
Die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)
...auch Osterglocke oder Osterglöckchen (weil sie in der Regel um Ostern herum blüht) ...
...im Grimmschen Wörterbuch auch Märzbecher – ist die bekannteste Pflanzenart aus der Gattung der Narzissen (Narcissus) innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und die einzige wild in Deutschland vorkommende Art.
Die Gelbe Narzisse wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern (Kulturformen können größer sein).
Sie bildet als Überdauerungsorgane Zwiebeln aus.
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Die Zwiebel, auch Bulbus (lateinisch), dient als Speicherorgan. "Blumenzwiebeln" wachsen meist unterirdisch bis nahe über der Bodenoberfläche. Im Inneren der Zwiebel befindet sich die Knospe mit der Anlage für Laubblätter und Blüten für die nächste Wachstumsperiode.
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Es sind (vier bis sechs) grundständige, grüne, ganzrandige Laubblätter vorhanden. Die blau-grüne, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 25 Zentimetern lanzettlich und mit stumpfem oberen Ende.
Die Blätter beginnen etwa sechs Wochen nach der Blüte zu verwelken, so dass sie danach an der Oberfläche praktisch nicht mehr sichtbar sind, bis die Pflanze im Folgejahr wieder austreibt.
Die Blütezeit liegt je nach Standort zwischen März und April.
Von den Kulturformen unterscheiden sich die Blüten vor allem durch die kleineren Blüten (in Kombination mit der generell geringeren Wuchshöhe).
Die sechs sternförmig abstehenden Kronblätter haben einen blassgelben Farbton. Die Nebenkrone (Corona) ist zu einer tief gelben trompetenartigen Struktur von 20–35 mm Länge zusammengewachsen, welche der gelben Narzisse ihre charakteristische Erscheinung verleiht.
Die Blüte enthält sechs Staubblätter von gleicher Länge und der mittig gelegene Stempel überragt die Staubblätter.
Die gelbe Narzisse kann sich auf zwei Weisen fortpflanzen:
Zum einen können die unterirdischen Mutterzwiebeln Tochterzwiebeln bilden. Durch diese vegetative Vermehrung können ganze Gruppen von individuellen Pflanzen entstehen.
Zusätzlich kann auch eine sexuelle Vermehrung stattfinden, bei dem Pollen zur Bestäubung von einer Pflanze auf eine andere durch Insekten übertragen werden, hauptsächlich Hummeln, Sandbienen oder Schwebfliegen. Die Gelbe Narzisse kann sich nicht selbst bestäuben; sie ist daher auf den Transfer von Pollen angewiesen.
Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich im Fruchtknoten (bauchiger Teil des Stempels) schwarze Samen. Die im Frühsommer vertrocknenden Kammern des Fruchtknotens öffnen sich und die Samen fallen zu Boden.
Gelbe Narzissen waren ursprünglich nur in Westeuropa von Portugal bis Deutschland und in Großbritannien beheimatet. Durch Kultivierung sind sie als Gartenpflanze überall in den gemäßigten Zonen anzutreffen.
In Deutschland wird die wilde Form der Gelbe Narzisse in der Roten Liste als "gefährdet" eingestuft. Dies liegt zum einen an dem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet; zum anderen wurde der natürliche Lebensraum der Narzissen (Feuchtwiesen) durch intensivere Bewirtschaftung der Wiesen (stärker gedüngt und früher gemäht) reduziert.
Im Christentum steht die gelbe Narzisse für die Auferstehung. Das Osterfest ist im Christentum das Fest der Auferstehung Jesu Christi; ebenso verhält es sich mit der Osterglocke: Mag sie den Rest des Jahres tot geglaubt sein, erblüht sie ungefähr zum Osterfest erneut; sie steht daher als Symbol des ewigen Lebens.
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