Die Kornrade (Agrostemma githago)

30.08.2025

Die Kornrade (Agrostemma githago) oder Korn-Rade ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) gehört. ...

Weitere deutsche Trivialnamen sind Ackerrade, Ackerkrone, Kornnelke und Kornrose; im Niederdeutschen wird sie Klockenblume und am Rhein Pisspöttken genannt. Die Gartenform wird auch einfach als Rade bezeichnet.

2003 war die Kornrade Blume des Jahres. 

Vorkommen

Die Kornrade ist wohl ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet. 

Als Ackerwildkraut, das einerseits wegen seiner Giftigkeit, andererseits aufgrund der Saatgutreinigung im modernen Ackerbau in Mitteleuropa nur noch selten anzutreffen ist, gehört sie zu den "stark gefährdeten" Pflanzenarten. 

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Die Kornrade ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 60 bis 90 (50 bis zu 100) Zentimetern. 

Die spindelförmige Pfahlwurzel kann bis zu 85 Zentimeter[6] lang werden. 

Die oberirdischen Pflanzenteile sind bis zottig grau-filzig behaart. 

Der aufrechte Stängel besitzt kaum, wenn überhaupt, dann nur im oberen Bereich Verzweigungen, manchmal einige Seitentriebe.

Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache, sitzende, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 13 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 10 Millimetern schmal-eilanzettlich mit einer etwas verwachsenen Basis und einem spitzen oberen Ende sowie einem erhabenen Mittelnerv.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. 

Die endständigen Blüten erscheinen meist einzeln oder bis zu dritt. Die Blütenstiele sind sehr lang.

Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. 

Die fünf 3 bis 6 Zentimeter langen Kelchblätter sind zu einer 1,2 bis 1,5 Zentimeter langen, außen zottig behaarten, rippigen Kelchröhre verwachsen und die 2 bis 3, selten bis zu 4 Zentimeter langen, schmal-eilanzettlichen, spitzen Kelchzipfel sind länger als die Kronblätter. 

Die fünf 3 bis 3,6 Zentimeter langen, genagelten Kronblätter sind weiß, purpurviolett bis rosafarben, die verkehrt-eiförmigen Platten besitzen ein leicht ausgerandetes oberes Ende. 

- Der Nagel ist ein Abschnitt von Kron- oder Perigonblättern bei Pflanzen mit einer freiblättrigen Blütenhülle, der deutlich vom breiteren oberen Abschnitt der Kronblätter, der Platte, abgesetzt und stielartig verschmälert ist.

Eine Nebenkrone ist nicht vorhanden. Die zehn Staubblätter überragen die Blütenkrone leicht. Der oberständige Fruchtknoten ist einkammerig. Die fünf freien, behaarten Griffel überragen die Blütenkrone leicht.

Die Früchte reifen zwischen Juli und September. 

Die Kapselfrucht ist mit einer Länge von 1,2 bis 1,8 Zentimetern nur wenig länger als der beständige Kelch. Die eiförmige, septizide bzw. scheidewandspaltige Kapselfrucht enthält viele Samen. Die schwärzlichen Samen sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern ei- bis nierenförmig mit erhabenen, spitzen Warzen.

Ökologie

Die Kornrade ist ein überwinternd grüner, skleromorpher (austrocknungstoleranter), Therophyt. 

- Therophyten (altgriechisch θέρος théros 'Sommer, Sommerhitze, Wärme' und φυτόν phyton 'Pflanze') sind krautige Pflanzenarten von kurzer Lebensdauer, die eine ungünstige Jahreszeit (Winter oder Trockenzeit) als Samen im Boden überdauern. Der Begriff wurde 1905 von Christen Raunkiær geprägt. 

Als Ackerbeikraut im Getreide ist sie ideal an ihren Standort angepasst. Die laubigen Kelchblätter ragen mit den Blüten aus dem Getreide heraus und werden zur Photosynthese benutzt. Die Samen werden meist erst beim Dreschen frei. Die Art wurzelt bis zu 85 Zentimeter tief.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

Die Kornrade ist für Mensch und Tier giftig, insbesondere wegen der enthaltenen Saponine. Symptome bei Menschen können Übelkeit, Durchfall und Kreislaufstörungen sein, bei Tieren reichen sie von Appetitlosigkeit bis zu Lähmungen. Die Gefahr ist heute geringer, da ihre Samen durch moderne Saatgutreinigung aus dem Getreide entfernt werden. Trotzdem ist die Pflanze in allen Teilen giftig, daher sollte sie nicht verzehrt werden.
Giftigkeit für Menschen

Giftigkeit für Tiere

Ursachen und Wirkungsweise

Historische und aktuelle Bedeutung

Vorkehrungen

Durch moderne Saatgutreinigung (Trieur) ist die Ausbreitungskette unterbrochen worden. In Mitteleuropa wird die Kornrade als ungefährdet eingestuft. Die Kornrade wurde 1996 in Deutschland nach der Roten Liste gefährdeter Arten als vom "Aussterben bedroht" bewertet; 2018 wurde sie noch als "stark gefährdet" geführt. 

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Agrostemma githago erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 435.

© wikipedia, © KI Google 

Pflege

Die Pflege der Kornrade ist sehr einfach, sie braucht einen sonnigen Platz und einen durchlässigen Boden. 

Sie ist relativ trockenheitstolerant, sollte aber regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe vermieden werden sollte. 

Ein Rückschnitt verblühter Blütenstände verlängert die Blütezeit und fördert die Samenausbildung, eine Düngung ist nicht notwendig. 

Standort und Boden

  • Licht: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort, mindestens sechs Stunden direktes Sonnenlicht sind ideal, um eine üppige Blüte zu fördern.
  • Boden: Der Boden sollte durchlässig, kalkhaltig und nicht zu nährstoffreich sein. Sand kann zur Verbesserung der Drainage eingemischt werden.

Gießen

  • Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe.
  • Die Pflanze ist recht trockenheitstolerant, daher sind regelmäßige, aber nicht exzessive Wassergaben ausreichend.

Düngung

  • Eine Düngung ist nicht notwendig und sollte vermieden werden, da zu viele Nährstoffe die Blütenbildung hemmen können.

Schnitt

  • Das Entfernen verblühter Blütenstände regt die Pflanze an, neue Blütenknospen zu bilden und so die Blütezeit zu verlängern.
  • Wenn Sie die Samenausbildung fördern möchten, lassen Sie einige Blütenstände stehen.

Vermehrt sich leicht

  • Die Kornrade ist selbstaussäend und vermehrt sich einfach durch ihre Samen.
  • Man kann entweder die Pflanzen sich selbst aussäen lassen oder die Samen aus den Samenkapseln entnehmen und im Frühjahr oder Herbst aussäen.

Wichtiger Hinweis

  • Die Kornrade ist eine giftige Pflanze, die früher in der Volksheilkunde genutzt wurde, heute aber nicht mehr verwendet werden sollte.
  • Die Pflanze steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und ist ein wichtiger Teil der Biodiversität. 

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