Die Sumpf-Eiche (Quercus palustris Münchh.)

30.07.2025

...auch Spree-Eiche, Boulevard-Eiche oder Nagel-Eiche (engl.: "pin oak") genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eichen in der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). ...

Sie wird in den Gemäßigten Breiten häufig als Zierpflanze in Parks und Alleen verwendet.

Die Sumpf-Eiche wächst als sommergrüner Baum, der an guten Standorten im Alter von 30 Jahren Wuchshöhen von etwa 20 Metern erreicht.

Alte Exemplare erreichen in Ausnahmefällen Wuchshöhen von bis zu 37 Metern und Stammdurchmesser ((Brusthöhendurchmesser BHD) ) von bis zu 1,5 Metern und darüber.

Dabei entwickeln sie Kronen von 8 bis 20 Metern Durchmesser. Sumpf-Eichen sind sehr schnellwüchsig, bilden aber eine eher kurzlebige Art, die meist nur ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreicht. Einzelexemplare können 150 bis 200 Jahre alt werden.

Die Wurzeln der Sumpf-Eiche bilden ein flaches Herzwurzelsystem.

Die für Eichen-Arten dünne Borke ist innen rosafarben und außen gräulich-braun mit breiten Furchen.

Die braunen bis rötlich-braunen Knospen sind mit einer Länge von 3 bis 5 mm eiförmig; sie sind kahl oder besitzen an der Spitze wenige feine Haare.

Die wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert:

Der kahle Blattstiel ist 2 bis 6 cm lang.

Die einfache, mit einer Länge von 5 bis 16 cm und einer Breite von 5 bis 12 cm elliptische bis längliche, spitze bis zugespitzte, Blattspreite besitzt 5 bis 7 Blattlappen und der Blattrand besitzt 10 bis 30 borstige Spitzen.

Im Herbst färben sich die Blätter rötlich bis scharlachrot und sind dadurch sehr dekorativ.

Die Blütezeit liegt im Frühling gleichzeitig mit dem Blattaustrieb.

Die Sumpf-Eiche ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). An vorjährigen Zweigen hängen in den Blattachseln die männlichen, kätzchenförmigen Blütenstände.

Am diesjährigen Austrieb stehen in den Blattachseln an einem kurzen Schaft die weiblichen Blüten. Die weiblichen Blüten besitzen dunkel-rote Narben.

Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.

Die über den Winter am Baum bleibende, kahle Eichel (Nussfrucht) ist mit einer Länge von 10 bis 16 mm und einem Durchmesser von 9 bis 15 mm kugelig bis eiförmig.

Die Verbreitung der Eicheln erfolgt von September bis Anfang Dezember im auf die Befruchtung folgenden Jahr.

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"Mitte der 1990er Jahre beschlossen der Berliner Senat sowie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, im neuen Berliner Regierungsviertel einige hundert Bäume zu pflanzen. Dabei entschied man sich für die Eichen-Art Quercus palustris. Das erste Exemplar dieser Bäume wurde am 27. März 2000 in der Paul-Löbe-Allee (Nähe Reichstag) gepflanzt.

Da man allerdings befürchtete, die Tatsache, dass der Regierungssitz von Sumpf-Eichen umgeben ist, könne zu unliebsamen Wortspielen führen, benannte man diese Art kurzerhand um. Die nahegelegene Spree lieh den Bäumen den neuen Namen "Spree-Eiche". Verschiedene Quellen widersprechen einander allerdings in der Frage, wer diese Benennung veranlasst habe: Die Berliner Senatsverwaltung, Helmut Kohl oder der Pflanzer des ersten Baumes, Wolfgang Thierse (Bundestagspräsident im Jahre 2000), während Letzterer die erste Variante bestätigte.

Inzwischen übernahmen auch einige Baumschulen und Gärtnereien als zusätzliche Bezeichnung der Sumpfeiche den Namen "Spree-Eiche".

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Die wahrscheinlich dickste Sumpfeiche Deutschlands steht in Gütersloh am Bartels Feld mit einem Stammumfang von 5,10 Meter. Das Alter wird auf 250 Jahre geschätzt und der Durchmesser der Baumkrone beträgt 18 Meter.

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