
Die Trompetenbäume (Catalpa)
Die Trompetenbäume (Catalpa) stellen eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) dar. ...
Der deutsche Name bezieht sich auf die Blütenform (hier vermutlich: Der Kleinblütige Trompetenbaum - Catalpa ovata G.Don). Aufgrund der länglichen Kapselfrüchte werden sie umgangssprachlich auch Zigarren- oder Bohnenbaum genannt. In den gemäßigten Gebieten der Welt werden die Sorten einiger Arten und Hybriden der dekorativen Bäume als Ziergehölze in Parks verwendet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Catalpa-Arten wachsen als halbimmergrüne (vier Arten) oder laubabwerfende (sechs Arten) Bäume.
Die gegenständig oder in Wirteln an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert:
Die Blattspreite ist meist einfach und ganzrandig, selten gelappt.
Die Blattunterseite ist an den Verzweigungen der Blattadern purpurfarben drüsig punktiert.
Es sind keine Nebenblätter vorhanden.
- Die Nebenblätter (Stipulae oder Stipeln), auch Afterblätter, sind blattähnliche Auswüchse des Blattgrundes vieler Pflanzenarten, also des untersten Teils eines Laubblattes, an dem er am Stängel angeheftet ist. Sie sind ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Einigen Pflanzenfamilien fehlen Nebenblätter (exstipulate).
Generative Merkmale
Die endständigen, rispigen, schirmtraubigen oder traubigen Blütenstände enthalten Trag- und Deckblätter.
- Ein Tragblatt ist bei Pflanzen ein Blatt, das in seiner Blattachsel einen Seitenspross trägt. Bei diesem kann es sich um einen vegetativen Seitenzweig (dann Probraktee genannt), einen Blütenstand oder eine Einzelblüte (Deckblatt oder Braktee) handeln.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppeltem Perianth.
- Als zygomorph (von griechisch ζυγόν zygon "(Ochsen-)Joch" und μορφή morphé "Form") werden in der Botanik Blüten bezeichnet, die aus zwei spiegelsymmetrischen Hälften (bilaterale Symmetrie), aber unterschiedlichen Ober- und Unterseiten bestehen, also über nur eine Symmetrieebene (Monosymmetrie) verfügen.
Die fünf häutigen Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen und zweilippig oder im oberen Bereich ungleichmäßig gelappt.
Die fünf Kronblätter sind glockenförmig verwachsen und zweilippig, wobei die Oberlippe zweilappig und die Unterlippe dreilappig ist. Die Grundfarbe der Kronblätter kann weiß, rosafarben oder cremegelb (nur Catalpa ovata und Catalpa tibetica) sein, oft sind andersfarbige Teilbereiche vorhanden. An der Basis der Kronröhre entspringen nur zwei fertile Staubblätter, die die Krone nicht überragen. Es sind drei kleine Staminodien vorhanden.
- Ein Staminodium (Plural Staminodien) ist ein durch evolutionäre Reduktion (Rückbildung) unfruchtbar gewordenes, also steriles oder verkümmertes Staubblatt.
Der Diskus ist unauffällig.
- Als Diskus wird in der Botanik ein oft scheiben- oder ringförmiger Wulst des Blütenbodens bezeichnet. Er bildet Nektar, ist also mit Nektardrüsen versehen.
Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweifächerigen Fruchtknoten verwachsen, der einige Samenanlagen enthält.
Die hängenden, langen, bleistiftförmigen Kapselfrüchte öffnen sich mit zwei dünnen Klappen und es ist ein schmales Septum vorhanden. Die in mehreren Reihen stehenden Samen sind gerundet und geflügelt und besitzen Haarbüschel an beiden Enden.
Inhaltsstoffe
Alle Pflanzenteile – außer den Samen – sind leicht giftig und enthalten als Haupt-Giftstoff Catalpin (= Catalposid) sowie einige verwandte Stoffe.
Sonstiges
Ein Schädling an Catalpa-Arten ist die Raupe von Ceratomia catalpae aus der Unterfamilie Sphinginae in der Familie Schwärmer (Sphingidae).
Als "Trompetenbaum" werden auch die (stark giftigen) Engelstrompeten bezeichnet, die mit der Gattung Catalpa nicht näher verwandt sind. Die Trompetenblumen (Campsis) besitzen einen ähnlichen deutschen Trivialnamen, gehören allerdings wie die Gattung Catalpa zur Familie der Bignoniaceae. Wegen des späten Blattaustriebs und des relativ frühen Blattabwurfs tragen Trompetenbäume auch den umgangssprachlichen Namen "Beamtenbaum" ("Kommt spät, geht früh").
Das Holz der Trompetenbäume wird gelegentlich auch als Tonholz für günstige Gitarren verwendet.
Verbreitung
Von den etwa zehn Catalpa-Arten sind vier im gemäßigten Ostasien, vier Arten auf Karibischen Inseln und zwei Arten in Nordamerika beheimatet. In Europa wird die Art Catalpa bignonioides, die ursprünglich aus Nordamerika stammt, häufig als Zierpflanze verwendet.
Systematik
Der Gattungsname Catalpa wurde 1777 durch Giovanni Antonio Scopoli in Introductio ad Historiam Naturalem, S. 170 erstveröffentlicht.
Es gibt etwa zehn Catalpa-Arten.
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