etwa 1500 - 1800 n. Chr. - Heiliges Römisches Reich: Reformation und Absolutismus

01.10.2025

Die Begriffe Frühe Neuzeit, Frühneuzeit, Frühmoderne oder Neuere Geschichte bezeichnen in der Geschichte Europas üblicherweise das Zeitalter zwischen dem Spätmittelalter (Mitte 13. Jahrhundert bis Ende 15. Jahrhundert) und dem Übergang zur Moderne um das Jahr 1800. 

Reformen im heiligen römischen Reich

Der Habsburger Maximilian I. wurde 1486 Mitregent unter seinem Vater Friedrich III. und nach dessen Tod 1493 Alleinherrscher des heiligen römischen Reiches. 

Er begann das Reich zu reformieren:

Gemeiner Pfennig 

Auf dem Reichstag zu Worms 1495 wurden erstmals keine einmaligen Geldzahlungen verlangt, sondern die Einführung einer Reichssteuer, den Gemeinen Pfennig. 

Reichstag bleibt Reichstag

Die Einführung eines aus den Kurfürsten bestehenden ständigen Ausschusses, das Reichsregiment, das die Regierungsgeschäfte statt des schwerfälligen und nur sporadisch tagenden Reichstag führen sollte, scheiterte. 

Der Ewige Landfrieden 

Der Ewige Landfrieden beendete das mittelalterliche Fehderecht, dagegen wurde mit dem Reichskammergericht die oberste Gerichtsinstanz des Reiches geschaffen. Durch die Errichtung von zuerst sechs, dann zehn Reichskreisen sollte das Reich besser verwaltet werden. 

- Das mittelalterliche Fehderecht erlaubte Freien und Rittern, sich nach gescheitertem Gerichtsverfahren selbst zu ihrem Recht zu verhelfen, oft durch Gewalt, Plünderung und Zerstörung, nach formaler Erklärung der Fehde mittels eines Fehdebriefs. Auslöser konnten Beleidigungen, Besitzstreitigkeiten oder auch die Verletzung der Ehre sein. Die Fehde wurde mit der Zeit durch Gesetze und Reichstage, wie den Ewigen Landfrieden von 1495, eingeschränkt und abgeschafft, obwohl ihre Praxis im 16. Jahrhundert noch bestand.

Insgesamt gesehen blieben die Reformen aber ohne nennenswerte Wirkung. 

Die Schweiz wird unabhängig

Die schweizerischen Orte verweigerten die Zahlung der ersten Reichssteuer. Den darauf ausbrechenden Schwabenkrieg gewannen die Eidgenossen 1499; die Schweiz war von diesem Zeitpunkt an de facto unabhängig.

Maximilian machte sich um die Förderung des Geisteslebens in seinem Reich verdient; er setzte sich für den Humanismus ein und brachte die Künste voran. Nach dem Tod von Maximilian 1519 schaffte es sein Enkel Karl V., den deutschen Thron zu besteigen. Bei der Wahl flossen auch zahlreiche Schmiergelder aus dem Hause Fugger in die Kassen der Kurfürsten.

- "Hause Fugger" bezieht sich auf die Fuggerhäuser in Augsburg, die als Wohn- und Handelshaus des reichen Kaufherrn Jakob Fugger bekannt sind, sowie auf die Fuggerei, eine 1521 gegründete Sozialsiedlung für Bedürftige, die auch heute noch existiert und für eine symbolische Jahresmiete von 88 Cent bewohnt wird. Die Fugger waren eine der mächtigsten Familien Europas im 16. Jahrhundert und finanzierten unter anderem den Kaiser der Habsburger.

Kriege gegen Frankreich und Venezianer

"Italienkriege"

1494 marschierte der französische König Karl VIII. in Italien ein, und zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Frankreich begannen die jahrzehntelangen Italienkriege. Bereits im folgenden Jahr wurden die französischen Truppen von der venezianischen Liga wieder vertrieben. 

1499 wurde ein weiterer Versuch gestartet, Italien einzunehmen, diesmal mit Hilfe der Herrscher von Neapel und Aragonien. Nachdem beide Mächte 1502 ausfielen, musste Frankreich sich erneut zurückziehen, hielt aber den Norden um Mailand. 

In der Zwischenzeit erkannte Papst Julius II. die Venezianer als größere Gefahr. So verbündeten sich das Papsttum, Frankreich, Spanien und das Reich und bekämpften 1508/09 die Venezianer erfolgreich. 

Im Jahr darauf einigte sich der Papst mit Venedig und sah Frankreich als Feind an. 1513 wurden die Truppen des französischen Königs Ludwig XII. vertrieben, und 1515 eroberte sein Nachfolger Franz I. Mailand zurück.

- Julius II. (bürgerlich Giuliano della Rovere; * 5. Dezember 1443 in Albisola Superiore bei Savona, Ligurien; Italien † 21. Februar 1513 in Rom) war vom 1. November 1503 bis zum 21. Februar 1513 römisch-katholischer Papst. Er begründete im Jahr 1506 die päpstliche Leibwache Schweizergarde und verstand sein Amt vor allem im Sinne eines italienischen Territorialfürsten. Während seiner Amtszeit berief er das Fünfte Laterankonzil ein. Am 18. April 1506 begann er den Bau des Petersdoms in der Absicht, die größte und prächtigste Kirche des Erdkreises zu erbauen.

Karl V. zog 1525 nach Italien, um die französische Herrschaft in Mailand zu beenden. Nach der Schlacht bei Pavia wurde Franz I. festgenommen und zu Zugeständnissen in Italien gezwungen (die er später als nichtig ansah, weil unter Nötigung geschehen). 

