
etwa 200 v. Chr. - Die Germanen
Germanen lebten nicht als ein einheitliches Volk, sondern als eine Vielzahl von Stämmen ...
Die "Germanen"
Entstehung und Bedeutung des Begriffs - "Germanen"
- Der Begriff "Germanen" wurde nicht von den Stämmen selbst, sondern von den Römern geprägt, um verschiedene ethnische Gruppen zu bezeichnen, die im Raum zwischen Rhein, Donau und Weichsel lebten.
- Es gab nie ein einheitliches germanisches Volk; vielmehr waren die Germanen eine Vielzahl unterschiedlicher Stämme, die später in der Völkerwanderungszeit und im Frühmittelalter zu den Vorfahren der Deutschen wurden.
Germanische Stämme und ihre Siedlungsgebiete:
Die Germanen lebten nicht als ein einheitliches Volk, sondern als eine Vielzahl von Stämmen, wie die Sueben, Sachsen, Franken und Friesen, die in verschiedenen Gebieten des heutigen Deutschlands siedelten.
Diese Stämme kamen ab etwa 200 v. Chr. in die damals noch keltisch besiedelten Gebiete Mittel- und Süddeutschlands und trugen zur Herausbildung der verschiedenen deutschen Volksgruppen bei.
Frühe Germanische Stämme und ihre Siedlungsgebiete:
Sueben: Eine Großgruppe, zu der in Sachsen-Anhalt die Hermunduren, Semnonen, Langobarden, Angeln und Markomannen gehörten.
Sachsen: Besiedelten einen weiten Raum von der Nordsee bis zum Weser-Elbe-Raum, einschließlich Teilen des heutigen Nordwestdeutschlands.
Franken, Schwaben, Thüringer: Diese Stämme waren maßgeblich an der Entstehung der deutschen Volksgruppen beteiligt und lebten in verschiedenen Regionen des heutigen Deutschlands.
Kimbern und Teutonen; Die Kimbern und die Teutonen waren ursprünglich im heutigen Jütland (Halbinsel in Dänemark) beheimatet. Vermutlich wegen Umweltveränderungen und daraus resultierende Missernten im Nord-Ostsee-Gebiet verließen sie diese Siedlungsräume um das Jahr 120 v. Chr. Sie wanderten nach Süden, wobei sich ihnen auch der Stamm der Ambronen anschloss. Auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten, in denen sie sich als Bauern niederlassen konnten, durchzogen sie Schlesien, Böhmen und das heutige Österreich. Bei ihrem Zug trafen sie vermutlich auf andere Stämme, z. B. die keltischen Boier im heutigen Schlesien. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es immer wieder zu Kampfhandlungen mit anderen Stämmen gekommen sein muss, über deren Ausgang jedoch nichts überliefert wurde. Der Tross konnte sich durch Anschluss anderer Stämme (Tiguriner und Tougener = Teile des keltischen Helvetier-Stammes) weiter vergrößern, so die römischen Quellen.
- Ambronen: Die Ambronen waren ein Stammesverband im antiken Germanien. Viele Orts- und Flussnamen im heutigen deutschen Sprachraum deuten eine mögliche Herkunftsrichtung an. So könnte das Siedlungsgebiet sowohl in Bayern an der Amper als auch an der Nordseeküste gelegen haben, wo der Name der Insel Amrum (damals Ambrum) auf mögliche Verbindung hindeutet. Obwohl der römische Geschichtsschreiber Rufius Festus die ambrones zu den Galliern zählte, geht man heute eher von einer Zugehörigkeit zu den Germanen aus. Da sie sich dem Zug der Teutonen anschlossen, die aus dem heutigen Jütland aufbrachen, ist die Küstenregion der wahrscheinlichste Siedlungsort. Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. zogen Teile des Stammes mit den Kimbern und Teutonen nach Süden und wurden dort von den Römern als Bedrohung wahrgenommen (Kimbernkriege).
Tiguriner und Tougener (Teile des keltischen Helvetier-Stammes): Das Siedlungsgebiet der Tiguriner lag im Gebiet um Aventicum in der Westschweiz. Das Siedlungsgebiet der Tougener lässt sich nicht klar bestimmen. Historisch in Erscheinung treten die Tiguriner und die Tougener mit den Kimbern, Teutonen und Ambronen , mit denen sie im Rahmen der Kimbernkriege das südliche Gallien verwüsteten. 107 v. Chr. gelangten sie in das Gebiet der Völker im heutigen Südfrankreich und schlugen unter der Führung von Divico im Gebiet der Nitiobrogen das römische Heer des Konsuls Lucius Cassius Longinus und dessen Legaten Lucius Calpurnius Piso Caesoninus. Lucius Cassius wurde zusammen mit einem Grossteil der Truppen von den Kimbern getötet, sie nahmen Geiseln und zwangen die Gefangenen unter das Joch, wie Caesar überliefert. In der erhaltenen Epitome von Livius' Geschichtswerk Ab urbe condita wird diese Episode jedoch nicht erwähnt. Der genaue Ort der Schlacht ist nicht überliefert, er dürfte aber an der Garonne bei Agen gelegen sein, weshalb gemeinhin von der Schlacht bei Agen die Rede ist. Bei Orange schlugen die Tiguriner wieder gemeinsam mit den anderen Stämmen 105 v. Chr. ein weiteres römisches Heer.
