Das Dromedar (Camelus dromedarius)

29.08.2025

Das Dromedar (Camelus dromedarius), auch als Einhöckriges oder Arabisches Kamel bezeichnet, ist eine Säugetierart aus der Gattung der Altweltkamele innerhalb der Familie der Kamele (Camelidae). ...  

Es ist als Last- und Reittier in weiten Teilen Asiens und Afrikas verbreitet, in seiner Wildform jedoch ausgestorben. Nachkommen von freigelassenen oder entlaufenen Tieren leben heute noch in großer Zahl verwildert in den Zentralregionen Australiens. Der Name kommt aus dem griechischen δρομάς (dromás), was "laufend" bedeutet.

Merkmale

Allgemeines

Dromedare sind an ihrem einzelnen Höcker sofort vom Trampeltier, dem zweihöckrigen Kamel, unterscheidbar. 

Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,3 bis 3,4 Metern, eine Schulterhöhe von 1,8 bis 2,3 Metern und ein Gewicht von 300 bis 700 Kilogramm. 

Der Schwanz ist mit rund 50 Zentimetern relativ kurz. 

Das Fell ist meist sandfarben, es kommen jedoch auch andere Farbschläge von weiß bis extrem dunkelbraun vor. 

Das Herz wiegt etwa 5 kg.

Anpassung an den trockenen Lebensraum

Ihre Anpassung an trockenes Klima ermöglicht es Dromedaren, in wüstenhaften Gebieten zu leben. Sie haben die Fähigkeit, lange ohne Wasser auszukommen, da sie viel Wasser im Körper speichern können. Der Rückenhöcker enthält Fettvorräte, die das Tier bei Futtermangel verbrennen kann, um Energie zu gewinnen. Zwar legt das Dromedar in seinem Höcker keinen Wasservorrat an, jedoch bedarfsweise in seinem Magen. Die Nieren resorbieren einen Großteil der Flüssigkeit, indem sie den Urin stark konzentrieren. Auch dem Kot wird vor der Ausscheidung die meiste Flüssigkeit entzogen.

Die Körpertemperatur von Dromedaren sinkt während der Nacht sehr stark ab, so dass tagsüber der Körper sich nur langsam aufwärmt und das Tier lange Zeit nicht zu schwitzen braucht. Während einer Trockenperiode kann ein Dromedar bis zu 25 % seines Körpergewichts verlieren, ohne zu verdursten. In zehn Minuten kann es durch Wasseraufnahme sein durch Schwitzen verlorenes Körpergewicht wieder erreichen.

Die Anpassung der Nieren, die Mechanismen zur Regulierung der Körpertemperatur und die Resorption von Wasserdampf aus der Atemluft mit Hilfe der Nasenschleimhäute wurden insbesondere von Knut Schmidt-Nielsen erforscht.

Verbreitung

Das Dromedar ist in ganz Nordafrika, am Horn von Afrika und in Asien von Vorderasien mit Anatolien bis in den Nordwesten Indiens als Haustier verbreitet. 

Die südliche Verbreitungsgrenze bildet in der Sahelzone von Senegal bis Sudan etwa der 13.–15. Grad nördlicher Breite, in Ostafrika (Somalia und Kenia) der 2. Grad südlicher Breite; die nördliche Grenze liegt in Turkestan, wo es teilweise neben dem zweihöckrigen Trampeltier vorkommt. 

Lebensweise

Sozialverhalten

Dromedare sind tagaktiv. Freilebende Tiere leben meist in Haremsgruppen, die sich aus einem Männchen (Hengst), mehreren Weibchen (Stuten) und dem dazugehörenden Nachwuchs (Fohlen) zusammensetzen. Heranwachsende Männchen schließen sich oft zu Junggesellengruppen zusammen, diese sind aber nicht sehr langlebig. Manchmal kommt es zwischen Männchen zu Kämpfen um die Führungsrolle in einer Gruppe, die durch Bisse und Fußtritte ausgetragen werden.

