Marokkanisches Leinkraut (Linaria maroccana Hook.f.)

18.08.2025

Die Leinkräuter (Linaria) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Von den 100 bis 150 Arten kommen die meisten in den gemäßigten Gebieten Eurasiens, besonders im Mittelmeerraum vor. ... 

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Leinkraut-Arten sind ein-, selten zweijährige bis oft ausdauernde, krautige Pflanzen und wachsen aufrecht, niederliegend, kriechend oder hängend. 

Die beblätterten Stängel und die Blätter sind kahl.

Die am Grund zu mehreren zusammen stehenden und gegenständig oder wechselständig, spiralig oder vierzeilig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend oder besitzen einen mehr oder weniger langen Blattstiel.

Die krautige, häutige oder ledrige Blattspreite ist linealisch bis länglich oder rundlich. Der Blattrand ist glatt. Nebenblätter fehlen.

Die krautige Pflanze besitzt einen zierlichen, aufrechten Habitus und wird etwa 40 bis 60 Zentimeter hoch. Marokkanisches Leinkraut ist recht raschwüchsig. 

Generative Merkmale

Die Blüten des Marokkanischen Leinkrauts ähneln jenen des Löwenmäulchens, sind also asymmetrisch aufgebaut. 

Mehrere Einzelblüten sitzen in einem traubenförmigen Blütenstand am Ende der Stiele. 

Sie erscheinen ab Juni und blühen dann mit kleiner Blühpause bis September durch. 

Häufig sind die Blüten zweifarbig mit Rosa- und Rottönen bis hin zu Violett und Blau. 

Die Blütenfarbe des  Marokkanisches Leinkrauts ist ein Violett mit weißen Akzenten. 

Marokkanisches Leinkraut ist eine beliebte Hummelweide.

Die Blüten stehen in endständigen traubigen, ährigen oder selten kopfigen Blütenständen, die Tragblätter, aber keine Deckblätter besitzen. 

Selten stehen die Blüten einzeln in Achseln von Laubblättern. 

Es können Blütenstiele vorhanden sein.

Die zwittrigen Blüten sind deutlich zygomorph, fünfzählig und besitzen eine doppelte Blütenhülle (Perianth). 

- Als zygomorph (von griechisch ζυγόν zygon "(Ochsen-)Joch" und μορφή morphé "Form") werden in der Botanik Blüten bezeichnet, die aus zwei spiegelsymmetrischen Hälften (bilaterale Symmetrie), aber unterschiedlichen Ober- und Unterseiten bestehen, also über nur eine Symmetrieebene (Monosymmetrie) verfügen.

Die fünf Kelchblätter sind meist nur an ihrer Basis verwachsen, häufig ungleich. 

Die Krone ist zweilippig, dabei ist die Oberlippe zweilappig, die Unterlippe dreilappig. Die Unterlippe ist aufgewölbt und verschließt den Schlund (Maskenblume). Die Krone bildet am Grund einen deutlichen Sporn. 

- Als Sporn wird bei Blütenpflanzen eine hohle Aussackung im Bereich der Blüte bezeichnet, die sich vom Inneren der Blüte weg erstreckt. Sie ist meist Teil der Krone, seltener Teil des Kelches oder der Blütenachse. 

Die zwei ungleichen Paare Staubblätter sind nicht untereinander, aber mit der Kronröhre verwachsen, die sie nicht überragen. 

- "Lappen": bezieht sich auf die einzelnen Teile der Kronblätter oder Kelchblätter

Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.

Die eiförmigen oder kugeligen Kapselfrüchte öffnen sich mit gezähnten Löchern. Die ungleichen Fruchtfächer enthalten viele Samen.
Die Samen sind flach, oft diskusförmig mit einem breitgeflügelten Rand oder selten dreikantig und ungeflügelt oder nierenförmig mit einem verdickten Rand. Die Samen besitzen ein ölhaltiges Endosperm. 

Der Embryo ist gerade bis gekrümmt.

- Der Keim: geht aus weibliche Keimzelle (Zygote) hervor, die vorher von einem männlichen Samenzelle befruchtet wurde.