Alltag und Wirtschaft
Die Germanen führten ein einfaches, ländliches Leben als Selbstversorger durch Ackerbau und Viehzucht, wobei der Handel mit Tauschgeschäften und nicht mit Geld erfolgte. Sie lebten in Familien- und Sippenverbänden und hatten eine Männer-beherrschte, aber hoch geachtete Gesellschaftsstruktur. Ihre Kultur war stark von Naturreligion, mündlichen Rechtssystemen, die durch Thing-Versammlungen geregelt wurden, und einer ausgeprägten Kriegsführung geprägt.
- Selbstversorgung: Die Germanen betrieben Ackerbau (Gerste, Erbsen) und Viehzucht (Rinder, Schafe, Schweine), um ihren Eigenbedarf zu decken.
- Tauschhandel: Es gab kein Geld, stattdessen wurde Handel durch Tauschgeschäfte abgewickelt.
- Handwerk und Bau: Handwerkliche Tätigkeiten wie Textilien, Werkzeuge oder Tongefäße wurden größtenteils in den Betrieben selbst geleistet.
- Siedlungsweise: Sie lebten in einfachen Holzhäusern mit Wohn- und Stallgebäuden und mussten Siedlungsflächen etwa alle 30 Jahre wechseln
- Das germanische Langhaus war ein langgestrecktes Holzhaus in Skelettbauweise, das Familien, Sklaven und Tiere gemeinsam unter einem Dach beherbergte. Es war meist zwei- oder dreischiffig, mehrere Meter breit und doppelt so lang. Eine mittige Feuerstelle diente der Heizung, der Rauch zog durch eine Dachöffnung ab, und es gab keine weiteren Innenwände. Merkmale germanischer Langhäuser
- Skelettbauweise: Die Häuser wurden aus Holz gebaut, die genaue Konstruktion ist durch archäologische Funde von Pfostenlöchern nachweisbar, da das Holz selbst im Laufe der Zeit verrottete.
- Zweck: Das Langhaus diente als Wohnhaus und Stall in einem, was den Vorteil hatte, dass die Körperwärme der Tiere die Familie im Winter mitheizte.
- Aufbau:
- Großer Wohnraum: Der Innenraum hatte keine weiteren Trennwände, sondern bildete einen großen, gemeinsamen Wohn- und Lebensbereich.
- Mittlere Feuerstelle: Im Zentrum des Raumes befand sich die Feuerstelle, über der der Rauch durch eine Öffnung im Dach abziehen konnte.
- Tiere und Menschen unter einem Dach: Familie, Dienstboten (Halbfreie und Sklaven) und die Tiere lebten zusammen.
- Licht und Fenster: Es wird angenommen, dass germanische Häuser keine Fenster besaßen.
Gesellschaft und Recht
- Struktur: Die Gesellschaft war patriarchalisch und in Stämme unterteilt. Die Familie und der Sippenverband bildeten die grundlegende Einheit.
- Mündliches Recht: Ein mündliches Rechtssystem basierend auf Traditionen und Bräuchen war die Grundlage der Rechtsfindung.
- Thing-Versammlungen: Wichtige Entscheidungen und Streitfälle wurden bei Thing-Versammlungen von allen freien Männern des Stammes entschieden.
Glaube und Kultur
Naturreligion: Die Germanen verehrten Bäume, Flüsse, Quellen und Tiere und hatten keine Tempel oder Kirchen.
Bestattung: Sie praktizierten Bestattungsriten mit Grabbeigaben, was man an Funden wie dem "Sängergrab von Trossingen" erkennen kann.
Kriegerische Kultur: Tapfere Krieger mit Speeren, Schilden und Schwertern waren bekannt für ihre Kampfweise in dichten Formationen.
Bedeutung der Natur und des Geschlechts
Naturverehrung: Die Natur war den Germanen heilig, und sie verehrten bestimmte Orte.
Rolle der Frau: Obwohl die Gesellschaft von Männern dominiert wurde, wurde Frauen hoch geachtet, hatten eigenes Eigentum, und ihre Meinung wurde oft um Rat gefragt.
Germanische Götter
Unterschiede und regionale Bezeichnungen
Nordische vs. Südliche Germanen: Während die nordische Mythologie die bekannteste Überlieferung ist, gab es auch im südlichen Germanien (Kontinentalgermanische Mythologie) eigene Gottheiten und Bezeichnungen.
Asen und Wanen: Es gab zwei Hauptfamilien von Göttern: die Asen, zu denen Odin und Thor gehören, und die Wanen, zu denen Freya gehört.
Nordischen Mythologie
Die germanischen Götter sind Gottheiten aus der Religion der Germanen, die hauptsächlich aus der nordischen Mythologie bekannt sind. Zu den wichtigsten Göttern gehören Odin (Wotan), der oberste Gott und Krieger, und sein Sohn Thor (Donar), der Gott des Donners und des Wetters.
