
Der Echte Hopfen (Humulus lupulus)
Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Pflanzenart in der Gattung Hopfen und durch seine Verwendung beim Bierbrauen bekannt. Er gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). ...
Echter Hopfen wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2007 gekürt.
Wilder Hopfen
Die Wildform des Echten Hopfens wächst bevorzugt an stickstoffreichen Standorten mit höherer Bodenfeuchte, zum Beispiel in Auwäldern, aber auch an Waldrändern und in Gebüschen auf trockeneren Flächen. Selten bildet er größere Bestände, kommt aber meist in kleinen Gruppen vor.
Beschreibung
Aus einem dicken Wurzelstock (Rhizom) treibt der laubabwerfende Hopfen meist sehr zahlreich aus.
Er ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze die einige Meter weit und hoch wächst. Es sind dünne, raue und hohle Stängel mit anker- oder hackenartigen "Kletterhaaren" (Stacheln), die eine erstaunliche Haftfähigkeit besitzen.
Diese Triebe werden wie beim Wein als Reben bezeichnet und wachsen im Durchschnitt 10 cm pro Tag.
Wie bei allen Stauden kommt es nicht zu einer durchgehenden Verholzung der Pflanze.
Hopfen ist ein Rechtswinder, die oberirdischen Triebe sind einjährig und sterben nach der Samenreife ab.
Mit 2 bis 6 Metern Höhe ist die Wildform kleiner als die Zuchtsorten mit 4–8 Meter; ebenso sind die Blütenstände deutlich kleiner. In Mitteleuropa ist der Wilde Hopfen nahezu überall anzutreffen, kleinere Lücken gibt es im Alpenvorland.
Die unterseits gegen- bis oberseits wechselständigen Laubblätter sind lang gestielt. Die bis 15 Zentimeter langen Blattiele sind rauhaarig.
Die spitzen bis zugespitzten, grob stachelspitzig gesägten bis gezähnten, eiförmigen bis rundlichen, bis 15 Zentimeter langen Blätter sind herzförmig, meist gelappt bis gespalten mit bis zu sieben Lappen oder ungelappt. Die Lappen sind spitz bis zugespitzt. Die Blätter sind oberseits rau und unterseits auf den Adern mehr oder weniger behaart und heller sowie harzig-drüsig.
Die kahlen Nebenblätter sind verwachsen.
Der Hopfen ist eine zweihäusige diözische Pflanze. Die Blütenstände sind achselständig.
Der männliche Blütenstand ist eine Rispe, der kleine weibliche eine oft einzeln oder zu wenigen traubig stehende, zapfenartige Ähre. Die kleinen Blüten besitzen eine einfache Blütenhülle (Perigon, Kelch). Die hängenden, gestielten männlichen Blüten besitzen ein weißliches, fünfteiliges, bewimpertes Perigon und fünf kurze Staubblätter.
Die sitzenden, weiblichen Blüten besitzen ein minimales Perigon das mit dem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen ist. Der Griffel ist sehr kurz mit langen, papillösen Narbenästen. Die weiblichen Blüten mit jeweils einem Deckblatt stehen paarig an einem Tragblatt.
Es werden kleine, einsamige, eiförmige bis rundliche Nüsschen mit beständigen, drüsigen Perigon am teils drüsigen Deckblatt, sie stehen paarig im teils drüsigen Tragblatt zu vielen in einem hängenden, zapfenförmigen, eiförmigen und zuerst grün-gelblichen, bis 6 Zentimeter langen Fruchtstand mit zickzackförmiger Spindel.
Verwendung
95 Prozent des Hopfens wird, meistens in der Form von Hopfenpellets, für die Bierherstellung verwendet. Er verleiht dem Bier sein Aroma und die typische Bitterkeit. Die Hopfeninhaltsstoffe wirken zusätzlich beruhigend, konservierend und schaumstabilisierend. Zum Brauen werden ausschließlich die Dolden der weiblichen Hopfenpflanzen verwendet. Für einen Liter Bier benötigt man 1 bis 4 Gramm Hopfen.
Geschichte
In Manuskripten des 12. Jahrhunderts, die Hildegard von Bingen zuzuschreiben sind, wird der Hopfen (althochdeutsch hoppho, mittelhochdeutsch hoppen) als Bitterpflanze charakterisiert, die im Menschen schädliche Melancholie erzeuge, andererseits aber, den Getränken zugesetzt, diese vor dem Faulen bewahre.
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Pflege
Echter Hopfen (Humulus lupulus) ist eine pflegeleichte Pflanze, die jedoch einige spezifische Bedürfnisse hat, um optimal zu gedeihen. Wichtig sind ein sonniger bis halbschattiger Standort, ein durchlässiger, nährstoffreicher Boden und ausreichend Wasser.
Standort und Boden:
- Sonnig bis halbschattig: Hopfen bevorzugt warme Standorte, verträgt aber auch Halbschatten.
- Durchlässiger, nährstoffreicher Boden: Der Boden sollte gut wasserdurchlässig sein und reichlich Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, enthalten.
- Staunässe vermeiden: Staunässe ist ungünstig für Hopfen, daher ist eine gute Drainage wichtig.
Gießen und Düngen:
- Bedarfsgerechtes Gießen: Hopfen hat einen hohen Wasserbedarf, besonders während der Sommermonate. Bei Hitze kann es notwendig sein, ihn täglich zu gießen, besonders im Kübel.
- Mulchen: Eine Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Gießen zu reduzieren.
- Regelmäßige Düngung: Im Beet empfiehlt sich eine zweimal jährliche Düngung mit einem Langzeitdünger, im Topf alle zwei Wochen mit Flüssigdünger.
- Stickstoffbetonte Dünger: Stickstoffhaltige Dünger, wie Kompost oder Hornspäne, sind für Hopfen besonders gut geeignet.
Weitere Pflegemaßnahmen:
- Rankhilfe: Hopfen ist eine Kletterpflanze und benötigt eine Rankhilfe wie ein Spalier, ein Netz oder Seile.
- Schnitt im Spätwinter: Im Spätwinter werden alle Triebe bis zum Boden zurückgeschnitten.
- Sommerschnitt: Bei Bedarf kann auch im Sommer ein Rückschnitt erfolgen, um die Pflanze in Form zu halten oder zu leiten.
- Überprüfung auf Schädlinge und Krankheiten: Blattläuse und Mehltau können auftreten. Bei Bedarf können Hausmittel wie Brennnesseljauche oder Nützlinge wie Marienkäferlarven eingesetzt werden.
- Umtopfen: Im Frühling kann Hopfen alle 2-3 Jahre umgetopft werden, um sein Wachstum zu unterstützen.
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