Sprossbüschel entstehen durch Auswachsen der untersten Achselknospen, ohne dass Ausläufer gebildet werden. 

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht je nach Standort von Mai bis August. 

Die Blütenstandsschäfte ähneln den Laubblättern, sind aber etwas fester und höher. 

Die endständigen, dichten, kugeligen bis eiförmigen, scheindoldige Blütenstände enthalten viele (30 bis 50) Blüten. Ihre Hüllblätter überragen den Blütenstand nie. Die kurzen Blütenstiele sind eineinhalb- bis dreimal so lang wie die Blüten.

Die zwittrigen, glockenförmigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 5 Millimetern dreizählig. 

Die sechs gleichgestaltigen, sich allmählich zuspitzenden Blütenhüllblätter sind etwa 0,7 bis 1,1 (selten bis 1,7) Zentimeter lang und 3 bis 4 Millimeter breit. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist violett-purpurfarben, selten auch weiß, manchmal etwas blaustichig, sie variiert von hell- bis dunkelrot; auffällig ist ein dunkler hervorgehobener Mittelnerv. 

Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind meist ein Drittel bis ein Halb (selten bis zu zwei Drittel) mal so lang wie die Blütenhüllblätter; sie sind an ihrer Basis und auf einer Länge von 1–1,5 Millimetern mit den Blütenhüllblättern verwachsen. 

Die inneren Staubfäden sind nur halb so breit wie die äußeren. 

Die Staubbeutel sind purpurfarben. 

Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, fast kugeligen Fruchtknoten verwachsen. 

Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe. 

Die fast kugelige Kapselfrucht ist von den Blütenhüllblättern ballonartig umgeben. 

Die Samen sind schwarz.

Vorkommen

Natürliche Bestände von Schnittlauch sind auf der Nordhalbkugel in alpinen Hochgebirgen des gemäßigten, borealen und subarktischen Eurasiens und Nordamerikas weitverbreitet, sowohl in Nutzgärten als auch verwildert.

Das europäische Verbreitungszentrum liegt in Fennoskandinavien, dem nördlichen Russland sowie den subalpinen Höhenstufen der Iberischen Halbinsel, der Alpen (insbesondere in den westlichen Kalkalpen).

Nutzung

Schnittlauch ist seit dem frühen Mittelalter in Kultur. 

Es gibt zahlreiche Sorten, die in Bezug auf Wuchshöhe und Blattdicke sehr unterschiedlich sind. Neben den typischen lilablühenden Formen treten auch weiß blühende auf. Gelegentlich wird Schnittlauch auch als Zierpflanze in Gärten, beispielsweise in Steingärten, sowie zur Dachbegrünung verwendet.

Anbau

Kommerziell wird Schnittlauch als Würzkraut meist in Gewächshäusern, selten auch in Feldkultur angebaut. Im kommerziellen Anbau fanden sich in den 1990er Jahren vor allem die Sorten 'Dominant', 'Kirdo', 'Fitlau', 'Wilan' und 'Polyvert'. 2004 betrug die Anbaufläche der Schnittlauch produzierenden landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland 642 Hektar, im Jahr 2011 580 Hektar in sieben Bundesländern. 

Pflege

Schnittlauch im Topf braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort, regelmäßige Wassergaben (aber ohne Staunässe) und gelegentliche Düngung. Wichtig ist auch die richtige Topfgröße und ein Abzugsloch für überschüssiges Wasser. 

Standort und Topf:

  • Schnittlauch bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Ein Topf mit ca. 15 cm Tiefe ist ausreichend, wichtig ist ein Abzugsloch, um Staunässe zu vermeiden.
  • Eine Drainageschicht am Topfboden kann helfen, Staunässe zu verhindern.

Gießen:

  • Schnittlauch mag keine trockene Erde, daher sollte er regelmäßig gegossen werden.
  • Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, daher sollte überschüssiges Wasser ablaufen können.
  • Im Sommer kann der Bedarf höher sein, daher ist eine Beobachtung der Erde wichtig.
  • Es wird empfohlen, mit kalkfreiem Wasser zu gießen.

Düngung:

  • Schnittlauch ist ein Starkzehrer und sollte regelmäßig gedüngt werden, besonders während der Wachstumsperiode.
  • Organische Flüssigdünger, Kompost oder Hornspäne sind gut geeignet.
  • Eine Düngung alle 4 Wochen im Frühjahr und Frühsommer ist empfehlenswert.

Weitere Tipps:

  • Regelmäßiges Schneiden fördert den Austrieb.
  • Schnittlauch kann im Winter ins Haus geholt oder draußen überwintert werden.
  • Beim Überwintern sterben die oberirdischen Teile ab, treiben aber im Frühjahr wieder aus.
  • Es empfiehlt sich, Schnittlauch alle 1-2 Jahre umzutopfen.