- Der Embryo oder Keimling ist bei Pflanzen der sich aus einer befruchteten weibliche Keimzelle entwickelnde Keim, der in seiner Entwicklungsphase noch von der Mutterpflanze ernährt wird. Alle Pflanzen, die einen Embryo bilden, werden als Embryophyta zusammengefasst. 

- Ein Sämling (auch Keimling genannt) ist eine aus durch Keimung aus dem Embryo entstandene junge Pflanze.

Ökologie

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Linaria wurde 1754 von Philip Miller in The Gardeners Dictionary...Abridged..., 4. Auflage, 2. Band aufgestellt. Typusart ist Linaria vulgaris Mill. Der Gattungsname Linaria leitet sich ab von der Ähnlichkeit der Blätter des gelb blühenden Echten Leinkrauts (Linaria vulgaris) mit denen des Leins (Linum). Synonyme für Linaria Mill. sind: Trimerocalyx (Murb.) Murb., Nuttallanthus D.A.Sutton.

Die Gattung Leinkräuter (Linaria) enthält 100 bis 150 Arten: 

Linaria maroccana Hook. f.: Dieser Endemit gedeiht nur im Atlasgebirge in Marokko. 

© wikipedia     

Pflege

Standort

Linaria maroccana ist eine Sonnenanbeterin und bevorzugt einen wärmeverwöhnten Platz im Garten.

Boden

An den Boden stellt das Marokkanische Leinkraut keine besonderen Ansprüche. Wichtig ist eine gute Durchlässigkeit, damit keine Staunässe entsteht.

Vorkultur

Ab Mitte März kann man im Haus mit der Vorkultur beginnen. Nach dem Auflaufen der Samen pikiert man drei bis fünf Keimlinge des Marokkanischen Leinkrauts in kleine Töpfe.

Pflanzung und Direktaussaat

Nach der letzten Frostgefahr können die vorgezogenen Jungpflanzen in kleinen Gruppen ausgepflanzt werden. Alternativ sät man Linaria maroccana ab Mitte April bis Mai direkt ins Beet. Nach der Aussaat dauert es etwa 10 bis 20 Tage bis zur Keimung und nur sechs Wochen bis zur ersten Blütenbildung.

Marokkanisches Leinkraut pflegen

Nach etwa sechs Wochen Dauerblüte hat sich das Marokkanische Leinkraut ziemlich verausgabt. Wenn man jetzt die Pflanzen kräftig zurückschneidet, bildet sich der nächste Blütenflor. Vor allem bei Topfkultur sollte man die Erde nicht austrocknen lassen.

Verwendung im Garten

Das Marokkanisches Leinkraut setzt man am besten in kleinen oder größeren Gruppen in Sommerblumenrabatten oder als Lückenfüller ins Staudenbeet. Die Stiele ergeben lang haltbare Schnittblumen. Auch in Topf oder Kübel gesät, entfaltet die zierliche Sommerblume ihren Zauber.

Bereits sechs Wochen nach der Aussaat schmückt sich Linaria maroccana 'Peach' mit pfirsichfarbenen Blüten

Foto: Friedrich Strauss Gartenbildagentur

Sorten

Linaria maroccana 'Rhythm & Blues' bringt himbeerrote und lilafarbene Blütchen hervor, während 'Peach' mit pfirsichfarbenen Blütenwolken beeindruckt. Die Sorte 'Northern Lights' ist eine hohe Auslese mit überwiegend lila-roten Farbtönen.

Vermehrung

Sie können von Ihrem Marokkanischen Leinkraut im Herbst die Samen sammeln. Allerdings ist gerade bei den Zuchtformen keine sortenreine Nachkommenschaft garantiert.

Winterhart

Leinkräuter sind in der Regel winterhart und können auch in kälteren Regionen im Freien überwintern.

Krankheiten und Schädlinge

Linaria maroccana gehört zu den gesunden und unanfälligen Sommerblumen.

© https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/leinkraut/marokkanisches-leinkraut