Die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)

04.08.2025

Die in Mitteleuropa heimische Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) ist eine Unterart der Möhre (Daucus carota) und ein Elternteil der als Gemüsepflanze bekannten Karotte (Daucus carota subsp. sativa).  

Die Karotte ist vermutlich ein Kreuzungsprodukt aus der Wilden Möhre, der südeuropäischen Riesenmöhre (Daucus carota subsp. maximus) und evtl. der Orientalischen Schwarzmöhre (Daucus carota subsp. afghanicus).

Die Wilde Möhre gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Im Gegensatz zur Karotte ist die Speicherwurzel der Wilden Möhre bleich.

Schon Theophrastos von Eresos bezeichnet mit δαϋκος (= daukos, gr.) die Möhre und andere Doldenblütler mit würzigem Geruch. Das lateinische Wort carota findet sich bereits im antiken Kochbuch De re coquinaria aus dem 4. Jh. n. Chr. für die Möhre.

Bei der Wilden Möhre handelt es sich um eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 120 cm erreicht.

Die Wilde Möhre ist ein Tiefwurzler (bis 80 cm tief wurzelnd). Die verholzende Wurzelrübe besteht aus einem inneren Mark mit Leitgewebe und einem äußeren, zarten Teil mit Speichergewebe. Die Seitenwurzeln fallen bald ab und hinterlassen Narben (Querriefen). Die essbare Wurzel hat im Gegensatz zur Karotte keine gelblich oder orange Farbe. Dies liegt vor allem an dem geringen Gehalt an Carotinen.

Der Stängel besitzt eine borstige Behaarung.

Die Laubblätter sind zwei- bis vierfach gefiedert.

Sie sind neben den Blättern der Kulturformen der Möhre die wichtigste natürlich vorkommende Nahrungsquelle für die Raupe des Schwalbenschwanz, die sich gern auch am Stängel verpuppt.

Der vielstrahlige, doppeldoldige Blütenstand ist im voll aufgeblühten Zustand flach gewölbt, beim Aufblühen und zur Fruchtreife sind dagegen die Doldenstrahlen vogelnestartig zusammengeneigt.

In der Mitte der Blütendolde befindet sich oft eine (selten wenige) schwarzpurpurn gefärbte, sterile "Mohrenblüte". Die Hüllblätter sind dreiteilig oder gefiedert.

Die Doppelachänen (Achäne = nussähnlichen Schließfrüchte) zerfallen in zwei leicht bestachelte, borstig-behaarte Teilfrüchte, dabei handelt es sich um Klettfrüchte.

Die Fruchtreife findet zwischen Juli und September statt.

Als sogenannter Wintersteher bleibt der oberirdische Spross auch nach der Vegetationsperiode sichtbar.

Die Wurzel der Wilden Möhre kann im zweiten Jahr ähnlich wie die der Gartenmöhre verwendet werden, unterscheidet sich aber durch einen süßeren Geschmack und einen geringeren Wasseranteil.

© wikipedia