Jüdischer Garten

18.09.2025

In der Diaspora bildete sich keine eigenständige jüdische Garten- oder Baukultur heraus, oft musste ein kleines Fleckchen Erde genügen, das der Selbstversorgung diente, auf dem aber auch Blumen und Zierpflanzen sowie Pflanzen für den zeremoniellen Gebrauch gezogen wurden. ...

- Der Begriff Diaspora ([diˈaspoʀa]; altgriechisch διασπορά diasporá, deutsch 'Zerstreuung, Verstreutheit') bezeichnet die Existenz religiöser, nationaler, kultureller oder ethnischer Gemeinschaften in der Fremde, nachdem sie ihre traditionelle Heimat verlassen haben und mitunter über weite Teile der Welt verstreut sind.

Feierlicher Anfang

Mit Blickbeziehung zum benachbarten Christlichen Garten wurde am 19. Oktober 2021 der Jüdische Garten eröffnet. Auf einer Fläche von ca. 2.000 Quadratmetern ergänzt er die bereits vorhandenen Themengärten und vervollständigt als landschaftsarchitektonisch-künstlerischer Beitrag die Darstellung der großen Weltreligionen und Weltanschauungen, insbesondere der monotheistischen Religionen. 

Am 24. Oktober 2019 wurde in einer feierlichen Zeremonie der Grundstein gelegt. Während der Zeremonie wurde eine Kapsel mit Zeitdokumenten versenkt, die die Vertreter*innen aus Politik, Stiftungen und Jüdischer Gemeinde zu Berlin persönlich ausgewählt hatten. Das von Rabbiner Prof. Dr. Nachama gesprochene Gebet unterstrich den feierlichen Rahmen. 

Wie im richtigen Leben...

Auf vordergründige Symbolik oder Glaubensinschriften wird in der Gestaltung des Jüdischen Gartens bewusst verzichtet.

In der Diaspora bildete sich keine eigenständige jüdische Garten- oder Baukultur heraus, oft musste ein kleines Fleckchen Erde genügen, das der Selbstversorgung diente, auf dem aber auch Blumen und Zierpflanzen sowie Pflanzen für den zeremoniellen Gebrauch gezogen wurden. An diese Tradition knüpft der Jüdische Garten an.

Nutz- und Zierpflanzen, die zum jüdischen Leben gehören, wurden durch eine begleitende Recherche erforscht und im Garten angebaut. Dazu gehören z. B. Obstbäume, Feigen, Mandeln, Magnolien, Kastanien und Ulmen. Die ausgewählten Pflanzen sind bekannt aus Novellen, Gedichten, Kurzgeschichten, Essays und Briefen jüdischer und dem Judentum nahestehender Autor*innen.

Die Feige im Judentum: Neben Weizen, Gerste, Weinstock, Granatapfel, Olive und Honig ist die Feige eine sehr wichtige Obstsorte im Judentum. Sie gehört zu den 7 Arten des Landes - landwirtschaftlichen Produkten, die in der hebräischen Bibel als kennzeichnend für das Land Israel stehen.  

Das Wegenetz des Gartens ist ein Hinweis auf die jüdische Kultur mit ihren Verflechtungen und internationalen Bezügen. Zwei skulpturale Pavillons bieten Gelegenheit zum Ausruhen und können als Orte des Austausches genutzt werden.


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