- Die Schlacht bei Pavia war eine Schlacht im Rahmen der Italienkriege um die Hegemonie in Europa zwischen den Habsburgern (Spanien-Burgund-Erblande) unter Karl V. und den Valois (Frankreich) unter Franz I., die am 24. Februar 1525 stattfand. 

Pavia, ist eine in der südwestlichen Lombardei im Norden Italiens am Fluss Ticino, etwa 35 Kilometer südlich von Mailand gelegen.

Papst Clemens VII. war besorgt über die neue Macht des Reiches in Italien und verbündete sich mit Frankreich. 

Clemens VII. (bürgerlich Giulio de' Medici; * 26. Mai 1478 in Florenz, Republik Florenz; † 25. September 1534 in Rom, Kirchenstaat) war vom 19. November 1523 bis zu seinem Tode Papst der römisch-katholischen Kirche. Er war der zweite von drei Päpsten aus dem Hause der Medici.

Daraufhin zog Karl erneut gen Italien und plünderte 1527 Rom (Sacco di Roma).

1529 bestätigten der Damenfriede von Cambrai (Frankreich) und der Friede von Barcelona (Papst) Karl V. als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und seinen Besitz an Ländereien in Italien. 

Aber erst 1559 wurden im Frieden von Cateau-Cambrésis die Streitigkeiten endgültig geklärt.

Das Osmanische Reich drängt nach Europa

Nach dem Fall von Konstantinopel 1453 drang das Osmanische Reich immer mehr nach Europa vor. 

Gerade unter dem Sultan Süleyman I. erweiterte sich das Osmanische Reich nach Westen und Norden. 

Königreich Ungarn geht unter 

1526 ging in der Schlacht bei Mohács das Königreich Ungarn unter.

1529 belagerten die Türken das erste Mal Wien, konnten aber geschlagen werden. 

Die Kämpfe unter den Namen 1. Österreichischer Türkenkrieg oder auch 4. Venezianischer Türkenkrieg, weil neben dem Heiligen Römischen Reich die Republik Venedig die Hauptlast trug, dauerten bis 1555. 

Am Ende wurde Ungarn dreigeteilt, und der deutsche Kaiser musste dem Osmanischen Reich eine hohe Summe zahlen.

Luthers 95 Thesen und der Wormser Reichstag 

Die Kriege gegen Frankreich und die Osmanen banden Karl V. und verhinderten, dass er sich intensiver mit innerdeutschen Fragen wie der Reformation und dem Bauernkrieg beschäftigen konnte. Weil er auf die militärische Unterstützung der deutschen Landesfürsten angewiesen war, schloss er in der Religionsfrage immer wieder Kompromisse.

Der Ablasshandel der katholischen Kirche

Die tiefe Religiosität der Menschen im ausgehenden Mittelalter stand im Gegensatz zu der vielerorts, zumal in der Lebensführung vieler Bischöfe, vieler Äbte und der Päpste ins rein Weltliche abgesunkenen katholischen Kirche. Machtkämpfe um den päpstlichen Stuhl kamen oft vor. Versuche zur Reformation der Kirche blieben ohne wirklichen Erfolg. 1506 begann Papst Leo X. mit dem Bau des Petersdoms, weswegen er, auch aufgrund seines aufwändigen Lebensstils, ständig verschuldet war. Um die Schulden zu begleichen, intensivierte er den Ablasshandel. Mit dem Kauf von Ablassbriefen konnten die Gläubigen angeblich ihre Sünden abbezahlen, ihre Zeit im Fegefeuer verkürzen und sogar schon Verstorbene aus dem Fegefeuer retten. Damals gab es den Werbespruch: "Wenn die Münze im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt."

Martin Luther - Ausbreitung des evangelischen Glaubens

Martin Luther, ein Augustinermönch und Theologe an der neu gegründeten Universität Wittenberg im Kurfürstentum Sachsen, postulierte nach langen Selbstzweifeln, dass allein der Glaube (Sola fide) und nicht ein Ablassbrief oder andere Dinge für die Errettung nötig seien. 

- Der Augustinerorden (Ordo Sancti Augustini, Ordenskürzel OSA; bis 1963 Augustiner-Eremiten, Ordo Eremitarum Sancti Augustini, OESA) ist ein römisch-katholischer Männer- und Frauenorden.

Seine Auseinandersetzung mit dem Ablasshandel der Kirche fasste er in den berühmten 95 Thesen zusammen, die er an Kardinal Albrecht sandte. Da eine Reaktion ausblieb, verteilte er Kopien an Bekannte, die sie ohne sein Wissen veröffentlichten und die durch den Buchdruck rasche Verbreitung fanden.

Kardinal Albrecht zeigte Luther in Rom beim Papst an. Nach langen Streitigkeiten und da Luther sich weigerte zu widerrufen, wurde er aus der katholischen Kirche ausgeschlossen und mit dem Bann belegt. Mit der Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen antwortete Luther dem Papst. Luthers Kritik an der katholischen Kirche führte in Deutschland zur Ausbreitung des evangelischen Glaubens.

Reformation

König. Karl V. - keine Zeit für Religion im Reich  

1519 wurde der Habsburger Karl V. König. Karl V. beherrschte ein riesiges Reich, das Spanien, Österreich, Böhmen, die Niederlande, Süditalien sowie die spanischen Kolonien in Amerika umfasste. Außenpolitisch war er in ständige Kriege zur Abwehr der Osmanen sowie gegen Frankreich und den Papst verwickelt. Dadurch war seine Stellung im Reich selbst schwach, und wegen seiner kriegsbedingten Abwesenheit konnte er die Ausbreitung der Reformation nicht verhindern.

Luther "vogelfrei" - gebannt vom Papst und geächtet vom Reichstag

1521 wurde Luther vom Papst mit dem Bann belegt. Der Reichstag zu Worms endete mit der Verhängung der Reichsacht über Luther im Wormser Edikt.

