
Der Asiatische Elefant (Elephas maximus)
Der Asiatische Elefant (Elephas maximus) ist eine Art aus der Familie der Elefanten und nach dem Afrikanischen Elefanten das zweitgrößte Landtier der Erde. ...
Wie sein afrikanischer Vetter zeichnet er sich durch den Rüssel, die (kleineren) Stoßzähne, die säulenförmigen Beine und die allgemeine Körpergröße aus. Beide unterscheiden sich aber in der Größe der Ohren, der etwas anders verlaufenden Rückenlinie und in zahlreichen anatomischen Einzelmerkmalen. Das Verbreitungsgebiet des Asiatischen Elefanten umfasst Südasien, Südostasien einschließlich Teilen der Malaiischen Inselwelt und das südliche Ostasien. Es war einst aber deutlich größer. Die Tiere bewohnen verschiedene Waldlandschaften und Offenlandgebiete vom Meeresspiegelniveau bis in höhere Gebirgslagen.
Die Lebensweise des Asiatischen Elefanten ist durch zahlreiche Studien gut erforscht, aber noch nicht so detailreich herausgearbeitet wie beim Afrikanischen Elefanten. Das Sozialgefüge zeigt einen komplexen Aufbau. Die engsten Verbindungen bestehen zwischen Mutter- und Jungtieren. Mehrere dieser Gruppen formen eine Herde oder einen Familienverband aus untereinander verwandten Tieren. Die einzelnen Tiere bilden häufig kurzfristige Partnerschaften, die aber durch vielfaches erneutes Zusammenkommen einen stabilen Charakter aufweisen. Die Hierarchie innerhalb der Familiengruppe ist eher flach, eine dominante Leitkuh wie beim Afrikanischen Elefanten spielt eine untergeordnete Rolle. Die einzelnen Herden nutzen Aktionsräume, deren Größe von den jeweiligen landschaftlichen Gegebenheiten und den Nahrungsressourcen abhängt. Die Kommunikation untereinander erfolgt auf verschiedene Weisen, etwa mit Lautgebungen im niedrigen Frequenzbereich, mit zahlreichen chemischen Signalgebern und durch Berührungen überwiegend mit dem Rüssel. Ähnlich wie der Afrikanische besitzt auch der Asiatische Elefant hohe kognitive Fähigkeiten bis hin zur Selbstwahrnehmung.
Die Nahrung umfasst weiche und harte Pflanzenkost mit regionalen und jahreszeitlichen Variationen. Härtere Pflanzennahrung überwiegt meist in der Regen-, weichere in der Trockenzeit. Die Größe der Tiere bedingt, dass ein Individuum den Großteil seiner Tagesaktivität für die Nahrungsaufnahme investiert. Die Fortpflanzung findet zumeist ganzjährig statt, sie kann aber in stärker jahreszeitlich beeinflussten Landschaftsräumen auch eingeschränkt sein. Für Bullen ist die jährlich auftretende Musth charakteristisch, die mit einer erhöhten Aggressivität einhergeht. Während dieser Phase kann es zu Rivalenkämpfen kommen. Kühe weisen einen langen Brunftzyklus mit einem für Säugetiere untypischen Verlauf auf. In der Regel wird nach rund zweijähriger Tragzeit ein Kalb geboren, das in der mütterlichen Gruppe aufwächst. Für die Dauer der Aufzucht setzt die Brunft bei der Kuh aus. Der weibliche Nachwuchs verbleibt in der Familiengruppe, der männliche verlässt diese und zieht seiner eigenen Wege.
Der Asiatische Elefant bewirkte einen starken kulturellen Einfluss in der Geschichte des Menschen. Die Zähmung geht möglicherweise bis in das dritte vorchristliche Jahrtausend zurück. Die Tiere wurden unter anderem zu Baumaßnahmen, im Kriegsdienst, als Tempelelefanten oder zu repräsentativen Zwecken eingesetzt. Mit wildlebenden Elefanten kommt es allerdings jährlich zu zahlreichen Mensch-Tier-Konflikten. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung datiert in das Jahr 1758. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Unterarten eingeführt, die aus genetischer Sicht aber keinen Bestand haben. Vielmehr lassen sich zwei genetisch getrennte Gruppen unterscheiden, beide teilen sich nahezu das gesamte Verbreitungsgebiet. Frühe fossile Nachweise des Asiatischen Elefanten reichen bis in das Mittlere und Obere Pleistozän zurück, sind aber insgesamt selten. Der Bestand der Art gilt als stark gefährdet und ist vor allem durch Landschaftszerstörung und Wilderei im Rückgang begriffen.