Andere wichtige Gottheiten sind die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, Freya, sowie die Göttin des Jenseits, Hel. Es gab auch eine Vielzahl weiterer Götter und Göttinnen, darunter Heimdall, Ullr, Frigg und die Walküren.
Wichtige Götter und Göttinnen
- Odin/Wotan: Der Göttervater und Gott der Weisheit und des Krieges.
- Thor/Donar: Der mächtige Gott des Donners, des Wetters und der Fruchtbarkeit.
- Freya: Eine Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit, die zu den Wanen zählt.
- Frigg: Die Mutter des Baldur, eine wichtige Göttin, die auch mit Freya identifiziert wird.
- Hel/Hela: Die Herrscherin der Unterwelt.
- Heimdall: Der Lichtgott und Schutzgeist der Götter.
- Ullr: Gott des Winters, der Jagd und des Zweikampfes.
- Walküren: Geflügelte Jungfrauen, die gefallene Helden nach Walhall führen.
Kontinentalgermanische Mythologie
Im südlichen Germanien (Kontinentalgermanische Mythologie) verehrten die germanischen Stämme eigene Gottheiten wie Wodan/Wotan und Donar/Thor, wobei es auch eine Vielfalt an regionalen und weniger bekannten Göttern gab. Im Gegensatz zu den skandinavischen Sagas ist die Quellenlage für das südliche Germanien dünner, aber archäologische Funde wie Pfahlgötzen und Opfergaben in Mooren, insbesondere das Opfermoor von Oberdorla, geben Einblicke in die damaligen Glaubensvorstellungen.
Hauptgötter und ihre Bezeichnungen
Wodan/Wotan: Dies ist der oberste Gott der Germanen und der Hauptgott der Asen, der ansonsten auch als Odin bekannt ist. Er ist der Gott des Waldes und der Wildnis, der personifizierte Urkraft der Natur.
Donar/Thor: Nach Wodan der zweitwichtigste Gott, er ist der Gott des Donners.Weitere Götter und Wesen
Frouwa/Freya: Die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, die zu den Wanen gehört.
Ziu/Tyr: Der Gott des Krieges und der Treue, der zu den Asen gehört.
Balder, Frija, Sunna, Saxnôte: Dies sind weitere Namen von Gottheiten, die in den Listen südgermanischer Gottheiten zu finden sind.
Quellenlage und archäologische Funde
Die Kenntnisse über die germanischen Götter stammen hauptsächlich aus nordischen Quellen wie der Edda, die von dem isländischen Gelehrten Snorri Sturluson verfasst wurde.
Auch andere historische Aufzeichnungen, wie das Sächsische Taufgelöbnis, geben Hinweise auf die Namen und Rollen germanischer Götter.
- Sprachwissenschaftliche Befunde: Namen wie Wodan, Ziu und Donar sind bereits in der vorrömischen Eisenzeit belegt.
- Archäologische Funde: Funde in Opfermooren wie dem von Oberdorla belegen Opfergaben für Götter in Form von Holz-Idolen (Pfahlgötzen).
- Regionale Vielfalt: Es gab eine Vielzahl von Gottheiten, die für bestimmte Regionen oder Stämme spezifisch waren, deren Namen und Überlieferungen aber nicht immer den nordischen Sagas entsprechen.
Romanisierung
Die Germanen übernahmen und passten viele Aspekte des römischen Lebens an, darunter auch die Benennung der Wochentage nach den römischen Göttern, die im südlichen Germanien ebenfalls einen großen Einfluss auf die Kultur hatten.
Runen - Schriftzeichen der Germanen
Als Runen bezeichnet man die alten Schriftzeichen der Germanen. Der Sammelbegriff umfasst Zeichen unterschiedlicher Alphabete in zeitlich und regional abweichender Verwendung.
Runen können einerseits als Zeichen für jeweils einen Laut geschrieben werden (Alphabetschrift), andererseits stehen sie als Zeichen für die jeweiligen Begriffe, deren Namen sie tragen. Daneben können sie Zahlen darstellen oder als magisches Zeichen verwendet werden. Die Entwicklung der Zeichenformen zielte nicht auf eine flüssige Gebrauchsschrift ab. Abgesehen von einer kurzen Phase im hochmittelalterlichen Skandinavien wurde die Runenschrift nicht zur Alltagskommunikation verwendet.
Verbreitung
Runen waren vom 2. bis zum 14. Jahrhundert n. Chr. überwiegend für geritzte und gravierte Inschriften auf Gegenständen und auf Steindenkmalen in Gebrauch.
Der weitaus größte Teil der etwa 7100 Runenfunde stammt aus dem Skandinavien der Wikingerzeit.
Runen waren aber durchaus auch entlang des Rheins, bei den Alemannen, in Bayern, Brandenburg, Thüringen sowie in Pommern, Schlesien und Böhmen begrenzt in Gebrauch, wobei sich die Funde im Norden und Osten grob vor der Völkerwanderung (200–500 n. Chr.), die im Süden und Westen zum Ende der Völkerwanderung (500–700 n. Chr.) einordnen lassen.
