etwa von 700 bis 100 v. Chr. - Eisenzeit - Die Kelten

21.09.2025

"Die Kelten" besiedelten weite Teile des heutigen Deutschlands ... 


Mehr als 700 Jahre beherrschten die Kelten Mitteleuropa. Vom 7. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. waren sie auch im Südwesten Deutschlands die vorherrschende Bevölkerungsgruppe.

Ihre Präsenz ist in der vor römischen Eisenzeit durch Funde wie die von Oppida (Siedlungszentren) und Fürstengräbern belegt. Besonders in Baden-Württemberg hat die keltische Kultur zahlreiche Spuren hinterlassen.

Kelten lebten nicht als ein einheitliches Volk, sondern als eine Vielzahl von Stämmen.

Wichtige keltische Stämme in Deutschland

  • Boier: Ein keltischer Stamm, der im Gebiet zwischen Rhein, Main und Donau siedelte und sich im südlichen Deutschland und bis auf den Balkan erstreckte.
  • Treverer: Ein Stamm, der im heutigen Rheinhessen und um Mainz angesiedelt war und zur keltischen Kultur gehörte. 

Keltische Gesellschaft 

Die keltische Gesellschaft war weder zentral organisiert, noch gab es gemeinsame Könige. Neben Häuptlingen und Fürsten beherrschten Druiden als geistige und spirituelle Führer die einzelnen Stämme. Sie waren zugleich Priester und Mediziner, Lehrer und Richter.

Sie waren Berserker, die in der Schlacht tollkühn über ihre Feinde herfielen und den Besiegten die Köpfe abschlugen. Die kriegerischen Kelten waren aber auch geniale Handwerker, die ihre Toten mit reichen Grabbeigaben – Wagen, Goldschmuck und Waffen – für die Reise ins Jenseits ausstatteten.

Von rund 800 bis 50 v. Chr. beherrschten die Kelten, die erstmals im 6. Jahrhundert in der abendländischen Überlieferung auftauchten, weite Teile Mitteleuropas.

Kulturgemeinschaft und keine Nation

Goldperle aus der Heuneburg: Dieser Sensationsfund wurde Ende 2010 entdeckt – eine 2600 Jahre alte Grabkammer einer Keltenfürstin, die nicht geplündert worden war. Das Grab einer Nekropole unterhalb der Heuneburg enthielt wertvolle Beigaben, Schmuck aus Gold und Bernstein. 

Da die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, sind Archäologen und Historiker auf Überlieferungen aus griechicher und römischer Zeit sowie auf Ausgrabungen angewiesen. Die Kelten waren kein einheitliches Volk oder eine Art europäische Ur-Nation, sondern lebten während der Eisenzeit in zahlreichen unabhängigen Stammesgruppen.

Die keltische Kulturgemeinschaft wurde durch eine eigene indogermanische Sprache, ähnliche materielle Kultur, Gebräuche, Glaubensvorstellungen und Lebensweise geprägt. Aus den bronzezeitlichen Kulturen Mitteleuropas bildeten sich die beiden klassischen keltischen Epochen der Hallstatt- (650-70 v. Chr.) und der La-Tène-Kultur (470-50 v. Chr.) heraus.

Die keltische Gesellschaft war weder zentral organisiert, noch gab es gemeinsame Könige. 

Neben Häuptlingen und Fürsten beherrschten Druiden als geistige und spirituelle Führer die einzelnen Stämme. Sie waren zugleich Priester und Mediziner, Lehrer und Richter.

Besiedelung "Deutschlands"

Wichtige Gebiete waren unter anderem die Regionen um den Donnersberg, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb und das Gebiet um Aschaffenburg. Ihre Kultur entwickelte sich in Europa und wurde durch Handelskontakte und die Ausbreitung der römischen Kultur und germanischer Stämme beeinflusst. Gebiete der keltischen Besiedlung

Süddeutschland:

Die Kelten waren stark in Süd- und Südwestdeutschland vertreten. Wichtige Fundorte und Siedlungsgebiete finden sich im heutigen Baden-Württemberg, in der Region des Donnersbergs in Rheinland-Pfalz, im Schwarzwald sowie auf der Schwäbischen Alb.