Merkmale
Habitus
Der Asiatische Elefant ist nach dem Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) das zweitgrößte heute lebende Landsäugetier der Erde. Wie sein afrikanischer Verwandter können die Tiere anhand des Rüssels, der Stoßzähne und der säulenförmigen Beine gut erkannt werden. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bei ausgewachsenen Exemplaren etwa 550 bis 640 cm, hinzu kommt ein 120 bis 150 cm langer Schwanz. Männliche Individuen werden mit einer Schulterhöhe von durchschnittlich 270 cm und maximal 340 cm sowie einem Gewicht von rund 3600 kg und maximal 6000 kg deutlich größer als weibliche. Bei diesen betragen die Maße der Schulterhöhe im Mittel 240 cm (im Maximum über 250 cm) und das Gewicht im Mittel 2720 kg (im Maximum 4160 kg). Die meisten Analysen zu den Größenwerten des Asiatischen Elefanten stammen von Tieren aus Indien, die aber dazu tendieren, größer zu sein als Populationen weiter östlich.[1] Aus den 1940er Jahren liegen Angaben zu einzelnen Individuen mit Höhen zwischen 323 und 343 cm vor (letzterer Wert bezieht sich auf ein Skelett).[2] Der Asiatische Elefant von der Insel Borneo ist dagegen durchschnittlich etwa einen halben Meter kleiner. Im Unterschied zum Afrikanischen Elefanten verläuft der Rücken des Asiatischen Elefanten gewölbt oder gerade, der höchste Punkt des Körpers findet sich oben auf dem Kopf und nicht auf der Schulter. Der Kopf ist gestaucht, auf der Stirn erheben sich zwei markante Buckel. Die Rüsselspitze weist nur eine fingerartige Verlängerung auf statt zwei beim Afrikanischen Elefanten. Ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal zu diesem sind die Ohren, die beim Asiatischen Elefanten deutlich kleiner und auf dem oberen Rand gefaltet sind. Sie werden bis zu 60 cm hoch sowie 55 cm breit und bedecken eine Fläche von rund 0,5 m² (bezogen auf beide Ohrseiten). Die Dicke liegt bei nur rund 1,5 cm.[3] Stoßzähne werden in der Regel nur bei Bullen ausgebildet. Die Haut zeigt zumeist eine graue Tönung, Tiere im östlichen Teil des Verbreitungsgebietes haben häufig eine hellere Grundfärbung als solche aus dem westlichen. Teilweise treten einzelne pigmentfreie Zonen am Rüssel und an den Ohren auf, die dann fleischfarben erscheinen. Die Dicke der Haut variiert beträgt im Durchschnitt 18 mm, sie kann am Rücken jedoch bis zu 30 mm erreichen. Haare sind nur spärlich ausgebildet, aber dichter als beim Afrikanischen Elefanten. Häufig finden sich einzelne Büschel länglicher Haare, so an den Lippen, an den Beinen und am Schwanzende. Die Vorder- und Hinterfüße verfügen über jeweils fünf Zehen. Äußerlich sichtbar kommen an den Vorderfüßen fünf und an den Hinterfüßen vier bis fünf hufartige Nägel vor.
Verbreitung und Habitat
Das Verbreitungsgebiet wildlebender Asiatischer Elefanten umfasst heute das südliche und südöstliche sowie die südlichsten Bereiche des östlichen Asiens. Die Art ist in rund einem Dutzend Ländern heimisch. Das Vorkommen erstreckt sich von Indien, Nepal und Bhutan im Westen über Sri Lanka, Bangladesch, Myanmar, Thailand und Kambodscha bis nach Laos, Vietnam und China im Osten und Malaysia beziehungsweise Indonesien im Süden. Die Gesamtgröße der Verbreitung wird je nach Quelle mit rund 487.000[16] bis 879.000 km² angegeben, kann aber durchaus auch kleiner sein.[18] Ursprünglich war der Asiatische Elefant von Westasien bis nach Ostasien verbreitet und besiedelte eine Fläche von circa 9 Millionen Quadratkilometern. Die westliche Population, die bis nach Syrien vordrang, starb aber vermutlich bereits im 8. bis 9. Jahrhundert v. Chr. aus. Die östliche erlosch wohl während der Song- und Ming-Dynastie zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert.