Nahrung

Diese Tiere sind wie alle Kamele Pflanzenfresser, die alle Arten von Pflanzen zu sich nehmen können – sogar dornige und salzige. Die Nahrung wird wenig zerkaut verschluckt und gelangt zunächst in den Vormagen, um nach dem Wiederkäuen endgültig verdaut zu werden. Dieser Vorgang ähnelt dem der Wiederkäuer (Ruminantia), zu denen die Kamele zoologisch allerdings nicht gerechnet werden. Das Verdauungssystem der Kamele dürfte sich unabhängig von dem der Wiederkäuer entwickelt haben, was sich unter anderem darin zeigt, dass die Vormägen mit Drüsen versehen sind. In absoluten Notsituationen fressen die Tiere jedoch auch Knochen, Häute oder Fleisch und unverdauliche Stoffe.

Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt oft im Winter, hängt aber mit der Regenzeit zusammen. Die Tragezeit beträgt rund 360 bis 440 Tage, üblicherweise kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. 

Neugeborene sind Nestflüchter und können nach einem Tag bereits selbstständig laufen. Rund ein bis zwei Jahre kümmert sich die Mutter um den Nachwuchs, das Absetzen erfolgt nach einem bis eineinhalb Jahren. Zwei Jahre nach der Geburt kann das Weibchen erneut werfen.

Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit drei Jahren, bei Männchen mit vier bis sechs Jahren ein. Die Lebenserwartung wird auf 40 bis 50 Jahre geschätzt.

Wilde Dromedare

Die wilde Stammform des domestizierten Dromedars ist schon im Altertum ausgestorben. 

- Das Altertum ist eine Geschichtsperiode, die mit der Erfindung der Schrift (ca. 4. Jahrtausend v. Chr.) beginnt und mit dem Übergang zum Mittelalter (ca. 6. Jahrhundert n. Chr.) endet, wobei der Begriff oft für den Mittelmeerraum und Vorderasien verwendet wird. Es umfasst die frühesten Hochkulturen des Alten Orients (Ägypten, Mesopotamien) und die griechisch-römische Antike, eine Zeit wichtiger technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wie Schrift, Recht und erste Staaten.

Frühere Vermutungen, das Dromedar wäre erst als domestizierte Form aus Vorfahren entstanden, die dem östlicher verbreiteten zweihöckrigen Kamel oder Trampeltier ähnelten, sind heute anhand von morphologischen und genetischen Daten widerlegt. 

Die beiden Stammlinien der Altweltkamele haben sich vermutlich vor fünf bis acht Millionen Jahren, und damit fast gleichzeitig mit deren Einwanderung in die Alte Welt, genetisch voneinander getrennt, obwohl beide Arten heute noch miteinander kreuzbar sind. 

Die wilde Stammform des Dromedars, teilweise als Art Camelus thomasi Pomel (1893) bezeichnet, war ursprünglich in Südwestasien und Nordafrika verbreitet, ist aber in Afrika im Pleistozän ausgestorben.

- Das Pleistozän (ca. 2,588 Millionen bis 11.650 Jahre v. Chr.) ist eine erdgeschichtliche Epoche des Quartärs, die durch den wiederholten Wechsel von Kalt- (Glazial) und Warmzeiten (Interglazial) geprägt war und mit dem Beginn des Holozäns endete. Es ist auch bekannt als das "Eiszeitalter", in dem die Menschheitsgeschichte das Paläolithikum, auch Alte Steinzeit genannt, durchlebte.  

 Im 2. Jahrtausend v. Chr. bewohnte die Art wohl nur noch ein kleines Areal in den südöstlichen Küstenregionen der Arabischen Halbinsel. Hier wurden die Tiere zunächst stark bejagt, wie sich an Knochenfunden in archäologischen Ausgrabungsstätten ablesen lässt.


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