
etwa 100 n. Chr. bis 400 n. Chr. - Der römische Limes
Die römischen Limes-Abschnitte wurden ab dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. und im 2. Jahrhundert n. Chr. aufgebaut, um die Grenze des Römischen Reiches in Deutschland zu sichern. ...
Das Römischen Reich zwischen etwa 100 bis 200 n. Chr.
Zwischen etwa 100 bis 200 n. Chr., in der Zeit der Kaiser von Trajan bis Septimius Severus, war das Römische Reich am größten. Zu dieser Zeit verlief seine Grenze in über 20 modernen Ländern auf drei Kontinenten und war insgesamt 7 500 Kilometer lang.
Römisch-Germanischen Kriege
Die Römisch-Germanischen Kriege waren kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und den an seinen Grenzen siedelnden Germanen, die sich in einer Zeitspanne von etwa fünfhundert Jahren abspielten.
55 v. Chr. setzte Gaius Julius Caesar erstmals mit Truppen über den Rhein...
ab 13/12 v. Chr. führte der Feldherr Drusus unter Augustus mehrere Feldzüge nach Germania magna (dem "freien Germanien" rechts des Rheins). Die letztlich vergeblichen Versuche, das rechtsrheinische Gebiet bis zur Elbe zur Provinz zu machen, dauerten fast 30 Jahre (Augusteische Germanenkriege).
Römisch kultiviert wurde der Süden des heutigen Deutschlands. Zu den Spuren dieser Zeit zählen eine Vielzahl archäologischer Funde von der Straßenführung, den Gutshöfen bis hin zu Städtegründungen. In den folgenden Jahrhunderten kam es entlang der von den Römern errichteten befestigten Limes-Grenze immer wieder zu Konflikten mit den Germanen.
Im 5. Jahrhundert n. Chr. brach das Weströmische Reich unter anderem unter dem Druck germanischer Stämme zusammen (siehe auch Völkerwanderung).
Römischen Limes-Abschnitte in Deutschland
Was heißt eigentlich "Limes"?
Seit Julius Caesar wird der Begriff "limes" im Zusammenhang mit militärischen Vorgängen verwendet, wie etwa für Waldschneisen in feindlichem Gebiet. In seiner Schrift "Germania" (um 100 n. Chr.) verwendet der römische Geschichtsschreiber Tacitus das Wort "limes" bereits als Bezeichnung für "trockene", also Landgrenzen, im Gegensatz zu "ripa" (lateinisch: Ufer) für "nasse", also Flussgrenzen. Heute bezeichnet der Begriff "limes" einen Abschnitt des militärischen Grenz-Sicherungssystems des Römischen Reiches.
Im Norden des Römischen Reiches verlief der Limes in weiten Teilen entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau. Diese "nassen Grenzen" wurden durch eine Kette von Kastellen und Legionslagern abgesichert. Im heutigen Deutschland verliefen Abschnitte des Niedergermanischen Limes , der Obergermanisch-Raetische Limes und Teile des Donau-Limes .
Der Niedergermanische Limes
Der Niedergermanische Limes war ein bedeutender Grenzabschnitt des Römischen Reiches.
Er folgte dem antiken Rheinverlauf und erstreckte sich auf einer Länge von ca. 400 Kilometern zwischen Katwijk (NL) an der Nordsee bis Bad Breisig in Rheinland-Pfalz.
Entlang des rund 230 Kilometer langen Grenzabschnitts im heutigen Nordrhein-Westfalen lagen einige der wichtigsten Militärstützpunkte und zivilen Zentren des Niedergermanischen Limes .
Die archäologischen Fundplätze des Niedergermanischen Limes veranschaulichen in besonderer Weise die Entwicklung einer Grenze des Römischen Reiches sowie das Leben und den kulturellen Austausch in ihrem Umfeld.
Der Obergermanisch-Raetische Limes
Der Obergermanisch-Raetische Limes sicherte die Grenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien zum freien Germanien.
Er schützte nur eine vergleichsweise kurze Strecke der Nordgrenze des Römischen Reiches, doch seine Überreste sind mit 548 Kilometern Gesamtlänge heute das längste archäologische Bodendenkmal Deutschlands.
Der Obergermanisch-Raetische Limes verlief von Rheinbrohl am Rhein bis nach Eining an der Donau und wurde weitestmöglich geradlinig angelegt.
Heute verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes durch die Bundesländer Baden-Württemberg (164 km), Bayern (158 km), Hessen (152 km) und Rheinland-Pfalz (75 km) und ist in Teilen noch gut im Gelände zu erkennen.
Die Errichtung des Obergermanisch-Rätischen Limes erfolgte in mehreren Phasen ab 100 n. Chr. Auf ganzer Länge befanden sich über 900 Wachttürme, die zuerst in Holzbauweise und später in Stein errichtet wurden. Zusätzlich verstärkten über 60 Kastelle den Grenzverlauf.
Der Obergermanische Limes (Länge 382 km) bestand aus einem meterhohen Palisadenzaun aus angespitzten Baumpfählen, später mit einem vorgelagerten Erdwall und Graben. Auf einer Strecke von etwa 50 Kilometern bildete der Main einen Teilstück der Grenze. Dieses natürliche Hindernis wurde zusätzlich mit Kastellen gesichert.
Der Rätische Limes (Länge 166 km) bestand seit Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. anstatt aus Holz aus einer knapp 3 Meter hohen und etwa 1 Meter starken Steinmauer, um Angriffe der Alemannen (germanischer Volksstamm) besser abzuwehren.
Der "Donau-Limes"
Der Grenzabschnitt "Donau-Limes " war wie der Niedergermanische Limes eine Flussgrenze und verlief entlang der Donau im heutigen Bayern, in Österreich, in der Slowakei, in Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien.
Durch das unwegsame Ufergelände der Donau musste anders als beim Obergermanisch-Rätischen Limes keine lineare Grenzbefestigung angelegt werden. Allerdings wurde die Flussgrenze ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. zusätzlich mit Wachttürmen, Legionslagern und Kastellen gesichert. Kaiser Trajan veranlasste außerdem, dass die Erdwälle der Legionslager durch Steinmauern ersetzt wurden.sicherte die Grenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien zum freien Germanien.
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