Der Haussperling (Passer domesticus)

05.08.2025

– auch Spatz oder Hausspatz genannt – ... 

...ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge (Passeridae) und einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel.

Der Spatz hat sich vor über 10.000 Jahren als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen. Er ist fast überall anzutreffen, wo Menschen sich das ganze Jahr aufhalten.

Der Haussperling wiegt rund 30 Gramm und erreicht eine Körperlänge von 14 bis 16 Zentimetern.

Die Länge der Flügel beträgt 71 bis 82 Millimeter, die Spannweite misst etwa 23 Zentimeter.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in ihrer Färbung:

Die Männchen sind deutlich kontrastreicher gezeichnet als die Weibchen, sie haben eine schwarze oder dunkelgraue Kehle und einen schwarzen Brustlatz, der aber im Herbst nach der Mauser von helleren Federrändern verdeckt sein kann.

Die Weibchen sind unscheinbarer als die Männchen und matter braun, aber sehr fein gezeichnet.

Das Sperlingsgefieder besteht vor der Mauser aus 3200 Federn, die insgesamt 1,4 Gramm wiegen.

Zur Pflege des Gefieders nehmen die Tiere Staubbäder, um sich vor Federparasiten zu schützen.

Als gesellige Vögel verfügen Haussperlinge über viele Rufe und Warnrufe.

Freilebende Haussperlinge sind auch in der Lage, Alarmrufe von Staren und Amseln zu kopieren.

Zudem zeigen jüngere Forschungen, dass die Alarmrufe anderer Vogelarten durchaus verstanden werden.

Der Gesang des Haussperlings wird nur vom Männchen vorgetragen und besteht aus einem monotonen, relativ lauten, rhythmischen "Tschilpen" (meist einsilbig, auch "schielp", "tschuip", "tschirp", manchmal auch zweisilbig wie "tschirrip" oder "tschirrep").

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Heutzutage ist relativ unbekannt, dass Haussperlinge auch sehr lernfähige "Gesangsschüler" sind. Im 18. Jahrhundert war es ein beliebtes Spiel, aufgezogenen Vögeln Lieder beizubringen. Es gibt eine stattliche Anzahl von Berichten und Belegen dafür, dass Haussperlinge, die beispielsweise in Gesellschaft von Kanarienvögeln aufgezogen wurden, deren rollendes Geträller perfekt erlernen, auch wenn sie dies mit ihrer rauen und lauten Stimme imitieren.

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In Europa ist der Haussperling fast ausschließlich Standvogel, in geringem Ausmaß auch Kurzstreckenzieher.

Nach der ersten Brutansiedlung sind die Haussperlinge sehr ortstreu, der Aktionsradius während der Brutzeit kann bei Stadtpopulationen lediglich 50 Meter betragen.

Jungvögel streuen ungerichtet und schließen sich zunächst im Spätsommer anwachsenden Schwärmen an.

Auch ein Teil der Altvögel schließt sich diesen Herbstschwärmen an, die in die Umgebung der Brutplätze ausstrahlen, um das dortige Nahrungsangebot zu nutzen. Die Altvögel kehren nach Auflösung der Schwärme meist bereits im Frühherbst wieder an ihren ursprünglichen Brutplatz zurück.

Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Sämereien und dabei vor allem von den Samen kultivierter Getreidearten, die in ländlichen Gebieten 75 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen können.

Regional und saisonal kann der Anteil der Samen von Wildgräsern und -kräutern den Getreideanteil erreichen oder übertreffen. Von Frühjahr bis Sommer spielt auch tierische Nahrung (Insekten einschließlich deren Entwicklungsstadien sowie andere Wirbellose) eine wichtige Rolle und kann bis zu 30 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen.

Vor allem in der Stadt zeigen Spatzen ein opportunistisches Verhalten und werden zu Allesfressern, was sie besonders an Imbissständen und in Freiluftlokalen unter Beweis stellen . 😏

Der Haussperling zeigt das ganze Jahr über ein geselliges und soziales Verhalten. Viele Verhaltensweisen des Haussperlings sind auf das Leben in der Gruppe ausgerichtet, und der Tagesablauf ist stark synchronisiert.

Haussperlinge werden während der Dämmerung aktiv. Der Gesang beginnt im Mittel etwa 18 Minuten vor Sonnenaufgang, wobei durch Bewölkung verursachte Helligkeitsunterschiede weitgehend ohne Einfluss bleiben. Das Ende der Aktivität liegt auch im Winter noch vor Sonnenuntergang.

Die Geschlechtsreife tritt bei Haussperlingen am Ende des ersten Lebensjahres ein.

Spatzen führen in der Regel eine lebenslange Dauerehe. Wenn ein Partner stirbt, finden Neuverpaarungen jedoch schnell statt.

In Mitteleuropa beginnt die hauptsächliche Brutzeit Ende April und reicht bis August.

Der Haussperling ist Nischen-, Höhlen- und Freibrüter mit starker Neigung zum gemeinschaftlichen Brüten.

Unabhängig vom Ort der Nestanlage handelt es sich im Prinzip immer um ein Kugelnest mit seitlichem Eingang.

Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern mit einer durchschnittlichen Größe von 15 × 22 Millimetern und einem Gewicht von etwa 3 Gramm.

Sie sind weiß bis schwach grünlich oder gräulich und mit grauen oder braunen Flecken versehen, wobei die Fleckung die Grundfarbe manchmal völlig verdeckt.

Die geschlüpften Jungen werden durch beide Eltern gehudert (Schützen von Nestlingen) und zu Beginn vor allem mit zerkleinerten Insekten, später zunehmend auch mit Sämereien gefüttert.

Die Dauer der Nestlingszeit schwankt sehr stark, die Beobachtungen reichen von 11 bis 23 Tagen, die Regel sind 14 bis 16 Tage.

Alle Jungen verlassen das Nest innerhalb weniger Stunden und sind in der Regel schon gut flugfähig. Sie fressen bereits nach ein bis zwei Tagen ein wenig selbst und sind in der Regel nach 7 bis 10, spätestens nach 14 Tagen selbstständig.

Die durchschnittliche Lebenserwartung geschlechtsreifer Haussperlinge beträgt 1,5 bis 2,3 Jahre.

Da die Lebensräume von Haussperling und Mensch schon lange eng beieinander liegen, haben sich zahlreiche Redewendungen und Legenden entwickelt z.B.:

  • Dreckspatz: Die Vorliebe für Staubbäder hat diese Bezeichnung verursacht.
  • Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach: Dies soll ausdrücken, dass man sich lieber mit etwas Kleinem und sicher Erreichbarem zufriedengeben soll, als etwas Größeres und Wertvolleres zu begehren, dessen Erreichbarkeit ungewiss ist.

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