
Chinaschilf (Miscanthus sinensis 'Strictus')
In den Ursprungsgebieten war das Chinaschilf als Rohstoff für Matten und Flechtwerk zum Sicht- und Windschutz sowie als Futterpflanze bekannt. Seit den 1950er Jahren wird es neben Miscanthus sacchariflorus in Europa als Zierpflanze kultiviert. Es existieren zahlreiche Sorten, die Verwendung in der Gartengestaltung finden, wie 'Strictus', 'Ferner Osten' und 'Malepartus'. ...
Chinaschilf (Miscanthus sinensis), auch irrtümlicherweise unter dem Namen Elefantengras bekannt, ist eine ausdauernde Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie stammt aus Ostasien (China, Japan, Korea).
Beschreibung
Miscanthus sinensis charakterisiert sich durch eine schilfartige Wuchsform, bildet dichte bis lockere Horste aus und erreicht Höhen zwischen 80 und 200 (selten 300 bis 400) Zentimeter.
Die Pflanzen bilden ein horizontal wachsendes, kurzes Rhizom aus, das daran ansetzende Wurzelsystem kann in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit bis in eine Tiefe von 2,5 m vordringen.
Die unverzweigten, festen Halme haben einen Durchmesser von 3 bis 10 Millimeter, die Knoten können kahl oder leicht behaart sein. Die am Ansatz des Stängels sowie am Stängel entlang wechselständig stehenden Blätter zeigen die für C4-Pflanzen charakteristische aufrechte Blattstellung, die eine maximale Lichtaufnahme ermöglicht.
Die Blattscheide kann kahl oder filzig behaart sein.
Die 18 bis 75 Zentimeter lange und 0,3 bis 2 (bis 4) Zentimeter breite Blattspreite ist linealisch und flach, vom Ansatz her verjüngt sie sich oder ist breit abgerundet und läuft spitz zu. Die Mittelrippe steht hervor, die Ränder sind rau oder glatt. Die 0,5 bis 4 Millimeter lange Ligula ist bewimpert.
Der Blütenstand ist eine 20 bis 36 (ab 10) Zentimeter lange, annähernd kahle bis filzig behaarte Rispe, die Blütenstandsachse ist 6 bis 16 Zentimeter lang. Die Internodien der Rhachis (Hauptachse eines Blütenstands). sind kahl und glatt bis schwach rau, ihre Knoten behaart. Die unteren Blütenstiele sind 0,5 bis 1,5 Millimeter lang, die oberen 1,5 bis 4 Millimeter.
Die einzelnen Trauben (Fruchtstand) sind 10 bis 40 (4 bis 100) Zentimeter lang und erreichen einen Durchmesser von 10 bis 30 (ab 8) Zentimeter.
Die auf ungleich langen Ährchenstielen sitzenden, paarweise angeordneten Ährchen sind filzig behaart bis kahl, ahlenförmig und 4 bis 6,5 Millimeter lang.
Sie werden von den 5 bis 8 Millimeter langen Kallushärchen überragt.
Die annähernd gleichgeformten, häutigen Spelzen sind fünfnervig, spitz zulaufend, 4 bis 6,5 Millimeter lang und rückseitig kahl bis behaart, die Spitzen und der obere Rand sind behaart.
- Eine Spelze ist ein Hochblatt im Ährchen, dem Teilblütenstand der Süßgräser (Poaceae) und der Sauergräser (Cyperaceae). Spelzen sind meist trockenhäutig und umgeben schützend die Blüten.
Die unteren Deckspelzen sind lanzettlich und durchscheinend, 3,5 bis 4 Millimeter lang, an der Spitze und den Rändern behaart, sonst kahl, eine Nervatur fehlt.
Die oberen Deckspelzen gleichen ihnen, erreichen aber nur eine Länge von 2,5 bis 3,5 Millimeter. Die Grannen sind 4 bis 12 Millimeter, die oberen Vorspelzen sind 1 bis 2 Millimeter lange Schuppenblätter. Die drei Staubbeutel sind rund 2,5 Millimeter lang.
Die elliptische Karyopse ist mit einer Länge von 2,2 mm, einer Dicke von 0,9 mm und einer Tausendkornmasse von 300 bis 950 mg typisch für windausgebreitete Pflanzen.
- Als Karyopse (auch Cariopse) oder Korn, Getreidekorn und Cerealie werden einsamige, nussähnliche Schließfrüchte der Gräser bezeichnet.