Luther - Zuflucht auf der Wartburg - Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche

Luther fand daraufhin beim sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen auf der Wartburg Zuflucht. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche stellt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache dar.

Die Reformation kommt voran

In den Jahren 1522 bis 1526 wurde in etlichen Ländern und Städten des Reichs die Lehre Luthers eingeführt. Die Reformation wurde in den Ländern vom Landesherrn durchgeführt, der auch zum Landesbischof wurde. Damit unterstanden dem Landesherrn auch die Besitzungen der Kirche. Die Länder bauten eigene Kirchenverwaltungen auf.

Spaltung der Reformationsbewegung

Nach dem Scheitern des Marburger Religionsgesprächs zwischen Luther und Zwingli 1529 zeichnete sich eine Spaltung der Reformationsbewegung in Lutheraner und Reformierte ab. Als weitere Nebenbewegung entwickelten sich die Täufer. Der radikale Versuch des Täufers Johann Bockelson, mit dem Täuferreich von Münster eine Art Gottesstaat zu errichten, wurde 1536 blutig beendet.

Streit im Reichstag zu Speyer und die "Protestanten"

Im Reichstag zu Speyer wurde in Abwesenheit des Kaisers 1526 in einem Reichsabschied beschlossen, bis zu einer Regelung der Religionsfrage in einem Konzil die neue Glaubensrichtung vorerst zu dulden

In einem zweiten Reichstag zu Speyer forderte der Bruder des Kaisers, Ferdinand, 1529 die Duldung aufzuheben. Dagegen protestierten die evangelischen Landesfürsten. Die Anhänger des neuen Bekenntnisses werden seit dieser Protestation zu Speyer auch "Protestanten" genannt.

Schmalkaldischen Bund -  Die Protestanten schließen sich zusammen

Die protestantischen Fürsten und Städte schlossen sich unter Führung von Hessen und Kursachsen 1531 zum Schmalkaldischen Bund zusammen. 

Während die Protestanten die Grundgedanken ihrer Lehre im Augsburger Bekenntnis niederlegten, formulierte die katholische Seite ihre Ablehnung der Lehre Luthers in der Confutatio pontificia

Erster Konfessionkrieg

Im Schmalkaldischen Krieg von 1546/47 kam es erstmals zum Kampf von Katholiken unter Führung des Kaisers gegen Protestanten

Der Kaiser gewann den Krieg, konnte aber die im Augsburger Interim verfügte Wiederherstellung der katholischen Positionen letztlich wegen des Widerstands von Fürsten, Städten und Bevölkerung nicht durchsetzen.

Als sich die Fürsten über die Religionsgrenzen hinweg gegen ihn erhoben...

Ferdinand - neuer König im Reich

...verzichtete Karl V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf Spanien und die Niederlande und machte seinen Bruder Ferdinand zu seinem Nachfolger im Reich. 

Gleichberechtigung beider Konfessionen im Reich - Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555

Der neue König Ferdinand handelte schließlich 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden aus. Dadurch wurden beide Konfessionen im Reich gleichberechtigt, wobei der jeweilige Landesherr über die Religion seiner Untertanen bestimmte ("cuius regio, eius religio").

Bauernkrieg

Die Bauern stützen sich auf die Lehre Luthers

Die verschlechterte Lage der Bauern hatte schon im 15. Jahrhundert wie im Bundschuh und Armen Konrad zu regionalen Aufständen der Bauern geführt, während der Reformationszeit kam es jedoch unter Bezug auf die Lehren Luthers 1524–1526 vor allem in Südwestdeutschland, Thüringen und Franken zu einem Bauernkrieg. Ursachen waren unter anderem die steigenden Dienst- und Abgabenleistungen der Bauern, die Einschränkung ihrer Rechte und die Verringerung des Gemeinbesitzes.

Schon vorher hatte es vereinzelt lokale Aufstände gegen die Unterdrückung der Bauern gegeben, aber nun durch den Geist der Reformation fühlten sie sich im Recht, die Gewaltherrschaft der Feudalherren zu brechen. 1524/25 weiteten sich lokale Aufstände in Süddeutschland und der Schweiz zu einem weite Teile Süd- und Mitteldeutschlands umfassenden Aufstand aus. 

Niederschlagung des Bauernheers - 1525

Im März 1525 fassten drei oberschwäbische Bauernhaufen ihre Forderungen in den Zwölf Artikeln gegenüber den Schwäbischen Bund in Memmingen zusammen, dieser duldete jedoch keine Verhandlungen, sondern ging mit Hilfe der Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger und des Heerführers Georg Truchsess von Waldburg-Zeil (Bauernjörg) gegen die Bauern vor. 

1525 wurde ein Bauernheer unter Führung von Thomas Müntzer bei Frankenhausen vernichtet. Bei der Niederschlagung der Bauernaufstände ließen bis zu 100.000 Bauern ihr Leben. 

Luther selbst, der ein Widerstandsrecht gegen die weltliche Obrigkeit ablehnte, verurteilte den Bauernaufstand.

Gegenreformation

Innere Reform der katholischen Kirche

Unter dem Eindruck der Reformation startete die katholische Kirche eine innere Reform. 1545 wurde das Konzil von Trient einberufen, das in drei Perioden bis 1563 tagte. Das Konzil setzte sich einerseits mit der Lehre Luthers auseinander und brachte andererseits zahlreiche Neuerungen wie die Einrichtung von Priesterseminaren mit sich.

Inquisition 

Zudem setzte die Gegenreformation ein. Diese bestand auf der einen Seite in der Verfolgung aller, die von der offiziellen katholischen Lehre abwichen, durch die Inquisition, für deren Durchführung Papst Paul III. eine zentrale Kongregation schuf. 

