
Die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata)
Die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) ist ein Strauch oder ein kleiner Baum aus der Familie der Hortensiengewächse. ...
Sie wird aufgrund der dekorativen Blüten sehr häufig als Zierpflanze verwendet. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Japan und China.
Beschreibung
Die laubabwerfende, recht schnellwüchsige Rispen-Hortensie bildet 1 bis 5 Meter hohe Sträucher oder kleine Bäume mit dunkel- bis graubraunen, angedrückt behaarten und später verkahlenden Zweigen, die mit ovalen Korkporen besetzt sind.
- Lentizellen oder Korkporen sind Bereiche des Korks (Periderms) von Holzpflanzen, in denen eine durch Aufreißen der obersten Zellschicht (Epidermis) entstandene Öffnung, unter der sich abgestorbene, nicht fest miteinander verbundene Korkzellen befinden, einen Gasaustausch zwischen der Umgebungsluft und dem lebenden Gewebe unterhalb der Lentizelle ermöglicht. Lentizellen sind an Stämmen und Zweigen von Sträuchern oder Bäumen als kleine, rundliche oder längliche Ausstülpungen ("Korkwarzen") erkennbar.
Die Laubblätter stehen gegenständig oder in Dreierquirlen.
- In botanischen Kontext bezieht sich "Quirl" (auch Wirtel genannt) auf eine Anordnung von drei oder mehr Blättern, die an derselben Stelle eines Pflanzenstängels entspringen.
Sie haben einen 1 bis 3 Zentimeter langen Stiel. Die leicht ledrige Blattspreite ist einfach, 5 bis 14 Zentimeter lang und 6 bis 6,5 Zentimeter breit, elliptisch bis eiförmig, spitz oder zugespitzt, mit gerundeter oder stumpfer, bis spitzer Basis und gesägtem Rand. Die Blattoberseite ist kahl bis leicht striegelhaarig (kurze, steife Haare), die Unterseite entlang der Nerven angedrückt zottig behaart. Es werden sechs bis sieben Nervenpaare gebildet.
Die leicht duftenden, sterilen oder zwittrigen Blüten sind in rispigen, bis 26 Zentimeter großen, dicht behaarten Trugdolden angeordnet. Die wenigen, sterilen Blüten sind endständig, seitlich.
- Der botanische Begriff Rispe bezeichnet einen reich verzweigten Blütenstand.
- Ein Sympodium ist ein Verzweigungsmodus der Gefäßpflanzen, bei dem das weitere Wachstum der Sprossachse nicht von der Hauptachse, sondern von den Seitenachsen fortgesetzt wird. Die Hauptachse endet dabei meist – aber nicht in allen Fällen – durch die Bildung eines Blütenstands oder einer Blüte.
- Tritt dieser Verzweigungsmodus in einem Blütenstand auf und endet die jeweilige Hauptachse mit einer Blüte, so spricht man von einer Zyme oder einem zymösen Blütenstand.
- Das Pleiochasium ist ein zymöser Blütenstand, also ein Spezialfall der sympodialen Verzweigung: Unter der endständigen Blüte (Terminalblüte) der Hauptachse entspringen an einem Punkt mehrere Nebenachsen. Diese sind wieder von einer Terminalblüte begrenzt, unterhalb dieser entspringen wiederum Nebenachsen.
- Eine Sonderform des Pleiochasium ist die Trugdolde. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon definierte die Trugdolde die als eine "[...] Form des sympodialen Blütenstandes, bei der unter einer endständigen, die Hauptachse abschließenden Blüte in gleicher Höhe aus der Hauptachse Blütenstiele entspringen, die dann einen der Dolde [...] ähnlichen Blütenstand ergeben." Durch die kurze Hauptachse und die unverzweigten, gleich langen Nebenachsen wirkt der Blütenstand wie eine Dolde. Es tragen aber nicht nur die Nebenachsen Blüten, sondern auch die kurze Hauptachse, die sehr reduziert sein kann. Diese Terminalblüte blüht zumeist deutlich als erste auf und dient als Unterscheidungsmerkmal zur Dolde. Eine echte Dolde besitzt nach dem Verzweigungspunkt nur noch Nebenachsen und keine Hauptachse mehr, die Blüten erblühen meist von außen nach innen.
Die lang gestielten, sterilen Blüten ohne Krone haben vier 1 bis 1,8 Zentimeter lange und 0,8 bis 1,4 Zentimeter breite, weiße bis rosa, breit-elliptische bis rundliche, ungleich lange, ganzrandige, vergrößerte, petaloide (Petale = Kronblätter) Kelchblätter.
Die kurz gestielten, fertilen, zwittrigen Blüten haben eine etwa 1,1 Millimeter langen, kreiselförmigen Blütenbecher mit 1 Millimeter langen, dreieckigen Kelchzähnen. Die Kronblätter sind 2,5 bis 3,0 Millimeter lang, weiß und eiförmig bis lanzettlich-eiförmig. Die zehn Staubblätter sind ungleich lang, die längeren etwa bis 4,5 Millimeter, die anderen etwas kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind etwa 0,5 Millimeter lang und rundlich. Der meist dreikammerige Fruchtknoten ist halbunterständig, die drei, an der Basis verwachsenen Griffel sind dünn und etwa 1 Millimeter lang. Die Narbe ist klein und kopfig. Es ist ein Diskus vorhanden.
Die holzigen, vielsamigen Kapselfrüchte mit beständigen Griffeln sind elliptisch und haben Durchmesser von 3,0 bis 3,5 Millimeter.
Die flachen Samen sind braun, spindelförmig, bis 3 Millimeter lang und an beiden Enden kurz geflügelt. Die Kapselfrüchte enthalten jeweils zwischen 30 und 100 Samen.
Die Art blüht von Juli bis August,
Die Früchte reifen von Oktober bis November.
Verbreitung und Ökologie
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in der gemäßigten Zone Asiens.
Sie wächst in artenreichen Wäldern, in Auen und Flussufern in Höhen von 300 bis 3100 Metern auf frischen bis feuchten, sauren bis neutralen, sandig-kiesigen Böden an lichtschattigen Standorten.
Die Art ist wärmeliebend und meist frosthart.
Systematik
Die Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata) ist eine Art aus der Gattung der Hortensien (Hydrangea) in der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae), Unterfamilie Hydrangeoideae, Tribus Hydrangeae.
Sie wurde von Philipp Franz von Siebold 1829 erstbeschrieben.
Ein Synonym der Art ist Hydrangea verticillata.
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