Die ältesten Inschriften datieren aus dem 2. Jahrhundert und stammen aus Moorfunden in Schleswig-Holstein, in Jütland und Fünen in Dänemark und Südschweden, sowie aus Ostdeutschland, zum Beispiel Brandenburg (Dahmsdorf) und Polen (Kowel, Rozwadów).
Ursprung
Die Runen sind vermutlich weder unabhängig entstanden, noch sind sie von den Germanen als fertiges Schriftsystem übernommen worden, sondern wurden weitgehend eigenständig nach Vorbildern mediterraner Schriften entwickelt.
Sie treten allerdings schon sehr früh als komplettes Alphabet mit 24 Buchstaben auf. Vor allem die lateinische Schrift, aber auch die zahlreichen vom Lateinischen verdrängten und untergegangenen Schriften des keltisch-alpin-italischen Raums kommen als Vorbilder in Betracht. Runen gehören damit – sowohl in ihrem Prinzip einer Alphabetschrift als auch in der Form vieler Lautzeichen – zu der großen phönizisch-aramäischen Familie von Alphabeten, zu denen auch alle heutigen europäischen Schriften gezählt werden.
Die Römisch-Germanische Kriege
Die Römisch-Germanische Kriege, waren eine Reihe von Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und germanischen Stämmen, die sich über einen Zeitraum von etwa 500 Jahren erstreckten und mit der Überschreitung des Rheins durch Julius Cäsar 55 v. Chr. begannen.
Zu den bedeutendsten Konflikten gehörten die Kimbernkriege (113-101 v. Chr.), die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. und die nachfolgenden Germanicus-Feldzüge (14-16 n. Chr.), die letztendlich zum Rückzug der Römer auf die Rheingrenze führten.
Ursachen und Verlauf
Die Kriege waren eine Folge der Expansion des Römischen Reiches und der gleichzeitigen Wanderbewegungen germanischer Stämme.
- Kimbernkriege (113-101 v. Chr.): Ein frühzeitiger Konflikt, bei dem germanische Stämme wie die Kimbern, Teutonen und Ambronen die Römer in Schlachten schwer besiegten, bevor sie 102 und 101 v. Chr. vernichtend geschlagen wurden.
- Augusteische Germanenkriege (12 v. Chr. - 16 n. Chr.): Die Eroberung Galliens durch Caesar hatte bereits zu Konflikten mit germanischen Gruppen geführt, was die Notwendigkeit einer römischen Präsenz an der Grenze zu Germanien erhöhte. Unter Kaiser Augustus versuchten die Römer vergeblich, das rechtsrheinische Germanien zu erobern und das Gebiet unter römische Herrschaft zu bringen. Im Rahmen der Augusteischen Kriege in Germanien waren die Gegner der Römer verschiedene germanische Stammeskoalitionen. Zu den bekanntesten gehörten die Cherusker unter der Führung von Arminius und Stämme wie die Marser und Brukterer, die sich gegen die römische Expansion stellten.
- Varusschlacht (9 n. Chr.): Ein Wendepunkt der Augusteische Germanenkriege, bei dem die von Arminius geführten Germanen drei römische Legionen vernichteten und somit die römische Herrschaft in Germanien beendeten.
- Germanicus-Feldzüge (14-16 n. Chr.): Germanicus führte auf Befehl des Kaisers Tiberius mehrere Offensiven gegen die Germanen durch, um die Niederlage der Varusschlacht zu rächen und die Kontrolle über das Gebiet wiederzugewinnen.
Rückzug der Römer:
Aufgrund der aufwändigen Kriegsführung und der hohen Verluste zogen sich die Römer dauerhaft auf den Rhein als Grenze zurück.
Mythologie
- Arminius als "Befreier Germaniens": Der germanische Fürst Arminius, der die Varusschlacht führte, wurde vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus als "Befreier Germaniens" bezeichnet.Mythologische
- Überhöhung: Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Varusschlacht in Deutschland als symbolische Geburtsstunde der deutschen Nationalgeschichte verklärt, und Arminius zum ersten deutschen Nationalhelden stilisiert.
- Langfristige Auswirkungen: Die Kriege prägten die Beziehung zwischen Rom und den germanischen Stämmen über Jahrhunderte und trugen zur Festigung der germanischen Identität und Widerstandsfähigkeit bei.
Spätere Germanische Völker - Völkerwanderung
Die Goten
Die Goten waren ein ostgermanisches Volk, das ab dem 300 n. Chr. mehrfach in militärische Konflikte mit den Römern verwickelt war. Während der Völkerwanderungszeit bildeten zunächst die West- und dann die Ostgoten eigene Reiche (Westgotenreich, Ostgotenreich) auf dem Boden des Imperium Romanum, die ihrerseits 711 bzw. 552 n. Chr. untergingen.