Verbreitung und Habitat
Chinaschilf kommt ursprünglich von Indonesien und den Philippinen bis China, Korea, Japan und Russlands Fernem Osten vor. Es ist in weiten Teilen Chinas sowie in Japan und Korea auf Berghängen, an Küsten sowie weiteren Standorten in Höhenlagen unter 2000 Meter weitverbreitet. In Nord- und Südamerika, in Europa, Ägypten, Kleinasien und Neuseeland kommt es eingeführt vor.
In den USA haben sich als Zierpflanzen eingeführte Arten unkontrolliert durch Samen ausgebreitet und sind daher bereits 20 Jahre nach der Einführung als invasiv eingestuft worden. Besonders in den Zonen der gemäßigten Breiten der Atlantikküste, konnten sie sich ausbreiten.
Ökologie
In den Ursprungsländern sind etwa 40 Arten Schmetterlinge bekannt geworden, die das Chinaschilf als Wirtspflanze besuchen, die meisten davon aus Gattungen der Hesperiidae und Nymphalidae.
Miscanthus verfügt über den sogenannten C4-Metabolismus, eine unter bestimmten Umweltbedingungen besonders effiziente Form der Photosynthese; daher zeichnet sich die Pflanze, verglichen mit den C3-Pflanzen, unter bestimmten klimatischen Bedingungen durch eine besonders hohe Biomasseleistung aus.
- C4-Pflanzen nutzen einen Stoffwechselweg, um Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese zunächst vorzufixieren und erst dann wie C3-Pflanzen im Calvin-Zyklus zu Kohlenhydraten aufzubauen (C4-Photosynthese).
Taxonomie und Systematik
Miscanthus sinensis wurde 1855 durch Nils Johan Andersson in Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Forhandlingar S. 166 erstbeschrieben.
Verwendung
In den Ursprungsgebieten war das Chinaschilf als Rohstoff für Matten und Flechtwerk zum Sicht- und Windschutz sowie als Futterpflanze bekannt. Seit den 1950er Jahren wird es neben Miscanthus sacchariflorus in Europa als Zierpflanze kultiviert.
Pflege
Chinaschilf (Miscanthus sinensis) ist ein relativ pflegeleichtes Ziergras. Es bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen durchlässigen Boden, der nicht zu Staunässe neigt. Im Frühjahr sollte es bodennah zurückgeschnitten werden, um neues Wachstum anzuregen. Eine regelmäßige, aber nicht zu häufige Bewässerung ist wichtig, besonders in den ersten Jahren. Standort und Boden:
- Sonne bis Halbschatten: Chinaschilf gedeiht gut an sonnigen Standorten, kann aber auch im Halbschatten wachsen.
- Durchlässiger Boden: Der Boden sollte durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden.
- Nährstoffreich: Ein nährstoffreicher Boden ist von Vorteil, aber Chinaschilf ist anpassungsfähig.
- Kübelhaltung: Im Kübel ist eine gute Drainage wichtig, um Staunässe zu verhindern.
Gießen:
- Bedarfsorientiert: In den ersten Jahren ist eine bedarfsorientierte Bewässerung wichtig, bis sich die Pflanze etabliert hat.
- Regelmäßig, aber nicht zu oft: Gießen Sie, wenn der Boden leicht angetrocknet ist, und vermeiden Sie Staunässe.
- Im Kübel: Chinaschilf im Kübel benötigt mehr Feuchtigkeit, da es weniger Erdvolumen zur Verfügung hat.
Düngen:
- Organisch: Im Frühjahr kann eine Schicht Mulch oder Kompost als Dünger dienen.
- Mäßig: Achten Sie darauf, nicht zu viel zu düngen, da dies die Robustheit beeinträchtigen kann.
- Kübelpflanzen: Chinaschilf im Kübel kann während der Wachstumszeit einmal im Monat organisch nachgedüngt werden.
Schneiden:
- Rückschnitt im Frühjahr:Chinaschilf wird im späten Winter oder zeitigen Frühjahr bodennah zurückgeschnitten.
- Werkzeug:Verwenden Sie eine Gartenschere mit großer Hebelwirkung für die kräftigen Halme.
- Handschuhe:Tragen Sie Handschuhe, um sich an den scharfen Blättern nicht zu verletzen.
Weitere Pflege:
- Vermehrung: Chinaschilf kann im Frühjahr oder Herbst durch Teilung vermehrt werden.
- Umtopfen: Chinaschilf im Kübel sollte alle 2-3 Jahre im Frühjahr umgetopft werden.
- Schädlinge: Gelegentlich kann es zu Befall mit Miscanthus-Schmierläusen kommen, gegen die Mittel aus dem Fachhandel helfen können.
- Die Arten des Chinaschilfs lassen sich von Regen, starkem Frost und Schnee nicht beeindrucken. 😅