- Als Inquisition (lateinisch inquisitio 'Untersuchung') werden ein juristisches Prozessverfahren (Inquisitionsverfahren) sowie damit arbeitende Institutionen bezeichnet, die im Spätmittelalter und der Frühneuzeit zur Bekämpfung von Häresie (Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht) dienten. Der Vorsitzende eines Inquisitionsgerichts heißt Inquisitor.

Ebenso entstanden neue Orden, von denen die Jesuiten eine führende Rolle bei der Rekatholisierung erlangten.

Die Protestanten unter dem Pfälzer Wittelsbachers Friedrich V.

Die protestantischen Fürsten schlossen sich 1608 unter Führung des Pfälzer Wittelsbachers Friedrich V. von der Pfalz zur Union zusammen. 

Friedrich V. (* 26. August 1596 im Jagdschloss Deinschwang; † 29. November 1632 in Mainz) aus dem Haus Wittelsbach (Linie Pfalz-Simmern) war von 1610 bis 1623 Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz sowie als Friedrich I. (tschechisch Fridrich Falcký) von 1619 bis 1620 König von Böhmen.

Die Katholiken unter dem Bayernherzog Maximilian I.

Entsprechend schlossen sich die katholischen Fürsten 1609 unter Führung des Bayernherzogs Maximilian I. zur Liga zusammen.

Maximilian I. (* 17. April 1573 in München; † 27. September 1651 in Ingolstadt) war ab 1597 Herzog von Bayern und ab 1623 Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Er entstammte dem Haus Wittelsbach.

Der Dreißigjährige Krieg

Prager Fenstersturz 

Nachdem Rudolf II. die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder und Nachfolger als Kaiser Matthias abgetreten hatte, schränkte dieser die gewährten Rechte (Majestätsbrief) wieder ein. Als der Protest der böhmischen Stände von ihm abgewiesen wurde, kam es 1618 zum Prager Fenstersturz, bei dem zwei kaiserliche Räte von böhmischen Standesvertretern in der Prager Burg aus dem Fenster gestürzt (defenestriert) wurden.

Rudolf II. (* 18. Juli 1552 in Wien; † 20. Januar 1612 in Prag) war Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (1576–1612), König von Böhmen (1575–1611) sowie König von Ungarn (1572–1608) und Erzherzog von Österreich (1576–1608).

 - Als Majestätsbrief werden zwei von Kaiser Rudolf II. im Jahr 1609 ausgestellte Urkunden bezeichnet, die den protestantischen Landständen des Königreichs Böhmen beziehungsweise Schlesiens Religionsfreiheit gewährten. Der am 9. Juli 1609 für Böhmen ausgestellte Majestätsbrief, den neben Rudolf der Oberste Burggraf Adam von Sternberg für die Stände und der kaiserliche Sekretär Paul Michna unterzeichneten[1], galt auch für die Grafschaft Glatz[2]. Der für Schlesien gewährte Majestätsbrief wurde am 20. August 1609 ausgestellt. 

Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs - Böhmen wird Protestantisch

1619 erklärten nach dem Tod Kaiser Matthias die böhmischen Protestanten den Führer der Union, den Pfälzer Kurfürst Friedrich von der Pfalz, zum König von Böhmen ("Tschechien"). 

Dies war der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg: 

Kaiser Ferdinand II. zieht mit dem Heer der katholischen Liga gegen Böhmen  

Der neue Kaiser Ferdinand II. zog mit dem Heer der katholischen Liga unter Führung des Bayernherzogs Maximilian I. und des bayerischen Feldherrn Tilly nach Böhmen. 

Ferdinand II. (* 9. Juli 1578 in Graz; † 15. Februar 1637 in Wien) war von September 1619 bis zu seinem Tode Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Seit 1590 Erzherzog von Innerösterreich, vereinte er nach und nach die Territorien der Habsburgermonarchie unter seiner Herrschaft. 1617 wurde er König von Böhmen, jedoch zeitweise 1619/20 durch den Ständeaufstand in Böhmen (1618) abgesetzt. 1618 wurde er König von Ungarn und Kroatien und 1619 Erzherzog von (Nieder-)Österreich.

Das böhmische Heer wird besiegt

In der Schlacht am Weißen Berge 1620 wurde das böhmische Heer besiegt. Der zumeist tschechische Adel wurde daraufhin enteignet und das Land rekatholisiert. Nach der Flucht Friedrichs von der Pfalz besetzte Tilly die Pfalz und die Oberpfalz. Der Bayernherzog bekam als Belohnung die Pfälzer Kurfürstenwürde.

Dänenkönig Christian IV. im Bund mit protestantischen Reichsfürsten 

Der sich mit England, den Niederlanden und den protestantischen Fürsten verbündende Dänenkönig Christian IV. rückte 1625 mit seinem Heer in Norddeutschland ein. 

Das katholische Heer siegt abermals

Er wurde aber vom kaiserlichen Heer unter Tilly und dem böhmischen Adligen Wallenstein besiegt. Pommern, Jütland und Mecklenburg mit Ausnahme Stralsunds wurden vom katholischen Heer besetzt.

Nach dem Ende des dänischen Kriegs erließ Kaiser Ferdinand II. 1629 das Restitutionsedikt, demzufolge alle protestantisch gewordenen Gebiete wieder rekatholisiert werden sollten.  

"Weniger" Macht dem Kaiser - Regensburger Kurfürstentag 1630

Besorgt wegen der erheblich gestiegenen Machtfülle des Kaisers erreichten die Reichsstände auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630 die Absetzung Wallensteins. Insbesondere Kurfürst Maximilian von Bayern fürchtete das Anwachsen der kaiserlichen Macht und die Stärke des kaiserlichen Heeres unter Wallenstein. Infolgedessen stieß der Kaiser in Regensburg auf die Opposition selbst der katholischen Kurfürsten. Diese verlangten eine Verkleinerung der kaiserlichen Armee, die Verringerung der Kriegslasten und insbesondere die Entlassung von Wallenstein.