Lebensweise
Kognitive Fähigkeiten
Die kognitiven Fähigkeiten des Asiatischen Elefanten sind schon länger Gegenstand von Untersuchungen. Bereits in den 1950er Jahren wurden Versuchsreihen gestartet, bei denen ein Elefant bis zu 20 Musterpaare erlernte und diese sowohl als Paar als auch einzeln identifizieren konnte. In einer weiteren Versuchsreihe war der Elefant befähigt, nach einem Jahr 13 zuvor erlernte Musterpaare wiederzuerkennen. Selbst nach über 30 Jahren erinnerte sich das Tier noch an den Test, war aber nicht mehr in der Lage, die Musterpaare korrekt zuzuordnen. Andere Untersuchungen betrafen Unterscheidungstests in Form von "Schwarz/Weiß" oder "Klein/Groß". Hierbei lernten jüngere Tiere deutlich schneller als ausgewachsene. Erwähnenswert sind auch das Zähl- und Additionsvermögen sowie das Vergleichen unterschiedlicher Summen untereinander. Letzteres bewältigt der Asiatische Elefant nicht nur über visuelle Begutachtung, sondern auch mit dem Rüssel über den Geruchssinn. Zusätzlich führen neben optischen Signalen auch olfaktorische zur Entscheidungsfindung, ob sich in bestimmten Situationen weiterführende Handlungen lohnen oder nicht.
Im Jahr 2006 wurde bekannt, dass der Asiatische Elefant zur Selbstwahrnehmung befähigt ist. Den Spiegeltest bestand allerdings nur eines von drei Individuen, zuvor waren ähnliche Versuche gescheitert. Die Ergebnisse sind aber konsistent zu anderen Tierarten wie etwa dem Schimpansen, bei denen rund die Hälfte der Tiere den Test erfolgreich absolvierte. Die Ich-Reflexion schließt auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers mit ein, der mitunter zur Erfüllung einzelner Handlungen als Hindernis aufgefasst werden kann.
Teilweise setzen die Tiere ihren Rüssel gezielt als Druckluftpumpe ein, um für sie nicht erreichbare Gegenstände wie etwa Nahrung in greifbare Nähe zu bringen, wofür häufig nur einige wenige Luftstöße ausreichen. Die Manipulation der Umwelt durch Luft ist bisher einmalig unter den Säugetieren und setzt ein gewisses Verständnis für die physikalische Umwelt voraus. Innerhalb der einzelnen Familiengruppen besteht darüber hinaus auch ein gewisses Einfühlungsvermögen in die Not oder Bedürfnisse anderer Individuen, die häufig durch äußere Einflüsse entstehen, beispielsweise durch Trennung von der Gruppe oder aggressives Verhalten eines Artgenossen. Beistand durch andere Individuen kann dabei auf verschiedene Weisen ausgedrückt werden, etwa körperlich durch Berührungen des bedrängten Tieres mit dem Rüssel ins Maul beziehungsweise an den Genitalbereich oder durch Lautgebungen wie Tschirpen oder Trompeten.[91] Generell ist die Kooperation in der Herde relativ groß, was unter anderem Unterstützung verletzter Mitglieder einschließt. Auch können zwei oder mehrere Individuen zusammenarbeiten, um gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen. Gelegentlich wird wie beim Afrikanischen Elefanten beobachtet, dass einzelne Tiere sich mit den Knochen verstorbener Individuen auseinandersetzen, in dem sie die Schädel mit dem Rüssel berühren oder beschnüffeln.
Ernährung
Die Ernährung des Asiatischen Elefanten basiert sowohl auf harter als auch weicher Pflanzennahrung. Dadurch besteht die Hauptnahrung aus Gräsern, Blättern, Samen, Früchten und Zweigen. Er kann daher als generalisierter Pflanzenfresser angesehen werden (mixed feeder). Die genaue Zusammensetzung der Nahrung ist regional und jahreszeitlich abhängig von der jeweiligen Verfügbarkeit von Pflanzen.
