Die Stieleiche (Quercus robur)

07.09.2025

Die Stieleiche (Quercus robur, Synonym: Quercus pedunculata), auch Sommereiche oder Deutsche Eiche genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eichen (Quercus) in der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). ...  

Um ihre Zugehörigkeit zur Gattung der Eichen zu betonen, ist in der Botanik die Bindestrichschreibweise Stiel-Eiche bzw. Sommer-Eiche üblich.

Beschreibung

Die Stieleiche ist ein 20 bis über 40 Meter hoher Laubbaum und erreicht einen Stammumfang bis 3 Meter, im Freistand bis über 12 Meter, wie die Femeiche oder die Ivenacker Eichen.

Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren, in Ausnahmefällen bis zu 1400 Jahren. 

Ihre Rinde ist in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, später wird eine dicke, tief längsrissige, furchige, graubraune Borke gebildet. 

Die Knospen sind stumpf, eiförmig und sitzen (ohne Stiel) gehäuft an den Triebenden. 

Die wechselständigen, ledrigen Blätter sind nur kurz gestielt und werden 10 bis 15 Zentimeter lang. Sie sind oberseits tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller und in fünf bis sechs Buchten gelappt. Insbesondere bei jungen Bäumen verbleiben die verwelkten Blätter während der Winterruhe am Baum (Marzeszenz).

Die Stieleiche bildet eine kräftige Pfahlwurzel; dank ihrer Wurzeln ist sie äußerst sturmfest. Sie kann mit ihren Wurzeln auch stark verdichtete Böden erschließen, um tiefliegendes Grundwasser zu erreichen. 

Fortpflanzung

Die Stieleiche ist einhäusig getrenntgeschlechtig. 

Monözie (altgriechisch μόνος mónos "allein", "einzig" und οἰκία oikia "Haus") oder Einhäusigkeit beschreibt Samenpflanzen, die zugleich weibliche (karpel-, pistillate) und männliche (staminate) Blüten auf einem Pflanzenexemplar (Sporophyt) tragen. Die Blüten selber sind eingeschlechtig, haben also entweder nur (männliche) Staubblätter oder nur (weibliche) Fruchtblätter. Die Geschlechtsorgane der Pflanze sind also räumlich getrennt (diklin). Die Pflanze insgesamt ist zwittrig.

Die männlichen Blütenstände sind dünne, reichblütige Kätzchen. Die winzige männliche Einzelblüte hat ein unscheinbares, mehrzipfeliges Perigon und 5–12 Staubblätter. 

- Ein Kätzchen ist ein meist männlicher Blütenstand mancher Bäume und Sträucher. Die Bezeichnung geht auf das fühlbar weiche Äußere v. a. von Weidenkätzchen zurück, das mit weichem Katzenfell vergleichbar ist. Kätzchen bestehen aus mehreren unscheinbaren Einzelblüten, die als kompakte Traube oder Ähre wachsen. Meistens hängen Kätzchen vom Zweig herab, nur selten sind sie aufgerichtet. Nach der Entleerung ihrer Pollen fallen sie im Ganzen ab. Zu den Baumarten, die Kätzchen ausbilden, gehören als Beispiele die Pappel, Erle, Hasel und die Weide.

- Der Pollen (lateinisch pollen 'sehr feines Mehl, Mehlstaub') oder Blütenstaub ist die meist mehlartige Masse, die in den Staubblättern der Samenpflanzen gebildet wird. Er besteht aus den Pollenkörnern. Diese sind infolge einer Reduktionsteilung (Meiose) haploid, d. h., ihre Zellen besitzen nur einen einfachen Chromosomensatz. Sie entsprechen damit den Gametophyten der Moose und Farne (siehe hierzu den Artikel Diplohaplont).

- Pollenkörner sind von einer widerstandsfähigen Wand, dem Sporoderm, umgeben, die unter anderem aus Sporopollenin besteht, und dienen dazu, die männlichen Gameten (Keimzellen) geschützt zu den weiblichen Empfangsorganen zu bringen und so die Bestäubung und in weiterer Folge die Befruchtung zu ermöglichen.

- Pollen und Samen sind beides wichtige Teile des Fortpflanzungszyklus von Pflanzen, aber sie haben unterschiedliche Funktionen: Der Pollen ist das männliche Fortpflanzungsmaterial der Pflanzen, das Pollenkörner enthält und für die Bestäubung verantwortlich ist, während der Samen das weibliche Fortpflanzungsorgan ist, das die befruchtete Eizelle und Embryo enthält und für die nächste Generation der Pflanze sorgt. 

Pollen

  • Definition: Der Pollen ist eine pulverförmige Substanz, die in den Staubblättern der Blüten wächst und aus Pollenkörnern besteht.
  • Funktion: Er ist Teil des männlichen Systems der Samenpflanzen und dient der Bestäubung, um die weiblichen Fortpflanzungsorgane der Pflanze zu erreichen und die Befruchtung einzuleiten.
  • Inhalt: Die Pollenkörner enthalten die männlichen Keimzellen (Spermien).

Samen

  • Definition: Der Samen ist das weibliche Fortpflanzungsorgan, das aus der befruchteten Eizelle (Embryo) und einem Speicherorgan für Nährstoffe besteht.
  • Funktion: Der Samen ist für die Fortpflanzung und die Verbreitung der Pflanze zuständig.
  • Entstehung: Der Samen entsteht nach der Bestäubung durch den Pollen, wenn eine männliche Keimzelle eine weibliche Eizelle befruchtet.

Unterschied zusammengefasst

  • Pollen ist das männliche "Material", das zur Befruchtung benötigt wird.
  • Samen ist das "Produkt": der Befruchtung, das die nächste Generation der Pflanze in sich trägt.

- Als Perigonblatt oder Tepalum wird bei Blütenpflanzen ein Blatt der Blütenhülle bezeichnet, wenn die Blütenhülle nicht in Kelch und Krone gegliedert ist. Diese gleichförmige, aus gleichgestalteten und gleichgefärbten Blütenhüllblättern bestehende Blütenhülle wird als Perigon oder einfaches Perianth bezeichnet.

Die weiblichen Blüten befinden sich in deutlich gestielten Ähren, die blattachselständig an der Spitze der Frühjahrstriebe stehen. Jede weibliche Blüte ist becherförmig von einer behaarten Cupula umgeben, die das unscheinbare 5–7-teilige Perigon mehr oder weniger verdeckt. Die rötliche Narbe ist scheibenartig verbreitert und meist dreiteilig. Der Fruchtknoten ist unterständig.

Cupula (lateinisch für "kleine Tonne, Becher") bezeichnet:

  • in der Botanik:
    • allgemein eine becherartige Struktur
    • die Umhüllung (Kelch) der Früchte der Buchengewächse, siehe Fruchtbecher

Die Stieleiche blüht von April bis Mai.

Die Eicheln reifen von September bis Oktober. 

Die Eicheln sind Nussfrüchte, die zu dritt bis fünft an 1,5 bis 4 Zentimeter langen Stielen (daher der Name Stieleiche) sitzen und bis 3,5 Zentimeter lang werden. Die Eicheln dienen verschiedenen Tieren als Nahrung und werden von ihnen verbreitet. Vor allem der Eichelhäher sorgt durch Anlage von Nahrungsdepots für die Verbreitung der Stieleiche (Hähersaaten). 

Verbreitung

Die Stieleiche ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart. Sie kommt in fast ganz Europa vor und fehlt nur im Süden der Iberischen Halbinsel, auf Sizilien, im Süden Griechenlands, im nördlichen Skandinavien und in Nordrussland. 


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