Der Schwedenkönig kommt 

Nun griff der Schwedenkönig Gustav II. Adolf ins Kriegsgeschehen ein und drang im weiteren Verlauf von Pommern bis nach Bayern vor. 

Bei Rain am Lech fiel 1632 Tilly. 

Der Kaiser setzte daraufhin Wallenstein wieder ein. 

Bei der Schlacht bei Lützen 1632 fiel der Schwedenkönig. 

Frieden von Prag 1635

Wegen seiner politischen Ansichten wurde Wallenstein 1634 jedoch vom Kaiser erneut abgesetzt und bald darauf aus Angst vor einem Bündnis des Feldherrn mit den Schweden in dessen Auftrag ermordet. 

Um die Schweden vom deutschen Boden zu vertreiben, schloss der Kaiser mit dem protestantischen sächsischen Kurfürsten einen Sonderfrieden, den Frieden von Prag, 1635.

Frankreich greift ein

Das katholische Frankreich griff aus Sorge vor einem zu mächtigen Reich 1635 ins Geschehen ein und verbündete sich mit Schweden

Keine der beiden Seiten konnte jedoch den Krieg trotz lang andauernder Kämpfe für sich entscheiden. 

Große Teile des Reiches wurden verwüstet. 

Die seit 1642 laufenden Verhandlungen führten am 24. Oktober 1648 zum Westfälischen Frieden.

Westfälischen Frieden - 1648

Frankreich erhält Teilen Lothringens und des Elsass

Der Friedensschluss beinhaltete eine Abtretung von Teilen Lothringens und des Elsass mit Ausnahme Straßburgs an Frankreich

Lothringen: eine Landschaft im Nordosten des heutigen Frankreichs. Während Niederlothringen im Mittelalter bald in mehrere Fürstentümer zerfiel, bestand im oberlothringischen Raum das Herzogtum Lothringen fort, das bis 1766 Teil des Heiligen Römischen Reiches war.

* Das Elsass: ist eine Kulturlandschaft in der Region Grand Est im Osten Frankreichs. Die politischen Grenzen, die das Elsass definieren, haben sich im Verlauf seiner Geschichte mehrfach geändert. Historisch bedeutend sind hier vor allem das Herzogtum Elsass (7. und 8. Jahrhundert), die beiden Landgrafschaften des Elsass (12.–17. Jahrhundert) innerhalb des Römisch-Deutschen Reiches an der Grenze des heutigen Frankreichs.

Die Niederlande und die Schweiz steigen aus... 

Die Niederlande und die Schweiz schieden als souveräne Staaten nun offiziell aus dem Reich aus

Reichsstände und der Territorien gestärkt

Die Stellung der Reichsstände und der Territorien gegenüber dem Kaiser wurde gestärkt und der 

Augsburger Religionsfriede von 1555 erneuert 

Augsburger Religionsfriede von 1555 wurde bestätigt. Jedoch wurde bei einem Konfessionswechsel des Landesherrn nicht mehr der gleiche Schritt von der Bevölkerung verlangt. 

30 jähriger Krieg - Resümee für "Deutschland"

Der Krieg kostete schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung des Heiligen Römischen Reichs das Leben. Der Vorkriegsstand der Bevölkerung wurde erst wieder um 1750 erreicht.

Seine Auswirkungen auf die Literatur des Barocks in Deutschland waren einschneidend – bis zum Auftreten von Gotthold Ephraim Lessings Generation war sehr typisch das Modell der Grausamkeit des Daseins und der Vergeblichkeit (vanitas) alles Irdischen ein Leitthema.

Zeitalter des Absolutismus

Die Zerstörungen und Bevölkerungsverluste des Dreißigjährigen Krieges förderten die Entwicklung staatlich gelenkter Wirtschafts- und Sozialpolitik. Verbunden mit der merkantilistischen Wirtschaftsform war das Entstehen der absolutistischen Herrschaftsform nach Vorbild des französischen Hofes unter Ludwig XIV.

Der Absolutismus ist eine Staatsform des 17. und 18. Jahrhunderts, in der ein Monarch die vollständige Macht in seinen Händen hält, also uneingeschränkt regiert und keiner Kontrolle unterliegt. Er ist dem Volk und den Gesetzen übergeordnet und fühlt sich nur Gott gegenüber verpflichtet (Gottesgnadentum). Berühmtes Vorbild ist der französische König Ludwig XIV. mit seinem Zitat "Der Staat bin ich". Die Epoche des Absolutismus endet mit der Französischen Revolution 1789. 

Merkantilismus (von französisch mercantile 'kaufmännisch', lateinisch mercator 'Kaufmann') ist eine Wirtschaftspolitik, die möglichst viele Waren aus dem Land ausführen möchte und möglichst wenig Waren ins Land lässt.

Preußen: Aufstieg in Norddeutschland

Kurfürst Friedrich Wilhelm

Unter dem absolutistisch regierenden brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm begann seit 1640 der Aufstieg Preußens zur führenden Macht in Norddeutschland. 

Friedrich Wilhelm aus dem Haus Hohenzollern war seit 1640 Kurfürst von Brandenburg und Herzog in Preußen.

Kurfürst Friedrich III. 

Der Kurfürst Friedrich III. nannte sich 1701 Friedrich I., König in Preußen

Friedrich aus dem Haus Hohenzollern war ab 1688 als Friedrich III. Kurfürst von Brandenburg und souveräner Herzog in Preußen. Dort erhöhte er sich 1701 als Friedrich I. zum König in Preußen.

Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. 

Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. erfolgte eine Militarisierung von Staat und Gesellschaft. 

Der Aufstieg Preußens führte zum Dualismus zwischen den beiden führenden deutschen Staaten Österreich und Preußen, der Deutschland bis 1871 bestimmte.

-Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Cölln; † 31. Mai 1740 in Potsdam) aus dem Haus Hohenzollern wurde nach dem Tod seines Vaters am 25. Februar 1713 König in Preußen und Kurfürst von Brandenburg.

Das Heilige Römische Reich - im 17. Jhdt.

Der Habsburger Kaiser Leopold I.

Unter dem Habsburger Kaiser Leopold I. war das Reich der zweifachen Bedrohung durch die Osmanen und den Expansionsdrang Frankreichs unter Ludwig XIV. ausgesetzt.

1683 konnte der Kaiser mit Unterstützung der deutschen Fürsten und des Polenkönigs Jan Sobieski die Türken vor Wien schlagen und aus Ungarn vertreiben. Durch die Türkenkriege konnte die Habsburger Monarchie große Gebiete hinzugewinnen, in denen in der Folge deutsche Kolonisten, die sogenannten "Donauschwaben", angesiedelt wurden.

Personalunion von Sachsen und Polen - Der Sachse Friedrich August I.

Durch die Wahl des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. 1697 zum König von Polen kam es bis 1763 zu einer Personalunion von Sachsen und Polen.

Personalunion von Hannover und England

Ebenso kam es von 1714 bis 1837 zur Personalunion von Hannover und England.

Personalunion von Hannover und England - Georg Ludwig der Welfe

Ebenso kam es von 1714 bis 1837 zur Personalunion von Hannover und England.

Das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (auch Chur-Braunschweig-Lüneburg), inoffiziell auch Kurfürstentum Hannover (auch Chur-Hannover oder Kurhannover) genannt, war ab 1692 das neunte Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches.

Bis zur Personalunion mit Großbritannien 1714 war Hannover administratives Zentrum und Residenzstadt. Der Wahlspruch lautete Nec aspera terrent ("Auch Widrigkeiten schrecken nicht"). Das Kurfürstentum ging aus dem Teilfürstentum Calenberg des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg hervor.

Es endete 1807 mit der Angliederung an das Königreich Westphalen bzw. nach dem Wiener Kongress 1814, als aus dem ehemaligen Kurfürstentum das Königreich Hannover geschaffen wurde.

Begründung der Personalunion mit Großbritannien:

Georg Ludwig erbte 1705 nach dem Tod seines Onkels Georg Wilhelm das Fürstentum Lüneburg. Mit Ausnahme des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel waren damit alle Lande des Hauses Braunschweig-Lüneburg in der Hand der hannoverschen Linie der Welfen.

Nach dem Tode der Königin Anne Stuart von Großbritannien, die keine Nachkommen hinterließ, erbte der Kurfürst Georg Ludwig 1714 die britische Königskrone. Gemäß dem Settlement Act von 1701 fiel die Krone an die nächsten protestantischen Verwandten, also an das Haus Hannover.

- Georg Ludwig Kurfürst von Hannover, König von Großbritannien und Irland (seit 1714, als Georg I.), * 28.5./7.6.1660 Hannover, † 22.6.1727 Osnabrück, (lutherisch, seit 1714 auch anglikanisch)

Aussterben der spanischen Linie der Habsburger - 1701 Spanischer Erbfolgekrieg: "13 jähriger Krieg"

Der Spanische Erbfolgekrieg war ein zwischen 1701 und 1714 ausgetragener dynastischer Erbfolgekrieg zwischen den Herrscherhäusern Habsburg und Bourbon um die Nachfolge Karls II., des letzten Habsburgers auf dem spanischen Thron, und um das Mächtegleichgewicht in Europa.

Im Kampf um die Herrschaft über Spanien, standen sich das Frankreich Ludwigs XIV. und die Alliierten der Haager Großen Allianz gegenüber. In dieser hatten sich die Habsburgermonarchie und das Heilige Römische Reich mit dem Königreich England, den Vereinigten Niederlanden, Preußen und weiteren Mächten verbündet.  

Der Habsburger und König von Spanien Karl II. bleibt kinderlos:

Das Aussterben der spanischen Linie des Hauses Habsburg war seit den 1690er Jahren absehbar. Als Erben des kinderlosen Karl II. kamen am Ende nur zwei Nachkommen seines Vaters, König Philipps IV. von Spanien infrage: der französische Prinz  Philipp von Anjou oder österreichische Erzherzog Karl.

Um einen Krieg um das Erbe zu vermeiden, schlossen die europäischen Mächte 

In Madrid setzte sich jedoch eine starke Hofpartei dafür ein, den von Spanien beherrschten Länderkomplex möglichst ungeteilt zu erhalten. Dazu gehörten die Königreiche Neapel, Sizilien und Sardinien, das Herzogtum Mailand, die Spanischen Niederlande und die ausgedehnten überseeischen Besitzungen des Spanischen Kolonialreichs in Amerika, Afrika und Asien. 

Philipp von Anjou testamentarischer Alleinerben:

Unter dem Einfluß Frankreichs gelang es den Granden, Karl II. dazu zu bewegen, den französischen Prinzen Philipp von Anjou testamentarisch als Alleinerben einzusetzen. 

Philipp V. von Anjou (spanisch Felipe V; * 19. Dezember 1683 in Versailles; † 9. Juli 1746 in Madrid), Herzog von Anjou (1683–1700), war von 1700 bis 1746 König von Spanien und bis 1713 auch König von Sardinien und König von Sizilien und Neapel. 1724 legte er für seinen Sohn Ludwig I. kurzfristig das Amt nieder. Er war der erste spanische Herrscher aus dem Hause Bourbon; seine Regierungszeit von insgesamt 45 Jahren ist die längste in der Geschichte der spanischen Monarchie. 

