
Die Graukresse (Berteroa incana)
Die Graukresse (Berteroa incana), auch Gewöhnliche Graukresse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Graukressen (Berteroa) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Eurasien und sie ist in Nordamerika ein Neophyt. Auffallend ist die graugrünfilzige Behaarung, eine Anpassung, um Trockenheit zu überstehen. ...
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Graukresse ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 80, in seltenen Fällen auch bis zu 110 Zentimetern erreicht. Sie ist graugrünfilzigen mit Pflanzenhaaren bedeckt.
Es wird ein einzelner oder einige wenige Stängel gebildet, die selbstständig aufrecht stehen und sich häufig verzweigen.
Die Grundblätter sind gestielt und die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von meist 3,5 bis 8 (2,5 bis 10) Zentimetern lanzettlich mit welligem oder ganzrandigem Blattrand.
Generative Merkmale
Es werden schirmtraubige Blütenstände gebildet. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die Kelchblätter stehen aufrecht und sind 2 bis 2,5 Millimeter lang. Die vier weißen Kronblätter sind meist 5 bis 6,5 (4 bis 8) Millimeter lang und tief gespalten. Die Staubfäden sind weiß. Die Staubbeutel sind bei einer Länge von 0,5 bis 1 Millimetern länglich.
Die Schötchen (Früchte) sind bei einer Länge von meist 5 bis 8,5 Millimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 4 Millimetern im Umriss länglich bis elliptisch.
Ökologie und Phänologie
An der Basis der Staubblätter wird Nektar abgesondert. Bestäuber sind Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge.
IFür Deutschland wird die Blütezeit mit Juni bis Oktober angegeben.
Vorkommen
Ihr natürliches, eurasiatisches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südost-, Mittel- und Nordeuropa (Dänemark) über den Kaukasusraum, über Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Sibirien bis nach zur Inneren Mongolei und den chinesischen Provinzen Gansu, Liaoning sowie Xinjiang.
In vielen Gebieten, beispielsweise in Deutschland, ist sie ein Neophyt:
- Als Neobiota bezeichnet man Lebewesen, das heißt Arten die nicht allein auf natürlichem Weg aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe des Menschen in ein Gebiet einwandern, in dem sie zuvor nicht heimisch waren.
- Neophyten (Sing. der Neophyt; φυτόν phytón "Gewächs, Pflanze"): neobiotische Pflanzen, Algen und Moose
In Nordamerika sollte diese Invasive Art bekämpft werden.
In Mitteleuropa wächst auf sandigen und steinigen, trockenen Ruderalflächen und an Wegrändern.
Systematik
Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte 1753 Carl von Linné unter dem Basionym Alyssum incanum in Species Plantarum, Tomus II, Seite 650. Wegen der grauen Behaarung wählte Linné das Artepitheton incana, das "grau" bedeutet.
Trivialnamen
Als weitere Bezeichnung für die Graukresse ist für Schlesien auch der Name weiße Wegekresse belegt.
Verwendung
Das aus den Samen gewonnene "Kresseöl" wird lokal als Speiseöl oder als technisches Öl genutzt.
Inhaltsstoffe und Toxizität
In größeren Mengen, also wenn die Pflanze mindestens 30 % der Nahrung ausmacht, wirkt es toxisch auf Pferde. Dabei zeigt sich insbesondere eine hämolytische Wirkung, die auch zum Tode führen kann.
- Als Hämolyse früher auch Erythrozytenzerfall und Blutuntergang genannt, bezeichnet man die Auflösung roter Blutzellen, der Erythrozyten.