Umstritten ist der Ursprung der Goten. Mit dem Ausgangspunkt, dass die Gutonen die Vorfahren der Goten waren, wird die Annahme gestützt, dass in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts ein Teil des Volkes nach Südosten zum Schwarzen Meer zog. Nach ersten Auseinandersetzungen mit dem Römischen Reich in Südosteuropa zu Beginn der Reichskrise des 3. Jahrhunderts kam es am Ende des 3. Jahrhunderts zur Spaltung in eine östliche (Greutungen) und eine westliche Gruppe (Terwingen), aus denen sich später – vereinfachend gesagt – die Ostgoten (Ostrogothi) und die Westgoten (Visigothi) entwickelten.
Die Greutungen oder Ostgoten wurden um 375 von den Hunnen unterworfen.
Nach dem Niedergang der Hunnen Mitte des 5. Jahrhunderts wurden die Ostgoten zunächst römische Foederaten (Verbündete), eroberten aber 488 unter Theoderich Italien, formal im Auftrag Ostroms. Nach Theoderichs Tod zerfiel das Ostgotenreich um 550 unter dem Ansturm der oströmischen Truppen Kaiser Justinians im Gotenkrieg (535–554).
Die Terwingen (die späteren Westgoten) schlugen im Jahre 378 das oströmische Heer unter Kaiser Valens in der Schlacht von Adrianopel vernichtend (Gotenkrieg (376–382)). Sie wurden 382 römische Foederaten und gründeten Anfang des 5. Jahrhunderts ein Reich in Gallien, das von den Franken zu Beginn des 6. Jahrhunderts nach Hispanien verdrängt wurde. Das Westgotenreich unterlag 711 den muslimischen Mauren im Rahmen der islamischen Expansion im Frühmittelalter.
Die Franken
Die Franken (sinngemäß "die Mutigen, Kühnen") gehören zur Gruppe der Rhein-Weser-Germanen. Sie formierten sich als Gruppe im im 300 n. Chr.
In der Gründungsphase des Bundes der Franken im 3. Jahrhundert hatten sich die nordwestlich und am Niederrhein siedelnden Gruppen zusammengeschlossen; aus den vom unteren Niederrhein bis zum Salland an der IJssel siedelnden Gruppen bildete sich der Verband der Salfranken. Die vom Großraum Köln über den Mittelrhein und südlich davon bis zur Lahn als foederati angesiedelten Gruppen gingen nach und nach in den Rheinfranken und in den von diesen abstammenden Moselfranken auf.
Bei den frühen Franken handelte es sich wohl vorrangig um Krieger aus den Stämmen der Istvaeonen-Gruppe. Dazu zählten:
- Salfranken oder Salier: mit der Untergruppe der Tuihanten. Die Salier waren vom Niederrhein bis zum Salland (an der IJssel) ansässig und nahmen benachbarte Stämme in sich auf. Sie wurden der tragende Teilstamm der fränkischen Expansion und aus ihnen ging das Herrscherhaus der Merowinger hervor.
Am ehesten ist davon auszugehen, dass diejenigen Gruppen, die von der Rheinmündung bis zum Niederrhein siedelten (einschließlich der Sugambrer und Cugerner) sich den Saliern anschlossen, während die Gruppen aus dem Raume Köln bis zum Lahntal (von den Brukterern bis zu den Usipetern) in den Rhein- und Moselfranken aufgingen. Diese "Stämme" sind nachfolgend in der ungefähren Reihenfolge ihrer Siedlungsgebiete von der Rheinmündung aufwärts bis zur Lahn aufgeführt:
- Chattuarier: waren am oberen (niederländischen) Lek ansässig, einzelne Gruppen drangen tief nach Gallien ins "Hatuyer" vor.
- Chamaver: siedelten zunächst nördlich der Lippe, im 4. Jahrhundert zur Maas vorgedrungen.
- Tubanten: im Osten der heutigen Niederlande und im Gebiet der heutigen Kreise Borken und Steinfurt siedelnd.
- Sugambrer: (auch Sigambrer oder Sicamber) mit der Untergruppe der linksrheinischen Cugerner im Raum Xanten bis Krefeld. Von antiken Schreibern wurde gelegentlich der Name der Sugambrer anstelle der Franken benutzt.
- Brukterer: bereits bei Tacitus erwähnt, zunächst an Ems und Lippe siedelnd, waren an den Eroberungen Kölns und Triers beteiligt und setzten sich dort fest.
- Tenkterer: ursprünglich östlich des Rheins, später bis zur Sieg vorgedrungen.
- Usipeter: oft in Verbindung mit den Tenkterern genannt, siedelten später im Lahntal.
Auch Gruppen der Ingwäonen schlossen sich den Franken an, darunter die
- Ampsivarier: von Tacitus als südliche Nachbarn der Friesen erwähnt; von den Chauken aus ihren Stammgebieten an der Ems verdrängt, wanderten sie zum Niederrhein ab.
