Die Windblumen-Königskerze (Verbascum phlomoides)

03.09.2025

Die Windblumen-Königskerze, Gewöhnliche Königskerze oder Windlicht-Königskerze (Verbascum phlomoides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Königskerzen (Verbascum) in der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). ...

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Windblumen-Königskerze ist eine hapaxanthe krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 200 Zentimetern.

Hapaxanthe (altgr. ἅπαξ hápax "einmal" und ἄνθος ánthos "Blüte", "Blume") auch monokarpe oder semelpare Pflanzen genannt, sind Pflanzen, die nur einmal in ihrem Leben blühen, fruchten und danach komplett absterben. Im Gegensatz dazu blühen ausdauernde bzw. pollakanthe Pflanzen mehrmals in ihrem Lebenszyklus.

Die Laubblätter sind auf beiden Seiten dicht wollig-filzig mit Haaren besetzt. Die Grundblätter sind deutlich gestielt. Die Stängelblätter sind nur wenige am Stängel herablaufend, deutlich abstehend und undeutlich gekerbt.

Die weiter oben stehenden Stängelblätter sind kürzer und wirken dadurch dreieckig.

Generative Merkmale

Die zwittrigen Blüten duften schwach. 

Die Blütenkronen sind gelb gefärbt und messen 35 bis 55 Millimeter im Durchmesser. 

Die drei oberen Staubfäden sind gelb bebärtet, die zwei unteren hingegen kahl. Die Antheren der unteren Staubfäden sind 3 bis 5,5 Millimeter lang und laufen am Staubfaden herab.

In der Botanik ist die Anthere der Staubbeutel einer Blüte, der den Pollen bildet und enthält. Zusammen mit dem Staubfaden (Filament) bildet die Anthere das Staubblatt, den männlichen Teil der Blüte. Der Staubfaden trägt die Anthere in der optimalen Position, um mit Bestäubern in Kontakt zu kommen.  

Die Narbe ist keulenförmig und etwas am Griffel herablaufend. 

In der Botanik ist die Narbe (Stigma) der obere Teil des Stempels einer Blüte und dient dem Auffangen und Keimen von Pollen für die Fortpflanzung. Sie ist oft feucht und klebrig oder trocken und papillös, um den Pollen festzuhalten. Die Narbe ist Teil des weiblichen Fortpflanzungsorgans einer Blüte, das zusammen mit dem Griffel und dem Fruchtknoten den Stempel bildet.  

Vorkommen

Die Windblumen-Königskerze kommt fast in ganz Europa vor, erreicht nordwärts aber nur Dänemark. 

Ökologie

Bei der Windblumen-Königskerze werden weibliche, männliche und zwittrige Blüten gebildet, die sich unterschiedlich auf die einzelnen Pflanzenexemplare verteilen können. Gewöhnlich befinden sich zwittrige und weibliche Blüten auf einer Pflanze (Gynomonözie). 

Die Windblumen-Königskerze wird von Insekten bestäubt. Sie bietet keinen Nektar an, hält aber ein reichliches Pollenangebot für die Bestäuber bereit. Daher wird sie gemäß der Blumenklassen nach Müller als Pollenblume bezeichnet. Als Hauptbestäuber treten kurzrüsselige Bienen, Syrphiden, Käfer, und Fliegen in Erscheinung. 

Als Frucht wird eine Kapsel gebildet. 

- Als Kapselfrüchte bezeichnet man in der Botanik einen Fruchttyp mit einem Fruchtknoten aus mehreren verwachsenen Fruchtblättern (Karpelle). Kapselfrüchte gehören zu den Streufrüchten, die sich öffnen (Dehiszenz) und so die Samen freisetzen.

Charakteristikum ist, dass sie sich längs der Verwachsungsnähte der ehemaligen Fruchtblätter öffnet (Lokulizid).

Die Ausbreitung der Samen erfolgt über Stoßausbreitung (Semachorie), dies bedeutet, dass die Samen der nach oben sich öffnenden Kapsel durch Windböen oder vorbeistreifende Tiere herausgeschüttelt werden.

Die Windblumen-Königskerze stellt für einige Falter aus der Familie der Eulen eine Futterpflanze dar. So für die Veränderliche Herbsteule (Agrochola lychnitis), die Achateule (Phlogophora meticulosa) und den Königskerzen-Mönch (Shargacucullia verbasci), der auf die Gattung Verbascum angewiesen ist.

Nutzung

Die Windblumen-Königskerze wird bisweilen als Zierpflanze in Naturgärten und zur Terrassengestaltung verwendet. Durch ihre Größe kommt sie als Einzelpflanzung an geeigneten Stellen besonders gut zur Geltung. Gelegentlich wird sie auch als Heilpflanze angebaut. Sie benötigt einen vollsonnigen Standort. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.