
Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica)
Silberhaargras (Imperata cylindrica) ist eine Pflanzenart und gehört zur Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Süßgräser (Poaceae). Kulturformen mit rot gefärbten Blättern werden unter den Namen Blutgras bzw. Japanisches Blutgras als Zierpflanzen kultiviert.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Imperata cylindrica wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 25 Zentimeter und 1,2 Meter.
Die robusten, schuppigen Rhizome breiten sich weit aus. Die Wurzeln reichen bis 1,2 Meter tief, in Sandböden nur bis 40 cm.
Die einzeln oder zu mehreren zusammenstehenden Halme weisen einen Durchmesser von 1,5 bis 3 mm auf und besitzen ein bis vier Nodien (Knoten), die kahl oder gebärtet sind.
- Als Knoten (lateinisch nodus) oder Sprossknoten wird der Bereich der Sprossachse bezeichnet, an dem ein oder mehrere Blätter ansetzen.
Die Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert:
Die Blattscheiden sind kahl oder an den Rändern behaart und die an der Pflanzenbasis werden faserig.
Die steif aufrechten, flachen oder eingerollten Blattspreiten sind 20 bis 100 cm lang und 0,8 bis 2 cm breit, die nahe der Basis sind 1 bis 3 cm breit. Die Spreitenbasis ist gerade oder verschmälert und die Spitze ist lang zugespitzt. Die scharfen Blattränder sind fein gezähnt und mit scharfen Silikat-Kristallen gespickt. Auf Grund ihrer scharfen Blattränder wird diese Art auch "Sword Grass" (übersetzt "Schwertgras") genannt. Die Hauptader des Blattes ist von hellerer Farbe als dessen Rest und liegt meist einer der Seiten näher. Die Oberseite des Blattes ist an der Basis meist mit Härchen besetzt, während die Unterseite kahl ist. Das Blatthäutchen (Ligula) ist 1 bis 2 mm lang.
- Als Blatthäutchen oder Ligula bezeichnet man bei Pflanzen mit Blattscheiden – vor allem bei Süß- und Sauergräsern – ein Anhängsel an der Übergangsstelle von Scheide und Spreitenoberseite.
Generative Merkmale
Der schmal zylindrische, rispige Blütenstand ist 6 bis 20 cm lang und reichlich behaart und wirkt seidig weiß.
Die Ährchen sind 2,5 bis 6 mm lang.
Imperata cylindrica blüht und fruchtet zwischen April und August.
Verbreitung
Imperata cylindrica ist beheimatet in Ost- und Südostasien, Indien, Mikronesien sowie im östlichen und südlichen Afrika. Oft findet es sich auf gestörten Standorten, wie z. B. Straßenrändern, Baustellen und Holzschlaggebieten, es kann aber auch feuchte und trockene Kiefernwälder besiedeln und bildet dann häufig dichte eintönige Bestände.
Imperata cylindrica gilt in vielen Gebieten der Erde als aggressive invasive Pflanze. Das Gras steht auf der Liste der 100 of the World's Worst Invasive Alien Species.
Kultivierung und Nutzung
Sehr oft wird Imperata cylindrica angepflanzt, um seenahe und andere von Erosion bedrohte Böden zu stabilisieren. In den 1940er Jahren empfahl das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium, Silberhaargras auf erosionsgefährdeten Böden anzubauen, obwohl das Gras kaum Nährwerte enthält und scharf genug ist, um Lippen und Zungen von Rindern zu verletzen.
Silberhaargras wird für die Produktion von Papier und Matten oder Beuteln genutzt. In Papua-Neuguinea und Osttimor wird und im prähistorischen China wurde Imperata cylindrica zum Decken von Dächern verwendet.
Die Hauptnutzung von Imperata cylindrica liegt jedoch in der Medizin als Adstringens, Antipyretikum, Diuretikum und Alaunstift, die vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden.
Ökologie
Imperata cylindrica kann sich leicht entzünden, selbst wenn es augenscheinlich "grün" ist. Die Blüte erfolgt vor den Feuern. Rhizome und Samen überstehen die Feuer. Nach den Feuern werden die Samen über weite Strecken durch den Wind verbreitet.
Systematik
Diese Art wurde 1759 als Lagurus cylindricus durch Carl von Linné in Systema Naturae, zweite Auflage, 2, S. 878 erstveröffentlicht.
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Pflege
Das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica 'Red Baron') ist eine attraktive Zierpflanze, die für ihre leuchtend roten Blattspitzen bekannt ist. Um sie gut zu pflegen, ist ein sonniger bis halbschattiger Standort mit durchlässigem Boden ideal. Einmal etabliert, ist die Pflanze recht anspruchslos, benötigt aber im ersten Winter nach der Pflanzung Winterschutz. Im Frühjahr werden die alten Halme bodeneben abgeschnitten, um frisches Wachstum zu fördern.
Standort und Boden:
- Sonnig bis halbschattig: Je mehr Sonne das Blutgras bekommt, desto intensiver wird die rote Farbe der Blätter.
- Durchlässiger Boden: Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden.
- Humusreich: Ein humoser Boden unterstützt das Wachstum der Pflanze.
Gießen und Düngen:
- Regelmäßig gießen: Besonders in Trockenperioden und während der ersten Wachstumsjahre ist regelmäßiges Gießen wichtig.
- Langzeitdünger: Ein Langzeitdünger im Frühjahr ist ausreichend.
Pflege:
- Rückschnitt im Frühjahr: Alte Halme bodeneben zurückschneiden, um frisches Wachstum anzuregen.
- Winterschutz: In rauen Lagen ist ein Winterschutz mit Laub oder Reisig empfehlenswert, besonders im ersten Winter.
- Vermehrung: Durch Teilung der Horste im Frühjahr oder Herbst.
- Umtopfen: Topfpflanzen sollten alle 2-3 Jahre im Frühjahr umgetopft werden.
Zusätzliche Hinweise:
- Das Japanische Blutgras ist nicht sehr winterhart, daher ist ein geschützter Standort von Vorteil.
- Es ist gut kombinierbar mit anderen Stauden und Ziergräsern.
- In seinen Heimatländern wird es auch als Heilpflanze verwendet.
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