- Chauken: (deren epischer Name als "Hugen" – "die Hohen" – in der Beowulf-Sage vermutet wird). Sie siedelten als Nachbarn der Sachsen, in denen ihr Großteil aufging. Ein Teil schloss sich wahrscheinlich den Franken an.[19]
Nur bedingt an der Genese der Franken beteiligt waren:
- Bataver: zur Zeit der Frankenbildung bereits romanisiert, ihre Nachfahren gingen in den Saliern auf.
- Ubier: im Raume Köln bereits um 18 v. Chr. linksrheinisch von den Römern im Oppidum Ubiorum angesiedelt, zur Zeit der Frankenbildung bereits romanisiert. Ihre Nachkommen gingen nach der Eroberung Kölns in den Rheinfranken auf.
- Chatten: am Oberlauf von Eder, Fulda und Lahn siedelnd (Namensgeber der späteren Hessen).[20] Sie waren ein eigenständiger Stamm, der im Zuge der Fränkischen Expansion unter fränkische Oberhoheit kam und sich mit den nach Südosten vordringenden fränkischen Siedlern vermischte.
- Thüringer (und versprengte Kleingruppen anderer germanischer Stämme): sie waren vereinzelt an den und über den Rhein vorgedrungen und hatten sich dort niedergelassen. Erwähnt wird auch ein linksrheinisches "Kleinkönigtum" der (im Jahr 531 in der Schlacht an der Unstrut von den Franken geschlagenen) Thüringer, wenngleich dies in neuerer Zeit wieder umstritten ist. Diese Siedler gingen – im Gegensatz zu deren östlich verbliebenen Stammvölkern – in den Franken auf.
Weitere im Expansionsgebiet der Franken siedelnde Gruppen wurden von den Franken integriert. Soweit diese Gruppen im heute deutschsprachigen oder niederländischsprachigen Raum siedelten, gingen sie in den Franken auf. In heute französischsprachigen Gebieten verlief der Prozess umgekehrt: die Franken verschmolzen dort in späteren Jahrhunderten mit der ansässigen romanischen Bevölkerung:
- römische Siedler, die nicht vor den vordringenden Germanen nach Süden geflohen waren
- von den Römern in der Gallia Belgica angesiedelte Germanen, die zur Zeit der Franken-Genese bereits überwiegend romanisiert waren
- versprengte Reste keltischer (und keltisch-sprachiger) Bevölkerung im Raume zwischen Rhein, Eifel/Ardennen und Schelde
- Galloromanen (romanisierte Kelten), die überwiegende Bevölkerung links des Rheins vor der Fränkischen Expansion.
Die Franken und das Römische Reich
Als das Imperium Romanum in der Reichskrise des 3. Jahrhunderts eine Schwächephase durchmachte, nutzten dies Franken, Alamannen und Sachsen jedoch zu Plünderungszügen. Die ersten bekannten fränkischen Vorstöße auf römisches Gebiet fanden zwischeb 257/259 n. Chr. statt und nahmen in der Folgezeit immer mehr zu.
Als sich das Römische Reich wieder stabilisiert hatte, dienten viele Franken im römischen Militär und stiegen teils in hohe Positionen auf. Die Ausbreitung der Franken von Nordwesten und Osten über den Rhein erzeugte für die nachdrängenden Germanenstämme (Friesen, insbesondere Sachsen, auch Thüringer) eine gewisse Sogwirkung, die stets für Berührungspunkte und Kampfhandlungen, aber auch für stammesübergreifende Kleinbündnisse sorgte.
Die Alemannen
Alemannen oder Alamannen?
Beide Schreibweisen sind korrekt, jedoch bezieht sich "Alamannen" (mit A) auf die historische Volksgruppe der Spätantike und des frühen Mittelalters, die aus verschiedenen westgermanischen Stämmen bestand, während "Alemannen" (mit E) häufiger für die heutigen Dialekte, Traditionen und das Brauchtum in Südwestdeutschland, der Schweiz und Österreich verwendet wird. Die Form "Alamannen" ist dabei die ältere und für die historische Forschung, insbesondere die Archäologie, gebräuchlichere Schreibweise.
Die Alemannen entstanden aus verschiedenen westgermanischen Stämmen, die im 100 n. Chr. zwischen Elbe und Rhein siedelten und sich im 300 n. Chr. zu einem größeren Verband zusammenschlossen. Namhafte Gruppen wie die Angeln, die Jüten, die Mattiaker und insbesondere Teile der Sueben (wie die Semnonen und Juthungen) trugen zur Bildung der Alemannen bei. Ihr Name, der "alle Männer" oder "alle Sippen" bedeutet, weist auf diesen Zusammenschluss unterschiedlicher Gruppen hin.
Die Alemannen ließen sich in Gebieten des heutigen Baden-Württembergs, der Schweiz, des Elsass, Liechtenstein und Vorarlbergs nieder. Sie sind bekannt für ihre Rolle in der Völkerwanderungszeit, ihre Besiedlung Südwestdeutschlands und der Schweiz sowie für die alemannischen Dialekte der deutschen Sprache. Der Name der Alemannen ist in romanischen Sprachen wie dem Französischen "Allemands" zum Synonym für Deutschland geworden.
