Die Winterlinde (Tilia cordata)

29.07.2025

 ...auch Steinlinde, Kleinblättrige Linde, "Herzblättrige Linde" oder auch "Herzblattlinde" genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Linden (Tilia) in der Unterfamilie der Lindengewächse (Tilioideae) innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). ...

Die Winterlinde ist in Europa weit verbreitet. Ihr Areal erstreckt sich über Europa hinaus bis in den Kaukasusraum und nach Westsibirien.

... ein sommergrüner Laubbaum der Wuchshöhen bis über 30 Meter erreichen kann.

Der Stammdurchmesser erreicht bis über 2 Meter.

Sie kann über 1000 Jahre alt werden.

Ihre Krone ist hochgewölbt und oft leicht unregelmäßig gestaltet.

Die Rinde ist dunkelgrau bis graubräunlich und weist feine, längs verlaufende Risse und schmale, netzartig verzweigte Leisten auf.

Die Äste sind steil nach oben gerichtet, lediglich bei älteren Bäumen neigen sie sich zum Teil nach unten oder zur Seite.

Die rotbraunen Knospen sind eiförmig, glatt und glänzend.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert.

Die Blattspreite besitzt einer Länge von ungefähr 6 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 5 Zentimetern. Sie endet in einer sehr kurzen, schlanken und deutlich erkennbaren Spitze, ist am Grund herzförmig eingeschnitten. Der Rand ist regelmäßig gesägt und nach oben gebogen. Die Blattoberseite ist dunkelgrün glänzend, die Unterseite blaugrün.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.

Die Blüten sind zwittrig. Die je fünf Kelch- und Kronblätter sind weißlich. Es sind viele Staubblätter vorhanden.

Die Blüten sind vormännliche (später weibliche) "Nektar führende Scheibenblumen". Sie duften nach Honig. Der Nektar wird auf den Kelchblättern abgeschieden. Abends und nachts wird der meiste Nektar abgeschieden. Hauptbesucher sind Bienen und Nachtfalter. Die Winterlinde ist eine wichtige Pollenquelle für Honigbienen. Der Pollen kann vom Wind übertragen werden und dann u. a. Heuschnupfen verursachen. Ein Baumexemplar kann bis zu 60.000 Blüten tragen.

Die anfangs pelzig behaarte, im Spätherbst oft kahle Kapselfrucht, ("Nüsschen"), ist bei einem Durchmesser von 5 bis 7 Millimetern kugelig und hat keine hervorstehenden Rippen. Sie lässt sich im Gegensatz zu den Früchten der Sommerlinde leicht zerdrücken.

In der Imkerei ist sie aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts ihres Nektars (30–74 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 3,57 mg Zucker/Tag je Blüte) eine geschätzte Tracht (= das gesamte Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau, das die Honigbienen in den heimischen Bienenstock eintragen).

Sie ist eine hervorragende Nektarquelle für Bienen, Honigerträge bis etwa 2,5 kg je Baum und Blühsaison sind möglich. Vom Lindenblütenhonig ist der "Lindenhonig" zu unterscheiden; dieser enthält auch auf Honigtau zurückzuführende Anteile.

Die Unterschiede von Winterlinde zur Sommerlinde sind fließend, da die beiden Arten bastardisieren (Holländische Linde). Die Laubblätter der Winterlinde sind im Durchschnitt kleiner als bei der Sommerlinde. Die Blattunterseite ist blaugrün (Sommerlinde: hellgrün; Holländische Linde: blassgrün), mit rostroten Haarbüscheln an den Aderverzweigungen. Bei der Sommerlinde sind die Adern unterseits komplett weißlich oder gelblich behaart. Die reifen Nüsschen der Winterlinde sind beim Zerdrücken weich (bei der Sommerlinde hart). Bei Holländischen Linden mischen sich diese Eigenschaften.

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