Bald darauf, am Allerheiligentag des Jahres 1700, starb der König Karls II.. 

Frankreich will "Alles":

Als der Inhalt seines Testaments am französischen Hof bekannt wurde, entschied Ludwig XIV., sich nicht an den jüngsten Teilungsvertrag zu halten, sondern die spanische Krone im Namen seines Enkels (Philipp V. von Anjou) anzunehmen. 

- Ludwig XIV., französisch Louis XIV (* 5. September 1638 in Schloss Saint-Germain-en-Laye; † 1. September 1715 in Schloss Versailles), war ein französischer Prinz aus dem Haus Bourbon und von 1643 bis zu seinem Tod König von Frankreich und Navarra sowie Kofürst von Andorra.

Habsburg greift an: 

Dies wiederum veranlasste Leopold I., im Frühjahr 1701 militärisch gegen das spanische Mailand vorzugehen. 

- Leopold I. (* 9. Juni 1640 in Wien; † 5. Mai 1705 ebenda), VI. aus dem Hause Habsburg, geboren als Leopold Ignaz Joseph Balthasar Franz Felician, war von 1658 bis 1705 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sowie König in Germanien, Ungarn (ab 1655), Böhmen (ab 1656), Kroatien und Slawonien (ab 1657). 

Im Spätsommer traten die Seemächte England und die Niederlande der erneuerten Allianz gegen Frankreich bei. 

Frieden von Utrecht von 1713 und der Rastatter Frieden von 1714:

Der Krieg endete erst nach über zehn Jahren durch den Frieden von Utrecht von 1713 und den Rastatter Frieden von 1714. 

Frankreich gelang es zwar, Philipps Anrecht auf den spanischen Thron durchzusetzen, aber das Ergebnis des Konflikts war schließlich doch die Teilung und der endgültige Niedergang der spanischen Monarchie sowie die Eindämmung des französischen Hegemoniestrebens. 

Österreich stieg dagegen zur europäischen Großmacht auf.

Großbritannien wurde zu einer führenden Seemacht und kam in den Besitz Gibraltars.

Bis heute nachwirkende Folgen des Kriegs sind das Königtum der spanischen Bourbonen und der britische Besitz Gibraltars.

Königtum der spanischen Bourbonen: Mit der militärischen Unterstützung seines Großvaters gelangte Philippe de Bourbon (Prinz Philipp von Anjou), duc d'Anjou als König Philipp V. im Jahr 1700 auf den spanischen Thron. Der Anspruch auf ihn leitete sich von Philipps Großmutter Maria Teresa von Spanien ab, die eine Schwester des letzten spanischen Habsburgerkönigs Karl II. war. Im Spanischen Erbfolgekrieg konnte die bourbonische Herrschaftsübernahme in Spanien gegen die österreichischen Habsburger durchgesetzt und im Frieden von Utrecht 1712 vertraglich abgesichert werden. König Philipp V. ist der Stammvater des Hauses Bourbon-Anjou (spanische Bourbonen, Borbón), die bis heute in Spanien regierende Dynastie.

Der Spanische Erbfolgekrieg war ein letzter Kulminationspunkt des 250 Jahre währenden habsburgisch-französischen Gegensatzes. 

Die Kämpfe in Europa fanden vor allem in Spanien, den Niederlanden, im Rheinland, in Bayern und in Oberitalien statt. 

Mit dem Queen Anne's War von 1702 bis 1713, dem zweiten der vier "Franzosen- und Indianerkriege", in denen Frankreich und Großbritannien um die Vorherrschaft in Nordamerika fochten, reichten die Auseinandersetzungen jedoch weit über den alten Kontinent hinaus. 

Wegen seiner Dauer und seiner Ausdehnung gilt der Konflikt vielen Historikern nicht als begrenzter Kabinettskrieg des 18., sondern vielmehr als ein Vorläufer der Weltkriege des 20. Jahrhunderts.

Aussterben der österreichischen Linie der Habsburger - 1740 Österreichischen Erbfolgekrieg: "7 jähriger Krieg"

Das Aussterben des Mannesstammes der österreichischen Habsburger und die Nachfolge der Kaisertochter Maria Theresia (pragmatische Sanktion) 1740 führte zum Österreichischen Erbfolgekrieg. 

Gegen Frankreich, Bayern und Preußen, die den bayerischen Wittelsbacher Karl Albrecht als Nachfolger in österreichischen Habsburg sahen...

konnte Maria Theresia die ..Kaiserkrone mit Hilfe von Ungarn und Großbritannien verteidigen

Maria Theresia verlor aber nach drei Schlesischen Kriegen... 

...von denen der dritte als "Siebenjähriger Krieg" zwischen dem mit Österreich verbündeten Frankreich und dem mit Preußen verbündeten England auch weltweit ausgetragen wurde.

1763 im Frieden von Hubertusburg ging Schlesien an Preußen.

Schlesien gehörte ab 1526 durch die böhmische ("Tschechien") Krone zum Habsburgerreich und verblieb dort bis 1742, als Preußen im Zuge der Schlesischen Kriege den Großteil der Region eroberte. Der südöstliche Teil Schlesiens, das sogenannte Österreichisch-Schlesien, verblieb bei den Habsburgern bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Schweden verliert an deutschem Boden

Schweden verlor durch den Großen Nordischen Krieg gegen Russland und dem in Personalunion mit Polen verbundenen Sachsen 1721 fast alle Besitzungen auf deutschem Boden. 