Herkunft und Völkerwanderung
- Die Alemannen siedelten ursprünglich an der Elbe und wanderten unter dem Druck der Goten nach Süden aus.
- Sie drangen in die römischen Gebiete im heutigen Süddeutschland vor und machten sich im heutigen Baden-Württemberg und der Schweiz sesshaft.
- Ihre Vorfahren sind mit den keltischen Helvetiern und den Römern die Urahnen der heutigen Deutschschweizer Bevölkerung.
Politische und Kulturelle Entwicklung
- Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert gingen die alemannischen Gebiete politisch im Ostfrankenreich auf.
- Das Herzogtum Schwaben fasste Teile der alemannischen Gebiete zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert wieder zusammen.
Sprache und Erbe
- Der Name "Alemannen" ist in romanischen Sprachen wie Französisch zum Synonym für Deutschland geworden.
- Die alemannischen Dialekte sind bis heute in den Regionen Südwestdeutschlands, der Schweiz und im Elsass erhalten geblieben.
- Das Erbe der Alemannen zeigt sich in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und in Museen, die sich ihrer Geschichte widmen.
Die Langobarden
Die Langobarden (lateinisch Longobardi, altgriechisch οἱ Λαγγοβάρδοι, auch Winniler) gehörten, wie man lange annahm, als ethnische Gruppe der Stammesgruppe der Sueben an und waren eng mit den Semnonen verwandt. Demnach waren sie ein elbgermanischer Stamm, der ursprünglich an der unteren Elbe siedelte und dann migrierte.
Diese traditionelle Sicht wird heute aber eher selten vertreten. Stefano Gasparri fasste 2017 die Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte so zusammen, dass die Langobarden wie andere als gentes bezeichnete Gruppen zur Zeit der Völkerwanderung vielmehr eine politisch-militärische Ansammlung darstellten, die sich an den Rändern bzw. zum Teil innerhalb des Römischen Reiches bildeten, dessen Grenzen überaus durchlässig waren, und die unter einem erfolgreichen militärischen Anführer standen. Sie dienten sich den Römern an (Föderaten) oder versuchten aus deren Reich auf andere Weise Prestige oder materiellen Gewinn zu schlagen. Somit war Verwandtschaft nur einer der Gründe, die diese Verbände immer wieder neu entstehen ließen. Sie gaben sich im Nachhinein eine Herkunfts- und Abstammungslegende.
Im 5. Jahrhundert tauchten Langobarden unter einem dieser Anführer namens Wacho in römischen Aufzeichnungen auf. Sie erschienen bald an der Donau in Pannonien. Ab 568 eroberten sie unter König Alboin große Teile Italiens, wobei sie große andere Verbände begleiteten, wie etwa Sachsen, und errichteten das Langobardenreich. Diesem zwischenzeitlich christianisierten – zunächst arianisch, dann katholisch – Reich setzte das fränkische Heer unter Führung König Karls I. mit der Eroberung der Hauptstadt Pavia im Jahr 774 ein Ende. Der Süden Italiens verblieb allerdings unter langobardischer Herrschaft. Auf die Hauptsiedlungsgebiete im Norden geht die Bezeichnung der Lombardei zurück. Dort war, vor allem gegen Ende des Langobardenreichs, die Unterscheidung zwischen Romanen und Langobarden immer weniger ausgeprägt, so dass am Ende fast alle Bewohner des Reiches Langobarden hießen.
Als ebenso unhaltbar wie die Annahme einer rein verwandtschaftlichen Grundlage des Zusammenhalts und der Zusammensetzung der Langobarden ("Völkerwanderung") erwies sich die vor allem in Italien lange verbreitete Vorstellung, die Kette "barbarischer Invasionen" hätte gleichsam nur eine Unterbrechung der kulturellen Entwicklung zwischen dem Ende des Römerreiches und dem Hochmittelalter bedeutet.
Die Langobarden führten keinen umfassenden Krieg gegen das Römische Reich, da sie erst nach dessen Niedergang in den Jahren ab 568 n. Chr. Norditalien eroberten. Sie besiedelten das Gebiet und gründeten dort ein eigenes Königreich, das 774 vom Frankenreich Karls des Großen erobert wurde. Die Langobarden waren ein germanischer Stamm, der im späten 6. Jahrhundert das byzantinisch kontrollierte Norditalien eroberte, was für viele Historiker das Ende der Spätantike und den Beginn des frühen Mittelalters markiert. Kontext:
- Römische Epoche: Zu Lebzeiten des Römischen Reiches waren Langobarden Teil der germanischen Stämme, die an den Grenzen des Imperiums lebten. Im 2. Jahrhundert n. Chr. waren Langobarden an Einfällen nach Pannonien beteiligt, was zu Auseinandersetzungen mit der römischen Armee führte, wie den Markomannenkriegen.
- Nach der römischen Herrschaft: Nachdem das Weströmische Reich im 5. Jahrhundert untergegangen war, wanderten die Langobarden unter ihrer Führung im Jahr 568 in Italien ein. Sie eroberten Norditalien und gründeten dort ein eigenes Königreich, das über zwei Jahrhunderte Bestand hatte.
