
Das Kleine Immergrün (Vinca minor)
Das Kleine Immergrün (Vinca minor), auch Kleines Singrün genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Immergrün (Vinca) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). ...
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Kleine Immergrün ist ein immergrüner, niedriger Halbstrauch, der Wuchshöhen von 10, höchstens 20 Zentimetern erreicht. Die vegetativen Sprossachsen sind niederliegend, sich an den Knoten bewurzelnd und können pro Jahr bis zu 2 Meter lang werden.
Die Blühtriebe stehen aufrecht.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert:
Die Blattstiele sind an der Basis verwachsen. Die einfache, lederige Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern länglich-lanzettlich bis elliptisch, ganzrandig, dunkelgrün und auf der Rückseite heller. Sie ist nach dem Grund zu verschmälert.
Generative Merkmale
Die lang gestielten Blüten befinden sich einzeln in den Blattachseln diesjähriger, aufrechter Triebe.
Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.
Der Kelch ist trichterförmig und viel kürzer als die Blütenkrone. Die kahlen Kelchzipfel sind bei einer Länge von 4 bis 5 Millimetern langlanzettlich.
Die fünf Kronblätter sind zu einer 11 Millimeter langen Röhre verwachsen. Bei den Wildsorten sind die Blütenkronen hellblau bis violett und nur selten weiß. Die Blütenkrone besitzt einen fünfteiligen Saum aus propellerförmigen, asymmetrischen rechts gedrehten Kronblattzipfeln.
Die Kronzipfel sind am oberen Ende schief gestutzt. Die fünf Staubblätter sind in der Mitte der Kronröhre eingefügt.
Die Balgfrucht ist bei einer Länge von 15 bis 22 Millimetern länglich-walzlich und enthält nur zwei oder drei Samen. Die braunen Samen sind bei einer Länge von 6 bis 9 Millimetern walzlich und grob warzig.
Die Blütezeit reicht von März bis Juni.
Das Kleine Immergrün fruchtet von Juni bis Juli.
Vorkommen
Das Kleine Immergrün kommt in Mittel- und Südeuropa und in Kleinasien vor und wächst von der collinen bis zur montanen Höhenstufe bis in Höhenlagen von etwa 1000 Metern.
Nutzung
Toxikologie, Pharmakologie, Inhaltsstoffe
Das Kleine Immergrün ist in allen Pflanzenteilen giftig. Es enthält mehr als 40 Alkaloide, der Gesamtalkaloidgehalt beträgt 0,2 bis 0,7 Prozent.
Das Kleine Immergrün (in alten Texten auch als Berwinca und syngrün, das heißt Immergrün, verzeichnet) wurde früher als Heilpflanze zur Behandlung zahlreicher Krankheiten eingesetzt, aber 1986 hat das Bundesgesundheitsamt die Zulassung für alle immergrünhaltigen Präparate widerrufen.
Zierpflanze
Das Kleine Immergrün wird oft als Bodendecker für schattige oder halbschattige Standorte gepflanzt.
Brauchtum
An vielen Orten wird das Kleine Immergrün zu Braut- und Totenkränzen verwendet. In den Alpen werden geweihte Kränze gegen Blitzgefahr vor Fenstern aufgehängt.
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