Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos)

04.08.2025

...ist eine Vogelart aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung Singvögel (Passeres). ... 

Der Tiername Nachtigall, mittelhochdeutsch nachtegal(e), althochdeutsch nahtagala, geht wahrscheinlich auf ein westgermanisches Wort nahtagalōn mit der Bedeutung "Nachtsängerin" zurück. Der zweite Wortteil ist verwandt mit gellen und gehört zu althochdeutsch galan ("singen").

Nachtigallen sind Zugvögel. Sie sind in Teilen von Europa, Asien und Nordafrika heimisch (Brutgebiete).

Eine ausgewachsene Nachtigall misst vom Schnabel bis zur Schwanzspitze etwa 16,5 cm, ist also etwa so groß wie ein Haussperling (Passer domesticus) und wiegt 18 bis 27 Gramm.

Nachtigallen besiedeln dichtes Gebüsch, oft am Waldrand und in feuchtem Gelände, aber auch in Feldgehölzen (Gebüschwald).

Die Nachtigall ernährt sich von Insekten und deren Larven, Würmern oder Raupen, manchmal auch von Spinnen oder anderen wirbellosen Tieren. Im Sommer und Herbst sind Beeren ihre hauptsächliche Nahrung.

Es singen nur die Männchen. Nachtigallmännchen erlernen ihren Gesang während der frühen Jugend von benachbarten Vögeln und beherrschen zwischen 120 und 260 unterschiedliche Strophentypen, die meistens zwei bis vier Sekunden lang sind. Das extrem umfangreiche Repertoire ist damit unter den europäischen Singvögeln fast einzigartig.

Im zeitigen Frühjahr singen unverpaarte Nachtigallmännchen etwa ab elf Uhr nachts bis in den Morgen; der Nachtgesang dient wohl vor allem zum Anlocken einer Brutpartnerin und wird nach erfolgter Paarbildung eingestellt. Ab Mitte Mai singen deshalb meist nur noch unverpaarte Männchen nachts.

Während der ganzen Brutsaison bis Mitte Juni singen Nachtigallmännchen aber auch tagsüber, und zwar häufig aus der Deckung heraus. Der Gesang während der Morgendämmerung dient wohl vor allem zur Verteidigung des Reviers gegen andere Männchen.

Die Brutzeit ist in Mitteleuropa von Mitte April bis Mitte Juni.

Die Nester werden oft am Buschrand oder an Wegrändern im Krautsaum direkt am Boden gebaut. Der Boden besteht aus Laub, innen befinden sich Moos und Halme. Das Weibchen baut das Nest allein.

Das Gelege besteht aus vier bis sechs grünlich braunen Eiern.

Die Eier werden täglich abgelegt und vom Weibchen 13 bis 14 Tage bebrütet. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert. Nach 11 bis 12 Tagen verlassen die Jungen das Nest, werden aber 14 bis 15 Tage weiterhin betreut.

Die berlinerische Redewendung "Nachtigall, ick hör' dir trapsen" bezeichnet eine Vorahnung.

"Lieber Vogel, der Du den Lärm der Torheit meidest, Überaus musikalisch, überaus melancholisch, Dich, Zauberin der Wälder rings umher, Umwerbe ich, dein Abendlied zu hören..." – G. F. Händel: L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato

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