"Die Kelten im Südwesten"

Vom 7. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. waren die Kelten im Südwesten Deutschlands die vorherrschende Bevölkerungsgruppe. Gerade in Baden-Württemberg ist die keltische Kultur ein Highlight. Es gibt Tausende Grabhügel und eine unglaublich reiche Fundlandschaft. Dazu kommen die Fürstensitze wie die Heuneburg nahe Herbertingen im Kreis Sigmaringen. Die Ansiedlung gilt als zentraler frühkeltischer Ort an der oberen Donau.

Im Lauf von 600 Jahren wurden auf den Plateaus von Hügeln und Anhöhen Fürstensitze errichtet, die wie die Heuneburg mit Mauern aus Holz und Erde befestigt waren. Später wurden sie durch eine Stein-Lehm-Mauer ersetzt. Zugleich entstanden große stadtähnliche Siedlungen. Die Außensiedlung der Heuneburg umfasste 100 Hektar und beherbergte einige Tausend Menschen.

  • Heuneburg - keltisches Zentrum nördlich der Alpen: Im Lauf von 600 Jahren wurden auf den Plateaus von Hügeln und Anhöhen Fürstensitze errichtet, die wie die Heuneburg mit Mauern aus Holz und Erde befestigt waren. Später wurden sie durch eine Stein-Lehm-Mauer ersetzt. Foto: Imago/Peter SeyfferthZugleich entstanden große stadtähnliche Siedlungen. Die Außensiedlung der Heuneburg umfasste 100 Hektar und beherbergte einige Tausend Menschen. Foto: dpa/Patrick Seeger
  • Seit 1950 wird bei Herbertingen nach Zeugnissen der keltischen Kultur gegraben. Die Heuneburg gilt als älteste Stadt nördlich der Alpen. Zwischen 620 und 470 v. Chr. entwickelte sich hier ein Machtzentrum der späten Eisenzeit, das durch eine nördlich der Alpen einmalige Lehmziegelmauer geschützt wurde. Die mittelmeerische Herkunft dieser im Freilichtmuseum Heuneburg zum Teil rekonstruierten Wehranlage lässt auf griechische Baumeister schließen.
  • Irgendwann im sechsten Jahrhundert wurde die Ansiedlung erobert, eingeäschert und wieder aufgebaut. Um 400 v. Chr. wurde die Heuneburg dann von einer Feuersbrunst verwüstet. Von ihren Bewohnern verlassen, verfiel sie. "Wir haben keinen konkreten Anhaltspunkt", erläutert Bofinger, "warum Anfang des fünften Jahrhunderts dieses blühende Zentrum schlagartig aufhörte zu existieren."

Mitteldeutschland:

Auch Mitteldeutschland war von keltischen Stämmen besiedelt, darunter Gebiete in Südhessen und in Südthüringen.

Vom Rhein bis zur Donau:

Das Gebiet zwischen Rhein, Main und Donau war ein Zentrum der keltischen Besiedlung, das auch durch die Präsenz des keltischen Stammes der Boier bekannt ist.

Archäologische Zeugnisse

  • Oppida: An die Stelle der Fürstensitze traten ab dem 5. und verstärkt ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. befestigte städtische Siedlungen, sogenannte Oppida, entlang ihrer Handelsstraßen.
  • Fürstengräber: Bedeutende Funde wie das des Fürsten von Hochdorf in der Nähe des Donnersbergs oder die Gräber auf dem Glauberg geben Einblicke in die Gesellschaft und die religiösen Vorstellungen der Kelten.
  • Kultstätten: Der Glauberg ist ein herausragender archäologischer Fundort, der eine bedeutende keltische Kultstätte mit Fürstengräbern und Artefakten zeigt.

