Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica)

10.08.2025

Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse. ... 

Beschreibung

Fallopia baldschuanica ist eine verholzende, windende und winterharte 😀, laubabwerfende Kletterpflanze und wächst einige Meter weit oder hoch. 

Die Sprossachsen sind kahl. Sie hat bis zu 2 Meter tiefe Wurzeln.

Die gestielten Laubblätter stehen wechselständig an einer Ochrea. 

- Die Ochrea oder Nebenblattscheide, früher auch Tute oder Blattstiefel genannt, ist eine durch die Umbildung der Nebenblätter entstandene, meist häutige Röhre, welche die Basis des folgenden Stängelglieds umschließt. 

Die Laubblätter sind bis 10 Zentimeter lang, kahl, oft wellig und herz- bis ei- oder pfeilförmig, stumpf bis spitz und ganzrandig bis unregelmäßig gezähnt oder gekerbt.

Es werden end- oder achselständige Blütenstände mit kleinen Blütengruppen an einer "Ochrea" gebildet. Zur Blütezeit (Juni bis Oktober) wird eine Vielzahl grünlich-weißer, später weißrosa bis gelblicher Blüten gebildet. 

Die kleinen, zwittrigen Blüten mit einfacher Blütenhülle sind kurz gestielt. 3 größere der 5 Tepalen sind geflügelt und die Blütenhülle ist stielartig herablaufend. 

- Tepalen sind gleich gestaltete Blätter einer Blütenhülle (Perianth), die ursprünglich als Kelchblätter oder Blütenkronblätter angelegt wurden. 

Die bis zu 8 Staubblätter besitzen abgeflachte, an der Basis behaarte Staubfäden. 

- Der Staubfaden ist der tragende Teil des Staubblatts. Er setzt meistens direkt am Blütenboden an und kann freistehend, mit anderen Staubblättern verwachsen oder mit der ihn umgebenden Blütenblatthülle verwachsen sein. Der Staubfaden ist meistens schmal und fadenförmig, kann aber auch kurz und gedrungen ausgebildet sein. In seltenen Fällen fehlt er komplett.

Der kantige Fruchtknoten ist oberständig mit minimalen, verwachsenen Griffeln mit schildförmigen, kugeligen Narben.

- Die Narbe oder das Stigma ist der obere Abschnitt des Stempels des Fruchtblattes einer Blüte. Er ist meist feucht und klebrig, kann aber auch "trocken" sein, oft papillös und ist zum Auffangen und Keimen von Pollen ausgebildet.

In dem verkehrt-eiförmigen Perianth (Blütenhülle) werden kleine Achänen in geflügelten Steufrüchten (Valven) gebildet.

- Mit Achäne wird in der Botanik eine Form von nussähnlichen Schließfrüchten bezeichnet. Achänen sind einsamige Schließfrüchte (öffnen sich nicht bei Reife), bei denen ein dünnes, nur an einem einzigen Punkt anhaftendes, lederiges, zähes, trockenes Perikarp (nur teilweise verholzte Fruchtwand) einen einzelnen Samen (Testa) dicht anliegend umschließt.

- Die Valven sind bei Streufrüchten die Klappen, die sich während der Reife bei den Früchten öffnen.  

Verwendung

Der "hopfisch" windende Schlingknöterich kann mit Kletterhilfen, z. B. als Fassadenbegrünung, auch nördlich ausgerichtet, 9 bis 15 Meter hoch wachsen. Er braucht ausreichend große Kletterflächen und kann größere Fassaden schnell zugrünen. Deswegen wird er auch Architektentrost genannt. Bei Imkern ist der Schlingknöterich als sehr gute Bienenweide 😀 mit langem Blühzeitraum zu einer Zeit, in der das Nahrungsangebot für Insekten nachlässt, beliebt.

Nachteile

Der Schlingknöterich kann in der Vegetationsperiode bis zu 30 cm täglich wachsen. So breitet er sich oft unkontrolliert auf benachbarte Gebäude oder Pflanzen aus, von wo er nur schwer wieder zu entfernen ist. Er verdrängt leicht andere schwächer wachsende Kletterpflanzen. Der kräftige Stamm kann Bäume, Dachrinnen etc. umschlingen und schädigen. Zur Kontrolle könnte die Pflanze daher im Februar/März ähnlich Wein "auf den Stock" zurückgeschnitten werden. Ein mehrmaliger Schnitt im Jahresverlauf kann allerdings leicht zum plötzlichen Ableben der Pflanze führen. Aus der Wurzel treibt sie in der Regel nicht neu aus. 😥

Verbreitung

Der Schlingknöterich war ursprünglich in Tadschikistan verbreitet, nach anderen Autoren auch in China, Afghanistan und Pakistan. Er ist auf den Britischen Inseln, in Spanien, Mitteleuropa (hauptsächlich in Österreich) und Rumänien, aber auch in Nordamerika, Costa Rica und in Neuseeland ein Neophyt.

Taxonomie

Erstbeschreiber ist Eduard August von Regel, der die Pflanze 1883 im heutigen Tadschikistan gesammelt hatte und ihr 1884 den Namen Polygonum baldschuanicum gab. 

Pflege

Der Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica) ist eine pflegeleichte Kletterpflanze, die schnell wächst und gut für Pergolen, Rankgitter und Wände geeignet ist. Er benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Ein regelmäßiger Rückschnitt im Frühjahr ist wichtig, um die Pflanze gesund und in Form zu halten. 

Standort und Boden:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort bevorzugt, aber auch Schatten wird vertragen.
  • Boden sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein.
  • Staunässe vermeiden, besonders bei Kübelpflanzen.

Gießen und Düngen:

  • Mittelmäßiger Wasserbedarf, Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen lassen.
  • Im Sommer wöchentlich gießen.
  • Zweimal jährlich mit Langzeitdünger düngen oder alle zwei Wochen mit Flüssigdünger düngen (im Topf).
  • Ausgewogene Dünger mit gleichem Anteil an Stickstoff, Phosphor und Kalium sind empfohlen.

Schneiden:

  • Radikaler Rückschnitt im Februar oder März, um die Pflanze in Form zu halten und Verkahlung zu vermeiden.
  • Auch abgestorbene Triebe sollten entfernt werden.
  • Schnitt fördert den Neuaustrieb und die Blütenbildung.

Sonstiges:

  • Schlingknöterich ist winterhart bis -26°C. 😀
  • Kann bis zu 15 Meter hoch werden. 😗
  • Benötigt eine stabile Rankhilfe.
  • Kann auch im Kübel gehalten werden, dann sollte das Gefäß groß genug sein und eine Drainage haben.
  • Kann über Stecklinge vermehrt werden.
  • Vermeiden Sie, dass die Pflanze in Dachrinnen, Fassadendämmung oder unter das Dach eindringt.