- Ende der Langobardenherrschaft: Das Langobardenreich wurde schließlich 774 vom Frankenreich unter Karl dem Großen erobert, womit ihre Herrschaft beendet wurde.
Langobarden in Italien:
- Die Invasion: Die Langobarden drangen von den Alpen bis nach Italien vor und gründeten dort ihr eigenes Königreich, das sich über weite Teile Norditaliens erstreckte.
- Die Kultur: Das Langobardenreich war ein germanisches Reich und die Langobarden waren Arianer, eine christliche Richtung, die die Trinität ablehnte. Sie hinterließen ihre Spuren in der europäischen Geschichte, und ihre Herrschaft trug zur Eigenständigkeit Oberitaliens bei.
Völkerwanderung - Die Hunnen
Die Hunnen waren ein Reitervolk aus Zentralasien, das ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. in Europa einfiel und die Völkerwanderung auslöste.
Unter ihrem König Attila verbreiteten sie Angst im Römischen Reich und schufen ein Reich, das von der Wolga bis zum Rhein reichte.
Nach Attilas Tod löste sich die Einheit der Hunnen auf und sie verschwanden nach und nach aus der Geschichte.
Herkunft und Aussehen
- Zentralasien: Die Hunnen stammten ursprünglich aus Ostasien, wo sie auch als Xiongnu bekannt waren.
- Reitervolk: Sie waren geschickte Reiter und Krieger und nutzten Steigbügel, was ihnen einen Vorteil gegenüber den Römern verschaffte.
- Bezeichnung: "Hunnen" ist ein Sammelbegriff, der eine Gruppe von zentralasiatischen Reitervölkern beschreibt, die als heterogene Mischung aus verschiedenen Stämmen angesehen werden.
Einfluss auf Europa
- Auslöser der Völkerwanderung: Die Ankunft der Hunnen um 375 n. Chr. löste die germanische Völkerwanderung aus, da germanische Stämme wie die Goten von ihnen vertrieben wurden und nach Westen flüchteten.
- Reich Attilas: Unter der Herrschaft von Attila erreichten die Hunnen die größte Macht und bedrohten das Römische Reich durch Überfälle und die Forderung von Tributen.
- Schlacht auf den Katalaunischen Feldern: 451 n. Chr. wurden die Hunnen in dieser Schlacht von einer Koalition aus Goten und Galliern geschlagen und zurückgedrängt.
Niedergang und Nachwirkungen
- Zerfall des Reiches: Nach Attilas Tod im Jahr 453 zerfiel die Einheit der Hunnen.
- Verschmelzung mit anderen Völkern: Die Hunnenverbände trennten sich, und Teile von ihnen verschmolzen mit den abendländischen Völkerschaften.
- Bekanntheit der Magyaren: Später wurden die Magyaren (Ungarn) mit den Hunnen verwechselt, was zu einer anhaltenden Bezeichnung führte.
Vorfahren der heutigen Deutschen:
Die frühe Gleichsetzung von Germanen und Deutschen wird in der modernen Forschung nicht mehr aufrechterhalten, da auch andere ethnische Gruppen zur Herausbildung des deutschen Volkes beitrugen.
Zur Herausbildung des deutschen Volkes trugen germanische Stämme wie Baiern, Schwaben, Franken, Thüringer, Sueben, Sachsen und Friesen zwar maßgeblich bei aber auch keltische, römische und slawische Völker hatten Einfluss auf die frühe Besiedlung und die kulturelle Entwicklung des Raumes, in dem sich das spätere deutsche Volk bildete.
- Bajuwaren: Die Bajuwaren waren ein Volk gemischter Herkunft, hauptsächlich germanischer und spätrömischer Abstammung, das im frühen Mittelalter im Herzen Mitteleuropas ein Stammesherzogtum (das Herzogtum Bayern) bildete. Ihr Name tauchte erstmals im 6. Jahrhundert auf, und sie bewohnten Regionen wie das heutige Südbayern, Österreich und Südtirol. Unter der Herrschaft der Agilolfinger Herzöge entwickelten sie sich zu einem eigenständigen Volk. Ihre Geschichte endete mit der Eingliederung ihres Territoriums in das Fränkische Reich im Jahr 788 n. Chr., woraufhin der Begriff "Bayern" oder "Bavarier" den Begriff "Bajuwaren" ersetzte.
- Kelten: Sie besiedelten lange vor den Germanen weite Teile des Gebietes, das heute Deutschland ist, und hinterließen kulturelle Spuren.
- Römer: Sie hatten eine bedeutende militärische und kulturelle Präsenz im römischen Reich, das bis an den Rhein und die Donau reichte und auf diesem Weg mit keltischen und germanischen Gruppen interagierte.
- Slawen: Im Osten des heutigen Deutschlands siedelten seit dem frühen Mittelalter slawische Stämme, die im Laufe der Geschichte mit den deutschen Siedlern in Kontakt kamen und teils in die deutsche Bevölkerung integriert wurden.