Polen-Litauen wird "dreigeteilt"

Nachdem Polen-Litauen, ein föderaler Ständestaat mit einem von der Aristokratie in freier Wahl gewählten König an der Staatsspitze, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch zahlreiche vorangegangene Kriege und innere Konflikte stark geschwächt war, geriet das Land ab 1768 unter die unmittelbare Vorherrschaft Russlands ("Ewiger Vertrag" von 1768)

Zarin Katharina II. forderte die rechtlich-politische Gleichstellung der sogenannten Dissidenten, wie damals vor allem die zahlreiche orthodoxe ostslawische Bevölkerung Polen-Litauens genannt wurde, aber auch die Protestanten

Dies provozierte jedoch den Widerstand des katholischen polnischen Adels.

Die 1te Teilung:

Preußen nutzte die Situation des polnischen Bürgerkriegs aus und verhandelte mit Russland über eine Strategie für Polen. Schließlich gelang es König Friedrich II. und Zarin Katharina II. mit rein diplomatischen Mitteln, eine Annexion großer Gebiete Polens durch Österreich, Russland und Preußen zu erreichen. Das militärisch wehrlose Land hatte sich der Aggression der drei lokalen Großmächte zu beugen. Preußens lange verfolgtes Ziel, eine Landbrücke nach Ostpreußen zu schaffen, wurde auf diese Weise 1772 erreicht.

Der nach dieser ersten Teilung verbliebene Staat setzte verschiedene Reformen in seinem Inneren durch, unter anderem die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips im Reichstag (liberum veto), wodurch Polen seine Handlungsfähigkeit zurückgewinnen wollte. Die Reformen mündeten schließlich am 3. Mai 1791 in der Verabschiedung einer liberalen Verfassung. 

Die 2te Teilung:

Ein solcher Reformeifer des verbliebenen polnisch-litauischen Staats, geprägt von den Ideen der Französischen Revolution, widersprach aber den Interessen der absolutistischen Nachbarmächte und Teilen des konservativen polnischen Hochadels. und leistete 1793 der 2ten Teilung Vorschub, an der sich  Preußen und das Russische Reich beteiligten. 

Ablauf der zweiten Teilung (1793) 

  • Um die Reformbewegung zu unterdrücken, entsandten Russland und Preußen Truppen nach Polen, die die konservative Opposition gegen die Verfassung unterstützten.
  • Preußen und Russland vereinbarten die Aufteilung polnischer Gebiete im Vertrag von Sankt Petersburg.
  • Preußen erhielt Danzig, Thorn sowie Großpolen und Teile Masowiens.
  • Russland annektierte das litauische Weißrussland und die Westukraine

Die 3te Teilung:

Die 3. Teilung Polens im Jahr 1795 war die abschließende Aufteilung des polnisch-litauischen Staates zwischen Russland, Preußen und Österreich, die dessen vollständige Beseitigung von der Landkarte Europas für über ein Jahrhundert zur Folge hatte. Nach dem gescheiterten Kosciuszko-Aufstand gegen die Teilungsmächte wurde der polnische König Stanisław August Poniatowski zum Abdanken gezwungen und die verbliebenen Gebiete Polens unter den drei Großmächten aufgeteilt. 

 Die Ereignisse, die zur 3. Teilung führten

  • Der Kosciuszko-Aufstand (1794): Die polnische Bevölkerung, angeführt vom General Tadeusz Kościuszko, erhob sich gegen die Unterdrückung durch Russland und Preußen, um die Unabhängigkeit des Staates wiederherzustellen.
  • Niederschlagung des Aufstands: Der Aufstand wurde nach anfänglichen Erfolgen im Juni 1794 von russischen und preußischen Truppen niedergeschlagen.
  • Abschaffung des polnischen Staates: Als Folge dieser Niederlage stimmten die drei Teilungsmächte im Januar 1795 der endgültigen Auflösung Polen-Litauens zu.

Die Aufteilung der Gebiete

  • Russland: Erhielt die Gebiete östlich der Flüsse Bug und Memel, einschließlich Kurland und Litauen.
  • Österreich: Erhielt den Hauptteil Kleinpolens (Westgalizien) mit Städten wie Krakau.
  • Preußen: Bekam die Gebiete westlich des Flusses Bug, darunter Warschau, die zu Neuostpreußen wurden.

Die Folgen der Teilung

  • Verschwinden Polens von der Landkarte: Polen existierte als unabhängiger Staat für 123 Jahre nicht mehr.
  • Langfristige Auswirkungen: Diese Zeit der Teilungen hinterließ bis heute ein traumatisches Erbe und prägte die polnische Nationalidentität. Erst nach dem Ersten Weltkrieg konnte 1918 wieder ein eigener polnischer Staat gegründet werden.

Durch die drei Teilungen Polens von 1772, 1793 und 1795 konnten Österreich und Preußen auf Kosten Polens erhebliche Gebietsgewinne verzeichnen.

Die Aufklärung  

Der Begriff Aufklärung: bezeichnet die um das Jahr 1700 einsetzende Entwicklung, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Es galt, Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen – etwa für jenes, das im Zuge der naturwissenschaftlichen Revolution im 16. und 17. Jahrhundert gewonnen worden war. Seit etwa 1780 bezeichnet der Terminus auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung (Aufklärungszeitalter, Aufklärungszeit) in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert. Aufklärung und Barock, die oft als Gegensätze gesehen werden, entwickelten sich über Jahrzehnte gleichzeitig im gleichen geografischen Raum. 

Die Aufklärung hielt Einzug in Preußen unter dem Preußenkönig Friedrich II. beziehungsweise in Österreich unter dem österreichischen Kaiser Joseph II. und ebenso in weiteren deutschen Staaten. 

Sie führte jedoch nur zu Reformen, die die feudalen Machtverhältnisse nicht erschütterte.