Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica)

01.09.2025

"Zaungast" im Berliner-Zoo: Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse. ...

Beschreibung

Fallopia baldschuanica ist eine verholzende, windende und winterharte, laubabwerfende Kletterpflanze und wächst einige Meter weit oder hoch. 

Die Sprossachsen sind kahl. Sie hat bis zu 2 Meter tiefe Wurzeln.

Die gestielten Laubblätter sind wechselständig an einer Ochrea. 

- Die Ochrea oder Nebenblattscheide, früher auch Tute oder Blattstiefel genannt, ist eine durch die Umbildung der Nebenblätter entstandene, meist häutige Röhre, welche die Basis des folgenden Stängelglieds umschließt.

Sie sind bis 10 Zentimeter lang, kahl, oft wellig und herz- bis ei- oder pfeilförmig, stumpf bis spitz oder zugespitzt und ganzrandig bis unregelmäßig gezähnt oder gekerbt.

Es werden end- oder achselständige Blütenstände mit kleinen Blütengruppen an einer "Ochrea" gebildet. 

Zur Blütezeit (Juni bis Oktober) wird eine Vielzahl grünlich-weißer, später weißrosa bis gelblicher Blüten gebildet.

Die kleinen, zwittrigen Blüten mit einfacher Blütenhülle sind kurz gestielt. 3 größere der 5 Tepalen sind geflügelt und die Blütenhülle ist stielartig herablaufend. 

- Als Perigonblatt oder Tepalum wird bei Blütenpflanzen ein Blatt der Blütenhülle bezeichnet, wenn die Blütenhülle nicht in Kelch und Krone gegliedert ist. Diese gleichförmige, aus gleichgestalteten und gleichgefärbten Blütenhüllblättern bestehende Blütenhülle wird als Perigon oder einfaches Perianth bezeichnet. 

Die bis zu 8 Staubblätter besitzen abgeflachte, an der Basis behaarte Staubfäden. 

Der kantige Fruchtknoten ist oberständig mit minimalen, verwachsenen Griffeln mit schildförmigen, kugeligen Narben.

Es werden kleine Achänen im geflügelten (Valven), verkehrt-eiförmigen Perianth gebildet.

- Mit Achäne (altgriechisch χαίνειν chainein ,klaffen' mit Alpha privativum, also "nicht klaffen") wird in der Botanik eine Form von nussähnlichen Schließfrüchten bezeichnet.

- Als Valven bezeichnet man bei der Pflanzengattung Ampfer (Rumex) die drei inneren Perigonblätter, die an der Frucht erhalten bleiben und diese einhüllen.

Verwendung

Der "hopfisch" windende Schlingknöterich kann mit Kletterhilfen, z. B. als Fassadenbegrünung, auch nördlich ausgerichtet, 9 bis 15 Meter hoch wachsen. Er braucht ausreichend große Kletterflächen und kann größere Fassaden schnell zugrünen. Deswegen wird er auch Architektentrost genannt. Bei Imkern ist der Schlingknöterich als sehr gute Bienenweide mit langem Blühzeitraum zu einer Zeit, in der das Nahrungsangebot für Insekten nachlässt, beliebt.

Nachteile

Der Schlingknöterich kann in der Vegetationsperiode bis zu 30 cm täglich wachsen. So breitet er sich oft unkontrolliert auf benachbarte Gebäude oder Pflanzen aus, von wo er nur schwer wieder zu entfernen ist. Er verdrängt leicht andere schwächer wachsende Kletterpflanzen. Der kräftige Stamm kann Bäume, Dachrinnen etc. umschlingen und schädigen. Zur Kontrolle könnte die Pflanze daher im Februar/März ähnlich Wein "auf den Stock" zurückgeschnitten werden. Ein mehrmaliger Schnitt im Jahresverlauf kann allerdings leicht zum plötzlichen Ableben der Pflanze führen. Aus der Wurzel treibt sie in der Regel nicht neu aus.

Verbreitung

Der Schlingknöterich war ursprünglich in Tadschikistan verbreitet, nach anderen Autoren auch in China, Afghanistan und Pakistan. Er ist auf den Britischen Inseln, in Spanien, Mitteleuropa (hauptsächlich in Österreich) und Rumänien, aber auch in Nordamerika, Costa Rica und in Neuseeland ein Neophyt.


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