
Die Kohlmeise (Parus major)
...ist eine Vogelart aus der Familie der Meisen (Paridae). ...
Sie ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa.
Der Name Kohlmeise bezieht sich auf die "kohlschwarzen" Partien am Kopf und ist bereits für das 15. Jahrhundert belegbar.
Der ursprüngliche Lebensraum der Kohlmeise sind Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen; aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit kommt sie jedoch in fast allen Lebensräumen vor, in denen sie Höhlen zum Nisten findet.
Ab dem zeitigen Frühjahr und teilweise auch schon im Winter ist der recht auffällige, metallisch-helle Gesang zu vernehmen.
Im Winterhalbjahr nächtigen Kohlmeisen in Höhlen.
Die Kohlmeise ist ein Teilzieher, dessen Zugverhalten insgesamt recht unüberschaubar ist und lokal, regional, großräumig und von Jahr zu Jahr stark variiert.
Die Kohlmeise zählt mit 13–15 cm Körperlänge zu den größeren Meisenarten und ist die größte Meise in Europa. Die Flügellänge beträgt bei Männchen etwa zwischen 71 und 82 mm, bei Weibchen etwa zwischen 69 und 81 mm. Die Schwanzlänge des Männchens liegt bei 59–66, die des Weibchens bei 55–63 mm.
Der 11,5–13,5 mm lange Schnabel ist verhältnismäßig kräftig und schwärzlich hornfarben mit etwas helleren Kanten.
Das Gewicht liegt zwischen 14 und 22 g.
Die Geschlechter sind sich sehr ähnlich, lassen sich aber unter anderem aufgrund der Ausprägung des schwarzen Brustbands unterscheiden.
Die Kohlmeise ist in ihrer Ernährung wenig spezialisiert. Das Nahrungsspektrum ist daher sehr umfangreich, jedoch liegt der Schwerpunkt deutlich auf Insekten sowie deren Larven und Eiern. Ergänzend kommen regelmäßig andere Arthropoden – vor allem Spinnen und Weberknechte – hinzu.
Die Kohlmeise verhält sich meist recht auffällig und ist wenig scheu. Sie bewegt sich überwiegend hüpfend und kletternd im Geäst oder auf dem Boden.
Die Kohlmeise ist tagaktiv und zeigt ganzjährig in den frühen Morgenstunden die höchste Aktivität.
Kohlmeisen werden gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif; es schreiten jedoch nicht alle Einjährigen zur Brut. Da der Anteil an Männchen in den meisten Populationen überwiegt, finden insbesondere junge Männchen oft keine Partnerin.
Die Brutzeit liegt zwischen März und Juli.
Der Nistplatz wird vom Weibchen aus einer Vorauswahl des Männchens bestimmt.
Das Nest wird fast ausschließlich vom Weibchen gebaut.
Ab Beginn der Eiablage nächtigt das Weibchen auf dem Nest.
Das Gelege besteht meist aus 6–12, manchmal aus 3–15 rundovalen Eiern von 17,5 × 13,5 mm Größe und schwach glänzenden Eiern, die auf weißem Grund sehr variabel ziegelrot bis rotbraun gefleckt, bekleckst oder gesprenkelt sind.
Die Brutdauer kann zwischen 10 und 17 Tagen liegen.
Die Jungen schlüpfen meist über 1 bis 5 Tage verteilt.
Die Nestlinge werden nur vom Weibchen gehudert (Das Hudern ist ein vogelkundlicher Fachbegriff. Als Hudern bezeichnet man das Schützen von Nestlingen vor Witterungseinflüssen (Kälte, Regen, zu große Hitze) durch die Brutvögel, indem sie ihren Nachwuchs unter den Flügeln bergend aufnehmen oder ihn im Bauchgefieder wärmen und beschützen.), meist zwischen 5 und 7 Tage lang. Beide Partner füttern, jedoch steigt der Anteil des Weibchens nach dem Hudern stark an, manchmal auf bis zu 90 %.
Nach dem Ausfliegen werden die Jungen meist noch etwa 6 bis 10 Tage gefüttert, manchmal aber auch bis zu 25 Tage lang.
Mit 5,6 bis 7,0 Millionen Brutpaaren im Jahr 2016 wird die Kohlmeise als dritthäufigste Brutvogelart in Deutschland angesehen, ungefähr gleichauf mit der Mönchsgrasmücke.
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