Fortpflanzung
Brunft und Paarung
Im Allgemeinen kann sich der Asiatische Elefant ganzjährig verpaaren. In Regionen mit einer stärkeren jahreszeitlichen Gliederung ist die Fortpflanzung aber deutlicher saisonal gebunden, was unter anderem die Überlebensrate der Neugeborenen erhöht. Der Sexualzyklus der Kühe ist mit 14 bis 16 Wochen ausgesprochen lang (eine ursprünglich angenommene Dauer des Sexualzyklus von 18 bis 27 Tagen beruht auf der beobachten sexuellen Empfangsbereitschaft der Kühe). Durch den langen Sexualzyklus sind Kühe in der Regel nur drei- bis viermal jährlich empfangsbereit. Äußerliche Anzeichen der Brunft sind bei weiblichen Tieren kaum feststellbar. Mitunter verlässt ein Tier die Familiengruppe oder es kommt zu verstärkten Schwanzbewegungen beziehungsweise Rüsselkontakten der Herdenmitglieder überwiegend an den Geschlechtsorganen. Wahrscheinlich ist auch ein erhöhter Schleimfluss aus dem Urogenitalbereich ein Hinweis für den Beginn des Sexualzyklus.
Bei Bullen drückt sich die Paarungsbereitschaft durch die Musth aus. Erkenntlich ist sie an der generell höheren Aggressivität und an einem dunkel gefärbten Sekret, das an den Temporaldrüsen austritt.
Geburt und Individualentwicklung
Die Tragzeit dauert im Durchschnitt 640 Tage (rund 22 Monate). Nach Beobachtungen bei 18 tragenden Kühen im Pinnawela Elephant Orphanage in Sri Lanka fand die Geburt durchschnittlich 667 Tage nach der Befruchtung statt. In der Regel wird ein einzelnes Kalb zur Welt gebracht, das bei der Geburt zwischen 80 und 110 kg wiegt und eine Schulterhöhe von 75 bis 90 cm hat. Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kälbern sind nicht bekannt, im Pinnawela Elephant Orphanage betrug das Geburtsgewicht für beide Geschlechter rund 83 kg, die Schulterhöhe variierte zwischen 87 und 88 cm. Neugeborene haben ein braunes und für Elefanten relativ dichtes Haarkleid. Sie können bereits innerhalb einer Stunde nach der Geburt stehen und laufen, nach gut drei Stunden saugen sie erstmals Milch. Ein Junges bekommt dabei nicht unbedingt nur von der Mutter, sondern auch von anderen Kühen der Herde Milch. Zum Saugen wird das Maul und nicht der Rüssel verwendet. In der Zeit nach der Geburt kümmert sich die gesamte Herde intensiv um das Kalb und integriert es in die Familiengruppe. Die Distanz des Kalbes zu den anderen Gruppenmitgliedern ist sehr gering und beträgt häufig nur rund 5 m. Etwa die Hälfte der Zeit verbringt das Kalb ruhend, häufig während der dunklen Tageszeit, ein weiteres Viertel mit der Nahrungsaufnahme.[36] Nach sechs Monaten beginnt es eigenständig Gras und Blätter zu fressen, saugt aber gelegentlich noch bis ins zweite Lebensjahr. Die Wachstumsrate in den ersten sechs Jahren ist relativ hoch und in beiden Geschlechtern identisch. Ab diesem Zeitpunkt entwickeln sich beide Geschlechter unterschiedlich. Bei weiblichen Tieren verlangsamt sich das Wachstum etwa ab dem 10. Lebensjahr, bei männlichen kommt es erst ab etwa dem 15. Jahr zu einer erheblich geringeren Größenzunahme. Im Alter von rund vier Jahren beginnen junge männliche Tiere eigene Ausflüge außerhalb der mütterlichen Herde zu unternehmen. Sie verbringen zunehmend weniger Zeit mit der Familiengruppe und formen ab dem siebenten bis achten Jahr temporäre Verbände im Randbereich der Gruppe oder gesellen sich mit älteren Bullen zusammen. Die weiblichen Nachkommen bleiben dagegen ein Leben lang in ihrer Herde.