"Fürstensitze, Grabhügel, Ringwälle"

Neben der Heuneburg gab es Fürstensitze auf dem Hohenasperg und dem Berg Ipf nahe des Nördlinger Ries bei Bopfingen. Daneben entdeckten Archäologen weitere unzählige Fürstengräber und Grabhügel, Ringwälle und Hunderte Viereckschanzen – rechteckige Areale mit Wall und Graben, die auf eine Besiedlung schließen lassen – sowie Überreste von Ansiedlungen. Allein im Umkreis von zehn Kilometern um den Hohenasperg gab es nach Angaben von Biel rund 400 keltische Siedlungen.

Die Kelten besaßen ein hoch entwickeltes Wirtschaftsleben. Die aufgefundenen Gräber zeugen vom Reichtum ihrer Oberschicht. Die Stämme waren berühmt für ihre Metallarbeiten, Schmuckstücke aus Silber und Gold sowie ihre Waffenproduktion. 

Das Eisenerz bauten sie in bis zu 100 Meter tiefen Bergwerken ab.

Der Einfluss der Kelten

Kulturelle Entwicklung:

Die Kelten waren eine der ersten historisch bekannten Kulturgruppen nördlich der Alpen und prägten die Geschichte und Kultur Mitteleuropas.

Handelsnetzwerke und Austausch:

Sie waren an Handelskontakten mit anderen Kulturen beteiligt, was einen kulturellen und technologischen Wandel in Mitteleuropa förderte.

Erfolgreiche Händler

Die Handelsbeziehungen der keltischen Stämme reichten bis in den Mittelmeerraum. Der Archäologe Jörg Bofinger vom Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen hat auf der Heuneburg zahlreiche Importstücke aus dem Süden ausgegraben - zum Beispiel Amphoren aus dem damals griechischen Marseille. Auch mit den Etruskern in Italien und mit griechischen Stadtstaaten führten die Kelten einen regen Handel.

Die keltischen Handwerker waren berühmt für ihre filigranen Schmuckarbeiten, ihre Textilien und eisernen Waffen. "Für Archäologen ist das gesamte Ensemble einer Ausgrabungsstätte wichtig und nicht nur das gefundene Gold. Aus ihm können wir viele neue Details erkennen."

Tollkühne Krieger

An die Stelle der Fürstensitze traten ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. die sogenannten Oppida - große befestigte Siedlungen, die von bis zu 10 000 Menschen bewohnt wurden.

Keltische Krieger drangen in dieser Zeit auf ihren Beutezügen bis weit nach Süden vor: 387 v. Chr. plünderten sie Rom, 279 v. Chr. belagerten sie das griechische Heiligtum Delphi. Sie kämpften als Söldner in den Kriegen Karthagos gegen die römische Republik und fochten für griechische Könige und Usurpatoren.

Cäsar beendete die große Zeit der Kelten

Mit der Eroberung Galliens durch den römischen Feldherrn Julius Cäsar 57 bis 53 v. Chr. endete die große Zeit der Kelten. 

- Gallier war eine römische Bezeichnung für die keltischen Stämme auf dem Territorium Galliens (entspricht in etwa dem heutigen Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Westschweiz und Norditalien).

Die "Gallier" hatten ihre Blütezeit im 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. Sie drangen bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. in Mittelitalien ein und bedrängten die Römer, was zu den römisch-gallischen Kriegen führte. Die Eroberung des "freien Galliens" durch Gaius Julius Cäsar fand dann in den Jahren 58 bis 51/50 v. Chr. statt, womit die römische Herrschaft über das Gebiet zementiert wurde.

Die keltische und römische Kultur verschmolzen...,

,,,bis sie ab dem dritten und vierten Jahrhundert n. Chr. im Zuge der Völkerwanderung von germanischen Stämmen wie den Alemannen und Franken verdrängt wurde.


©  https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.archaeologie-in-baden-wuerttemberg-die-kelten-highlight-im-suedwesten.9be75288-46d8-4480-916e-a1835349be72.html

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