
Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
...auch Gemeine Rosskastanie oder Weiße Rosskastanie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rosskastanien (Aesculus) innerhalb der Familie Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
Sie ist auf der Balkanhalbinsel heimisch und in Mitteleuropa verbreitet angepflanzt.
Eine teilweise Namensübereinstimmung mit der Edelkastanie (Castanea sativa) beruht auf einer oberflächlichen Ähnlichkeit der Früchte, nicht auf Verwandtschaft, denn beide gehören nicht nur unterschiedlichen Familien an, sondern auch verschiedenen Ordnungen.
Der deutschsprachige Trivialname Rosskastanien bezieht sich eigentlich auf die Gewöhnliche Rosskastanie. Er beruht auf den der Edelkastanie optisch ähnlichen Samen, die von den Osmanen als Pferdefutter und als Heilmittel gegen Pferdehusten mitgeführt wurden und so nach Mitteleuropa gelangten. Der Zusatz "Ross" diente zur Unterscheidung dieser für den Menschen ungenießbaren Samen von den schon länger bekannten, essbaren Edelkastanien.
Die Gewöhnliche Rosskastanie wächst als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 25 bis über 30 Metern, selten bis über 35 Metern erreicht. Sie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen.
Sie ist in der Jugend raschwüchsig und bildet einen kurzen, vollholzigen Stamm mit runder und breiter Baumkrone aus. Alte Bäume erreichen Stammdurchmesser bis über 1 Meter, selten bis über 2 Meter. Der Stamm ist immer nach rechts drehwüchsig und von einem gelblichweißen, kernlosen Holz. Sie kann einen Nasskern ausbilden.
Sie zählt zu den Flachwurzlern.
Die Borke ist bei jungen Bäumen hell-braun bis braun und glatt, später wird sie manchmal etwas rötlich, und ältere Bäume haben eine grau-braune, gefelderte Borke, deren grobrissige Platten sich aufbiegen und in Schuppen abblättern.
Die Knospen sitzen gegenständig am Zweig, mit einer auffallenden großen und dicken Endknospe, die mehrschuppig, glänzend und klebrig ist. Die Knospen erscheinen im Herbst.
Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert:
Der Blattstiel ist 10 bis 18 Zentimeter lang und rinnig.
Die sehr großen Blattspreiten sind fingerförmig zusammengesetzt mit fünf oder sieben Fiederblättchen. Die Oberseite ist sattgrün, kahl, schwach glänzend und die -unterseite hellgrün mit filzigen Blattadern.
Die kurz gestielten Blättchen sind bei einer Länge von meist 10 bis 18 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 10 Zentimetern eiförmig mit spitzem bis zugespitztem oberen Ende und gekerbtem bis doppelt gesägtem Rand.
Die Blüten befinden sich zu vielen in einem aufrechten und pyramidalen, oft gemischtgeschlechtlichen, Blütenstand, der im Volksmund auch "Kerze" genannt wird.
Die duftenden, gestielten, zwittrigen oder funktionell eingeschlechtigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.
Die Mehrzahl der Blüten ist männlich. Bei den männlichen und bei den weiblichen Staminodien sowie, wie in den zwittrigen Blüten , ist ein dreikammeriger, behaarter Fruchtknoten mit langem, gebogenem Griffel vorhanden. Es ist jeweils nektarbildender Blütenboden vorhanden (Diskus).
Die hellgrüne, bei einem Durchmesser 5 bis 6,5 Zentimeter, kugelige Kapselfrucht besitzt eine dicke, lederige, bestachelte Hülle. Die Kapselfrucht enthält meist einen , selten bis zu drei Samen ("Kastanie") . Die 2 bis 4 Zentimeter großen, nussbraunen und glänzenden, glatten Samen besitzen einen weißlichen, matten Nabelfleck (Hilum).
...in Europa stammen die ältesten Funde aus dem Oligozän (vor etwa 33,9 Millionen Jahren)
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