Fressfeinde
Fressfeinde und Interaktionen mit anderen Tierarten
Der Asiatische Elefant hat keine natürlichen Feinde.
Gelegentlich erbeutet der Tiger ein Jungtier. Im Bedrohungsfall werden Jungtiere von ausgewachsenen Gruppenmitgliedern eingekreist. Gelegentlich fallen die Raubtiere aber auch ausgewachsene Individuen an, wie Untersuchungen an Kadavern im Corbett Tiger Reserve im nördlichen Indien zeigen. Da hier die Jagdbeute in der Trockenzeit drastisch zurückgeht, handelt es sich wohl um eine Reaktion des Tigers auf extreme äußere Bedingungen. Dabei scheint der Asiatische Elefant den Tiger durchaus als Beutegreifer wahrzunehmen. Nahegelegt wird dies durch Experimente mit nächtlichen Brüllrufen der Raubkatze, die zum leisen Rückzug der Elefanten führten. Auf das Gebrüll eines Leoparden reagierte der Asiatische Elefant zwar auch mit Rückzug, verband dies aber mit lautem Grollen und Trompeten.
Stammesgeschichte
Die Gattung Elephas taucht vergleichsweise spät im Fossilbericht auf. Zahlreiche afrikanische Funde, die ursprünglich mit Elephas in Verbindung gebracht wurden (so "Elephas" ekorensis, "Elephas" recki oder "Elephas" iolensis), stehen in der Entwicklungslinie der Gattung Palaeoloxodon, die wiederum nähere Beziehungen zu den Afrikanischen Elefanten aufweist. Dazu gehören aber auch verschiedene Nachweise aus Eurasien, sowohl kontinentalen Ursprungs (beispielsweise "Elephas" antiquus und "Elephas" namadicus) als auch von mehreren Inseln des Mittelmeers (etwa einzelne Zwergelefanten wie "Elephas" falconeri)
Forschungsgeschichte
Die wissenschaftliche Benennung des Asiatischen Elefanten geht auf Linnaeus aus dem Jahr 1758 zurück. In seinem bedeutenden Werk Systema Naturae führte Linnaeus die Elefanten Afrikas und Asiens unter der Bezeichnung Elephas maximus und gab als Typuslokalität Ceylonae, das heutige Sri Lanka, an. Die Bezeichnung Elephas ist griechischer Herkunft (έλέφας) mit weitgehend unbekanntem Ursprung.
Bedrohung und Schutz
Wie bei seinem afrikanischen Verwandten ist auch beim Asiatischen Elefanten die Jagd einer der größten Bedrohungsfaktoren für den Bestand der Art. Die Jagd konzentriert sich dabei nicht nur auf das Elfenbein, sie erfolgt auch aufgrund des Fleisches, das als Nahrungsressource dient, und der Haut, die vielfältig genutzt wird. Untersuchungen zum tatsächlichen Grad der Bedrohung liegen nur wenige vor. Nach einer 20-jährigen Studie im Periyar-Nationalpark im südlichen Indien von 1974 bis 1994 wurden in dem Zeitraum schätzungsweise mehr als 3 t Elfenbein illegal erbeutet. Die massive Jagd führte dazu, dass sich das Geschlechtsverhältnis von männlichen zu weiblichen Tieren von 1:6 auf 1:122 verschob. Infolgedessen ging nicht nur die Anzahl der Bullen absolut zurück, auch sank das Verhältnis stoßzahntragender zu stoßzahnlosen Tieren relativ, ebenso wie sich die Größe der Stoßzähne je Individuum verringerte. Vergleichbare Entwicklungstrends sind auch für andere indische Schutzgebiete veröffentlicht worden. Für andere Regionen im Verbreitungsgebiet des Asiatischen Elefanten ist die Datenlage eher gering. Laut einer Studie wurden zwischen den Jahren 2010 und 2015 in Myanmar über 60 Elefanten illegal getötet, allein im Jahr 2016 starben im südzentralen Teil des Landes 19 Tiere, darunter sieben, die zu einer mit Radiosendern ausgestatteten Studiengruppe gehörten. Auf Sumatra wurden in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre insgesamt 44 Elefanten getötet. Einzelne Populationen im südlichen Teil der Insel, etwa im Nationalpark Way Kambas, gelten als nicht überlebensfähig.